Technologie-Aktien: Sechs Überflieger

Warum es Alphabet, Amazon und Co. gerade besonders gut geht. | 31.07.2020

BÖRSE ONLINE

Eine Analyse von BÖRSE ONLINE,
Martin Hintze | Werbemitteilung

Wer auf die Kurse von Unternehmen wie Alphabet über Tesla bis Zoom schaut, reibt sich verwundert die Augen: Alles im grünen Bereich, nachhaltige Kursrücksetzer sind Mangelware. Es mehren sich die Stimmen der Warner, dass die Notierungen mittlerweile ausgereizt seien. Doch es gibt auch Börsenexperten, welche die Zukunft der „Techies“ rosig sehen.

Etwa Jim Paulsen vom Analysehaus The Leuthold Group: „Tech-Aktien sind während der Pandemie außerordentlich gut gelaufen, aber das gilt auch für die Geschäfte der Firmen.“ Olivier de Berranger, Investment-Chef beim Vermögensverwalter LFDE, erklärt: „Aus unserer Sicht mangelt es nicht an Gründen, die den Kursanstieg bei Technologietiteln rechtfertigen.“ Und Eng Teck Tan, Portfoliomanager bei Nikko Asset Management, glaubt, dass sich die erfreuliche Bewegung fortsetzt: „Der neue Technologiezyklus und das rasche Tempo der Digitalisierung in der Welt nach Covid-19 dürften sich positiv auswirken.“

Alles in Ordnung also, insbesondere bei amerikanischen Hightech-Titeln. Trotzdem kann einem bei einigen Zahlen förmlich schwindelig werden. So lag der Anteil der Technologie-Branche am gesamten US-Bruttoinlandsprodukt vor 20 Jahren bei etwa acht Prozent. Mittlerweile erwirtschaften allein die Top-5 (Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft und Facebook) insgesamt mehr als 800 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr und liegen damit zwischen der Jahreswirtschaftsleistung der Staaten Saudi-Arabien und Niederlande.

Synonym für Suchen

Einer der bekanntesten Namen im Technologie-Business ist der von Google. Der Suchmaschinenbetreiber, der zur Holding Alphabet gehört, sorgt für etwa 70 Prozent der Alphabet-Erlöse und wächst mit großen Schritten. Laut den jüngst vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal lag etwa der Gewinn pro Aktie bei 14,21 US-Dollar (umgerechnet 12,26 Euro) – und damit nicht nur um fast 21 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, sondern auch deutlich über den Erwartungen der Analysten. Die Profis hoben daraufhin ihre Kursziele an und begründeten dies damit, dass sich die Erholung des Werbemarktes in der zweiten Jahreshälfte und 2021 fortsetzen dürfte, wobei Alphabet von seiner guten Positionierung profitieren werde.

Stark im Geschäft ist auch der Online-Händler Amazon. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat gerade erst das Kursziel für den Konzern des reichsten Mannes der Welt, Jeff Bezos, um üppige 27 Prozent angehoben – und das für ein Unternehmen, das bereits stolz bewertet ist und keine Dividende ausschüttet. Zugleich ist Amazon längst nicht so unangefochten wie etwa Google. Zum Beispiel verdoppelten die Wettbewerber Walmart, Cosco und Target ihre Online-Umsätze zuletzt. Und die negative Presse, die Amazon aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen in seinen Lagern verbuchen musste, könnte dazu führen, dass sich Kunden zunehmend abwenden.

Digitale Dienste

Im Vergleich zu vielen aufstrebenden Technologie-Unternehmen zählen Apple und Microsoft zu den Urgesteinen der Branche. Der iPhone-Hersteller aus Cupertino ist stark von seinem Vorzeige-Smartphone abhängig. Deutlich über 50 Prozent des Umsatzes erzielen die Kalifornier mit diesem Produkt. Und da schwächelte der Absatz zuletzt leicht. Analysten rechnen jedoch damit, dass insbesondere das neue Modell SE2 zunehmend nachgefragt wird. Der Markt für Geräte, die den neuen Mobilfunk-Standard 5G verarbeiten können, dürfte für zusätzlichen Schub sorgen.

Microsoft hat es mit dem Beginn der Pandemie verstanden, die Krise für sich zu nutzen. Insbesondere das Business mit Cloud-Diensten und Video-Konferenzen – Systemname: Teams – ist enorm gewachsen. Und das zahlt sich aus: Der Gewinn des Konzerns aus Redmond im US-Bundesstaat Washington stieg zuletzt auf Quartalsbasis um 22 Prozent auf 10,75 Milliarden Dollar. Kein Wunder, dass Microsoft als einer der wenigen unter den Tech-Giganten eine Dividende ausschüttet – und das kontinuierlich seit 2003. Analysten zeigen sich erfreut über die Entwicklung von Microsoft. So urteilte Mark Moerdler von Bernstein Research zuletzt, das jüngste Geschäftsquartal sei nicht perfekt, aber angesichts der Viruskrise richtig gut gewesen.

Etablierte und Newcomer

Während Apple und Microsoft zu den Etablierten der Branche zählen, gehen Tesla und Zoom immer noch als junge Wilde durch. Allerdings sorgen die Geschäftszahlen dieser Unternehmen durchaus für gute Stimmung. So gab der US-Elektroautobauer Tesla gerade bekannt, dass er trotz Belastungen durch die Corona-Pandemie einen weiteren Quartalsgewinn erzielt hat. Nachdem im Vorjahresquartal ein deutlicher Verlust verbucht worden war, kletterte der Gewinn nun um 15,6 Prozent auf 104 Millionen Dollar. Zugleich will Tesla trotz der neuen Corona-Welle in den USA in diesem Jahr mehr als 500.000 Autos ausliefern. Das Problem ist die Lust der Börsianer auf vielversprechende Techies. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 295 Milliarden Dollar sei Tesla „deutlich zu hoch“ bewertet, denn das Unternehmen sei nicht mehr wert als sämtliche anderen Automobil-Hersteller Europas und Amerikas zusammen, urteilt etwa Frank Schwope von der NordLB.

