Anlagevorsätze für 2020

Chancen nutzen, Risiken streuen | 06.02.2020

Rezession vor der Tür?

© Eva-Katalin – istockphoto

Vorsätze für das neue Jahr zu fassen ist eine gute Tradition. Neben Klassikern wie mehr Sport zu treiben oder sich gesünder zu ernähren, sollte auch der Vorsatz nicht fehlen, sich um das liebe Geld zu kümmern. Schon mit ein paar wenigen Schritten lässt sich dieser Vorsatz umsetzen.

Ziele festlegen

Wer darüber nachdenkt, wie er sein Geld in Zeiten von niedrigen Zinsen sinnvoll anlegen kann, hat den ersten Schritt schon getan. Zunächst gilt es, klare Vorgaben zu definieren. Wie hoch ist die Renditeerwartung? Welches Risiko ist man bereit für die Chance auf eine Rendite einzugehen? Wie lange soll das Geld angelegt werden? Die Antwort auf diese Fragen hängt von der persönlichen Lebenssituation ab. Wer in absehbarer Zeit kleinere Anschaffungen wie z.B. ein neues TV-Gerät plant, sollte das benötigte Kapital zur schnellen Verfügbarkeit vorhalten, auch wenn die Verzinsung auf Tagesgeld- oder Girokonten sehr gering ausfällt. Wenig oder keine Zinsen zu erhalten, während man das Geld ansammelt, ist aber immer noch vorteilhafter, als für die Anschaffung einen Kredit in Anspruch zu nehmen.

Risiko streuen

Für Geld, das auf absehbare Zeit nicht benötigt wird, kann nach Alternativen zum Girokonto gesucht werden, um den Kaufkraftverlust durch die Inflation auszugleichen. Je nach Risikobereitschaft kommen dafür verschiedene Anlageklassen wie Anleihen, Aktien oder Rohstoffe in Betracht. Werden mehrere Anlageklassen im Depot berücksichtigt, wird das Risiko von Kursrückgängen auf mehrere Investments verteilt. Dadurch besteht die Chance, dass beispielsweise Kursrückgänge eines Aktieninvestments durch Kursgewinne eines Anleiheinvestments teilweise ausgeglichen werden. Allerdings kann es in extremen Situationen (Börsen-Crash) auch dazu kommen, dass alle Anlageklassen an Wert einbüßen. Durch die Berücksichtigung unterschiedlicher Regionen oder Branchen innerhalb der einzelnen Anlageklassen lässt sich das Depot noch breiter aufstellen. Am einfachsten geht dies über Fonds oder ETFs. Bei einem Fonds trifft ein erfahrener Fondsmanager die Auswahl, wo konkret investiert wird. Eine andere Möglichkeit sind ETFs, die in der Regel einen Vergleichsindex abbilden und dessen Entwicklung nachvollziehen. Für ETFs fallen keine Ausgabeaufschläge an, zudem liegen die laufenden Kosten in der Regel unter denen für aktiv gemanagte Fonds. Im Gegensatz zu einem ETF kann ein Fondsmanager durch erfolgreiches Management ein besseres Ergebnis erzielen als der zugrunde liegende Index – allerdings kann er auch schlechter abschneiden.

Mit Beständigkeit auf den Erfolg hinarbeiten

Wertpapier-Sparpläne können bei der Realisierung der Geldanlage gut Dienste leisten. Hierbei wird in der Regel monatlich ein bestimmter Betrag investiert, um damit Anteile an einem oder mehreren vorher festgelegten Wertpapieren zu erwerben. Werden beispielsweise mit einer monatlichen Rate von 200 Euro ein globaler Renten-Fonds und ETF auf einen globalen Aktienindex bespart, lässt sich schon mit diesen zwei Investments eine breite Risikostreuung im Depot erreichen. In welcher Höhe man die 200 Euro aufteilt, richtet sich nach der persönlichen Risikobereitschaft und den Renditezielen. Wer risikobewusst ist und eine höhere Rendite auf sein eingesetztes Kapital anstrebt, kann je zur Hälfte in den Renten-Fonds und den Aktien-ETF investieren oder den Anteil des Aktien-ETFs mit 150 Euro höher gewichten. Wer dagegen weniger Risiko im Depot haben möchte, kann den Anteil des Renten-Fonds mit 150 Euro höher gewichten. Ändert sich das Marktumfeld, lässt sich die Gewichtung jederzeit anpassen. Sparpläne bieten hier ein hohes Maß an Flexibilität.

Aufstellung regelmäßig überprüfen

Ziele ändern sich mitunter, das liegt in der Natur der Sache. Das Depot sollte daher regelmäßig daraufhin überprüft werden, ob die aktuelle Aufstellung mit dem verfolgten Ziel und der Risikobereitschaft noch in Einklang steht. Wenn beispielsweise der Ruhestand in Sichtweite kommt, ist es durchaus sinnvoll, den Aktienanteil zu reduzieren und die dann benötigte Altersvorsorge nicht mehr dem Risiko von Kursrückschlägen auszusetzen.

Tipp: Halten Sie Ihre Ziele und Handelsentscheidungen schriftlich fest. Dies erleichtert die Überprüfung, ob die Depotaufstellung nach wie vor zu den definierten Zielen passt oder ob Optimierungsbedarf besteht.

Autor: ING-DiBa AG


Ihre Bewertung

War dieser Artikel hilfreich für Sie? Vielen Dank! Vielen Dank! Vielen Dank!

Ihre Meinung

Kommentare (2)


Kommentare

Shangri-La

06.02.2020

vielleicht eine Lanze die ich zusätzlich für die Kundenberater(innen) brechen muß, Die besten Renditen hatte ich doch deren Vorschläge und ich habe 'kaum' Ausgabeaufschläge und Depotgebühren bei der Kapitalmehrung wahrgenommen (im Verhältnis)


Ulrich Scholz

06.02.2020

Besonders die Artikel über die Fortentwicklung von KI hat mich stark interessiert.