Rückblick: Die stärksten Aktien 2019 auf dem Prüfstand

Mit diesen deutschen Papieren haben Anleger hohe Gewinne eingefahren. | 31.12.2019

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Der höchste Umsatz, die meisten Mitarbeiter, der beste Geschäftsbericht – es gibt eine ganze Reihe von Ansätzen, das „Top-Unternehmen“ eines Jahres zu küren. Der Klassiker ist und bleibt die Kursentwicklung. Allerdings sagt sie nichts über die künftige Performance aus. Zudem können die Kurse über die Zeit hinweg erheblich schwanken; damit werden Jahresentwicklungen weniger aussagekräftig. Einige der letztjährigen Highflyer aus deutschen Indizes erscheinen jedoch auch weiterhin chancenreich (siehe Tabelle unten).

Hohes Plus bei Blue Chips

Die erste Aktie im Jahresrückblick kommt aus dem Blue-Chip-Index Dax: Der Triebwerkbauer MTU Aero Engines hat im abgelaufenen Jahr fast fünf Milliarden Euro an Wert hinzugewonnen. Im Dezember kletterte der Kurs auf ein Rekordhoch bei 267,70 Euro; anschließend nahmen dann einige Anleger Gewinne mit. Analystin Milene Kerner von Barclays bewertet vor allem die Ausrichtung auf das Wartungs- und Ersatzteilgeschäft positiv – angesichts alternder Flugzeugflotten spreche das für Aufwärtspotenzial. Wachstumsperspektiven sieht auch Celine Fornaro von der UBS, denn solange die Boeing 737 Max nicht fliegen darf, müssten die Airlines andere Typen länger in der Luft halten sowie ältere Maschinen einsetzen. Damit entstehe größerer Wartungsbedarf. Außerdem profitiere MTU von der Erfolgsstory des Airbus A320neo. Etwas skeptischer zeigen sich die Analysten der Commerzbank, die davon ausgehen, dass die strukturellen Gewinnperspektiven des Triebwerkbauers mittlerweile im Kurs eingepreist sind. Unterm Strich sind die MTU-Aktien zwar nicht besonders günstig, können jedoch bei Kursrücksetzern in Betracht gezogen werden.

Nach einem starken Jahr könnten den Aktionären des Mdax-Unternehmens Dialog Semiconductor eher schwächere Monate ins Haus stehen. Das sind gute Aussichten für Investoren, die sich für die Titel des Chip-Spezialisten interessieren. 2019 hat die Gesellschaft mit Verwaltungszentrale in Kirchheim unter Teck bei Stuttgart vor allem vom starken Geschäft des Hightech-Konzerns Apple profitiert, der rund 70 Prozent der Dialog-Produkte einkauft. Doch die Schwaben wollen sich aus der Abhängigkeit von dem iPhone-Produzenten lösen. Die Deutsche Bank und JPMorgan bewerten den Geschäftsverlauf positiv und haben ihre Kursziele jüngst nach oben angepasst. Analyst Achal Sultania von der Credit Suisse sieht gute Chancen vor allem im Bereich LED-Hintergrundbeleuchtung für Monitorhersteller. Bleibt die Frage, ob das Dialog-Management sich nicht wieder mit Zukäufen verhebt. Die Deutsche Bank sieht ein „Risiko ungünstiger Übernahmen“, in der Vergangenheit habe das Unternehmen selten eine glückliche Hand bewiesen.

Technologiewerte stark

Dem TecDaxWert RIB Software kommen die niedrigen Hypothekenzinsen zugute. Denn weil Baugeld billig ist, werden zahlreiche neue Immobilien errichtet. Und für die Planung solcher Projekte bieten die Stuttgarter die passenden Programme. Im vergangenen Jahr hat der Vorstand gleich zweimal seine Prognose für 2019 nach oben revidiert. „Erwartungen getoppt“, notierte die Privatbank Berenberg in einer Studie. Erfolgreich zeigt sich der Software-Spezialist dabei auch im margenstarken Cloud-Geschäft. Fürs Gesamtjahr gehen Beobachter von einem Umsatzwachstum von knapp 60 Prozent gegenüber 2018 aus, der Gewinn wurde durch Einmalkosten für die Übernahme eines Konkurrenten geschmälert. Und die Aussichten sind gut – RIB selbst rechnet mit weiter zweistelligen Wachstumsraten. Mit Blick aufs Gesamtjahr durften sich Aktionäre über ein Kursplus von stolzen rund 90 Prozent freuen.

