Erst büffeln, dann zahlen

Das Geschäft mit dem Abitur | 05.04.2017

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Nach wochenlangem Lern- und Prüfungsstress gönnen sich viele Schüler die große Abi-Sause – oft gesponsert von den Eltern. Die Wirtschaft reagiert mit den passenden Angeboten.

Nach dem Abitur wollen es viele erstmal krachen lassen. Das kann ins Geld gehen. Viele Unternehmen wittern längst das große Geschäft. Auch die Ansprüche der Jugendlichen und ihrer Eltern steigen. „Es ist schon Wahnsinn, was da in den letzten Jahren passiert ist“, sagt Olaf Marsson, Geschäftsführer der Agentur Berlin Event. Eine „richtige Industrie“ habe sich rund um das Thema Abitur gebildet. Ein Überblick:

Abi-Vorbereitung – Teure Lerncamps

Ein guter – besser noch ein sehr guter – Schulabschluss ist der erste Türöffner hinein ins Berufsleben. Dementsprechend wichtig ist die Prüfungsvorbereitung. Dazu zählen zum Beispiel spezielle Abitur-Lernbücher und auch Vorbereitungskurse. Bei Büchern sind rund 50 Euro für ein komplettes Set durchaus üblich. Mit gerbrauchten, aber natürlich nicht veralteten, Büchern lässt sich hier etwas sparen.

Ein intensives Training versprechen spezielle Abi-Vorbereitungskurse. Die schlagen je nach Dauer und Anbieter unterschiedlich zu Buche. Ein zweiwöchiges Abi-Crash-Camp kostet auch mal 2.000 Euro. Da fallen reguläre Nachhilfestunden, für die Eltern in Deutschland laut Bertelsmann Stiftung im Schnitt 87 Euro pro Monat ausgeben, nicht mehr so schwer ins Gewicht.

Gesunde Nervennahrung

Wie viele Nerven es kostet, sich selbst oder den Nachwuchs durch die Abi-Zeit zu lotsen, ist schwer zu berechnen. Leichter ist das bei Nervennahrung: Ob Bananen, Studentenfutter oder Traubenzucker – um die zwei bis drei Euro sind pro Kilo oder Päckchen fällig.

Abi-Fahrt – Ansprüche sind gestiegen

Am Strand, auf einem Städtetrip oder in einem Ferienhaus lassen Abiturienten gern den Prüfungsstress hinter sich. Beim Anbieter Abi-Jam! beispielsweise zahlt ein Schüler im Schnitt rund 410 Euro für seine Abi-Fahrt. 2003 waren es noch etwa 250 Euro, wie Geschäftsführer Tim Vogler sagt. Gründe für die höheren Preise seien gestiegene Erwartungen. Statt mit einem Reisebus wollen die frisch gebackenen Abiturienten lieber mit dem Flieger los und auch bei den Hotels darf es gerne etwas Höherwertigeres mit All-Inclusive-Angebot sein. Besonders viel investieren demnach Abiturienten aus Bayern und Baden-Württemberg. „Wir gehen davon aus, dass der Großteil der Reisen von den Eltern oder Großeltern subventioniert wird“, sagt Vogler.

Tanzkurs – spezielle Abi-Kurse

Um sich am Abend des Abi-Balls nicht komplett auf dem Parkett  zu blamieren, bieten einige Tanzschulen spezielle Kurse an. Für fünf Unterrichtsstunden sind hier knapp 50 Euro fällig. Spar-Tipp: Privatunterricht bei den Eltern oder Großeltern kostet nichts – außer vielleicht Nerven.

Abi-Ball – immer exklusiver

In der Turnhalle mit selbstgemachten Häppchen feiern – die Zeiten sind wohl vorbei. „Es geht immer mehr in Richtung Qualitätsbewusstsein“, sagt Olaf Marsson von Berlin Event. Zwischen 40 und 75 Euro zahlen Abiturienten bei seiner Agentur für eine Abi-Ballkarte. Bei den teuersten Bällen – meist in Hotels – müsse alles stimmen, inklusive Feuerwerk, professionellen Künstlern, Köchen und Eistorte. „Es gibt immer mehr, die bereit sind, mehr zu zahlen“, sagt der Event-Spezialist. Wichtig sei vielen: Es muss besser sein als beim Jahrgang zuvor – und schicker als an der Nachbarschule. Da wächst natürlich auch der Druck, stilsicher aufzutreten. Die Modeanbieter freut's.

