MDax: Gewinner aus der zweiten Reihe

Der Nebenwerte-Index bietet Anlegern attraktive Aktien aus vielen Branchen. | 01.10.2019

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

In der gegenwärtigen Situation an den Märkten spricht vieles für Investments in den „Zweit-Liga-Index“ MDax. Denn: Während im Blue-Chip-Barometer Dax nicht zuletzt Automobil-Unternehmen und Finanzkonzerne eine wichtige Rolle spielen, sind im MDax etliche Gesellschaften aus der Industrie vertreten. Dabei ist die Streuung größer – immerhin umfasst der Index 60 Titel. Und es sind Branchen enthalten, die im Dax nicht vorkommen, zum Beispiel die Luftfahrt mit Airbus und MTU Aero Engines. Grund genug, sich die Aktien einmal genauer anzuschauen.

Analysten stellen dabei fest, dass der MDax auch ein Spiegelbild des starken deutschen Mittelstandes ist, der in den vergangenen Jahren von der guten heimischen Nachfrage profitiert und dessen exzellente Produkte oft weltweit stark nachgefragt werden.

Digitalisierer und Klassiker

Der IT-Dienstleister Cancom profitiert von der zunehmenden Digitalisierung. Ziel des Unternehmens ist es, die Komplexität der EDV-Systeme in Unternehmen und Behörden zu verringern. Dabei reicht der Service der Münchner von der Beratung über die Installation bis zum Betrieb. Das funktioniert erfolgreich: Der Umsatz legte im ersten Halbjahr um 30,1 Prozent auf 791,8 Millionen Euro zu, das organische Wachstum betrug 21,9 Prozent. Das Ergebnis auf Stufe Ebitda – Erträge vor Zinslast, Steuern und Abschreibungen – kletterte um 21,4 Prozent auf gut 59 Millionen Euro. Zugleich hat der Cancom-Vorstand seine Prognose angehoben und spricht mittlerweile von einem „sehr deutlich steigenden“ Umsatz im Gesamtjahr. Dabei profitiert der Konzern einerseits von seiner Konzentration auf margenstarke Dienstleistungen und andererseits vom zunehmenden Anteil wiederkehrender Erträge, etwa Mieten oder Wartungsverträge. Erfreulich: Cancom ist nach eigenen Angaben in einem Markt mit starkem Geschäft ohne Anzeichen einer Abkühlung unterwegs. Beobachter freut das, die Bank Hauck & Aufhäuser hob zuletzt das Kursziel von 60 auf 66 Euro.

Doch es sind nicht nur die jungen Unternehmen, die Anlegern Freude bereiten könnten. Auch einige Klassiker erscheinen vielversprechend. Zum Beispiel Hannover Rück: Zwar teilte der Rückversicherer jüngst mit, Überkapazitäten und historisch niedrigen Zinsen würden das Geschäft belasten. Aber: „2019 stellt sich die Entwicklung der Preise und Konditionen allerdings spürbar erfreulicher dar als noch vor einem Jahr.“ Auch für 2020 ist das Unternehmen optimistisch: „Breit diversifizierte Rückversicherer mit einem sehr guten Rating insbesondere bei großvolumigen Deckungen können in der derzeitigen Marktsituation profitieren und ihr Geschäft selektiv ausweiten“, hieß es aus Hannover. Analysten sind allerdings skeptischer. „Der Rückversicherer hat zwar Rückenwind durch ein etwas verbessertes Marktumfeld, gleichzeitig aber Gegenwind durch wieder gefallene Zinsen“, schreiben die Experten der DZ Bank. Und für JP Morgan erscheint nach dem starken Kursanstieg seit Jahresbeginn die Bewertung der Aktien hoch. Bei Kursrücksetzern kann ein Einstieg jedoch grundsätzlich in Betracht gezogen werden.

