Cybersecurity: Sicherheitsaktien mit Potenzial

Wie Anleger von den zunehmenden Schutzmaßnahmen in Sachen Daten und Computer profitieren können. | 31.01.2020

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Böse Zungen behaupten: Was des einen Leid, ist des Investors Freud‘. Allerdings dürften auch Anleger von dem betroffen sein, was unter dem Begriff Cybercrime zusammengefasst wird. Und da gibt es mittlerweile zahlreiche Methoden, die es Kriminellen ermöglichen, vertrauliche Informationen auszuspähen, Daten abzugreifen oder hohe Beträge zu erpressen. So zum Beispiel Schadprogramme wie Ransomware, die Festplatten und andere Speichermedien für den Zugriff des Eigentümers sperren. Oder Deepfakes. Diese können durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz kreiert werden und scheinbar reale Videos oder Audioaufnahmen echter Menschen ermöglichen, die schwere Bedrohungen darstellen – vor allem für Unternehmen.

Nach Branchenschätzungen registrieren nur etwa zwei bis drei Prozent der Firmen, dass sie gehackt worden sind. Dabei kosten solche Attacken die Betroffenen nach Schätzungen weltweit pro Jahr etwa 500 Milliarden Dollar. Zwar investieren Unternehmen inzwischen viel Geld in Datensicherheit – im Durchschnitt sind es knapp 1.200 US-Dollar (rund 1.080 Euro) pro Mitarbeiter. Doch das reicht meist nicht: Alle 39 Sekunden finde weltweit ein Cyberangriff auf ein Unternehmen statt, hat die University of Maryland ermittelt. Kein Wunder, dass auch der Markt für Cybersecurity rapide wächst: Nach Schätzungen des Marktforschungsinstituts Global Market Insights legt dieser Markt jährlich um zwölf Prozent zu und wird im Jahr 2024 ein Volumen von etwa 300 Milliarden Dollar aufweisen.

Mehr Sicherheit

Aus der Idee eines Cambridge-Professors und eines Studenten entstand vor 22 Jahren das Unternehmen Akamai Technologies. Heute erzielt der Konzern einen Jahresumsatz von etwa 2,9 Milliarden US-Dollar, verzeichnet rund 7.500 Mitarbeiter und mehr als 3.500 Kunden – von Adobe über Apple, Audi und vom Bundeskanzleramt bis hin zur amerikanischen Sicherheitsbehörde NSA. Akamai analysiert Terabytes an Angriffsdaten, Milliarden von Bot-Anfragen und Hunderte Millionen IP-Adressen; dadurch sollen Kundendaten geschützt werden. Außerdem versucht das Tech-Unternehmen durch kontinuierliche Weiterentwicklungen, Bedrohungen wie Malware, Phishing, Datendiebstahl und anderen komplexen Angriffen voraus zu sein. Die Akamai-Aktie ist nicht so hoch bewertet wie andere Technologie-Titel und könnte damit über einiges Nachholpotenzial verfügen (siehe Grafik unten). Auf längere Sicht sollten Anleger das Wachstum im Auge behalten und darauf achten, ob eine neue US-Regierung Donald Trumps Steuergeschenke kassiert, denn von denen profitiert Akamai deutlich. Ebenfalls nicht aus dem Blick geraten sollte der Aspekt, dass bei Aktien, die in Fremdwährungen notieren, neben dem allgemeinen Kursrisiko stets ein negativer Einfluss durch Wechselkursbewegungen drohen kann.

Interessant sind auch die Anteilsscheine von CyberArk. Das Unternehmen konzentriert sich auf das Privileged Account Management. Dabei geht es darum, die Sicherheit bei Zugriffsrechten etwa für Administratoren zu reglementieren. Nach Angaben des israelischen Unternehmens gibt es bereits etliche Firmen, die mehr Administratoren als Mitarbeiter beschäftigen. CyberArk zählt über 5.000 Kunden, darunter mehr als die Hälfte von der Fortune-500-Liste der größten Unternehmen. CyberArk könnte im abgelaufenen Jahr einen Umsatz von rund 440 Millionen Dollar erwirtschaftet haben – die Zahlen liegen bislang nicht vor. Die operative Marge lag zuletzt bei 38 Prozent. Investoren muss klar sein: Die Aktien sind hoch bewertet. Ein Grund dafür könnte darin liegen, dass der Anbieter hoch spezialisiert in einem schmalen, aber wachsenden Markt unterwegs ist.