Ball-Outfit – Preise nach oben offen

Das richtige Abendoutfit für den Abi-Ball zu finden, ist eine mitunter nervenaufreibende Herausforderung – für die ganze Familie. Und kostspielig ist das Styling auch. „Für das Ball-Outfit der Damen kommt schnell eine Summe von 200 bis 500 Euro zusammen“, sagt Stilberaterin Sylvia Ebner. Ein günstiges Kleid gebe es bereits ab circa 80 bis 100 Euro. Doch damit ist es allein nicht getan: Schuhe, Tasche, Schmuck runden das Outfit der Töchter ab – und die Gesamtsumme auf. Das gilt selbstverständlich auch für die Söhne.

Bei den Männern rät Ebner zu Anzügen in gedeckten Farben, die preislich zwischen 150 und 400 Euro liegen. Mit Herrenschuhen aus Leder mit 80 bis 200 Euro und einer Krawatte oder Fliege mit 20 bis 50 Euro liegt man hier bei einem Gesamtbudget von 300 bis 500 Euro. Zu einem perfekten Auftritt gehört aber neben der Kleidung auch die passende Frisur und bei den Damen ein schönes Make-up. Hier kommen dann für das Rundum-sorglos-Paket schnell noch einmal 100 Euro extra zusammen.

Limousine – Trend aus Hollywood

Bekannt aus Hollywoods Teenie-Streifen, aber auch auf deutschen Straßen immer häufiger zu sehen: meterlange Nobel-Karossen. „Schenken Sie Ihrem Kind das unvergessliche Gefühl, wie ein Star vor dem Festsaal vorzufahren und im Mittelpunkt seiner ehemaligen Mitschüler zu stehen“ – mit diesem Slogan spricht der Anbieter Beverly Cars auf seiner Internetseite die stolzen Eltern direkt an. Kostenpunkt: ab 200 Euro für eine Stunde Fahrt mit Sektflasche, Softdrinks und rotem Teppich.

Abi-Shirt – Preis je nach Qualität

Lustige Sprüche, Fotos vom Jahrgang: Bedruckte Shirts sind unter Abiturienten beliebt. Die Preise variieren je nach Qualität, Ökofaktor und Motiv. Los geht es ab circa 15 Euro. Anbieter haben auch Kapuzenpullis, Tassen oder Abi-Unterwäsche im Angebot.

Abi-Buch – Hier wird gespart

Ein Abi-Buch darf in kaum einem Jahrgang fehlen. Doch hier sitzt der Euro nicht ganz so locker wie bei anderen Ausgaben rund ums Abitur. Mit speziellen Programmen und besseren Bildern wirken die Erinnerungsstücke jedoch immer hochwertiger. Um die 40 Euro kostet ein eher teures Abi-Buch.

Fazit: Zählt man die einzelnen Punkte rund ums Abitur zusammen, steht am Ende eine stolze Summe, die von rund 700 Euro leicht ins Fünfstellige klettern kann. Nach oben sind auch hier keine Grenzen gesetzt.

Autor: ING-DiBa



Ihre Meinung

Kommentare (28)


Kommentare

Gerhard K.

30.04.2017

Dear Brain, es wäre schön, wenn allgemein verstanden würde, dass ein bedeutender Teil des Wichtigen eben nicht in der Schule gelehrt wird. Nicht einmal im Mainstream-Studium. Daher finden kuschel-Wahl-Label, wie "[...] es ging [...] noch nie so gut wie heute [...]" oder "soziale Marktwirtschaft", treue Kopf-Nicker. Packen Sie's an!


brain

26.04.2017

Abiturient sein bedeutet eigentlich ein eigenes Hirn zu haben und sich nicht an idiotischen musthaves zu orientieren.


RaCl

20.04.2017

Leider realistisch. Habe mein Abi vor 2 Jahren gemacht und das was hier angesprochen wird ist richtig, außer der Limousine die einen zur Feier fährt und dem Lerncamp. Aber dafür sind die Kosten für die Abifahrt zu niedrig angesetzt. 400 € Wir haben 600€ gezahlt


Hoermen

19.04.2017

Da das Abitur in den letzten Jahren ohnehin zum Etikettenschwindel mutiert ist, finde ich den Feierkult um diesen Abschluss sowieso übertrieben.