Aufsteiger und Dauerläufer

MTU Aero Engines stieg gerade erst zum 23. September in den Dax auf. Die Aktien sind spannend, der Konzern ist in einem attraktiven Markt unterwegs und sollte daher nicht unter dem Radar der Investoren fliegen. Grundsätzlich, so die HSBC, seien die mittelgroßen Industriekonzerne in Deutschland aktuell einem gestiegenen Rezessionsrisiko ausgesetzt. Independent Research setzte zwar das Kursziel für die MTU-Titel deutlich nach oben, rät derzeit aber zum Verkauf; Grund sei der aufgrund des Dax-Aufstiegs „übertriebene Kursanstieg“. Dabei sollten Interessenten nicht vergessen, dass 2018 für MTU besonders erfolgreich verlaufen ist und zudem Safran, französischer Konkurrent der Münchner, seine Prognosen für 2019 deutlich angehoben hat. Diese erfreuliche Marktsituation könnte auch MTU zugutekommen.

Sowohl Baader Bank als auch HSBC stufen die Aktie des Sportartikelherstellers Puma aktuell als „Halte-Position“ ein. Der Unterschied: Die Baader Bank hat gleichzeitig das Kursziel um 23 Prozent auf 71 Euro hochgesetzt, HSBC hat die Kaufempfehlung nach unten korrigiert, angesichts der „grundsätzlich weiter großartigen Anlagestory“ jedoch auch das Kursziel von 72 auf 73 Euro angehoben. Und Morgan Stanley traut Puma sowohl mit Blick auf die Entwicklung von Umsatz und Gewinn mehr zu als dem Konkurrenten Adidas. Fest steht: Puma ist im Konsumgüter-Bereich ein echtes Basisinvestment.

Einige Turbulenzen

In den nächsten 20 Jahren dürften die Fluggesellschaften und Logistikunternehmen rund 40.000 neue Fracht- und Passagierflugzeuge benötigen. Dabei sind die Auftragsbücher jetzt schon voll; so ist etwa die Serie A320 bis 2024 ausverkauft, wie Goldman Sachs feststellt. Käufer fragten bei Airbus nach kurzfristigeren Auslieferungen, denn: Das Konkurrenzmodell 737 Max von Boeing ist noch immer von Flugverboten betroffen. Kunden versuchen daher, noch in diesem Jahr an A320-Modelle von Airbus zu kommen. Zugleich sind ernsthafte Konkurrenten für Airbus – und Boeing – derzeit nicht in Sicht. Für Nervosität bei Investoren sorgt allerdings die aktuell angespannte politische Lage. Ein drohendes Szenario seien Zölle für Airbus-Flugzeuge und als Folge die Abnahmeverweigerung durch Airlines, weil Neubeschaffungen dann unwirtschaftlich würden, sagte Konzernchef Guillaume Faury in einem Interview. Anleger fliegen deshalb am besten dann mit, wenn sie einen langen Investmenthorizont haben.

Und wer keine Einzelaktien erwerben möchte, der interessiert sich womöglich für ein Anlageprodukt auf den MDax. Der Markt bietet eine große Auswahl (siehe Tabelle unten). Charttechnisch befindet sich der Index zwischen einer Unterstützung bei rund 25.500 Punkten und einem Widerstand bei etwa 26.200 Zählern; ein nachhaltiger Bruch eines dieser Niveaus würde die weitere Tendenz anzeigen. Auf mittlere Sicht kann der Index als technisch leicht positiv bewertet werden.

