Armut und Reichtum

Warum die Abgrenzung so schwierig ist | 25.06.2018

Armut und Reichtum in Deutschland

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Deutschland gilt als wohlhabendes Land. Und doch gibt es auch hierzulande Armut. Ein Begriff, der unter Experten ohnehin umstritten ist. Denn ab wann ist man überhaupt arm – und wann reich?

Armut hat viele Gesichter. Es gibt Obdachlose auf den Straßen, die um eine Spende bitten. Oder Frauen und Männer, die an der Essensausgabe von gemeinnützigen Tafeln anstehen. Und Eltern, die für die Klassenfahrten ihrer Kinder einen staatlichen Zuschuss beantragen. Aber heißt das im Umkehrschluss, dass alle, die dies nicht tun, automatisch reich sind?

Absolute und relative Armut

„Der Begriff Armut ist unter Experten sehr umstritten“, sagt der Kölner Armutsforscher Prof. Christoph Butterwegge. Eine einheitliche Definition gebe es nicht. Unterschieden werde daher zwischen absoluter und relativer Armut. Von absoluter Armut sei die Rede, wenn nicht genug Geld da ist, um Grundbedürfnisse zu befriedigen – etwa Essen und Getränke kaufen, eine Wohnung mieten. „Relative Armut liegt vor, wenn die Grundbedürfnisse zwar befriedigt werden können, aber nichts mehr übrig bleibt, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, erläutert Butterwegge. Dann ist etwa ein Kinobesuch, der Kauf eines Buchs oder der Aufenthalt in einem Schwimmbad finanziell nicht machbar.

So berechnet sich Armut

„Die Armutsquote in Deutschland liegt bei 15,7 Prozent“, so Butterwege. Rein rechnerisch heißt das: 12,9 Millionen Menschen hierzulande sind arm. Die Berechnungsgrundlage hierfür ist das sogenannte Medianeinkommen, also das mittlere Einkommen. Das Medianeinkommen ist nach einer Definition des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) das Einkommen, bei dem es genauso viele Menschen mit einem höheren wie mit einem niedrigeren Einkommen gibt. „Würde man die Bevölkerung nach der Höhe ihres Einkommens sortieren und dann zwei gleich große Gruppen bilden, würde die Person, die genau in der Mitte dieser Verteilung steht, das Medianeinkommen beziehen“, heißt es beim DIW.
 
Folgende Faustregel gilt: Hat jemand 50 Prozent des Medianeinkommens zur Verfügung, ist er oder sie offiziell arm. Bei 60 Prozent des Medianeinkommens ist man von Armut bedroht. Nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbands lag bezogen auf das Jahr 2015 die Armutsschwelle für Alleinstehende bei 942 Euro netto im Monat. Für eine Familie mit zwei Kindern beträgt danach je nach Alter der Kinder die Armutsschwelle zwischen 1.978 Euro und 2.355 Euro netto im Monat. Das heißt: Wer monatlich über mehr Geld verfügt, gilt zumindest offiziell nicht als arm.

Die Mittelschicht kämpft mit teurem Leben in den Großstädten

Diejenigen, die monatlich zwischen 60 und 200 Prozent des Medianeinkommens erzielen, gehören zur mittleren Einkommensschicht. Aus Sicht des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) gehörte ein Alleinlebender im Jahr 2014 zur (Einkommens-)Mittelschicht, wenn er über ein monatliches Nettoeinkommen zwischen 1.410 und 2.640 Euro verfügte. Für eine vierköpfige Familie liegen laut IW Köln die Einkommensgrenzen zwischen 2.950 und 5.540 Euro netto im Monat.
 
Doch wie realistisch sind überhaupt solche Zahlen? Wer als Single 942 Euro im Monat zur Verfügung hat, hat unter dem Strich wenig. Aber selbst diejenigen, die mehr Geld mit nach Hause bringen, müssen in Großstädten wie München, Frankfurt am Main oder Hamburg für die Finanzierung ihres Lebens mehr zahlen. „An diesem Punkt zeigt sich ganz klar, dass Armut viel früher beginnt“, so Butterwegge. Wer Probleme hat, die Telefonrechnung zu begleichen oder sich das Geld für einen neuen Wintermantel erst zusammensparen muss, tendiert eher zur Armutsgrenze als zur Mittelschicht.

Und wer gilt als reich?

Wer über 200 Prozent des Medianeinkommens zur Verfügung hat, gilt als wohlhabend. Das heißt: Laut dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung gelten Singles, die ein monatliches Netto von etwa 3.100 Euro erzielen, als reich – ebenso Paare mit einem Netto von mindestens 4.600 Euro. Einen solchen Verdienst erzielen etwa Angestellte in höherer Position oder Ingenieure. Aber sind sie deswegen tatsächlich reich?
 