Udo M

18.04.2017

Für wen wird das Abi gemacht, für die Eltern, die Großeltern, die solch üppige Feiern finanzieren oder für die/den Abiturientin/ten für ihre/ seine hoffentlich positive persönliche Weiterentwicklung? Die genannten Beispiele zeigen, wie verwöhnt diese Gerellschaft heute ist und wie übertrieben wird. Und dieses in einer Zeit, wo Millionen Menschen hungern!! Mehr Bescheidenheit wäre angebracht.


Kurt

17.04.2017

Neben dem finanziellen Aufwand ist die Vorbereitung von hohen zeilichen Aufwand geprägt (Teil der Eltern und in der Regel alle Abiturienten/ innen). Für manche scheint die schöne, würdige Abi - Feier mit allem was dazu gehört einen höheren Stellenwert zu haben als die Abi-Note.


Ursel Eilmes

17.04.2017

wir hatten 1969 keinen Abiball und in meiner aktiven Zeit als Lehrerin an einem städtischen Gymnasium habe ich seit 1988 erlebt, wie es immer pompöser wurde. Ich weiß nicht, ob es alles so glamourmäßig aufgemotzt sein muss.


Gerhard K.

17.04.2017

Gesamtwirtschaftlich verhalten sich die jungen Menschen richtig, wenn sie das eigene Budget, oder das der Eltern, verpulvern. Allerdings bezweifle ich (Recht und Wirtschaft), dass sie dies verstehen. Genauso unverständlich ist ihnen in der Regel das optimale Maß zwischen einzel- und gesamtwirtschaftlichem Handeln.
Auf unseren heimischen Abiturfeiern ist das absolute Must-have die Erläuterung der s.g. Eurokrise, Kurzform: u.a. die zu niedrigen Löhne in Deutschland. Nach dieser nahezu alljährlich wiederkehrenden "Unterhaltungsreihe" knallt es zwar mächtig auf meinem Konto, aber das sind mir die bewussten Genuss ausstrahlenden selbtbewussten und wissenden Gesichter dieser jungen Leute wert.


Arbeitende "Mutter" zweier Söhne

15.04.2017

Mein Sohn ist schon seit "Gefühlten Monaten" im angeblichen "Lernstress". In den Osterferien hat er sich bei OMA und OPA einquartiert. Da hat er "All Inclusive" und Vollpension. Ich darf also auch mal durchatmen als Mama, die für ALLES da sein soll und natürlich auch "Full Time" arbeitet. Klar gehen die Abiturienten danach Party machen und erstmal "abschalten". Das habe ich auch 1989 nach meinem ABI gemacht. ABER dann bitte muß er SEIN LEBEN beginnen. Vorbereitet mit selber Essen machen, Waschen, Putzen und wie gehe ich mit meinem Geld um etc. das habe ich ihm im Laufe der Jahre beigebracht. ALSO "What The Hell Is The Problem"? Was die Eltern im Laufe der Jahre den Kindern nicht beigebracht haben, werden Sie durch so ein " ABI UND WAS DANN" auch nicht mehr beibringen können. GELD muß verdient werden!!!


frank

14.04.2017

na und - jeder wie er will und kann. jede Generation regt sich über die vorangegangene auf (obwohl alle sagte, dass sie nie wie ihre Eltern werden wollten).


Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Kaindl

13.04.2017

Der durchschnittliche Wissensstand von derzeitigen Abiturienten ist erschreckend gering. In meiner schwäbisch-bayerischen staatlichen Eliteschule mit insgesamt 1400 Schülern in 9 Jahrgängen machten 1959 ganze 35 Schüler das Abitur (keiner fiel durch), heute sind es ca. 135 bei gleicher Gesamtzahl der Schüler. Das sagt Alles.
An meiner Universität müssen seit ca. 20 Jahren für die Physikstudierenden in den Semesterferien vor dem 1. Semester sog. Brückenkurse in Mathematik angeboten werden, damit diese die simpelsten mathematischen Beschreibungen in der Physikvorlesung des 1. Semsters verstehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass von meinen Physik-Kommilitonen an der TH München auch nur einer solche Brückenkurse angenommen hätte.


E.V.

