Geld anlegen ohne Abzug

Wie Zinssparer ihre Steuerlast klein halten
Die Deutschen sind fleißige Sparer. Laut Statistischem Bundesamt legte jeder Bundesbürger in der ersten Jahreshälfte 2009 durchschnittlich 180 Euro auf die hohe Kante. Daraus ergibt sich landesweit eine Sparsumme von 89 Milliarden Euro. Die Sparquote aller privaten Haushalte betrug 11,2% – genauso hoch wie im Vorjahr. Wie die Ersparnisse besteuert werden und welche Maßnahmen Sie treffen können, um die Steuerlast möglichst minimal zu halten, erfahren Sie jetzt.

Sparer-Pauschbetrag ausschöpfen
Kapitalerträge sind zu versteuern. Damit jedoch ein Teil des Zinsgewinns steuerfrei bleibt, räumt der Gesetzgeber jedem Anleger einen Sparer-Pauschbetrag ein. Der Pauschbetrag fasst den früheren Sparer-Freibetrag und den Werbungskosten-Pauschbetrag zusammen. Unterm Strich bleiben aktuell 801 Euro an Kapitaleinkünften pro Jahr und Anleger steuerlich freigestellt.

Um möglichst wenig Zinsen mit dem Finanzamt teilen zu müssen, können Anleger versuchen, ihre Geldanlagen so aufzuteilen, dass Zinszahlungen und Dividendenerträge binnen Jahresfrist den Sparerpauschbetrag nicht überschreiten. Möglich ist dies durch Geldanlagen, bei denen die Zinsgutschrift erst am Laufzeitende erfolgt. Damit bleibt während der Sparphase Luft für anderweitige Kapitalerträge. Erst im Auszahlungsjahr muss dann neu gerechnet werden.

Freistellungsaufträge koordinieren
Der Freistellungsauftrag bei der Bank verhindert, dass das Institut sämtliche Kapitalerträge der Abgeltungsteuer unterwirft und 25% davon direkt ans Finanzamt abführt. Jeder Bankkunde kann bis zur Höhe des Sparerpauschbetrags einen Freistellungsauftrag bei seiner Bank einrichten. Wer seine Bankgeschäfte via Internet erledigt, kann den Freistellungsauftrag online erteilen. Ebenso sind spätere Änderungen in den Betragshöhen über das Internet möglich. Wird kein oder ein zu geringer Freistellungsauftrag erteilt, muss die Bank übersteigende Kapitalerträge ans Finanzamt abführen.

Wer Geldanlagen bei verschiedenen Geldinstituten betreibt, kann die Freistellungsaufträge entsprechend splitten. Insgesamt dürfen sie die Höhe des maximal zulässigen Sparerpauschbetrags aber nicht übersteigen. Da sich die Höhe der Geldanlagen sowie die zu erwartenden Zinsen, Dividendenzahlungen und Fondsausschüttungen jedes Jahr ändern, sollten Bankkunden ihre Freistellungsaufträge zeitig vor dem Jahresende prüfen und gegebenenfalls neu ausrichten.

Werbungskosten ausnutzen
Anfang 2009 entfiel die Möglichkeit, anfallende Geldanlagekosten als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend zu machen. Zu den bis Ende 2008 absetzbaren Gebühren zählten unter anderem Depotkosten, Ausgaben für Reisen zu Aktionärsversammlungen, Gebühren für Vermögensverwalter oder für Anlegerseminare. Doch nicht alle Geldanlagekosten kamen auf den Index. So wirken sich gezahlte Provisionen, wie sie zum Beispiel beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren anfallen, weiterhin steuermindernd aus. Diese Ausgaben kann man direkt vom steuerpflichtigen Ertrag abziehen.

Nichtveranlagungsbescheinigung
Wer seiner Bank eine so genannte Nichtveranlagungsbescheinigung erteilt, der erhält seine Sparzinsen ohne Abzug ausgezahlt. Das funktioniert, wenn die Gesamteinkünfte 8.501 Euro pro Jahr nicht übersteigen, wie dies bei Nichtberufstätigen, Senioren oder Kindern häufig der Fall ist. Die NV-Bescheinigung erteilt das zuständige Finanzamt. Die Antragstellung ist einfach, man muss lediglich das voraussichtlich zu versteuernde Einkommen angeben. Erwartet das Finanzamt keine Einkommensteuerzahlung, stellt die Behörde die NV-Bescheinigung aus. Diese Bescheinigung brauchen Sie nur noch bei Ihrer Bank einzureichen, ein zusätzlicher Freistellungsauftrag ist nicht mehr nötig.

Diese Information stellt keine steuerliche oder rechtliche Beratung dar. Wir bitten Sie um Ihr Verständnis, dass wir zu diesem Text keine weiteren Auskünfte geben können. Bei Fragen zu Ihrer Einkommensteuererklärung oder sonstigen steuerlichen Angelegenheiten wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.

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