Viel geringer ist der Börsenwert des Video-Kommunikations-Spezialisten Zoom. Dem Anbieter hat die Krise mit Lockdown und Social Distancing voll in die Karten gespielt. Wären da nicht verschiedene Wettbewerber – darunter auch Microsoft -, die ähnliche Dienstleistungen im Programm haben, könnte Zoom längst als synonym für Telekonferenzen gelten. Daher rechnet das Unternehmen aus San José in Kalifornien für das aktuelle Geschäftsjahr mit einem riesigen Ergebnissprung. Und: Angesichts des Trends zu mehr Homeoffice sollte die für Zoom positive Entwicklung noch eine ganze Weile anhalten. Allerdings eilt die Bewertung der Gewinndynamik deutlich voraus.

Spannendes Segment

Die Branche sorgt für Fortschritt, nicht nur in den USA, sondern auf der ganzen Welt. Und ihre Innovationen können helfen, die aktuelle Rezession zu überwinden. Anlegern muss klar sein, dass sie sich in einem Segment hoher Bewertungen, niedriger Ausschüttungen und – angesichts der Fokussierung auf US-Titel – eines Währungsrisikos befinden. Tech-Titel bleiben eben eine Spekulation auf die Zukunft.

Investment-Beispiele Aktien:

Alphabet

ISIN

US02079K3059

Aktueller Kurs

1.298,83 €

KGV* (2021)

26,6

Gewinn/Aktie (2021**)

49,18 €

Dividende (2021**)

0,00 €

Dividendenrendite (2021**)

0,0 %

Amazon

ISIN

US0231351067

Aktueller Kurs

2.576,67 €

KGV* (2021)

77,2

Gewinn/Aktie (2021**)

33,28 €

Dividende (2021**)

0,00 €

Dividendenrendite (2021**)

0,0 %

Apple***

ISIN

US0378331005

Aktueller Kurs

324,85 €

KGV* (2021)

24,6

Gewinn/Aktie (2021**)

13,13 €

Dividende (2021**)

3,09 €

Dividendenrendite (2021**)

1,0 %

Microsoft****

ISIN

US5949181045

Aktueller Kurs

172,15 €

KGV* (2021)

33,5

Gewinn/Aktie (2021**)

5,47 €

Dividende (2021**)

1,91 €

Dividendenrendite (2021**)

1,0 %

Tesla

ISIN

US88160R1014

Aktueller Kurs

1.255,87 €

KGV* (2021)

132,2

Gewinn/Aktie (2021**)

8,12 €

Dividende (2021**)

0,00 €

Dividendenrendite (2021**)

0,0 %

Zoom*****

ISIN

US98980L1017

Aktueller Kurs

211,08 €

KGV* (2021)

283,5

Gewinn/Aktie (2021**)

0,82 €

Dividende (2021**)

0,00 €

Dividendenrendite (2021**)

0,0 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; *** Geschäftsjahresende 30.9.; **** Geschäftsjahresende 30.6.; ***** Geschäftsjahresende 31.1.; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 31.7.2020

Autor: Kai Makus


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Ihre Meinung

Kommentare (6)


Kommentare

Felix Gärtner

14.08.2020

Ein Freund von mir hatte sich an der Börse ein ansehnliches Vermögen erspekuliert. Sein Tipp: Sich von der Bank beraten lassen und dann das Gegenteil machen. Warum?
1. Banken verdienen, wenn der Kunde handelt. Also wird er im Zweifelsfall zu sinnlosen Umschichtungen motiviert. Alte Börsenregel: "Hin und her macht die Taschen leer".
2. Werte, in denen die Bank selbst investiert ist, werden besonders empfohlen - warum wohl?
Ich persönlich will der ING dergleichen nicht unterstellen. Aber in jedem Fall gilt:
3. Bis ich die Tipps meiner Bank zu lesen kriege, ist es längst zu spät und wenn ich dann noch kaufen, treibe ich nur noch die Gewinne derer hoch, die sich vorher eingedeckt haben.


Gast

09.08.2020

Mir gefallen diese Artikel auch nicht. Immer wieder werden nur überteuerte Trendaktien und gehypte Branchen angesprochen. Was ist mit den antizyklischen Anlegern, die wie Buffett Trendaktien meiden und lieber in unterbewertete, aber gute Unternehmen investieren?
"Wer tut, was alle tun, bekommt das, was alle bekommen." (Bodo Schäfer)
...und das ist in der Regel nicht viel.


GRausSch-Sch

07.08.2020

Es heißt ja, man soll nicht ins fallende Messer greifen. Ich meine: Ins steigende auch nicht, zumindest nicht zu spät! Für die genannten Firmen kommt die Info viel zu spät, alles überteuert.


ING

07.08.2020

Hallo Herr Wundlechner, vielen Dank für Ihren Kommentar! Wir finden es schade, dass Ihnen unsere Wertpapier-Artikel bisher nicht gefallen haben. Gibt es vielleicht ein spezielles Thema, welches Sie interessiert? Gerne leiten wir Ihre Anregung weiter. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Wundlechner Hermann

06.08.2020

Ihre Wertpapierinfos sind irgendwie auf merkwürdige Art immer wieder für mich nutzlos und uninteressant. Ich kann einfach nichts davon für mich mitnehmen. Leider


Hall, Jochen

06.08.2020

grundsätzlich gebe ich nicht viel auf Analysten, aber neutrale Meinungen interessieren mich schon....