Gar nicht auf dem Holzweg

Forstaktien bieten interessante Renditechancen bei relativ geringem Risiko | 30.11.2018

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Holzinvestments? Da gibt’s doch immer wieder Angebote. Mal sind es Teakholz-Plantagen in Südamerika, dann wieder Eukalyptus-Wälder in Asien. Finger weg von solchen Anlagen, raten viele Experten. Direktinvestments oder Geschlossene Fonds sind aus vielen Gründen für die meisten Privatanleger nicht zu empfehlen. Also keine Holzinvestments? Doch, denn entlang der Wertschöpfungskette in Sachen Holz gibt es eine ganze Reihe interessanter börsennotierter Gesellschaften.

Dabei ist der Weg von der bewirtschafteten Plantage bis zum fertigen Produkt lang. Nadelholz braucht vom Setzling bis zum verarbeitbaren Stamm etwa 20 bis 30 Jahre, bei Eichen können schon mal 200 Jahre ins Land gehen, bevor sie gefällt werden können. Bei einigen Exoten fließen Erträge dagegen recht früh. Allerdings: Zwar helfen Bäume letztlich beim Klimaschutz, weil sie während des Wachstums Kohlendioxid absorbieren. Aber längst nicht alle Plantagen arbeiten auch wirklich nachhaltig. Zuweilen etwa müssen ausgedehnte Wälder eng gepflanzten „Stammwüsten“ weichen.

Wert wächst wie von selbst

Trotzdem: Clever angelegte Nutzwälder bieten attraktive Erträge, zumal die Nachfrage ständig wächst. Vor allem die zunehmende Mittelschicht in Asien – allen voran China – sorgt dafür, dass Bauholz, Möbel und Papier gebraucht werden. Allein im Reich der Mitte kann der Bedarf an Bauholz und Spanplatten nur etwa zur Hälfte aus eigenen Ressourcen gedeckt werden. Davon profitieren Unternehmen beispielsweise in den USA und in Kanada, aber auch in Skandinavien. Deren Wert steigt nicht nur aufgrund des verkauften Holzes, sondern auch, weil viele von ihnen eigene Ländereien besitzen, die ebenfalls an Wert gewinnen. Zudem werden Waldbestände quasi von selbst immer teurer, da der Marktwert des Holzes mit fortschreitendem Alter zunimmt. Damit eignen sich Forstinvestments grundsätzlich auch als Risikopuffer, weil die Eigentümer den Rohstoff bei niedrigen Marktpreisen gewissermaßen reifen lassen und bei anziehender Nachfrage verkaufen können.

Für nachhaltig orientierte und mäßig risikofreudige Anleger lohnt sich daher ein Blick auf die Unternehmen der Branche. Die finnische Ponsse zum Beispiel hat zwar keine eigenen Wälder, stellt jedoch Maschinen her, mit der Bäume geerntet, bearbeitet und verladen werden können. Die US-amerikanische Rayonier dagegen produziert Bauholz und Zellstoffe und setzt dafür auf eigene Wälder, die sie in Nordamerika und Neuseeland unterhält. Stora Enso aus Finnland macht Papier und ist zugleich der größte Holzverarbeiter weltweit. Ebenfalls aus Finnland stammt UPM-Kymmene, die Papier und Bauholz auf den Markt bringt. Und noch einmal Finnland: Valmet ist breiter aufgestellt als die heimischen Konkurrenten und produziert Zellstoff, Papier sowie Karton – und Energie aus nachwachsenden Rohstoffen. West Fraser Timber aus Kanada ist praktisch entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Holz unterwegs. Und Weyerhaeuser aus den USA produziert und verarbeitet Holz. Dabei handelt es sich nicht um eine kleine Firma: An der Börse bringt es Weyerhaeuser etwa auf die gleiche Bewertung wie die Dax-Konzerne Merck und Deutsche Post zusammen.

Aktien statt Direktinvestments

Kleiner Haken für alle Waldfreunde: Mit den nordamerikanischen Aktien holen sie sich neben dem allgemeinen Kursrisiko ein – wenn auch vergleichsweise überschaubares – Währungsrisiko ins Depot. Aber besser so, als eine echte Gefahr. So hat die Stiftung Warentest vor einigen Monaten die in Deutschland zugelassenen Waldinvestments unter die Lupe genommen und alle mit „mangelhaft“ benotet. Die in Aussicht gestellte Rendite sei höchst ungewiss, hieß es. Und die Finanzaufsicht BaFin hat einem Anbieter jüngst verboten, sein „Teakinvestment“ mit Plantagen in Costa Rica und Ecuador hierzulande weiter zu vertreiben. Dann doch lieber ein Aktieninvestment …

Investment-Beispiele Aktien:

Ponsse

ISIN

FI0009005078

Aktueller Kurs

28,55 €

KGV* (2019)

13,3

Gewinn/Aktie (2019**)

2,13 €

Dividende (2019**)

0,98 €

Dividendenrendite (2019**)

3,5 %

Rayonier

ISIN

US7549071030

Aktueller Kurs

27,39 €

KGV* (2019)

39,7

Gewinn/Aktie (2019**)

0,69 €

Dividende (2019**)

0,94 €

Dividendenrendite (2019**)

3,4 %

Stora Enso

ISIN

FI0009005961

Aktueller Kurs

11,22 €

KGV* (2019)

8,8

Gewinn/Aktie (2019**)

1,27 €

Dividende (2019**)

0,58 €

Dividendenrendite (2019**)

5,2 %

UPM-Kymmene

ISIN

FI0009005987

Aktueller Kurs

24,06 €

KGV* (2019)

10,4

Gewinn/Aktie (2019**)

2,27 €

Dividende (2019**)

1,34 €

Dividendenrendite (2019**)

5,7 %

Valmet

ISIN

FI4000074984

Aktueller Kurs

19,11 €

KGV* (2019)

15,7

Gewinn/Aktie (2019**)

n/a

Dividende (2019**)

0,74 €

Dividendenrendite (2019**)

3,8 %

West Fraser Timber

ISIN

CA9528451052

Aktueller Kurs

47,20 €

KGV* (2019)

8,5

Gewinn/Aktie (2019**)

5,37 €

Dividende (2019**)

0,47 €

Dividendenrendite (2019**)

1,0 %

Weyerhaeuser

ISIN

US9621661043

Aktueller Kurs

23,33 €

KGV* (2019)

22,8

Gewinn/Aktie (2019**)

1,03 €

Dividende (2019**)

1,12 €

Dividendenrendite (2019**)

4,8 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Währungen umgerechnet in Euro; Stand: 30.11.2018

Autor: Martin Hintze


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Kommentare (2)


Kommentare

Shangri-La

13.12.2018

Ich habe seit 1994 mit Forstwirtschaft zu tun & kann nur dringend von 'Internationalen-Forstaktien' abraten. Was International mit Wäldern geschieht geht 'auf keine Kuhhaut' - vw Osteuropa


Dr. H.-G. Manger

05.12.2018

Danke für fundierte Börsennachrichten . Höre gerne öfter von Ihnen