12.04.2017

Oh Mann, da kommt ja noch was auf uns zu. ...
Mein Abiball war 2001 vorgezogen und eine große Faschingsparty, also nichts schickes sondern einfach lustig. Wir haben alle zusammen an der Deko gearbeitet und es hat wahrscheinlich nicht mal 10 Mark Eintritt (wenn überhaupt??) gekostet.
Also ich zahle meiner Tochter kein 500 € Outfit für ihren Abiball, aber wenn sie sich das selbst zusammenspart und dafür arbeitet, kann sie das machen, wenn sie das möchte.
Was ich ihr aber gerne schenke zum Abi ist einen Flug wohin sie will und etwas Geld für Hostels und einen Rucksack. Damit kann sie meiner Meinung nach mehr anfangen.


Wilhelm

12.04.2017

Dieser Artikel ist eine Propaganda von Geschäftsmännern von "Abi-Business", um in den Leuten so ein Eindruck zu wecken, dass es Realität ist.
Es ist nicht. Jeder macht es sich nach seiner Art; nur die wenigen Snobs, die es gibt, müssen alles möglichst teuer haben.
Selbstgemachtes ist das Beste. Und Treueste auch.


Axel Schäfer

12.04.2017

Absurde Zahlen, da wird wieder ein Trend aus den USA von findigen Geschäftsleuten oder neudeutsch Eventmanagern zu Geld gemacht.
Für das Geld kann man sich sicher was sinnvolles anschaffen oder es anlegen.
Ich hab mich in meiner Zeit auf das Studium gefreut und etwas den coolen Jahren auf den Oberstufe nachgetrauert. Gelernt wurde noch ohne Internet und Co. allerdings war die Atmosphäre rundrum einfach chillig, bei den Jungs Milky Chance war das dreissig Jahre später immer noch so :-)


Ute Meyer-Deharde

12.04.2017

Mein sohn steckt gerade in der Vorbereitung für sein Abi. Keine der oben genannten Kosten betreffen uns in den genannten Umfängen. Wir zahlen seit der 11. Klasse eine Freie Schule mit ca. 170,00 € im Monat und seine Fahrkosten. Der Abiball (von den Abiturienten selbst organiesiert) wird pro Teilnehmer/Gast ca. 50,00 € kosten. Extra Kleidung - Fehlanzeige. Ich finde jeder Elternteil ist ein wenig selbst schuld, wenn Jugendliche solch enorme "Ansprüche" stellen. Man muss die Konsumgesellschaft nicht in dieser Form fördern.


Kata

12.04.2017

Es gibt seit den Griechen an jeder Generation was auszusetzen... ob sie zu viel, zu wenig, zu teuer feiern, versnobbt sind oder sich zu wenig trauen... angemerkt werden muss, dass die Generationen vorher die jeweils aktuelle Jugend erziehen!
Denkt mal zurueck wie wir das Genoele ueber die 'Jugend von heute' damals fanden!!


Markus

11.04.2017

Was hier noch keiner erwähnt hat, dass sich viele Abi Jahrgänge die teuren Abi Feiern und das drumherum selbst finanzieren. Es werden z.B. vorher 2-3 Vofi Partys mit Band oder DJ organisiert bei denen zum Teil mehr als tausend Besucher kommen, die Eintritt bezahlen und natürlich auch kräftig verzehren. Da muß alles selbst organisiert werden! Security, Ü18 Bereich, Rotes Kreuz, Verpflegung usw. Das ist schon eine tolle Leistung und sie lernen mit Ihrem eigenem verdienten Geld haushalten. Dann wird für den Abi Ball halt auch mal ein Fotograf für € 2000.- engagiert. Lasst sie feiern.....sie kommen noch früh genug ins Hamsterrad.


Philipp

09.04.2017

Ich unterrichte an der Hochschule und frage mich manchmal wirklich bei dem ein oder anderen Studenten, wie konnte der das Abi schaffen? Selbst mit durchschnittlichem Intellekt und ein wenig Fleiß ist es kein Problem ein vernünftiges Abi zu erlangen. Wohlgemerkt komme ich aus Bayern, wo das Abi ja angeblich noch relativ schwierig sein soll. Ob man dafür wirklich zig tausend Euro ausgeben sollte...?


notting

08.04.2017

@J.H.: Glaube das ist so gemeint, dass die Prüfungen nur einen Teil der Note ausmachen (bzw. man sich zumindest zu meiner Zeit auch noch in den drei Halbjahren zuvor sehr anstrengen musste, also insg. "nur" 2 Jahre wirkl. relevant sind) und man i.d.R. sehr gut drauf vorbereitet wird bzw. deswegen höchsten die Vorbereitung darauf Stress ist.
Bei uns gab's auch die "4 gewinnt"-Kandidaten (die haben dann aber meist nicht studiert).

