Banken: „Die Guten ins Töpfchen …“

Wo Anleger attraktive Finanz-Aktien finden | 26.09.2018

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Anleger, die Aktien deutscher Kreditinstitute im Depot halten, haben derzeit meist nicht viel Freude an den Anteilen. Aktionäre der Deutschen Bank etwa blicken voller Trauer auf das Frühjahr 2007 zurück, als die Anteilsscheine bei rund 88 Euro notierten. Mittlerweile sind sie unter die Zehn-Euro-Marke gerutscht. Oder die Commerzbank: 2008 übernahmen die Frankfurter für letztlich sechs Milliarden Euro die – größere – Dresdner Bank. Damit und mit der Lehman-Pleite begann jedoch ein Abstieg sondergleichen, der zu einem Kursverlust von über 90 Prozent und dem Ausscheiden aus dem Dax führte. Jetzt könnte eine Fusion mit der Deutschen Bank helfen, so Spekulationen.

Und um Deutschland herum sieht es vielfach kaum besser aus. Immer mehr notleidende Kredite, die niedrigen Zinsen und die zunehmende Konkurrenz durch Fintechs bilden eine toxische Gemengelage. „Die Erträge des Bankensektors könnten erheblich von den aktuellen Niveaus zurückfallen und strategische Pläne, Aktienkurse und das Finanzsystem anfällig machen“, heißt es in einer aktuellen Studie zum Bankensektor der UBS. Finger weg von den Banken also? Nicht unbedingt, denn es gibt Ausnahmen. Da sind zum Beispiel die beiden Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS, die deutlich besser aufgestellt sind als die EU-Wettbewerber. Angesichts relativ günstiger Bewertungen und durchaus attraktiver Dividendenrenditen sind die Institute – trotz eines geringen Währungsrisikos – eine Alternative zu den einst gesetzten Geldhäusern. Das gilt zumindest solange, wie nicht die gesamte Branche in einen Abwärtsstrudel gerät.

USA sind wieder „great“

Und noch einen interessanten Markt gilt es im Auge zu behalten: die USA. Denn in Sachen Finanzsektor laufen die Entwicklungen in Europa und den Vereinigten Staaten komplett auseinander. Während die Stimmung diesseits des Atlantiks am Boden ist, feiern Anleger die amerikanischen Banken mit kräftigen Kursgewinnen. Dahinter stehen üppige Gewinne und starke Kapitalreserven. Das liegt zum einen an den in den USA allmählich wieder anziehenden Zinsen, zum anderen am traditionell starken Wirtschaftswachstum sowie am großen und wenig zersplitterten Heimmarkt.

Da ist etwa der Branchenriese JP Morgan Chase. Die Großbank ist mittlerweile knapp 340 Milliarden Euro schwer und damit so wertvoll wie SAP, Siemens, Allianz und Deutsche Post zusammen. JP Morgan profitiert stark von der Steuerreform von US-Präsident Donald Trump: Im abgelaufenen Quartal fiel die Steuerquote der Bank von 28 auf 21 Prozent. Außerdem legte die Bank sowohl im Investmentbanking als auch im Geschäft mit Privatkunden zu. Aktionäre freuen sich am rasant steigenden Ergebnis, das in diesem Jahr Rekordhöhe erreichen dürfte. Analysten gehen von mehr als 30 Milliarden Dollar, umgerechnet gut 25 Milliarden Euro, aus. Fazit der Experten: „Zahlen besser als erwartet.“ Auch die Anleger werden davon profitieren – JP Morgan will seine Ausschüttungen um mehr als 40 Prozent anheben und zudem ein üppiges Aktienrückkaufprogramm über fast 21 Milliarden Dollar starten.

Fondsmanager lieben Banken

Deutlich kleiner ist Zions Bancorporation aus Salt Lake City. Das Geldhaus wird mit gut zehn Milliarden Dollar bewertet und ist nicht ganz so erfolgreich wie JP Morgan. So verfehlte Zions die Gewinnprognosen der Analysten zuletzt. Aber: Von 21 Beobachtern des Titels raten zwölf zum Kauf. Und Moody’s hat eben den Ausblick für das Unternehmen auf „positiv“ angehoben. Zugleich dürfte Zions sich in diesem Jahr in Sachen Gewinne erheblich verbessern – und somit Kapital aufbauen.

