Alternativen zum Dienstwagen

Was Diensträder und Jobtickets bringen │25.07.2018

Mann auf der Suche nach Alternativen zum Dienstwagen

© svetikd - istock.com

Zweirad statt Dienstwagen – immer mehr Beschäftigte steigen auf die umweltfreundliche und gesundheitsfördernde Fortbewegung mittels klassischem Fahrrad oder Elektrofahrrädern wie Pedelec (bei 25 km/h abgeregelt) und E-Bike (bei 45 km/h abgeregelt) um. Bundesweit dürfte es inzwischen mehr als 200.000 geleaste Diensträder geben, schätzt Ulrich Prediger. Er ist Gründer des Freiburger Leasing-Anbieters JobRad. So können seit Februar 2018 beispielsweise die bundesweit rund 100.000 Mitarbeiter von Bosch über das Unternehmen günstig Fahrräder oder Pedelecs leasen. Auch Unternehmen wie SAP, IBM, Rewe oder die Deutsche Bahn bieten ihren Mitarbeitern ähnliche Modelle an.

Diensträder wirken sich auf das zu versteuernde Einkommen aus

In der Regel wandelt der Arbeitgeber einen Teil des Bruttogehalts des Mitarbeiters für die Leasingrate des Dienstrads um. Weil dadurch das zu versteuernde Einkommen sinkt, müssen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer weniger Abgaben leisten.

Aufgepasst: "Stellt der Arbeitgeber den Mitarbeitern Dienstfahrräder zur Verfügung und dürfen diese auch privat oder für den Weg zur Arbeit benutzt werden, hat der Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil", sagt Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbandes Lohnsteuerhilfevereine. Die Versteuerung erfolgt analog der Dienstwagen-Regelung mit der Ein-Prozent-Methode. Dabei wird der auf die nächsten vollen 100 Euro abgerundete Brutto-Listenpreis zugrunde gelegt. Beispiel: Hat ein Pedelec 2.500 Euro gekostet, muss der Arbeitnehmer monatlich 25 Euro als geldwerten Vorteil versteuern.

Tipp: "Soll die Versteuerung der Diensträder gänzlich vermieden werden, muss zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein entsprechendes Privatnutzungsverbot vereinbart werden. Dies sollte auch entsprechend dokumentiert und die Einhaltung überprüfbar sein", rät Nöll.

Vorteil: Fahrten zur Arbeit müssen nicht versteuert werden

Einen großen Vorteil hat so ein Dienstrad gegenüber dem Firmenwagen dennoch: Anders als beim Dienstauto muss die tägliche Fahrt zur Arbeit nicht mit 0,03 Prozent des Anschaffungspreises pro Kilometer versteuert werden.

Mit einer Ausnahme: Wer als Dienstrad ein E-Bike fährt, das als Kraftfahrzeug einzuordnen ist und dessen Motor auch Geschwindigkeiten über 25 km/h unterstützt, wird wie der Fahrer eines Dienstwagens behandelt. In diesem Fall muss auch der Fahrtweg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte versteuert werden. Beispiel: Hat das E-Bike 4.500 Euro gekostet und ist die Arbeitsstätte 20 Kilometer von zu Hause entfernt, müssen Arbeitnehmer neben 45 Euro (Ein-Prozent-Regel) weitere 27 Euro monatlich versteuern (4.500 Euro mal 0,03 Prozent mal 20 Kilometer).

Jobticket: Geldwerter Vorteil unter 44 Euro steuerfrei

Eine Alternative zu Dienstwagen oder -Fahrrädern kann die Unterstützung des Arbeitgebers für die Kosten des Öffentlichen Nahverkehrs sein. Doch auch hier gibt es zwei Rechenbeispiele.

Variante 1

Verkehrsbetriebe gewähren einem Unternehmen oft einen Mengen-Rabatt auf Monatstickets. Überlässt der Arbeitgeber die Tickets zu dem mit dem Verkehrsbetrieb vereinbarten Preis seinen Mitarbeitern, gilt dies nicht als Gewährung eines geldwerten Vorteils. Darauf hat die Vereinigte Lohnsteuerhilfe (VLH) hingewiesen.

