Neuwagen-Kauf

Wie Sie Ihren Neuwagen am günstigsten finanzieren

Eine gute Zeit für den Kauf eines Neuwagens ist traditionell das Frühjahr. Viele Autohäuser geben jetzt etwas mehr Rabatt auf den Listenpreis. Gleichzeitig werben sie mit sehr günstigen Finanzierungskonditionen. Aber aufgepasst: So verlockend Kreditzinsen von knapp unter 2% auch sein mögen, clevere Kunden rechnen lieber noch einmal nach und prüfen, ob für sie nicht ein Bankkredit in Frage kommt. Denn dieser ist trotz höherer Kreditzinsen meist günstiger. Das Zauberwort heißt in diesem Fall "Barzahlerrabatt".

Beim Neuwagenkauf gibt es eine bekannte Faustregel:
Kunden, die den Kaufpreis bar bezahlen können, wird i.d.R. ein Preisnachlass gewährt (= Barzahlerrabatt). Anders bei Käufern, die bei der angeschlossenen Autobank einen Kreditvertrag abschließen. Für diese gibt es oft überhaupt keine Preisermäßigung. Schließlich können Autohändler nicht beides auf einmal: sich an einer Autofinanzierung beteiligen mit Zinsen, die weit unter dem Marktniveau liegen, und einen Nachlass auf den Listenpreis geben.

Der scheinbar günstige Händlerkredit kann deshalb teurer als der herkömmliche Bankkredit kommen, wie das folgende Rechenbeispiel zeigt.
Angenommen, der Listenpreis des Autos beträgt 25.000 Euro, das Eigenkapital des Käufers 5.000 Euro.

Variante 1: Händlerkredit
Der Kunde nimmt den äußerst günstigen Kredit vom Händler in Höhe von 20.000 Euro in Anspruch. Die Konditionen: Laufzeit 5 Jahre, Effektivzins 1,99%. Beim Kaufpreis besteht der Händler aber weiterhin auf die 25.000 Euro – gewährt also keinen Rabatt.

Variante 2: Bankkredit
Der Käufer nimmt einen Autokredit bei einer Bank mit einer Laufzeit von ebenfalls 5 Jahren, aber mit einem Effektivzins von 5,25% auf. Der entscheidende Vorteil hierbei: Als Barzahler bekommt er 15% Rabatt auf die Kaufsumme von 25.000 Euro. Der Kunde muss also 3.750 Euro weniger für sein Wunschauto auf den Tisch legen. Dies hat zur Folge, dass er nur noch 16.250 Euro finanzieren muss.

Diese 15% Barzahlerrabatt sind durchaus realistisch. Zu diesem Ergebnis kommt der Autoexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer, dessen CAR-Institut an der Universität Duisburg-Essen regelmäßig die Rabattaktionen von Herstellern, Autohäusern und Internethändlern analysiert. Der Professor ermittelte im Januar 2011 für die meistverkauften Modelle einen Rabatt von durchschnittlich 14,6%. Die Spanne der gewährten Nachlässe reichte dabei von 8% bis 23,7%.

Das eindeutige Ergebnis dieser Vergleichsrechnung:
Bei der Händlerfinanzierung beläuft sich die Gesamtbelastung auf 21.019 Euro. Für Zinsen und Tilgung sind monatlich 350,31 Euro zu leisten. Bei dem nur auf den ersten Blick teureren Bankkredit beträgt die Gesamtbelastung dagegen nur 18.456 Euro. Fällt doch die Monatsrate mit 307,61 Euro deutlich niedriger aus. Unterm Strich sparen clevere Autokäufer stolze 2.563 Euro oder knapp 43 Euro pro Laufzeitmonat.

Wer beim Autokauf nicht draufzahlen will, sollte noch ein paar andere Expertentipps beherzigen:

  • Beim Vergleich verschiedener Bankangebote sollte der Kunde immer von der gleichen Laufzeit ausgehen. Längere Laufzeiten machen zwar die Raten optisch günstiger. Das Darlehen wird aber i.d.R. teurer.
  • Entscheidend ist der Effektivzins. Er gibt Aufschluss, wie teuer der Kredit wirklich ist. Auch Bearbeitungsgebühren sind dabei berücksichtigt.
  • Wichtig zu wissen: "Eine Restschuldversicherung verteuert den Kredit um rund einen Prozentpunkt", schreibt das Wirtschaftsmagazin Capital.
  • Einen "besseren Preis erzielt, wer sich Bedenkzeit erbittet und nach mehreren Tagen weiterverhandelt". Dies berichtet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. So gebe es beim zweiten Termin häufig einen Nachschlag beim Rabatt. Vor allem dann, wenn der Kunde dem Autoverkäufer ein attraktiveres Online-Angebot vorlegt.
  • Auch eine höhere Flexibilität könne nach Angaben der Düsseldorfer Verbraucherschützer bares Geld bringen. Wer z.B. auf keine bestimmte Farbe bestehe, gebe dem Verkäufer mehr Spielraum beim Rabatt.
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