Aus dem SDax konnte das Berliner Unternehmen Eckert&Ziegler überzeugen. Die Medizintechniker, die vor allem schwach radioaktive Produkte für Strahlentherapien oder Röntgenpraxen liefern, wurden zur Jahresmitte in den Index aufgenommen – und haben sich mit einem Kursplus von rund 200 Prozent glänzend eingeführt. Die Kehrseite der Medaille: Die Bewertung der Titel ist sehr, sehr hoch. Immerhin: Das Geschäft brummt, im Juli hoben die Hauptstädter ihre Gewinnprognose fürs Gesamtjahr an. Phantasie kommt vor allem aus dem Reich der Mitte, denn in China ist die Nachfrage nach Produkten für den Kampf gegen Tumorzellen besonders groß. Eckert&Ziegler ist es - unter anderem über Kooperationsvereinbarungen - gelungen, dort Fuß zu fassen. Dass sich das Unternehmen zugleich von weniger aussichtsreichen Bereichen trennt, dürfte auch 2020 den Gewinnen zugutekommen.

Der Performance-Star

Wenn es 2019 an Deutschlands Börsen einen Kurs-Star gab, dann war es Varta aus dem CDax. Auf Jahressicht legten die Titel um fast 390 Prozent zu. Die Papiere des Börsen-Frischlings – die Erstnotiz erfolgte am 19. Oktober 2017 – nähern sich etwa mit einem dreistelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis auch rekordhohen Bewertungen. Ein Blick auf die erwarteten Wachstumsraten zeigt, woher die Euphorie der Börsianer kommt: Nach einem Umsatz von 272 Millionen Euro in 2018 rechnen etwa die Analysten von Berenberg für 2019 mit einem Umsatz von 339 Millionen Euro. 2020 sollen es dann sogar 759 Millionen Euro sein; das sind Zuwächse um knapp 25 beziehungsweise fast 125 Prozent. Der Gewinn könnte demnach mit noch größerer Dynamik wachsen. Treiber der Entwicklung ist einerseits die Aufnahme in ein Konsortium, das von der Bundesregierung mit bis zu 1,25 Milliarden Euro gefördert werden kann, um eine starke Batterie-Industrie in Europa aufzubauen. Zum anderen profitieren die Schwaben vom Run auf kabellose Kopfhörer – derzeit führt aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit kein Weg an Minibatterien von Varta vorbei.

Anleger, die 2019 eine der fünf Aktien im Depot hatten, dürfen sich also über hohe Zuwächse freuen. Ob 2020 ein ebenso erfreuliches Jahr wird, hängt von zahlreichen Bedingungen ab, etwa dem politischen Umfeld, der Konkurrenz, der Innovationskraft und dem breiten Börsentrend. Die meisten Experten sind sich einig: 2020 wird für Anleger ein herausforderndes Börsenjahr.

Investment-Beispiele:

Dialog Semiconductor

ISIN

GB0059822006

Aktueller Kurs

45,25 €

Performance 2015

5,4 %

Performance 2016

31,8 %

Performance 2017

-34,4 %

Performance 2018

-13,2 %

Performance 2019

102,1 %

KGV* (2019)

13,5

Gewinn/Aktie (2019**)

3,33 €

Dividende (2019**)

0,00 €

Dividendenrendite (2019**)

0,0 %

Eckert&Ziegler Strahlen- und Medizintechnik

ISIN

DE0005659700

Aktueller Kurs

182,20 €

Performance 2015

3,9 %

Performance 2016

37,2 %

Performance 2017

34,9 %

Performance 2018

70,2 %

Performance 2019

206,6 %

KGV* (2019)

43,5

Gewinn/Aktie (2019**)

4,38 €

Dividende (2019**)

1,50 €

Dividendenrendite (2019**)

0,8 %

MTU Aero Engines

ISIN

DE000A0D9PT0

Aktueller Kurs

254,60 €

Performance 2015

23,9 %

Performance 2016

23,3 %

Performance 2017

36,1 %

Performance 2018

5,4 %

Performance 2019

60,6 %

KGV* (2019)

26,4

Gewinn/Aktie (2019**)

9,65 €

Dividende (2019**)

3,35 €

Dividendenrendite (2019**)

1,3 %

RIB Software

ISIN

DE000A0Z2XN6

Aktueller Kurs

22,60 €

Performance 2015

3,2 %

Performance 2016

14,2 %

Performance 2017

100,1 %

Performance 2018

-52,7 %

Performance 2019

90,7 %

KGV* (2019)

72,9

Gewinn/Aktie (2019**)

0,31 €

Dividende (2019**)

0,22 €

Dividendenrendite (2019**)

1,0 %

Varta

ISIN

DE000A0TGJ55

Aktueller Kurs

121,40 €

Performance 2015

n/a

Performance 2016

n/a

Performance 2017

n/a

Performance 2018

n/a

Performance 2019

388,3 %

KGV* (2019)

102,0

Gewinn/Aktie (2019**)

1,19 €

Dividende (2019**)

0,16 €

Dividendenrendite (2019**)

0,1 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 31.12.2019

Autor: Martin Hintze


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Kommentare (2)


Kommentare

Güni

07.03.2020

Tja, wenn man den Kursverlauf vorher wüsste???
Ich habe damit jedenfalls kein Glück.


Hess K

06.02.2020

Bittte unbedingt die Anmeldezeit erhöhen. Bisher 5 Minuten - nervt wenn man immer wieder neu anmelden muß.