Runter mit den Energiekosten im Unternehmen

Die Energiepreise kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben. Das belastet zunehmend auch die Unternehmen.

Für das zweite Halbjahr 2021 verzeichnete das Statistische Bundesamt bei den Nicht-Haushaltskunden, also vor allem Unternehmen und Behörden, eine Preissteigerung für Gas von plus 51,8% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021. Der Strompreis kletterte demnach im gleichen Zeitraum um 11,8%.

Wie Unternehmen den Energieverbrauch reduzieren können

Energiesparen ist landauf, landab ein großes Thema. Auch nahezu alle Unternehmen überlegen, wie sie zu mehr Energieeffizienz im Betriebsalltag kommen und damit Kosten sparen können.  

Ein erster Schritt kann hier ein Energieaudit sein, also eine Vor-Ort-Beratung durch qualifizierte Energieberater/-innen. Ein solches Audit ist für große Unternehmen Pflicht. Aber auch kleinere und mittlere Betriebe können davon profitieren. Die Fachleute geben Hinweise und Ratschläge, wie Unternehmen Energie sparen können. Damit stärken Firmen ihre Wettbewerbsfähigkeit – und schützen zugleich das Klima. 

Übrigens: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt eine solche Energieberatung mit der „Bundesförderung für Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme“ und übernimmt bis zu 80% der Kosten. 

Energiespartipps für den Betrieb

  • Beleuchtung: Entsorgen Sie herkömmliche Glühlampen und steigen Sie auf LEDs um. LED-Lampen haben einen bis zu 80% geringeren Energieverbrauch. 
  • Tageslicht: Nutzen Sie das Tageslicht! Heruntergezogene Jalousien in Arbeitsräumen verhindern, dass natürliches Licht nach innen dringt. Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind also in Versuchung, das Licht einzuschalten, obwohl es eigentlich gar nicht nötig ist. 
  • Klimaanlage: Muss im Sommer tatsächlich immer die Klimaanlage eingeschaltet sein? Solche Anlagen haben oft einen hohen Stromverbrauch, der die Energiekosten nach oben treibt. Wenn Sie Strom sparen möchten, kann vielleicht auch ein Sonnenschutz vor den Fenstern helfen. 
  • Heizung: Mit programmierbaren Thermostaten ist es möglich, dass sich die Heizung eine Viertelstunde vor Eintreffen der Beschäftigten einschaltet und sich eine Viertelstunde vor Feierabend wieder ausschaltet. Denn: Gerade beim Heizen ist Zeit Geld.  
  • Geräte: Belassen Sie Geräte, die gerade nicht im Einsatz sind, nicht im Stand-by-Modus, sondern schalten Sie sie aus. Strom sparen können Sie so sowohl bei größeren Maschinen als auch bei kleineren Geräten. 

Wie Branchen Energie sparen können

im Einzelhandel müssen Schaufenster und Ladenlokal perfekt beleuchtet und das Geschäft im Winter für Personal wie Kundschaft gut beheizt sein. Das alles treibt natürlich den Verbrauch in die Höhe. Setzen Sie, um hier Kosten sparen zu können, weniger auf Energiesparlampen, die nicht so lange haltbar sind, sondern auf LED-Leuchten. Lassen Sie außerdem Ihre Heizungsanlage regelmäßig warten. Ein hydraulischer Abgleich erhöht nach Angaben von Verbraucherschützern die Energieeffizienz Ihrer Heizung und reduziert die Energiekosten. 

im Dienstleistungsgewerbe kommt es ganz auf die genaue Tätigkeit an. Denken Sie nach, durch welche Handlungen Sie Energie verbrauchen und was Sie tun können. In Friseurgeschäften zum Beispiel können Sie Wasser-Sparregler an den Waschbecken installieren oder die zahlreichen Handtücher nach Gebrauch in der Waschmaschine auf 60 statt 90 Grad waschen.  Bewegungsmelder sorgen zudem dafür, dass in weniger häufig genutzten Bereichen wie etwa der Teeküche oder der Toilette das Licht sich nur beim Betreten einschaltet – und nach einer gewissen Zeitspanne wieder ausgeht. Auch das hilft dabei, die Energiekosten zu senken. 

im produzierenden Gewerbe schlummern Energieeffizienzpotentiale in kleinen und großen Dimensionen. Zum Beispiel in der Vernetzung von Produktionsanlagen mit der Gebäudetechnik: Heiz- und Kühlprozesse in der Materialverarbeitung erzeugen Wärme – statt diese ungenutzt verpuffen zu lassen, kann sie in Wärmetauschern zurückgeführt und etwa für das Heizen von Büroräumen verwendet werden. 

Aktuelle Technik und neue Maschinen bieten weitere Potenziale. Eine neue Pumpe mag zunächst teuer in der Anschaffung sein, bezahlt sich aber teilweise selbst ab durch die geringere Nutzung von Strom und Gas. 

Nicht zuletzt im Baugewerbe reißen die aktuell hohen Spritpreise große Löcher in die Kassen der Betriebe. Es gilt, unnötige Fahrten zu vermeiden. Wenn Ihre Mitarbeiter erst auf der Baustelle merken, dass ihnen etwas fehlt und per Anruf in der Firma um Nachschub bitten, müssen Sie dieses Material in einer Extra-Fahrt vorbeibringen (lassen). Oder Ihre Leute zum Großhändler schicken. Das alles verursacht Personal- und Spritkosten, die sich mit einer guten Planung locker sparen lassen. 

in der Gastronomie lässt sich ebenfalls ein Mehr an Energieeffizienz erreichen. Schalten Sie in der Küche etwa den Gasherd nur ein, wenn Sie ihn wirklich benötigen. Zudem hat sich nach Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Dampfgaren als energieeffizienter erwiesen als Kochen. 

Platzieren Sie auf der Terrasse Ihres Betriebs keine Gas-Heizpilze, um den Außenbereich zu beheizen. Energieeffizienter ist es, in einem abgeschirmten Bereich elektrische Infrarotstrahler aufzustellen. Weitere Tipps und Infos zum Thema hat der Dehoga hier zusammengestellt.  

Investitionen, mit denen Unternehmen Energiekosten reduzieren

Neben den genannten Sofortmaßnahmen tun Unternehmen gut daran, auch langfristig ihren Betrieb energieeffizient zu gestalten. Agieren Sie nachhaltiger, effizienter als die Konkurrenz, verschafft Ihnen das langfristig einen Vorteil, der sich in höheren Margen oder Preisvorteilen niederschlagen kann.  

Es gibt es einiges an Investitionen, die sich perspektivisch auszahlen. So kann etwa Solartechnik in Form einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach Ihres Gebäudes mittelfristig dazu beitragen, dass die Energiekosten sinken. Gleiches gilt für eine neue Heizungsanlage. Steigen Sie mit Ihren Firmenfahrzeugen auf Elektromobilität um. Es lohnt sich außerdem, in energieeffiziente Technik, energetische Gebäudesanierung und in die energieeffiziente Optimierung von Produktionsabläufen zu investieren. 

Energieeffizienz-Maßnahmen werden von der Bundesregierung umfangreich gefördert. Informationen dazu finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz. 

Und wenn Sie darüber hinaus Kapital für Ihre Investitionen in Energieeffizienz benötigen – schauen Sie doch mal auf unserer Firmenkredit-Seite vorbei.