„Der entscheidende Faktor ist letztendlich das vorhandene Vermögen“, erklärt Butterwegge. Erst bei einem Netto-Vermögen von 500.000 Euro, das aus Immobilien, Bargeld und/oder wertvoller Kunst bestehen kann, lässt die Bundesregierung den Reichtum beginnen, während Butterwegge nur von Wohlstand spricht. Für ihn liegt Reichtum vor, wenn das Vermögen so groß ist, dass man von den Zinsen leben kann.
 
Übrigens: Die Summe aller Nettogesamtvermögen in Deutschland betrug laut Bundesregierung im Jahr 2013 rund 4,9 Billionen Euro – im Schnitt rund 123.000 Euro je Haushalt. Der Anteil von Personen mit einem individuellen Vermögen ab einer halben Million Euro liegt bei rund 2,5 Prozent der Bevölkerung.

Armut und Reichtum sind schwammige Begriffe

Trotzdem bleibt die Frage: Wie realistisch sind diese Rechengrößen überhaupt? „Nicht selten nehmen diejenigen, die über viel Geld verfügen, sich selbst überhaupt nicht als wohlhabend wahr“, erklärt Butterwegge. Reiche sehen ihren Reichtum nicht, die Mittelschicht kämpft mit den Lebenshaltungskosten – und als arm wird man erst anerkannt, wenn man kaum noch etwas hat.
 
Das zeigt: Armut und Reichtum sind hierzulande ungenaue und schwammige Begriffe für ein Phänomen, dass kaum für Gesamtdeutschland gleichbedeutend ist. Letztlich kommt es immer auch auf das persönliche Gefühl, das Lebensumfeld in der Stadt oder dem Land an, ob jemand mit dem zur Verfügung stehenden Geld als arm oder reich gelten kann.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (35)


Kommentare

Micha

30.07.2018

Arm ist man, wenn einem niemand mehr Geld borgt.


Alexander

25.07.2018

1. Geld macht nicht glücklich, es erlaubt uns lediglich auf verhältnismäßig angenehme Weise unglücklich zu sein.
2. Ich finde Armut ist subjektiv. Deshalb können nicht außenstehende beurteilen, ob ein Haushalt arm ist. Nur wenn sich die Personen im Haushalt arm fühlen (z.B. Streit/Vorwürfe weil das Geld knapp ist) dann sind sie auch arm. Es gibt auch Leute die quasi nichts haben und von der Hand in den Mund leben und sich wohl damit fühlen. Ich finde Armut und Reichtum fängt im Kopf an.


ING-DiBa

24.07.2018

Hallo AKO, laut Paritätischem Wohlfahrtsverband gilt ein Single als arm, der im Jahr 2015 weniger als 892 Euro pro Monat zur Verfügung hat, bei Familien mit zwei Kindern sind 1.872 Euro die Grenze zur Armut. Aus Sicht des Instituts der Deutschen Wirtschaft gehörte ein Alleinlebender im Jahr 2014 zur (Einkommens-)Mittelschicht im engen Sinne, wenn er über ein monatliches Nettoeinkommen zwischen 1.410 und 2.640 Euro verfügte. Für eine vierköpfige Familie liegen die Einkommensgrenzen zwischen 2.950 und 5.540 Euro netto im Monat. Ein Hinweis an dieser Stelle: alle angegebenen Zahlen sind auch im Internet abrufbar. Wer über 200 Prozent des Medianeinkommens verfügt, gilt als wohlhabend. Laut dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung gelten Singles, die ein monatliches Netto von 3.100 Euro erzielen als wohlhabend. 'Netto' meint: abzüglich Steuern und Sozialabgaben. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Steffen D., Berlin

24.07.2018

Prof. Dr. Bontrup erklärt das Dilemma. Mehr Kommentar braucht es nicht. https://www.youtube.com/watch?v=FqQsi9i56Ps


Frank M.

23.07.2018

Hallo
Ich persönlich(!) finde, arm und reich kann man nicht nur vom Geld abhängig machen. Fremde können den einzelnen Menschen nicht bewerten. Vielmehr geht es doch darum, fühle ich mich arm oder reich? Kann man ALLE Menschen mit einem Betrag X€ vergleichen? Darunter = arm, darüber = fett reich?