Und bei Studien-Fächern, die mal als Uni-Dipl. ausgelegt waren, ist der B.Sc. meist nur ein besseres Vordiplom. Hab mein Vordiplom auch nicht gefeiert, weil kein Zwischen-Prüfungsstress, sondern man musste einfach nur schauen, dass man die normalen Prüfungen hinkriegt (die aber schon stressig waren (aber da hätte ich jedes Semester feiern müssen).

notting


H.J. Hoormann

07.04.2017

Das Studium ist noch viel teurer und bei 2 Studenten in der Familie kaum noch bezahlbar.


ING-DiBa

07.04.2017

Hallo Gunter, ups - vielen Dank für den Hinweis. Wir haben das "zu" ergänzt. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


J.H.

07.04.2017

Wer das Abi als sehr leicht empfunden hat, gehört in die Kategorie Nerd oder hat es in einem Bundesland erworben, dass es mit den Anforderungen nicht so eng sieht. Der Durschnitt hat doch deutlich zu leiden, und solange es unser gesellschaftliches Umfeld hergibt, sollten sie es angemessen und verdient feiern. Ich finde es gut, dass wieder mehr Stil gepflegt wird. Übertreibungen und Exzesse im Sinne von Hollywood B-Movies braucht es dann aber auch wieder nicht!


Gunter

07.04.2017

Antwort 3 ist etwas unklar formuliert.
Soll es lauten:
ist viel zu teuer
oder
viel teurer


Christopher

06.04.2017

Ich habe in 2009 mein Abitur absolviert und empfand es als nichts besonderes. Genauso empfand ich den abgeschlossenen B.Sc. in Mathematik als nicht so doll, irgendwie nichts halbes und nichts ganzes. Die Anforderungen waren viel zu leicht und man hatte recht wenig Arbeit, als dass man auf das absolvieren dieser "Hürde" stolz sein könne, um es dann "angemessen" zu feiern.

Leider ist es auch so, dass die Mentalität bei den Lehrern in Richtung "Hauptsache möglichst viele durchbekommen" anstelle einer "guten Selektion" vorherrscht. Man sieht es dann im Studium, dass über 50% den Anforderungen absolut nicht gewachsen sind.

Wozu also das Abi so absurd teuer feiern? Wozu eine Abifahrt oder einen Abiball? Überstandene schwere Herausforderungen können durchaus entsprechend gewürdigt werden. Aber man hat fürs Abi nun wirklich nichts geleistet.


notting

05.04.2017

Ach du Scheiße, so lange ist mein Abi doch garnicht her, war doch in diesem Jahrtausend?! Es gab schon eine Feier in der Aula mit den Eltern. Gutes Essen vom Caterer, aber nicht übertrieben teuer. Die Klamotten war auch nur "normal gut" (also wie wenn man z. B. auf eine Hochzeit von jmd. anderem geht). Danach durfte jeder individuell sein Geld verbrennen (z. B. Urlaub).
Liegt evtl. daran, dass viele Gymnasien zu permanenten Modenschauen & Co. verkommen sind (war zu meiner Zeit auf dem örtl. AG so, deswegen bin ich da nicht hin, sondern auf ein berufl. Gymnasium).
Klar, dass solche Spinner das zur Abifeier dann auf die Spitze treiben :-(

Ein Cousin von mir hat einige Jahre nach mir Abi auf einem AG gemacht. Die haben dann zusammen als Klasse das Geld für die eher teure Abschlussfahrt verdient -> Tüteneinpack-Dienst in einem großen Supermarkt an der Kasse gegen kleinen Obulus seitens der Kunden (natürl. mit leichter Tränendrüsen-Drücker-Taktik :-). Aber sie haben sich das Geld für die Abschlussfahrt komplett selber verdient.

notting


Hans

05.04.2017

Das ist gesponnen, die Schüler wissen nicht wie man das Geld verdient und was man dafür tun muss.


Julius

05.04.2017

Cool, wir haben einfach für 15€ pP in einer Scheune gefeiert. Ich denke die Mehrheit der Eltern wird solche Ausgaben für so etwas eher belächeln


Werner

05.04.2017

Einfach nur absurd! Ich habe damals mein Abizeugnis bekommen, bin nach Hause geradelt, und das wars.