Stabilere Firewalls

Die kalifornischen Unternehmen Fortinet und Palo Alto sind Basisinvestments für Anleger mit Fokus auf Cybersecurity. Beide haben ihren ursprünglichen Schwerpunkt im klassischen Sektor Firewalls und Anti-Viren-Software, mittlerweile sind auch Sicherheitsdienste für mobile Geräte hinzugekommen. Fortinet wurde bereits im Jahr 2000 gegründet. Mittlerweile bewegt sich der Umsatz deutlich im Milliardenbereich. Die Aktie ist durchaus ambitioniert bewertet, was sich jedoch angesichts der Wachstumsaussichten und beim Betrachten der üppigen Bruttomarge von rund 76 Prozent relativiert. Konkurrent Palo Alto wurde 2005 vom Branchen-Urgestein Nir Zuk gegründet und hat eine rasante Entwicklung hingelegt. Nach Umsatz ist das Unternehmen aus Santa Clara fast doppelt so groß wie Fortinet. Allerdings: 2018 schrieb der Konzern noch rote Zahlen, auch 2019 dürfte Palo Alto Networks nicht mit einem Gewinn abgeschlossen haben.

Der Sicherheit von E-Mails und Nachrichten in Sozialen Netzwerken hat sich Proofpoint verschrieben. Das Unternehmen aus Sunnyvale in Kalifornien bietet seinen gut 6.100 Kunden vor allem Lösungen als SaaS – Software as a Service – an. Ein Erfolgsausweis: Über 90 Prozent der Kunden verlängern ihre Verträge. 2019 könnte der Konzern die Gewinnzone erreicht haben. Anleger sollten berücksichtigen, dass der Markt mit aktuell etwa 13 bis 14 Milliarden Dollar begrenzt ist; daher kommt es für den weiteren Erfolg von Proofpoint darauf an, ob die Kalifornier zusätzliche Geschäftsfelder erschließen können.

Penible Datenanalyse

Was die Kundenstruktur angeht, ist Qualys ähnlich solide aufgestellt wie Proofpoint. Das Unternehmen aus Foster City in Kalifornien bietet Software im SaaS-Betrieb zum Management von IT-Schwachstellen. Clever: Die Basis-App ist kostenfrei. Mit dem Programm können alle Geräte in einem Unternehmen, die zugehörige Software und vieles mehr identifiziert und analysiert werden. Denn Qualys vertritt den Standpunkt: Nur, was Sie sehen, können Sie schützen. Mit etwa 10.300 Kunden dürfte Qualys im laufenden Geschäftsjahr die Schwelle von 300 Millionen Dollar Umsatz durchbrechen, auch schwarze Zahlen sind zu erwarten. Wichtig ist, dass die Gesellschaft mit neuen Produkten und Services den Anschluss an den Markt und die Wettbewerber hält.

Einer der Qualys-Konkurrenten ist Splunk. Das Unternehmen hatte mit Software für die Analyse großer Datenmengen begonnen. Dann stellte das Management fest, dass einerseits die Bedrohung für solche Datenmassen ständig zunahm, andererseits die eigenen Tools bestens geeignet waren, um Schwachstellen und Zugriffsversuche zu erkennen. Mittlerweile verfügt Splunk über gut 10.000 Kunden und erzielt mit rund 5.000 Mitarbeitern einen Umsatz von voraussichtlich 2,4 Milliarden Dollar (2019). Kehrseite der starken Entwicklung: Der Konzern aus San Francisco schreibt Verluste. So sollten nur risikofreudige Anleger die Aktie ins Kalkül ziehen.