Investment-Beispiele Aktien:

Airbus

ISIN

NL0000235190

Aktueller Kurs

118,96 €

KGV* (2019)

19,4

Gewinn/Aktie (2019**)

6,14 €

Dividende (2019**)

2,14 €

Dividendenrendite (2019**)

1,8 %

Cancom

ISIN

DE0005419105

Aktueller Kurs

49,78 €

KGV* (2019)

28,3

Gewinn/Aktie (2019**)

1,77 €

Dividende (2019**)

0,56 €

Dividendenrendite (2019**)

1,1 %

Hannover Rück

ISIN

DE0008402215

Aktueller Kurs

154,90 €

KGV* (2019)

14,8

Gewinn/Aktie (2019**)

10,40 €

Dividende (2019**)

5,65 €

Dividendenrendite (2019**)

3,7 %

MTU Aero Engines

ISIN

DE000A0D9PT0

Aktueller Kurs

243,00 €

KGV* (2019)

23,7

Gewinn/Aktie (2019**)

10,28 €

Dividende (2019**)

3,43 €

Dividendenrendite (2019**)

1,4 %

Puma

ISIN

DE0006969603

Aktueller Kurs

69,80 €

KGV* (2019)

40,3

Gewinn/Aktie (2019**)

1,73 €

Dividende (2019**)

0,47 €

Dividendenrendite (2019**)

0,7 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 01.10.2019

   

Investment-Beispiele Produkte:

Deka MDax Ucits ETF

ISIN

DE000ETFL441

KAG*

Deka Investment

Aktueller Preis

248,55 €

Art

ETF, vollständig, thesaurierend

TER**

0,30 %

Discount-Zertifikat auf MDax

ISIN

DE000TR8L124

KAG*

HSBC Trinkaus & Burkhardt

Aktueller Preis

22,46 €

Art

Discount-Zertifikat im Bezugsverhältnis 1000:1 und Fälligkeit am 25.9.2020

TER**

n/a

Discount-Zertifikat auf MDax

ISIN

DE000DM8RE27

KAG*

Deutsche Bank

Aktueller Preis

24,32 €

Art

Discount-Zertifikat im Bezugsverhältnis 1000:1 und Fälligkeit am 23.9.2020

TER**

n/a

iShares MDax ® Ucits ETF (DE)

ISIN

DE0005933923

KAG*

BlackRock Asset Management Deutschland

Aktueller Preis

219,50 €

Art

ETF, vollständig, thesaurierend

TER**

0,51 %

Lyxor Ucits ETF Germany Mid-Cap MDax – D-EUR

ISIN

FR0011857234

KAG*

Lyxor Asset Management

Aktueller Preis

137,00 €

Art

ETF, synthetisch, ausschüttend

TER**

0,20 %

*KAG: Kapitalanlagegesellschaft; **TER: Total Expense Ratio / Gesamtkosten; Stand: 01.10.2019

Autor: Martin Hintze


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Kommentare (3)


Kommentare

Shangri-La

14.10.2019

Fussball - gutes Stichwort haltet Dortmund im Auge


ING

10.10.2019

Hallo Frau Stewering,
die Erläuterung dazu finden Sie direkt auf unserer Homepage im gewünschten ETF unter "Nachbildung". Wir haben Ihnen diese aber einfach schon mal auszugsweise kopiert:
Vollständig: Bei dieser Art der Indexnachbildung kauft der ETF die Wertpapiere, die im Index enthalten sind, in genau dem Verhältnis, wie sie ihrer Gewichtung im Index entsprechen. Der ETF hat dadurch einen Wertpapierkorb, der sich genau wie der Referenzindex entwickelt. Diese Art der Nachbildung stößt bei sehr breit gestreuten Indizes an seine Grenzen.
Synthetisch: Bei dieser Nachbildungsmethode erfolgt die Indexnachbildung über ein Tauschgeschäft (Swap). Im Gegensatz zur vollständigen Nachbildung hält ein Swap-ETF einen Wertpapierkorb mit einer „beliebigen“ Titel-Auswahl von zum Beispiel Aktien und/oder Anleihen und nicht zwangsläufig der Wertpapiere des zugrundeliegenden Index.
Schauen Sie aber gern noch mal auf unserer Homepage.
Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Stewering, Roswitha

10.10.2019

Sehr geehrte Damen und Herren - bezüglich der ETFs habe ich eine Frage: was bedeutet "vollständig" im Unterschied zu "synthetisch"? Danke im voraus und mit freundlichen Grüßen! R.Stewering