Jahresrückblick: 10 Aktien im Schnellcheck

Warum sich Anleger über diese Papiere freuen konnten. | 31.12.2018

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Wieder ist ein Investmentjahr zu Ende – und es war kein leichtes: Seit Mitte Juni ging es an den europäischen Leitbörsen teils deutlich bergab. Und wo sich die Kurse noch länger im Aufwärtstrend hielten – allen voran der Dow Jones –, folgte die Ernüchterung im Oktober. Trotzdem gab es auch 2018 die eine oder andere Aktie, die im Depot für Freude sorgte. Zehn Titel, die besonders interessante Entwicklungen gemacht haben und auch für die Zukunft einen genaueren Blick lohnen könnten.

Spannende Anlagethemen

  1. Fußball-Aktien sind nur etwas für Hardcore-Fans, so die landläufige Meinung. Und auf viele Werte trifft das auch zu. Ehrlich gesagt: Lange Zeit galt das auch für die Titel des BVB Borussia Dortmund. Doch mit dem sportlichen Erfolg kam auch das Interesse der Börsianer wieder. Allerdings gab es bis aufs aktuelle Kursniveau eine lange Durststrecke – immerhin lautete die Erstnotiz auf 9,35 Euro, der Ausgabepreis hatte 11,00 Euro betragen. Das war im Spätherbst des Jahres 2000. Zudem waren die Erlöse von rund 140 Millionen Euro innerhalb weniger Jahre dahin, der Verein stand kurz vor der Insolvenz. Mittlerweile jedoch sind die Dortmunder ausgezeichnet aufgestellt. Das Management spricht zudem von stabilen Einnahmen mit weiterem Wachstumspotenzial, Erfolgen beim Entwickeln von Fußballtalenten sowie vom Status als einer führenden Marke im Fußball in Verbindung mit der Präsenz in sozialen Medien. Allerdings sind die Papiere nicht mehr besonders günstig.
  2. Im Medizintechnik-Bereich überzeugt Eckert&Ziegler. Die Berliner stellen vor allem Röntgen- und Strahlengeräte her und erwirtschaften dabei mit knapp 800 Beschäftigten einen Jahresumsatz von etwa 140 Millionen Euro. Die Marge auf Stufe Ebit – also vor Zinslast und Steuern – lag zuletzt bei 13 Prozent, der Jahresüberschuss bei 14,7 Millionen Euro, – im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 54 Prozent. Anleger freuen sich am Aktienkurs, der seit Jahren fast kontinuierlich steigt. Das ist allerdings kein Garant für weitere Zuwächse, zumal Beobachter davon ausgehen, dass sich die Rally in den nächsten Monaten etwas abkühlen könnte. Kursfantasie entsteht aus der möglichen Verschmelzung mit der belgischen Unternehmenstochter Eckert&Ziegler Bebig.
  3. Ein ziemlich abruptes Ende ihres Aktien-Höhenfluges hat die Hamburger Evotec Anfang Dezember hinnehmen müssen. Mehr als zwölf Prozent Minus an einem einzigen Börsentag musste der MDax-Neuling wegstecken. Grund: Das Pharmaunternehmen will 2019 mehr Geld in Forschung und Entwicklung investieren, um seine Produkt-Pipeline aufzustocken. Außerdem könnten die Hanseaten Firmen übernehmen. Unterm Strich sollte die Entwicklung des Unternehmens jedoch intakt sein, was sich mittel- bis langfristig auch in der Performance niederschlagen könnte.
  4. Die Jagd nach millionenschweren Jackpots hat der Hamburger Lotto24 AG ein überragendes Transaktionsvolumen beschwert. Bis September 2018 lag der Betrag bei knapp 236 Millionen Euro und damit um 43,3 Prozent höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz stieg um fast 50 Prozent auf 28,1 Millionen Euro, das Ergebnis kletterte von 0,5 auf 2,2 Millionen Euro. Vor allem auf den Euro-Jackpot hatten es die Tipper abgesehen. Kursfantasie hat die Aktie zuletzt durch ein Übernahmeangebot des Glücksspiel-Spezialisten Zeal erhalten: Lotto24 könnte damit in das ursprüngliche Mutterunternehmen reintegriert werden.
  5. Der 1984 gegründete Software-Spezialist Mensch und Maschine hat eine bewegte Entwicklung hinter sich. 1997 waren die Oberbayern als eines der ersten Unternehmen im Neuen Markt gelistet, rutschten dann an den Rand der Pleite, fingen sich wieder und sind seit vielen Jahren gut aufgestellt. Das Ergebnis legt seit 2014 meist deutlich zu, der Umsatz lag zuletzt bei gut 160 Millionen Euro. Zudem sahen auch die ersten Kennzahlen fürs gerade abgelaufene Jahr gut aus: im ersten Quartal stieg der Gewinn (Stufe Ebitda – der Gewinn vor Zinslast, Steuern und Abschreibungen) um 22, im zweiten um 40 und im dritten um 52 Prozent. Nach den Kursrücksetzern im November haben sich so neue Einstiegschancen ergeben.