Erklärung:
In meinem Leben habe ich so einiges erlebt. In meiner Kindheit ging nur mein Vater arbeiten. Er verdiente so viel, dass davon 3 Personen satt wurden. Schulausflüge, Auto, Autoreparaturen, Sprit, Kleidung, Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke usw. Ein 10 tägiger Urlaub im Sauerland oder Schwarzwald war auch noch drin. Geldsorgen gab es m.W. nicht. >uns ging es gut<In meinen beiden Berufen habe ich ebenfalls gut verdient. Eigene Wohnung, Auto inkl. Reparaturen und Sprit, Disco, Party, Freundin, Essen gehen, Kleidung usw.>mir ging es gut<Dann wurde ich krank. Arbeit weg, Freundin weg, ALG1, ALG2, Hartz4, Grundsicherung. Mein altes Auto konnte ich zum Glück behalten. Das brauchte ich, um überhaupt mal raus zu kommen und um selbstständig einkaufen zu gehen/fahren. Die 345€ reichten damals vorne und hinten nicht. Obwohl ich alle unnötigen Kosten gekündigt bzw. abgeschafft habe, blieben mir rechnerisch ~150€ zum Leben (Essen, Trinken, Hygieneartikel, Sprit). Dazu ein verschleppter Dispokredit, wo alle 3 Monate die Zinsen fällig waren. Da blieben mir noch ~80€.
Um auf den Punkt zu kommen:>jetzt sah es übel aus< Vorher bester Kunde im Discounter, bettelte ich nun nach aussortierten Lebensmitteln. Vorher Stammgast im Dönerladen, fragte ich nun kurz vor Feierabend nach übrig gebliebenem Fladenbrot, bekam manchmal aus Mitleid(!!) noch andere Sachen dazu. Nachbarn luden mich zum Essen ein. Wisst ihr, wie man sich dabei fühlt??? DAS ist arm(seelig). Menschenunwürdig. Nicht zu wissen, wie man vom 15. oder 20. des Monats, bis Monatsende überleben soll. Täglich Nudeln oder Kartoffeln mit Ketchup.
Naja, auch diese Zeit ging vorbei. Seit 2015 bekomme ich durch meine Krankheit vorzeitig Erwerbsunfähigkeitsrente. Das sind zurzeit ~200€ mehr als der Hartz4-Satz. Das Auto ist entgültig Schrott, somit dort auch keine Kosten mehr. Nach Abzug aller Fixkosten, bleiben mir ca. 450 bis max. 500€ zum Leben. Durch Hartz4 habe ich gelernt zu sparen und kaufe jetzt weiterhin keine Markenartikel. Ich bin alle Schulden los, konnte sogar etwas ansparen. Wenn die Waschmaschine kaputt geht, kaufe ich mir eben eine neue. Mit der Familie gehe ich gelegentlich essen, koche aber auch gerne selber. Bin ich jetzt trotzdem arm oder schon reich?

Fazit:
Geld regiert die Welt, klar. Aber, wenn man sich einschränkt, kann man auch mit weniger auskommen. Für mich persönlich(!) ist bei der Arm/Reich-Frage, das Empfinden des Einzelnen ausschlaggebend. Besitze ich noch Würde, wenn ich meinen Lebensunterhalt nicht mehr alleine bestreiten kann und betteln gehen muss? Wenn ich auf die Tafel oder Armenspeisung angwiesen bin? Mit muffiger Kleidung, weil ich kein Waschmittel kaufen kann...


ING-DiBa

20.07.2018

Hallo Herr Weiß, tatsächlich unterscheiden sich die Definitionen, was unter Einkommen zu verstehen ist, von Institut zu Institut.
Manches Mal werden z.B. Sonderzahlungen wie 13. Gehalt mit einberechnet und manches Mal werden Faktoren wie mietfreies Wohnen berücksichtigt. Die beiden im Text genannten Quellen DIW und IW Köln verstehen darunter aber in jedem Fall beide das Netto-Einkommen. Demnach sind steuerliche Abgaben wie Soli, KKV, PV etc. pp. schon abgezogen. Überall wo im Text konkrete Zahlen genannt werden, steht zudem immer auch mit dabei, dass es sich hier um Netto-Werte handelt und ob sich die Werte auf Einzelpersonen oder Haushalte beziehen. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


AKO

20.07.2018

An die Redaktion:
Ich fände es schön, wenn in solchen Berichten richtig gerechnet werden würde:
50% vom Medianeinkommen sollen 942 EUR bei einem Single sein
100 % wären dann : 1.884 EUR = Medianeinkommen
60 - 200% wären dann 1.130 EUR - 3.768 EUR und nicht wie im Artikel beschrieben 1.410 - 2.640 EUR bzw. 200% bei 3.100 EUR.
Oder die Zahlen stimmen, dann stimmen die % nicht, bzw. ist die Bezugsgröße nicht das Medianeinkommen, sondern die Anzahl der Einkommensbezieher.
Und dann stellt sich die Frage, was mit NETTO gemeint ist: Nur abzüglich der Steuern oder auch abzüglich Renten/Kranken/Pflegeversicherung?


jammerossi

20.07.2018

Wer die Zeit hat sich an dieser (gezielten) "Diskussion" zu beteiligen ist auf alle Fälle nicht arm!


