Aktien: Jetzt auf Entsorger setzen

Tomra, Veolia und Co. bieten Lösungen im Kampf gegen die Müllflut. | 01.10.2019

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Müll wird weltweit zu einem immer größeren Problem: Derzeit fallen rund um den Globus etwa zwei Milliarden Tonnen pro Jahr an – das entspricht ungefähr dem 5400-fachen Gewicht des Empire State Building. Und die wachsende Bevölkerung sowie die zunehmende Urbanisierung werden laut Weltbank dafür sorgen, dass die Menge bis zum Jahr 2050 auf 3,4 Milliarden Tonnen steigt. Die Vereinten Nationen (UN) rechnen sogar mit einem Plus der Siedlungsabfälle auf rund vier Milliarden Tonnen.

Dabei gibt es zwei Eckpunkte, um die sich die Überlegungen in Politik, Behörden und Unternehmen drehen. Erstens: Wie hoch ist der Anteil der Abfälle, die eingesammelt werden? Zwischen 2010 und 2018 waren es laut UN 81 Prozent, wobei der Anteil zwischen 99 Prozent in Australien und Neuseeland sowie 52 Prozent in Subsahara-Afrika schwankt. Und zweitens: Wie können die gesammelten Abfälle möglichst effektiv wiederverwertet werden? Derzeit beträgt die Recycling-Rate in den sogenannten Hochlohnländern etwa 30 Prozent, in Entwicklungsländern sind es gerade vier Prozent.

Sortieren und Sammeln

Kein Wunder, dass Einvernehmen darüber herrscht, dass es aus ökologischer und ökonomischer Sicht sinnvoll ist, in Recycling- und Müllmanagement-Systeme zu investieren. Eine ganze Reihe von Unternehmen ist in diesem Sektor bereits unterwegs.

Da ist zum Beispiel Tomra Systems. Die Norweger haben zwei Standbeine: Sammellösungen für Pfandflaschen sowie Sortiersysteme für Nahrungsmittel und Recycling-Güter. Vor allem die Sparte „Sorting Solutions“ brummt derzeit und sorgt für eine attraktive Marge. Etwas schwächer zeigte sich zuletzt der Bereich „Collection Solutions“. Aber: Die EU-Staaten haben das Ziel ausgerufen, bis 2029 eine Recycling-Quote von 90 Prozent bei Plastikflaschen zu erreichen. Außerdem hat China vor einigen Monaten die Grenzen für ausländischen Abfall weitgehend dichtgemacht; nun müssen die exportierenden Länder wieder selbst für die Entsorgung oder Verwertung aufkommen. Dies alles spricht dafür, dass das Geschäft der Skandinavier sich weiter positiv entwickelt. Zwar deuten ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 42 und die niedrige Dividendenrendite darauf hin, dass die Titel derzeit recht teuer sind. Langfristig orientierte Anleger können bei Kursschwäche jedoch kleinere Partien aufbauen. Allerdings sollten sie dabei nicht aus dem Auge verlieren, dass der in Norwegischen Kronen notierende Titel neben dem allgemeinen Kursrisiko auch ein Wechselkursrisiko aufweist.

Frankreichs Konzerne

Deutlich günstiger bewertet und zugleich mit guten Perspektiven ausgestattet ist der französische Konzern Séché Environnement. Der Spezialist für die Aufbereitung von Reststoffen sammelt Haushalts- und Industriemüll sowie Bauschutt. Spannend: Immer mehr Länder verbieten die Ausfuhr von Sand, der weltweit für Bauvorhaben benötigt wird. Daher sind Alternativen gefragt – die unter anderem aus verarbeitetem Bauschutt hergestellt werden können. Kleiner Haken: Mit rund 400 Millionen Euro sind die Franzosen relativ hoch verschuldet. Séché Environnement ist ein spekulatives Investment. Die Aktien könnten einen Blick lohnen – vor allem für risikofreudige Anleger mit mittlerem Investmenthorizont.

Ebenfalls aus Frankreich kommt der Mischkonzern Veolia Environnement. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren restrukturiert und setzt jetzt vor allem auf margenstarke Geschäftsfelder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen im Bereich Plastikrecycling. Im aktuellen Geschäftsjahr will Konzernchef Antoine Frérot zwischen 350 und 400 Millionen Euro in diesem Markt erwirtschaften, bis zum Jahr 2025 soll die Milliarden-Euro-Schwelle überschritten werden. Deutlich größer sind derzeit die Geschäftsfelder Trinkwasser und Aufbereitung, Abfallwirtschaft sowie Energie. Veolia kann als Basisinvestment für die meisten Depots in Betracht gezogen werden.

