Gaming-Aktien: Spannung ist angesagt

Der Markt für Online-Spiele ist umkämpft, bietet aber einige chancenreiche Aktien. | 31.12.2018

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Der Start des wohl ersten echten Zwei-Spieler-Videogames der Welt, die schlichte Tischtennis-Imitation „Pong“ von 1972, war ein Flop. Nachdem die Entwickler Anfang der 70er-Jahre einen Automaten gebaut haben, stellen sie den Prototypen in einer Bar in Sunnyvale, Kalifornien, auf. Noch am gleichen Tag ruft sie der Besitzer der Bar wutentbrannt an und fordert sie auf, das kaputte Gerät umgehend abzuholen. Als die Tüftler sich die Pong-Maschine ansehen, stellen sie rasch den Grund dafür fest, warum niemand mehr spielen kann: Es stecken bereits so viele Münzen in der Geldkassette, dass das Gerät keine mehr annehmen kann.

Die Erfolgsgeschichte der Videospiele setzt sich fort. Zwar ist der eine oder andere Anbieter mittlerweile wieder vom Markt verschwunden, doch die Zahlen sprechen für sich. So geht etwa das Marktforschungsinstitut Newzoo davon aus, dass der weltweite Spielemarkt von 2018 bis 2021 jährlich um elf Prozent auf dann 180,1 Milliarden US-Dollar (knapp 159 Milliarden Euro) zulegt. Dabei wächst vor allem das Segment der Mobile Games, also der Spiele, die überwiegend auf Smartphones gespielt werden: Ihr Anteil lag 2017 bei 46 Prozent und könnte Experten zufolge im abgelaufenen Jahr auf rund 60 Prozent gestiegen sein. Neben den spezialisierten Unternehmen des Gaming-Sektors – allen voran Platzhirsch Tencent – mischt auch eine ganze Reihe breiter aufgestellter Konzerne mit. Die Spiele-Quote am Gesamtumsatz ist bei Apple, Microsoft, Google und Co. allerdings recht gering.

Zuletzt Kursrücksetzer

Bleiben für Anleger also vor allem Spezialisten wie Tencent (siehe Tabelle unten). Die Chinesen leiden allerdings derzeit – wie die gesamte Branche – unter Beschränkungen auf dem heimischen Markt. Zwar zocken etwa 620 Millionen Spieler im Reich der Mitte und sorgen so für einen Umsatz von nahezu 40 Milliarden Dollar. Die Regierung in Peking allerdings möchte den Markt stärker regulieren, unter anderem mit dem Argument, eine zu intensive Mediennutzung könne die Gesundheit der Spieler beeinträchtigen. Daher ist es bereits seit Monaten praktisch nicht möglich, neue Games auf den Riesenmarkt zu bringen. Dennoch: Der Internet-Riese Tencent steht mit „League of Legends“ hervorragend da, zudem gehört ihm ein großer Anteil am Spiele-Programmierer Epic, der etwa „Fortnite“ anbietet. Die Kursrücksetzer der vergangenen Monate haben die Tencent-Aktie günstiger gemacht, wer die Spekulation auf das Aufheben der Sanktionen eingehen möchte, kann sich die Aktie näher anschauen. Bei allen Titeln, die nicht auf Euro lauten, sollten Anleger beachten, dass neben dem allgemeinen Kursrisiko auch ein Wechselkursrisiko besteht.

Mit martialischen Spielen wie „Call of Duty“ und „Overwatch“ hat Activision Blizzard viele Jahre gutes Geld verdient. Doch sind die Anleger in jüngster Zeit aufgrund rückläufiger Nutzerzahlen und eher verhaltenen Verkaufsstarts vorsichtig geworden. Dabei stiegen die Gewinne zuletzt deutlich. Mit Anteilsscheinen an Activision können Anleger auf den Trend der sogenannten In-Game-Verkäufe setzen. Dabei erwerben die Spieler zum Beispiel nützliche Werkzeuge oder zusätzliche Leben.