Jupp

20.07.2018

@Tom
Wenn man von einer jährlichen Preissteigerung von 2 % seit 2002 (Bargeldeinführung des Euros) ausgeht, muss man heute mindestens 3292,00 € verdienen, um auf die besagten 4600,00 DM von 2001 zu kommen.
@Gerd Richter
Ich kann zumindest bei der Rentenversicherung nicht nachvollziehen, was die Allgemeinheit von einem höheren Beitrag hat. Wenn es keine Beitragsbemessungsgrenze mehr gäbe, dann hätte dieser von Ihnen skizzierte Manager auch mit Eintritt in die Rente einen dementsprechenden sehr viel höheren Rentenanspruch, oder glauben Sie, das bei einer privaten Lebens- oder Rentenversicherung bei unterschiedlichen Beiträgen auch das Gleiche ausbezahlt wird?

Zwei wichtige Faktoren der Armut:
1. Die gefühlter Armut ist meist ein Ausgabe- und nicht ein Einnahmeproblem.
2. Die wirkliche Armut ist meist ein Bildungsrückstand, verbunden mit der Bequemlichkeit sich nicht selbst mit den Früchten seiner Arbeit (Geld) zu befassen.
Mir hat es noch nie geholfen beispielsweise die aktuelle Bundesligatabelle auswendig zu kennen. Es hat mir aber sehr geholfen, meine Finanzen genau im Blick zu haben und Finanzzeitschriften zu lesen.


Harald Weiß

20.07.2018

Das ist einmal eine recht differenzierte Analyse! Gut, aber was mir bei solchen Artikeln regelmäßig fehlt, ist eine genauere Definition, was denn eigentlich "Einkommen" bedeutet.
Brutto - Netto, mit oder ohne Kranken- Rentenversicherung, Soli? Inclusive Kindergeld?
Gilt das pro Person oder pro Haushalt? Falls pro Person: Zählt ein Kleinkind gleich wie ein/e 27-jährige/r Stundent/in?


Gerd Richter

20.07.2018

Was mich bei dem ganzem Arm und Reich stört, das die Schere immer größer wird. Was bringt einer Lohnsteigerung in Prozent? Die Reichen werden reicher. Man sollte sich bei den Steigerungen an die Inflation halten und das als durchschnittlichen Betrag JEDEN zu kommen zu lassen.
Kindergeld wird um 5€ erhöht - die Kindergarten gebühren um 15€. Sind die Kinder nun reicher oder ärmer?
Ich habe auch nichts dagegen. das ein Manager 40T€ verdient - aber etwas dagegen, das er sich aus dem Solidaritätsprinzip frei kauft. Würde seinen Beitrag in die gesetzliche Renten- und Krankenversicherung einfließen, hätten alle durch geringere Beiträge etwas davon. Leider wird es nie so kommen, da Geld regiert.


Tom

19.07.2018

Sorry, aber solche Staistiken sind das Papier nicht wert, weil die Werte willkürlich sind, einen völlig falschen Eindruck vermitteln und nur eine Neiddiskussion fördern. Eine vierköpfige Familie ist mit 2.355 Euro netto im Monat also arm? Das waren mal 4.600 DM, davon konnte man früher nur träumen und heute ist man unzufrieden.
Das liegt daran das man unbedingt in der teuren Stadt leben muss, nur auf Pump lebt und sich über die Kreditkosten wundert, jeder glaubt das beste Handy besitzen zu müssen, lieber an der Tanke kauft als 50 m weiter zum Supermarkt zu laufen, usw.. Viele können einfach nicht mehr rechnen....


Jan

19.07.2018

Forscher sind wie Politiker, sie reden sich die Welt so, wie sie sie gerne haben möchten. Die Mittelschicht ist fast abgeschafft! Es gibt nur noch die Ober- und Unterschicht. Ein normaler Angestellter mit ca. 1.700 € netto ist da bereits am oberen Ende der Unterschicht... bis 2.200 € netto etwa würde ich die Unterschicht beziffern. Dann kommt erst eine Weile kaum etwas bis es dann die Gehälter ab 3.600 € + gibt, welche bereits untere Oberschicht sind. Relativ geringe Löhne und Gehälter bei immer höher werdenden Preisen in allen Bereichen. Da können sich die Herrschaften ihren Median sonst wo... ihr wisst schon! Ich weiß immer nicht, ob ich lachen oder weinen soll, wenn Politiker und Wirtschaftsweisen in den Medien von der Stärkung unserer tollen starken Mittelschicht sprichen und dabei Klein- und Großunternehmer mit eigenen Firmen und Angestellten meinen. Das sind bereits die Reichen, kümmert euch doch mal um den Otto-Normal-Bürger! Sorgt dafür, dass es wieder eine echte bürgerliche Mitte gibt, anstatt eure Statistiken aus dem Märchenbuch zu präsentieren! Es ist eine Schande, dass eine dreiköpfige Familie mit zwei Einkommen nur schwer über den Monat kommt und wenn die Rente naht, kommt die nächste Katastrophe! Man soll vorsorgen, ein Eigenheim kaufen... schön, die Frage ist nur: WOVON?