Amerikanische Spezialisten

Schließlich gibt es aktuell zwei vielversprechende Werte aus den USA. Casella Waste gilt zurzeit als Übernahmekandidat. Zuletzt ist das vergleichsweise kleine Unternehmen jedoch selbst als Aufkäufer in Erscheinung getreten. Drei Abfallspezialisten in Maine, Massachusetts und Vermont hat Casella Waste geschluckt. Annualisiert rechnet das Unternehmen mit einem zusätzlichen Umsatz von 11,5 Millionen Dollar. Casella ist recht üppig bewertet, was vor allem an der schwelenden Übernahmephantasie liegt. Unterm Strich allerdings könnten die Titel risikofreudigen Investoren kurz- bis mittelfristig Freude bereiten.

Und dann ist da noch Republic Services, ein Haus- und Industriemüll-Entsorger aus Phoenix. Eben wurde Vorstandschef Donald Slager unter die Top-100 der „America’s Most Innovative Leaders“ („Forbes“) gewählt. Und tatsächlich hat sich Republic Services unter Slagers Ägide zu einem innovativen und stark auf Nachhaltigkeit bedachten Unternehmen entwickelt. Auch die Zahlen sprechen für den Konzernchef: Zuletzt meldete Republic Zuwächse beim Umsatz (zweites Quartal: 2,61 Milliarden US-Dollar, ein Plus von fast 3,4 Prozent) sowie beim Gewinn (0,77 Dollar je Aktie, ein Plus von rund 8 Prozent). Damit entwickelt sich das Unternehmen aus Arizona immer mehr zum attraktiven Basis-Investment auch für konservative Investoren.

Gutes Gewissen

Des einen Leid, des andren Freud‘ – beim Abfall trifft das zu. Immer schwieriger wird es, der weltweit wachsenden Müllberge Herr zu werden. Davon profitieren Entsorger und Recycler mit zunehmender Dynamik, da zugleich das Umweltbewusstsein zunimmt. Anleger können bei diesem langfristigen Boom-Thema guten Gewissens einsteigen.

Grafik: Tomra

Investment-Beispiele Aktien:

Casella Waste Systems

ISIN

US1474481041

Aktueller Kurs

39,58 €

KGV* (2019)

50,9

Gewinn/Aktie (2019**)

0,77 €

Dividende (2019**)

0,00 €

Dividendenrendite (2019**)

0,0 %

Republic Services

ISIN

US7607591002

Aktueller Kurs

79,00 €

KGV* (2019)

26,6

Gewinn/Aktie (2019**)

2,96 €

Dividende (2019**)

1,42 €

Dividendenrendite (2019**)

1,8 %

Séché Environnement

ISIN

FR0000039109

Aktueller Kurs

36,30 €

KGV* (2019)

11,6

Gewinn/Aktie (2019**)

3,07 €

Dividende (2019**)

0,96 €

Dividendenrendite (2019**)

2,7 %

Tomra Systems

ISIN

NO0005668905

Aktueller Kurs

24,46 €

KGV* (2019)

42,3

Gewinn/Aktie (2019**)

0,57 €

Dividende (2019**)

0,29 €

Dividendenrendite (2019**)

1,2 %

Veolia Environnement

ISIN

FR0000124141

Aktueller Kurs

23,22 €

KGV* (2019)

17,9

Gewinn/Aktie (2019**)

1,28 €

Dividende (2019**)

0,97 €

Dividendenrendite (2019**)

4,3 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 01.10.2019

Autor: Martin Hintze


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Kommentare (1)


Kommentare

Günther Wassenaar

19.10.2019

Ich habe gerade schon darauf hingewiesen, dass gerade in der Müll-Branche, sich ein hohes kriminelles Potential tummelt. Da wird der Müll nach Fernost verbracht oder die Lagerhalle fackelt ganz zufällig ab - zufällig bei Müll-Entsorgern vielfach häufiger als in jeder anderen Branche, so dass es eben kein Zufall mehr sein kann.

Als seriöse Bank sollte man derartige "Praktiken" kennen und berücksichtigen, bevor man Empfehlungen ausspricht - ODER?