Event-Anbieter: Tickets mit Renditechancen

Mit CTS Eventim und DEAG tummeln sich zwei interessante Anbieter in einem attraktiven Zukunftsmarkt. | 01.03.2019

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Sie sind die Zugpferde des Berliner Event-Spezialisten Deutsche Entertainment AG (DEAG): Ed Sheeran, Till Brönner, Anna Netrebko, Lang Lang und viele andere. Wettbewerber CTS Eventim verkauft Tickets für Herbert Grönemeyer ebenso wie für Phil Collins, für die Opernfestspiele in der Arena di Verona oder für die Musikfesttage Hoyerswerda. Millionen von Gästen strömen in die Stadien und Konzerthallen und sorgen so für riesige Umsätze. Das wiederum schafft Interesse bei den Investoren, denn klar ist: In den Aktien der großen Branchenunternehmen ist Musik drin. Zwei Titel auf dem Prüfstand.

Bei DEAG sorgte kürzlich der Einstieg eines amerikanischen Milliardärs für Aufregung: Mike Novogratz stieg mit drei Prozent beim Berliner Unternehmen ein. Gegenüber dem „Handelsblatt“ sagte Novogratz: „Live Entertainment boomt. Und die DEAG bietet eine sehr vorteilhafte Bewertung, die weit unterhalb derjenigen der meisten amerikanischen Konkurrenten liegt.“ Tatsächlich sieht auch Analyst Marcus Silbe von FMR Research im direkten Vergleich zu CTS Eventim „hohe Abschläge“, die gegenüber dem fairen Wert bei etwa 20 Prozent lägen. Allerdings: Diese Lücke hat ihren Grund.

Spekulation um Jahrhunderthalle

Der Abschlag liegt vor allem am riskanten Einstieg von Firmengründer und -chef Peter Schwenkow, der vor wenigen Jahren mit dem Festival-Business begann und dabei einen Verlust von mehr als 30 Millionen Euro buchen musste – angesichts eines Jahresumsatzes von gut 200 Millionen Euro keine vernachlässigbare Größe. Immerhin: Operativ läuft es bei dem 1978 gegründeten Unternehmen wieder rund. Potenzial steckt in der Gastronomie im Rahmen von Events, in der Sparte Arts&Exhibitions, in die künftig mehr eigene Leistung und eigene Inhalte fließen sollen, sowie in den margenstarken Musikbereichen Klassik sowie Jazz.

Und dann ist da noch die zum Unternehmen gehörende Frankfurter Jahrhunderthalle mit dem umgebenden Grund. Dort könnte DEAG in absehbarer Zeit stille Reserven heben, gemeinsam mit einem Immobilieninvestor Grundstücke vermarkten. Und schließlich hat DEAG vor einigen Monaten eine Anleihe begeben; mit den Einnahmen sollen Akquisitionen in vier Ländern realisiert werden. Analyst Silbe sieht den Umsatz in den Jahren 2019 und 2020 um jeweils neun Prozent steigen, der Erlös auf Stufe Ebit (Erträge vor Zinsbelastung und Steuern) könnte demnach bei 10,3 beziehungsweise 12,1 Millionen Euro landen. Besonders stark fällt traditionell das vierte Quartal aus – Anleger sollten das bei ihrer Kauf- und Verkaufsstrategie berücksichtigen. Das Unternehmen wird an der Börse mit fast 72 Millionen Euro bewertet.

CTS wächst dynamisch

Deutlich größer ist der Ticket-Vermarkter CTS Eventim aus München: Der Wert aller ausstehenden Aktien beläuft sich auf mehr als 3,8 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr um etwa ein Fünftel auf 1,24 Milliarden Euro, das Ergebnis auf Stufe Ebitda (Erträge vor Zinsbelastung, Steuern und Abschreibungen) erreichte 231 Millionen Euro und stieg damit ebenfalls zweistellig. „Wir vermarkten jährlich mehr als 250 Millionen Tickets in mehr als 20 Ländern“, so Konzernchef Klaus-Peter Schulenberg. Diese Eintrittskarten gelten für Veranstaltungen anderer Unternehmen ebenso wie eigene Events, etwa „Rock am Ring“. Zudem gehören zur Gruppe zum Beispiel die Berliner Waldbühne und das Eventim Apollo in London.

Während sich die positive Wachstumsdynamik beim Ticket-Verkauf im Jahresverlauf erfreulich auf den Aktienkurs auswirkte, bremsten der Abstieg der Titel aus dem MDax in den SDax zum zurückliegenden Jahreswechsel sowie die Zurückhaltung beim Ausblick auf das Gesamtjahr 2019 die Kauflaune der Börsianer. Analyst Volker Bosse von der Baader Bank beklagte zudem die etwas unter den Erwartungen liegenden Ergebnisse.

Pkw-Maut als Trumpfkarte

Einen Trumpf hat Schulenberg aber noch im Ärmel: den Zuschlag für das System zum Erheben der Pkw-Maut, den CTS gemeinsam mit der österreichischen Kapsch TrafficCom erhalten hat. Der Vertrag hat bei einer Laufzeit von zwölf Jahren ein Volumen von fast zwei Milliarden Euro. CTS will hier sein Know-how im Ticketing gewinnbringend umsetzen. Das wären rosige Aussichten, drohten da nicht ein paar dunkle Wolken am Horizont: Zum einen sind Anfangsinvestitionen erforderlich, das System soll im Herbst 2020 in Betrieb gehen. Andererseits könnte der Europäische Gerichtshof die deutsche Pkw-Maut noch kippen; für diesen Fall hat sich CTS eigenen Angaben zufolge jedoch abgesichert.

Anleger haben in Deutschland bei Event-Anbietern die Wahl zwischen CTS Eventim und DEAG. Für DEAG spricht die niedrigere Bewertung bei interessanten Aussichten, CTS ist als Platzhirsch und aufgrund des Maut-Deals eine spannende Beimischung. Und wer sich gar nicht entscheiden kann, schaut einfach beim nächsten Konzertbesuch danach, welcher Anbieter unten auf dem Ticket steht.

Investment-Beispiele Aktien:

CTS Eventim

ISIN

DE0005470306

Aktueller Kurs

39,66 €

KGV* (2019)

26,3

Gewinn/Aktie (2019**)

1,51 €

Dividende (2019**)

0,76 €

Dividendenrendite (2019**)

1,9 %

Deutsche Entertainment

ISIN

DE000A0Z23G6

Aktueller Kurs

4,06 €

KGV* (2019)

19,6

Gewinn/Aktie (2019**)

0,20 €

Dividende (2019**)

0,00 €

Dividendenrendite (2019**)

0,0 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 1.3.2019

Autor: Martin Hintze


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