Armut muss nicht definiert werden. Sie zeigt sich auf den Straßen, den Wohnungen, den Schulen usw. Noch nie haben so viele Menschen in Deutschland in Arbeit gestanden?! Glückwunsch! Und trotzdem waren noch nie so viele Menschen in Deutschland abhängig von einem Zweitjob, Sozialhilfe und Unterstützung! Aber was rede ich da? Nein, die Wirtschaft brummt, wir sind Export-Weltmeister. Nur schade, dass das alles nicht beim Bürger landet, sondern wieder nur bei denen, die jetzt schon mehr haben, als sie in zwei Leben ausgeben könnten!


Rüdiger Blaich

19.07.2018

Daneben gibt es natürlich auch noch die absolute Armut, international: wer mit weniger 2 US $ auskommen muss, ist arm!

Ein anderer Aspekt ist die gefühlte Armut: Wer weniger hat als der Nachbar, Kollege, Schulfreund, Bruder, kann sich ärmer fühlen, obwohl es durchaus zum Bierchen am Abend und zu einer halben Schachtel Zigaretten am Abend und zu 3 Wochen Malle im Jahr reicht...


Thomas

19.07.2018

Die Kunst in Deutschland ist es mit (verhältnismäßig) wenig Geld zufrieden zu sein. Dann ist man wirklich reich. Wer auf den zweiten Porsche spart, hat zwar Geld, hechelt aber trotzdem immer nur gestresst durchs Leben.
Ich finde es absurd Reichtum/Armut nur am Einkommen festmachen zu wollen, das geht doch an der Realität komplett vorbei.


Andy

12.07.2018

Unter 2.355 EUR pro Monat gilt eine vierköpfige Familie als arm? Ok, ich vergesse gerade, dass wir von Deutschland sprechen, denn in vielen anderen Ländern würden wir beid diesen Beträgen von Wohlstand sprechen.,

Die Armutsdefinition beginnt für mich an den Grenzen zu anderen Ländern und, wenn wir weiter mit derartigen Zahlen um uns werfen, wird sich die halbe Welt auf den Weg nach Deutschland aufmachen. Egal ob legal oder illegal.


Frank

09.07.2018

@nachdenklich

nein, wer mehr als 3.000 Euro Netto rum hat gilt als vermögend, reich fängt weiter oben an....

Aber ich habe nicht mal 2.000.....


nachdenklich

09.07.2018

Wer als Single ein Netto von 3100 € hat, gilt laut dem Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung als reich?

Das mag vielleicht auf die 90ziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zugetroffen haben. Jedoch kann man keineswegs diese Aussage auf die heutige Zeit anwenden.

Da "Reich sein" letztendlich nur ein Lebensgefühl beschreibt, ist es auch nur ein relativer Begriff.


Dannenberg,Claudia

05.07.2018

Es ist der Umgang mit Menschen, der diesen arm macht.

Stufen Sie als Autoren einen Menschen als arm ein, möchten Sie diesen loswerden.

Rabatte und Bewilligungen finden nur oberhalb der Armutsgrenze statt.

Damit wird die Schere zwischen vermeintlich reichen Bürgen und der
armen Schicht nicht geschlossen.

Das Verhalten ist oftmals armselig.

Vor allem Kinder haben darunter zu leiden.
Es handelt sich um echtes Leid.