Variante 2

Wenn der Chef die Kosten für das Ticket ganz oder teilweise übernimmt, gilt der eingesparte Betrag als geldwerter und somit zu versteuernder Vorteil. Dieser Fall tritt allerdings nur ein, wenn ein bestimmter Betrag der Förderung überschritten wird: Liegt die Summe aller geldwerten Vorteile monatlich nicht über 44 Euro, müssen darauf weder Steuern noch Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. Erst wenn diese Grenze überschritten ist, fallen auf den vollen eingesparten Betrag Abgaben an.

Tipp: Bei Kosten für Jobtickets über 44 Euro empfehlen die Experten vom Lohnsteuerhilfeverein dem Arbeitnehmer nach Möglichkeit, sich an den Kosten zu beteiligen. So rutschen diese wieder unter die Preisgrenze. Dann zahlen Arbeitnehmer zwar einen Teil des Ticketpreises, der eingesparte Betrag wäre dann aber steuerfrei. Alternativ könnte der Arbeitgeber bei Tickets über 44 Euro den geldwerten Vorteil pauschal mit 15 Prozent versteuern. Dann entfallen auch die Sozialversicherungsbeiträge. Diese Pauschalabgabe darf jedoch nicht höher sein als die Werbungskosten, die der Arbeitnehmer für Fahrten zur Arbeit angeben kann.

Vorsicht bei Jahrestickets!

Ein vom Arbeitgeber gefördertes Jahresticket lohnt sich steuerlich in der Regel nicht. Bei diesem Modell wird der gesamte Jahresbetrag für den Monat angerechnet, in dem das Ticket ausgehändigt wird. Damit liegen die sich daraus ergebenden Vorteile für den Arbeitnehmer in jedem Fall über der 44 Euro-Freigrenze.
 
Generell ist zu beachten: Alle geldwerten Vorteile rund um das Jobticket, die steuerfrei bleiben oder pauschal versteuert werden, müssen in der Lohnsteuerbescheinigung angegeben werden. Sie werden dort auf die Entfernungspauschale angerechnet.
 
Wir freuen uns, wenn dieser Artikel zum Thema Steuern hilfreich für Sie war. Wichtig: Es handelt sich hierbei um allgemeine Tipps und kann eine Prüfung des Einzelfalls nicht ersetzen. Haben Sie dazu Fragen? Dann wenden Sie sich einfach an Ihren Steuerberater oder Ihr zuständiges Finanzamt.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (4)


Kommentare

Peter

10.08.2018

Die internen Mitarbeiter der DiBa profitieren übrigens nicht von einem Jobrad, da es dort bisher von Personal abgelehnt wurde. ;-)


Jochen

26.07.2018

Was soll dieser Unfug? Seit wann ist ein Fahrrad ein Ersatz für ein Auto?
Den ganzen Steuerkram bezahle ich für die private Nutzung des Firmenwagens, zB. Urlaubsreisen, Wochenendfahrten usw. Meist cä. 25000 km/p.a. je nach Vereinbarung mit dem Dienstherrn. Einfach mal nachrechnen, das lohnt die 5 min Aufwand allemal.


Ingo

25.07.2018

Wenn man plant, sich z.B. ein Pedelec anschaffen , ist ein Jobrad in der Regel günstiger, was die Gesamtkosten angeht, da man ja monatlich durch die Gehaltsumwandlung für die Leasingrate Steuern spart. Selbst wenn das Fahrrad nicht für Fahrten zur Arbeit genutzt wird, sondern nur privat, lohnt es sich trotzdem.


Bernd

25.07.2018

Ernsthaft?
Kommt doch darauf an, wie weit man von der Firma weg wohnt und wie sportlich man ist.
Außerdem geht das Fahrrad nicht bei jeder Wetterlage....