  6. Im Prime Standard der Deutschen Börse ist die Aktie der PVA Tepla gelistet. Der Mittelständler (Umsatz 2017: 85,4 Millionen Euro, Ergebnis auf Stufe Ebit: 3,0 Millionen Euro, 385 Mitarbeiter) ist weltweit als Anlagenbauer in der Hochtechnologie für verschiedene Industrien tätig. Die jüngsten Zahlen stimmten optimistisch: Auftragseingang und -bestand stiegen deutlich, das Ebitda schoss um 141 Prozent nach oben. Zudem haben die Wettenberger ihre Jahresprognose über 94 Millionen Euro Umsatz und einen Gewinn (Ebitda) von 11,0 Millionen Euro bestätigt. Kein Wunder, dass die meisten Analysten derzeit zum Kauf raten.
  7. Im Jahr 2020 begeht die Göttinger Sartorius AG ihr 150-jähriges Bestehen. Ob auch die Anleger Grund zum Feiern haben? Analysten sind – zumindest auf kurze Sicht – eher skeptisch. Angesichts der recht hohen Bewertung könnte es zu Gewinnmitnahmen kommen. Andere Beobachter wie Warburg Research werden zwar vorsichtiger im Beurteilen des Geschäftsverlaufes, sehen aber immer noch üppiges Kurspotenzial. Ein Neueinstieg bei dem MDax-Konzern mit Schwerpunkt Pharma-Zulieferung drängt sich derzeit nicht auf; Aktionäre könnten die Papiere halten, wenn sie einen langen Horizont haben.
  8. Zugegeben: Ein bisschen langweilig klingt es schon, was die Varta AG macht: Batterien bauen. Allerdings steckt mehr dahinter. Zum Beispiel sind die Ellwanger führend bei besonders kleinen Batterien mit langer Laufzeit, etwa für Hörgeräte. Außerdem könnte durch ein gemeinsames Projekt mit dem Fraunhofer Institut neue Dynamik in den Kurs kommen: Es geht um Akkus für Elektroautos. In den ersten neun Monaten des abgelaufenen Jahres wuchs der Umsatz um elf Prozent auf gut 200 Millionen Euro, die Marge lag bei stolzen 19,4 Prozent. Als Folge hob der Vorstand seine Ergebnisprognose fürs Gesamtjahr von 49 auf 51 Millionen Euro an. Da macht es nichts, dass der Milliarden-Konzern im Dezember den Sprung in den SDax knapp verfehlt hat.
  9. 1901 als Möbelfabrik Joseph Ellendorff gegründet, seit 1961 an der Börse – die Westag&Getalit AG aus Rheda-Wiedenbrück kann eine lange Historie vorweisen. Zuletzt wurden die Zeiten für das Unternehmen, das zum Beispiel Türen und Zargen sowie Oberflächenbeläge etwa für Arbeitsplatten herstellt, allerdings unruhiger. Teure Reparaturen, hohe Logistikausgaben und im Preis gestiegene Rohstoffe sorgten dafür, dass die Deckungsbeiträge der Produkte sanken. Insgesamt dürfte das Jahr 2018 deutlich schwächer ausgefallen sein als 2017. Nur gedämpft hoffnungsfroh stimmt die Aussage des Vorstands: „Langfristig erwartet die Gesellschaft, auch im Inland wieder steigende Umsatzerlöse zu erzielen.“ Aufgrund der im Branchenvergleich recht niedrigen Bewertung lohnt sich für Langfrist-Investoren allerdings ein genaueres Hinschauen.
  10. Wie unterschiedlich der Blick der Analysten auf ein- und dasselbe Unternehmen manchmal ausfällt, zeigt das Beispiel des Dax-Neulings Wirecard. Praktisch zeitgleich teilte Goldman Sachs mit, die Aktie des Finanzdienstleister sei mit einem Kursziel von 250 Euro ein klarer Kauf, während Independent Research die Anteilsscheine mit einem Kursziel von 110 Euro zum Verkauf empfahl. Goldman Sachs hielt fest: „Die Signale für das operative Ergebnis unterstreichen die robuste Wachstumsstory des Zahlungsabwicklers und die gute Berechenbarkeit.“ Independent erwartet einen weiteren Verfall des Aktienkurses, da die Papiere zu hoch bewertet seien. Und die Wahrheit? Wohl irgendwo dazwischen. Immerhin ist das Geschäftsmodell vielversprechend, das Wachstum intakt. Konzernchef Markus Braun formuliert es so: „Wir erwarten für das Geschäftsjahr 2019 eine starke Beschleunigung des Geschäfts.“