Claudia Dannenberg
Gepr. Fachwirtin für Versicherungen und Finanzen IHK
Ausbilderin IHK
Versicherungsfachfrau BWV
Teilnehmerin der Initiative gutberaten

Das Verhalten ist oftmals armseelig


Liberty

04.07.2018

Arm ist , wer nicht mit seinem Geld auskommt, die einkommenshöhe ist dabei völlig uninteressant.
Guckt doch mal in die Einkaufswagen der Leute, Fertiggerichte, Getränke, Zigaretten bei Leuten, die sehr einfach aussehen: niemand hat denen gezeigt, wie man mit wenig Geld Haushalten kann. Und dann gibt es Reiche , die führen ein knallhartes Haushaltsbuch und legen den Überschuss in Aktien an , und werden immer reicher. So was ..... Man sollte im prekärTV Sendungen über Haushalt und ökonomisches Leben zeigen anstatt über geldrauswerfen und doofsein


Mande

01.07.2018

Bei mir ist am Ende des Geldes manchmal noch ganz schön viel Monat übrig. Trotzdem kann man auch mit kleineren Beträgen auskommen, wenn man gelernt hat, damit umzugehen. Gesund bleiben ist billiger als gesund werden. Wer gefragt wird, ab welchem Einkommen eine finanzielle Zufriedenheit einkehrt nennt i.d.R. 20% mehr als momentan zur Verfügung steht.


Klaus

29.06.2018

@Anka
Das Wort REICH bedeutet, dass Du so viel Geld, Sachwerte hast, dass Du Dir keine Sorgen um morgen machen musst.
Das Du wenn Du was siehst, was Du möchtest, es Dir einfach kaufen kannst.
MEGA REICH bedeutet, dass Du Dir sogar täglich eine Yacht, einen Ferrari oder ein Hotel kaufen könntest ohne Dir sorgen machen zu müssen was morgen kommt - außer Deiner Gesundheit.
Siehe Michael Schumacher, der ist MEGAREICH und was bringt ihn das? Nach einem Unfall....tja.... - und hier noch eine gute Besserung an Michael Schumacher.

Es gibt eine Statistik die sagt, ab so und so viel Euro Einkommen Netto monatlich bist Du zufrieden, nicht reich, aber zufrieden und kannst leben.
Leider ist mir der genaue Betrag entfallen...aber mir schwebt da was von 2.500 Euro Netto im Kopf rum.
Also jeder der mehr als 2.500 Euro netto im Monat hat gilt schon als vermögend.

Ich kann ehrlich nicht klagen...mir geht es gut, dennoch schaue ich ständig auf das Geld und kann mir nicht viel leisten.
Bevor ich mir größere Sachen kaufe, spare ich und das dauert.....

Ich habe schon für 600 Euro gearbeitet (dann Unterstützung privat erhalten, sonst hätte ich nicht überlebt), für 1.000 Euro und dann wieder ein wenig mehr und jetzt habe ich mal 1.880 Euro. Ich hatte noch nie 2.000 Euro und mehr, obwohl ich einen guten Beruf erlernt habe.
In diesem Beruf arbeite ich schon ewig nicht mehr. Hatte viele Tage / Monate in denen ich arbeitssuchend war oder in "mickriger" Zeitarbeit. Bessere Zeitarbeit in der ich in meinem "alten" Beruf gearbeitet habe, habe ich mehr bekommen.
War aber auch noch die Zeit, in der Zeitarbeitsfirmen und die annehmenden Stellen 300 bis 500 Euro weniger für den Zeitarbeiter gezahlt haben als für den fest Angestellten. Jetzt müssen sie ja genau so viel bezahlen.


anka

29.06.2018

Mit allen Kosten bleiben mir zum einkaufen 200 € ca.
Reich was bedeutet das Wort , melde der sich wo er sagen kann .
Mein letztes Hemd hat Taschen . Jeder geht wie er gekommen ist .
Ja ich würde gern für essen und trinken 400€ haben wollen.


Berti

28.06.2018

das mit dem Zinseszins ist ja interessant. Dann werde ich 1 EUR anlegen wenns mal wieder 5 % Zinsen gibt und in 2000 Jahren 100 mal so viele Golderden abheben.


Janina

28.06.2018

Ich bin soweit körperlich gesund...habe ein Dach über den Kopf,was zu trinken und zu Essen. Mir geht es besser als so manch anderen.ich glaube das mit dem Reichtum hat auch was mit der persönlichen Einstellung zu tun. Der eine fühlt sich Reich wenn er nach Jahren endlich mal einen Fernseher besitzt und der andere erst mit einem Privatheit.


Jonas

27.06.2018

@Heidi K

Wie kommst Du zu 3 Eigentumswohnungen?
Ich konnte mir gerade mal 1 kaufen und die ist seit ein paar Jahren erst abgezahlt mit Erbe meiner Mutter vom Opa, Lebensversicherung von damals, mtl. viel von meinem Gehalt und noch mal so viel Zuschuss vom Gehalt meiner Mutter, dazu keine Urlaube, kaum weg gehen.