Ein weiterer Riese ist State Street. Im ersten Halbjahr mussten die Bostoner die Übernahme der Charles River System schaukeln, jetzt aber geht es rasant bergauf. So glaubt die Analystin Betsy Graseck von Morgan Stanley, der Markt habe „das Potenzial von State Street, Erlös-Synergien aus dem Charles-River-Deal zu ziehen, noch nicht vollständig erkannt“. Durch die Übernahme könne State Street eine Technologie nutzen, die das Geschäft für und mit Kunden ungemein erleichtere. Graseck bewertet die Bank-Aktien daher als „Top-Pick“.

Und dann ist da noch Citizens Financial. Die Bank war nicht gerade ein Lieblingskind der Marktteilnehmer. Doch seit sich die meisten Analysten „bullish“ zeigen, geht es auch mit dem Kurs voran. Auf Jahressicht verzeichnen die Titel ein Plus von fast 30 Prozent. Und das dürfte noch nicht das Ende sein, meint Marty Mosby, Banken-Spezialist beim Research-Haus Vining Sparks: „Allein die Profitabilität sollte in den kommenden zwölf bis 18 Monaten um volle zwei Prozentpunkte steigen.“ Unterm Strich könnte das für Aktionäre eine Rendite von rund 20 Prozent bedeuten. Allerdings sollten Anleger berücksichtigen, dass Titel, die auf Fremdwährungen lauten, neben dem allgemeinen Kursrisiko auch Währungsrisiken aufweisen.

Banken bieten also – zumindest teils – attraktive Anlagechancen. Auch Investment-Profis wissen das: Laut einer Umfrage von Merrill Lynch sind Fondsmanager für Bankaktien so optimistisch wie selten zuvor.

Investment-Beispiele Aktien:

Citizens Financial

ISIN

US1746101054

Aktueller Kurs

34,05 €

KGV* (2018)

11,6

Gewinn/Aktie (2018**)

2,95 €

Dividende (2018**)

0,83 €

Dividendenrendite (2018**)

2,4 %

Credit Suisse

ISIN

CH0012138530

Aktueller Kurs

13,30 €

KGV* (2018)

12,8

Gewinn/Aktie (2018**)

1,04 €

Dividende (2018**)

0,36 €

Dividendenrendite (2018**)

2,7 %

JP Morgan

ISIN

US46625H1005

Aktueller Kurs

99,14 €

KGV* (2018)

12,7

Gewinn/Aktie (2018**)

7,82 €

Dividende (2018**)

2,28 €

Dividendenrendite (2018**)

2,3 %

State Street

ISIN

US8574771031

Aktueller Kurs

73,66 €

KGV* (2018)

11,4

Gewinn/Aktie (2018**)

6,51 €

Dividende (2018**)

1,51 €

Dividendenrendite (2018**)

2,0 %

UBS

ISIN

CH0244767585

Aktueller Kurs

13,64 €

KGV* (2018)

11,3

Gewinn/Aktie (2018**)

1,23 €

Dividende (2018**)

0,62 €

Dividendenrendite (2018**)

4,4 %

Zions Bancorp

ISIN

US9897011071

Aktueller Kurs

44,11 €

KGV* (2018)

13,1

Gewinn/Aktie (2018**)

3,37 €

Dividende (2018**)

0,86 €

Dividendenrendite (2018**)

1,9 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Währungen umgerechnet in Euro; Stand: 26.9.2018

Autor: Martin Hintze


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Kommentare (3)


Kommentare

Shangri-La

15.03.2019

Ohne Brexit geraten Britische Aktien in den 'interessanten' Focus.- siehe Bsp.: Lloyds Banking G plus +14,27%


Shangri-La

13.12.2018

Schweizer Banken (UBS, CS etc) sind uneingeschränkt zu empfehlen die überdrehen keine Schrauben wie Deutsche Großbanken.


Martin Häußermann

05.10.2018

Was halten Sie denn von der Scotia Bank in Kanada oder alternativ aus Australien die Commonwealth Bank of Australia?
Mit freundlichem Gruß
Martin Häußermann