Interessanter Wachstumsmarkt

Eine der spannendsten Aktien im Cybersecurity-Sektor findet sich für deutsche Investoren quasi vor der Haustür: Die Secunet Security Networks ist in Essen beheimatet und besticht durch gute Zahlen: Jüngst hat das Management die Umsatzprognose von zuvor 210 auf rund 230 Millionen Euro angehoben und geht nun von einem operativen Gewinn (Stufe Ebit; Erträge vor Zinsbelastung und Steuern) von etwa 35 Millionen Euro aus. Auch die mittel- und langfristigen Perspektiven sind durchaus vierversprechend: Secunet ist in einem riesigen Wachstumsmarkt tätig und gerade mit Blick auf den öffentlichen Sektor, in dem großer Investitionsbedarf besteht, sehr gut positioniert.

Fazit: Cybersecurity gilt als ein bedeutender Zukunftsmarkt. Nach Expertenschätzungen kostet jeder gestohlene oder verlorene Datensatz Unternehmen etwa 150 US-Dollar. Klingt nicht viel? Die gleichen Quellen gehen davon aus, dass jeder Mitarbeiter durchschnittlich auf 17 Millionen Dateien zugreifen kann. Und nur ein geringer Teil ist wirklich gut gesichert. Damit gibt es für Cybersecurity-Spezialisten noch viel zu tun.

Investment-Beispiele:

Akamai Technologies

ISIN

US00971T1016

Aktueller Kurs

86,36 €

KGV* (2020)

30,2

Gewinn/Aktie (2020**)

2,82 €

Dividende (2020**)

0,00 €

Dividendenrendite (2020**)

0,0 %

CyberArk

ISIN

IL0011334468

Aktueller Kurs

126,80 €

KGV* (2020)

79,9

Gewinn/Aktie (2020**)

1,56 €

Dividende (2020**)

0,00 €

Dividendenrendite (2020**)

0,0 %

Fortinet

ISIN

US34959E1091

Aktueller Kurs

105,20 €

KGV* (2020)

61,5

Gewinn/Aktie (2020**)

1,68 €

Dividende (2020**)

0,00 €

Dividendenrendite (2020**)

0,0 %

Palo Alto Networks

ISIN

US6974351057

Aktueller Kurs

217,55 €

KGV* (2020)

V

Gewinn/Aktie (2020**)

V

Dividende (2020**)

0,00 €

Dividendenrendite (2020**)

0,0 %

Proofpoint

ISIN

US7434241037

Aktueller Kurs

116,65 €

KGV* (2020)

V

Gewinn/Aktie (2020**)

V

Dividende (2020**)

0,00 €

Dividendenrendite (2020**)

0,0 %

Qualys***

ISIN

US74758T3032

Aktueller Kurs

79,20 €

KGV* (2020)

55,6

Gewinn/Aktie (2020**)

1,39 €

Dividende (2020**)

0,00 €

Dividendenrendite (2020**)

0,0 %

Secunet Security Networks

ISIN

DE0007276503

Aktueller Kurs

132,50 €

KGV* (2020)

31,8

Gewinn/Aktie (2020**)

4,06 €

Dividende (2020**)

1,99 €

Dividendenrendite (2020**)

1,5 %

Splunk****

ISIN

US8486371045

Aktueller Kurs

142,67 €

KGV* (2020)

V

Gewinn/Aktie (2020**)

V

Dividende (2020**)

0,00 €

Dividendenrendite (2020**)

0,0 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; *** Geschäftsjahresende 30.9.; **** Geschäftsjahresende 31.1.; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 31.1.2020

Autor: Martin Hintze


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Kommentare (6)


Kommentare

Dressler Mario

14.02.2020

Möchte mehr von Aktien wie Akamai einschätzung wissen...


Chris

11.02.2020

Stimme arte zu; ETF,s nehmen hier viel Risiko raus.
Aber bei A14ZT8 findet gerade eine Umstrukturierung statt ( model of settlement). Habe keine Lust 25 Seiten auf Englisch durchzulesen, um zu verstehen was die machen (bestimmt " zu Gunsten der Anleger").
Also: Verkaufen!


Karl

07.02.2020

Wow, da werden aber mal so richtige Ladenhüter beworben, Finger weg!


Ben

06.02.2020

Richtig cooler Artikel. She gene mehr davon.


arte

06.02.2020

…..ein sehr guter Artikel. ich halte aber auch einen ETF z.B. A14ZT8 -cyber security- für die gute und langfristige anlagestrategie.


Eric

06.02.2020

Sehr informativer und gut recherchierter Artikel, gerne mehr.