Was haben Deine Wohnungen denn gekostet?
Meine 399.500 DM -> also 200.000 Euro.
Jetziger Wert 345.000 +


Heidi K

27.06.2018

Also nach der Statistik aus 2014 (von 1410,- bis 2640,- Euro netto) oben gelte ich als arm, als Alleinerziehende mit einem Kind im Jahre 2014. Ich hatte unter 1410,- netto plus Kindergeld.
Ich hatte aber einen Vorteil. Zu diesem Zeitpunkt bewohnte ich schon bezahltes Wohneigentum. Ich habe schon in jungen Jahren angefangen Geld zurück zu legen bzw. in Immobilien angelegt, mittlerer Weise habe ich 3 Eigentumswohnungen, wovon eine noch nicht abgezahlt ist, die mich im Monat 60,- Euro kostet, dank niedriger Zinsen. Wenn ich daran Denke wie hoch die Zinsen früher waren, habe ich schon einiges entbehrt um dieses Ziel zu erreichen.
Aber von NICHTS KOMMT NICHTS.


Abrams

27.06.2018

Zuerst die Umfrage zu platzieren und dann mit den Zahlen zu kommen ist nicht logisch. Die Umfrage müsste unten stehen :D


Doc Resch

26.06.2018

Arm ist man, wenn gegen das Ende des Monats kein Geld mehr da ist.
Oder unter Entbehrungen das Verfügbare streckt. Warum ist man arm? Weil man zu bequem gewesen ist, den Kopf, die Hände oder beides anzustrengen. Ich kenne keinen Menschen, der mindestens eine Sprache mehr gut spricht oder/und einen vernünftigen Beruf hat und nicht weiter gekommen ist. Da ist noch ein Reichtumsfaktor: die Bildungschancen in Deutschland sind enorm und vor allem kostenlos, in Gegensatz zu vielen Ländern. Man muss nur zugreifen und bereit sein, etwas dafür zu tun. Das ist die Impfung gegen Armut und gegen reduziertes Dasein.


gerhard Scherschel

26.06.2018

Der statistische Begriff von Reichtum und Armut trifft selten die Wirklichkeit, zumal die Ansprüche, der Wohnort, die Essgewohnheiten usf sehr unterschiedlich sind. Entscheidend bleibt, sich einen Plan für Ein- und Ausgaben zu machen, hie und da seine Ansprüche zu überprüfen und immer etwas für Notfälle auf die Seite zu legen, auch wenig, aber stetig.


Goevy

25.06.2018

Armut ist meiner Ansicht nach vorwiegend eine Sache des Gefühls. Ich wohne auf dem Land. Da kann man mit 2500 € Einkomen im Monat und einer 4-köpfigen Familie bequem zurecht kommen, obwohl man nach obiger Rechnung an der Armutsgrenze lebt. Ich hatte schon das Doppelte, aber hatte keinen Haushaltsplan und war deswegen ständig pleite. Da hatte ich das Gefühl, ich bin an der Armutsgrenze. Inzwischen habe ich mir einen konsequenten Plan gemacht und laufende Ausgaben drastisch reduziert sowie Ausgaben nach ihrem Sinn bewertet und Einsparmöglichkeiten durchgesetzt. Jetzt haben meine Frau und ich Arbeitszeit reduzieren können, um mehr Zeit für die Familie zu haben und das Geld reicht problemlos.
Ich fühle mich im Gegensatz zu vielen anderen reich, die sicher mehr verdienen, aber weniger haben. Der Vergleich mit Menschen in anderen Ländern hilft da auch sehr. Würde man das Einkommen auf der ganzen Welt in einen Topf werfen und alle bekämen daraus gleich viel, wäre dieses Einkommen noch unter dem Satz des Arbeitslosengeldes II in unserem Land. Also solange ich mehr habe, gehöre ich zu denen, denen es gut geht - so sehe ich es.
Ich denke, wer wenig hat, aber zufrieden ist, hat mehr als einer der viel hat, aber unzufrieden ist. Daher ist Armut und Reichtum in erster Linie eine Sache der eigenen Einstellung. Allerdings eher eine unpopuläre Sicht der Dinge, da wirtschaftsfeindlich. Bringt allerdings inneren Frieden und der ist mir persönlich sehr wichtig.


Drevermann

25.06.2018

Das Problem ist der Zins und Zinseszins:

Josef von Nazaret legt den Betrag von 1 Euro-Cent am 25. Dezember im Jahre 0 an.
Das Geld wird für genau 2000 Jahre angelegt.
Die Geldanlage und die Zinsgewinne bleiben bis zum Ende des Zeitraums auf einem Sparkonto und werden mit 5 % verzinst.
Eine Feinunze Gold wiegt 31,1034768 g, die Erdmasse beträgt ungefähr 5,9722 · 1024 kg, die der Sonne ungefähr 1,9884 · 1030 kg.
Es wird der Goldpreis vom 25. Dezember 2000 den Berechnungen zugrunde gelegt (Schlusskurs): 295,63 € für die Feinunze Gold.[4]

Bei genanntem Goldkurs kostet 1 kg Gold ca. 9.504,73 €. Somit hätte das angesparte Kapital einen Gegenwert von ungefähr 2,52 · 1036 kg Gold, was 1,26 Millionen Sonnen aus purem Gold entspricht bzw. ungefähr 421,25 Milliarden Erden aus Gold. Die Werte beinhalten Ungenauigkeiten durch Rundungsfehler.