Verrufene Lootboxen

Auch Konkurrent Electronic Arts ist bei den In-Game-Verkäufen gut aufgestellt. Dass die Börsianer sich dennoch zurückhalten, liegt auch daran, dass das Unternehmen überteuerte Lootboxen an die oft jugendliche Fangemeinde gebracht hat. Dabei handelt es sich um spezielle In-Game-Angebote, die aufgrund ihrer Intransparenz als glücksspielähnlich verrufen sind. Bereits 2017 sorgte ein Shitstorm dafür, dass der Börsenwert von Electronic Arts um 3,1 Milliarden Dollar absackte. Die Titel sollten daher besser lediglich unter Beobachtung stehen.

Wer sich noch an „Die Siedler“ erinnern kann, ein Strategiespiel vom Beginn der 90er-Jahre für den Amiga, der wird sich über eine Ankündigung von Ubisoft freuen: Die Franzosen wollen 2019 eine neue Version des Klassikers auf den Markt bringen. Für Erlöse sorgt aktuell nicht zuletzt der Blockbuster „Assassin’s Creed“. Kein Wunder, dass der Konzern diese Reihe noch erweitern möchte.

Deutlich weniger Umsatz und Gewinn erzielt Rovio Entertainment. Anleger, die sich nach passenden Titeln für den Bereich Smartphone-Games umschauen, könnten sich die Titel vormerken. Nicht alle Spiele der Finnen, das bekannteste war „Angry Birds“ von 2009, wurden kommerzielle Erfolge. Doch die eingeschlagene Richtung könnte sich in den nächsten Jahren auszahlen. Anleger sollten jedoch bei ihren Investments stets eines nicht vergessen: An der Börse geht es um echtes Geld – auch bei Online-Spieleaktien.

Investment-Beispiele Aktien:

Activision

ISIN

US00507V1098

Aktueller Kurs

40,59 €

KGV* (2019)

16,7

Gewinn/Aktie (2019**)

2,44 €

Dividende (2019**)

0,18 €

Dividendenrendite (2019**)

0,4 %

Electronic Arts***

ISIN

US2855121099

Aktueller Kurs

68,75 €

KGV* (2019)

15,5

Gewinn/Aktie (2019**)

4,46 €

Dividende (2019**)

0,00 €

Dividendenrendite (2019**)

0,0 %

Nintendo

ISIN

JP3756600007

Aktueller Kurs

230,92 €

KGV* (2019)

13,3

Gewinn/Aktie (2019**)

17,34 €

Dividende (2019**)

8,83 €

Dividendenrendite (2019**)

3,8 %

Rovio Entertainment

ISIN

FI4000266804

Aktueller Kurs

3,84 €

KGV* (2019)

9,2

Gewinn/Aktie (2019**)

n/a

Dividende (2019**)

0,12 €

Dividendenrendite (2019**)

3,3 %

Take-Two Interactive

ISIN

US8740541094

Aktueller Kurs

89,79 €

KGV* (2019)

20,0

Gewinn/Aktie (2019**)

4,49 €

Dividende (2019**)

0,00 €

Dividendenrendite (2019**)

0,0 %

Tencent

ISIN

KYG875721634

Aktueller Kurs

34,33 €

KGV* (2019)

28,1

Gewinn/Aktie (2019**)

1,23 €

Dividende (2019**)

0,13 €

Dividendenrendite (2019**)

0,4 %

Ubisoft***

ISIN

FR0000054470

Aktueller Kurs

70,20 €

KGV* (2019)

21,5

Gewinn/Aktie (2019**)

3,27 €

Dividende (2019**)

0,00 €

Dividendenrendite (2019**)

0,0 %

Zynga

ISIN

US98986T1088

Aktueller Kurs

3,43 €

KGV* (2019)

22,9

Gewinn/Aktie (2019**)

0,15 €

Dividende (2019**)

0,00 €

Dividendenrendite (2019**)

0,0 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; *** Geschäftsjahresende 31.3.; Währungen umgerechnet in Euro; Stand: 31.12.2018

Autor: Martin Hintze


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