Freitag und die dunkle 13

Auch in der Finanzwelt spielt Aberglaube eine Rolle

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© Denis Junker/Fotolia.com

Bald ist es wieder soweit: Im Februar und März fällt der 13. jeweils auf einen Freitag. Kein Vergnügen für viele Menschen. Immerhin ein Drittel der Deutschen findet Freitag, den 13., irritierend oder hat ein unwohles Gefühl. Aberglaube und Mythen erfassen aber auch die sonst so rationale Finanzwelt. Und sie haben nicht nur etwas mit Freitag, dem 13., zu tun.

Mond mischt Börse auf

Dänische Forscher haben Börsenkurse auf ihre Anfälligkeit für den Aberglauben untersucht. Professor Gabriele Lepori von der Copenhagen Business School ermittelte 2009, dass der Dow-Jones-Index nach Sonnen- oder Mondfinsternissen anders ausschlägt als normal – so ganz und gar nicht rational.

Glückszahl 8 brachte viele Verluste

Ökonomen aus Hongkong und Taiwan fanden heraus, dass Anleger bei Limit-Order überdurchschnittlich häufig einen Höchstpreis fixierten, der auf der chinesischen Glückszahl 8 endete. Vermieden wurden hingegen Höchstpreise mit der Endziffer 4 – der chinesischen Pechzahl. Diese Irrationalität kostete die Anleger im Jahr einen Verlust von ca. 8,8%.

Auch Unternehmen orientieren sich an Übersinnlichem

Doch nicht nur Investmentbanker greifen zum Pendel oder lassen sich vom Aberglauben beeinflussen: Der Gründer des größten deutschen Zeitungsverlags Axel Springer ließ sich hin und wieder vom Okkulten inspirieren. Er soll sein Unternehmen auch nach den Empfehlungen einer Wahrsagerin und der Sternenkonstellation geführt und so seine Kaufleute und Manager in den Wahnsinn getrieben haben. Geschadet hat es dem Konzern offenbar nicht.

Anderes Land – anderer Unglückstag

Während hierzulande Freitag, der 13., als Unglückstag angesehen wird, befürchten die Menschen in Spanien, Griechenland und Lateinamerika, dass sie das Unglück an einem Dienstag, dem 13., verfolgt. Die Italiener verbinden – genau wie die Brasilianer – die Zahl 17 mit Pech. Um Unwohlsein bei Ihren Kunden zu verhindern, verzichten Unternehmen wie die Lufthansa daher nicht nur auf die 13., sondern auch auf die 17. Sitzreihe. Die meisten Hotels gehen ebenfalls auf die abergläubischen Ängste ihrer Gäste ein: Ein Zimmer mit der Nummer 13 sucht man in der Regel vergeblich.

Jesu Leid begründete den Aberglauben

Viele Erklärungen begründen den Aberglauben: Jesus ist an einem Freitag gekreuzigt worden. Am Karfreitag gedenkt das Christentum seinem Leiden und Sterben. Die Zahl 13 steht außerhalb des geschlossenen Zwölfersystems, das sich auch schon in der Anzahl der Apostel manifestierte. Grund genug? Nicht für Juden und Japaner. Bei ihnen gilt die 13 als Glückszahl …


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