Eine Verzinsung ohne Zinseszins bei gleichem Zinssatz erbringt lediglich ein Endkapital von 1,01 €, also einen Zinsgewinn von 1 €.


Jana

25.06.2018

@Stadler

Da gebe ich Dir recht. Aber die Summen kommen nur zusammen, weil so hohe Gewinne winken.

Wenn man die Summer auf 100.000 Euro begrenzen würde, würden viel viel weniger spielen und dann könnte man solche Summen auch nie auszahlen.

Aber ich gebe Dir recht, es würde reichen, wenn man die höchste Auszahlung auf 1 Mio Euro begrenzt, das reicht aus für ein Haus, Einrichtung etc. und ein gutes Leben.

Der niedrigste Gewinne wenn es hin haut, sollte bei so 10.000 Euro liegen. Ist auch ein Batzen Geld, für den man unglaublich lange arbeiten muss.

Aber mal was anderes...Stadler....mit Aktien kannst Du ein Vermögen aufbauen.

Deutsche Aktien, Amerikanische Aktien, Kanadische Aktien, was viele übersehen: Österreichische Aktien, Schweizer Aktien.
Eine gesunde Mischung....dazu Immobilien Crowdfunding mit der Firma der Buchstaben schwarz rot -> Captial sind und im Immobilienbereich sehr groß auf dem Markt (Name darf leider nicht genannt werden) und dazu bei DiBa (der Name darf merkwürdiger Weise genannt werden) ein Extra Konto mit 3 bis 5 fachen Monatsgehalt als Rücklage.


Stadler

25.06.2018

Die Regierung ist Schuld, das die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Beim Lotto wird auch dafür gesorgt das nur wenige möglichst viel bekommen und möglichst viele möglichst wenig. Wieso muss einer mehrere Millionen bekommen, während viele nur kleine Gewinne bekommen. Ungerechte Aufteilung


Jonas

25.06.2018

Kopie von 2008 ARMUT.de

Definition von Armut

Was ist eigentlich Armut? Welche Arten von Armut gibt es?
Im Wesentlichen unterscheidet man drei Arten der Armut:

Absolute Armut
Absolute oder extreme Armut bezeichnet nach Auskunft der Weltbank eine Armut, die durch ein Einkommen von etwa einem Dollar (neuerdings 1,25US$) pro Tag gekennzeichnet ist. Auf der Welt gibt es 1,2 Milliarden Menschen, die in diese Kategorie fallen.

Relative Armut
Von relativer Armut spricht man in Wohlstandsgesellschaften, in denen es absolute Armut praktisch kaum gibt, wohl aber eine arme „Unterschicht“ (neuerdings auch Prekariat genannt). Als relativ arm gilt hier derjenige, dessen Einkommen weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens beträgt.

Gefühlte Armut
Gefühlte oder auch sozio-kulturelle Armut lässt sich weniger an konkreten Einkommensgrenzen festmachen. Es ist mehr das Bewusstsein, das diese Art der Armut konstituiert. Sie betrifft diejenigen, die sich aufgrund ihrer allgemeinen gesellschaftlichen Ausgrenzung oder Diskriminierung als „arm“ betrachten oder Angst vor einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage haben bzw. in ständiger Angst vor Armut leben.

Zur Definition von Armut siehe auch:
Brodbeck: Ökonomie der Armut

1.410 bis 2.640 Euro Netto Mittelschicht?
Also meines Erachtens ist ab 2.000 bis 2.200 Euro schon Ende der Mittelschicht, alles über 2.200 Euro ist schon Großverdiener.
Man muss bedenken, das sehr viel 700 bis 1.200 Netto verdienen.
Ich bin bei knapp 1.900 Euro und mehr habe ich bisher nie verdient.
Eher weniger...Minimum waren bisher so 600 Euro im Call Center.

Und alles ist relativ - ein Afrikaner sieht einen mit 600 Euro als reich an und alles darüber als Mega reich, deshalb kommen sie ja alle.

Aber keiner der (angeblich) "nicht so gut" wie wir lebt, übersieht das wir auch zu kämpfen haben.
Im Ausland gibt es mehr Grund- und Wohneigentum als hier zu lande.