Optimistischer Ausblick

Trotz Rückschlägen war 2018 für selektive Investoren kein schlechtes Jahr. Wie sich dieses Jahr entwickelt, können Anleger erst in zwölf Monaten mit einem Blick auf ihre Depotabrechnung abschließend beurteilen. Die Chancen für ein Plus sind aufgrund der immer noch starken Konjunktur grundsätzlich gegeben.

Investment-Beispiele:

Borussia Dortmund***

ISIN

DE0005493092

Aktueller Kurs

7,96 €

KGV* (2019)

11,3

Gewinn/Aktie (2019**)

0,70 €

Dividende (2019**)

0,06 €

Dividendenrendite (2019**)

0,8 %

Eckert&Ziegler

ISIN

DE0005659700

Aktueller Kurs

61,30 €

KGV* (2019)

21,2

Gewinn/Aktie (2019**)

2,91 €

Dividende (2019**)

1,00 €

Dividendenrendite (2019**)

1,6 %

Evotec

ISIN

DE0005664809

Aktueller Kurs

17,31 €

KGV* (2019)

49,1

Gewinn/Aktie (2019**)

0,35 €

Dividende (2019**)

0,00 €

Dividendenrendite (2019**)

0,0 %

Lotto24

ISIN

DE000LTT0243

Aktueller Kurs

12,70 €

KGV* (2019)

30,8

Gewinn/Aktie (2019**)

0,40 €

Dividende (2019**)

0,00 €

Dividendenrendite (2019**)

0,0 %

Mensch und Maschine

ISIN

DE0006580806

Aktueller Kurs

25,30 €

KGV* (2019)

29,2

Gewinn/Aktie (2019**)

0,87 €

Dividende (2019**)

0,80 €

Dividendenrendite (2019**)

3,1 %

PVA Tepla

ISIN

DE0007461006

Aktueller Kurs

10,85 €

KGV* (2019)

21,4

Gewinn/Aktie (2019**)

0,56 €

Dividende (2019**)

0,08 €

Dividendenrendite (2019**)

0,7 %

Sartorius

ISIN

DE0007165631

Aktueller Kurs

109,70 €

KGV* (2019)

40,3

Gewinn/Aktie (2019**)

2,70 €

Dividende (2019**)

0,69 €

Dividendenrendite (2019**)

0,6 %

Varta

ISIN

DE000A0TGJ55

Aktueller Kurs

24,92 €

KGV* (2019)

29,5

Gewinn/Aktie (2019**)

0,84

Dividende (2019**)

0,25 €

Dividendenrendite (2019**)

1,0 %

Westag&Getalit

ISIN

DE0007775207

Aktueller Kurs

27,80 €

KGV* (2019)

20,9

Gewinn/Aktie (2019**)

1,40 €

Dividende (2019**)

0,83 €

Dividendenrendite (2019**)

2,8 %

Wirecard

ISIN

DE0007472060

Aktueller Kurs

132,62 €

KGV* (2019)

31,0

Gewinn/Aktie (2019**)

4,28 €

Dividende (2019**)

0,26 €

Dividendenrendite (2019**)

0,2 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; *** Geschäftsjahresende 30.6.; Stand: 31.12.2018

Autor: Martin Hintze


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Kommentare (4)


Kommentare

Shangri-La

21.05.2019

Bei Borussia Dortmund sehe ich die grössten Aussichten


ING

14.01.2019

Hallo Andreas, gern möchten wir auf Ihren Beitrag eingehen.
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Andreas

12.01.2019

Unterstützt meine Petition, die an die ING gerichtet ist und das Ziel hat eine bessere Bargeldversorgung sicherzustellen:

https://www.openpetition.de/petition/online/ing-diba-ag-soll-eine-kooperation-eingehen-um-eine-bessere-bargeldversorgung-sicherzustellen


Holger

08.01.2019

Liebe ING`ler,

immer wieder gerne genommen, bleibt aber falsch:
Was hat Umsatz "erzielen"/"generieren"/"erlösen" oder ähnlich mit wirtschaften zu tun (Punkt 2, Fa. Eckert&Ziegler)?

Viele Grüße
Holger