Coronavirus versetzt Welt in Ausnahmezustand

Wie können Anleger reagieren? | 09.04.2020

Rezession vor der Tür?

© svetkid - istock.com

Als im Januar 2020 vom Auftreten einer neuen Variante des Coronavirus berichtet wurde, schenkte die Öffentlichkeit in den westlichen Ländern dieser Nachricht nur geringe Beachtung. Die chinesische Stadt Wuhan, in der SARS-CoV-2 – so der wissenschaftliche Name des neuartigen Virus – erstmals festgestellt wurde, schien weit weg und die Fallzahlen anfangs noch sehr gering. Doch die Zahl der Infizierten stieg exponentiell an und die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenerkrankung COVID-19 nahm bei nicht wenigen Patienten einen schweren Verlauf, bis hin zum Tod.

Trotz weitreichender Maßnahmen, die China zur Eindämmung des Virus unternahm, konnte eine weltweite Verbreitung nicht verhindert werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach seit März offiziell von einer Pandemie. In Europa wurde Italien besonders stark betroffen, doch auch in Spanien, Deutschland und Frankreich stiegen die Fallzahlen von Tag zu Tag. In den USA hat sich das Virus ebenfalls stark verbreitet. Informationen und Updates zum Stand der Infektionen bieten die Homepages der Johns Hopkins University und der WHO. Für Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut auf seinem Internetauftritt regelmäßig Berichte zur aktuellen Lage und gibt Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus.

Erhebliche Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft

Um der Verbreitung des Virus die Dynamik zu nehmen, erließen viele Staaten Maßnahmen, die mit tiefgreifenden Einschnitten in das gesellschaftliche Zusammenleben einhergingen. Gastronomische und kulturelle Einrichtungen, Kitas, Schulen und Universitäten mussten bis auf Weiteres schließen. Das öffentliche Leben läuft seither auf Sparflamme, ebenso die Produktion in einer Reihe von Fabriken. Neben dem Schutz vor Ansteckungen sind unterbrochene Lieferketten ein Grund für den Stillstand. Viele Unternehmen beziehen Rohstoffe oder Vorprodukte aus anderen Regionen und Staaten, allen voran aus China. Dort standen die Fabriken bereits im Februar still.

Infolge der bisherigen Entwicklung ist mit sehr negativen Auswirkungen auf die Volkswirtschaften aller betroffenen Staaten zu rechnen. Für Deutschland geht das ifo Institut in seiner Frühjahrsprognose vom 19. März davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 1,5% schrumpfen könnte. Dabei besteht ein erhebliches Abwärtsrisiko, d. h. die bevorstehende Rezession könnte deutlich schwerer ausfallen und Produktionsausfälle in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Euro auslösen. Konkret rechnet das ifo Institut mit Kosten in Höhe von 255 bis 729 Mrd. Euro, die je nach Schwere der Rezession auf Deutschland zukommen könnten. Auch aus Sicht der Deutschen Bundesbank ist ein Abgleiten in eine ausgeprägte Rezession nicht zu verhindern. Demnach werde eine Erholung der Wirtschaft erst dann einsetzen, wenn die Gefahr durch die Pandemie wirksam eingedämmt wurde.

Um die negativen Auswirkungen für die Unternehmen zu mildern, hat die Bundesregierung ein Hilfspaket geschnürt, das Garantien und Liquiditätshilfen sowie – wo nötig – eine Beteiligung des Staates an Unternehmen ermöglicht. Dafür wird es einen Nachtragshaushalt im Volumen von 156 Mrd. Euro geben. Auch die anderen EU-Staaten greifen tief in die Tasche, um die Unternehmen zu stützen. Erstmals wurden in diesem Zusammenhang die Regeln zur Neuverschuldung und Gesamtverschuldung ausgesetzt.

Zusätzliche Hilfe kommt von den Notenbanken. Die Fed senkte in zwei außerordentlichen Sitzungen die Zinsen für die USA auf 0,0% bis 0,25% und beschloss zudem Anleihen in unbegrenztem Umfang aufzukaufen. Die EZB weitet ihre Anleihekäufe ebenfalls massiv aus und wird dafür 2020 mehr als 1,1 Billionen Euro aufwenden.

Wie können Anleger reagieren?

Für Anleger gilt es in dieser außergewöhnlich turbulenten Zeit, Ruhe zu bewahren und sich daran zu erinnern, dass man bei Investments am Aktienmarkt einen langfristigen Anlagehorizont von mindestens 5 Jahren besitzen sollte. Dahinter steckt der Gedanke, dass Aktien in Zeiten wie der aktuellen Coronakrise nicht zu niedrigen Kursen veräußert werden müssen. Bessert sich die Lage im zweiten Halbjahr 2020, so dürften sich auch die Aktienmärkte schrittweise erholen und mögliche Buchverluste im Depot im Laufe der Zeit sukzessive abgebaut werden.

Wer seine Positionen mit Stopps versehen hat, wird nach den starken Kursverlusten der vergangenen Wochen über eine erhöhte Liquidität verfügen. Sofern diese nicht anderweitig benötigt wird, können davon neue Investments getätigt werden. Allerdings sollte hierfür abgewartet werden, bis sich die Zahl der Neu-Infizierten in den USA längere Zeit rückläufig zeigt und die Auswirkungen der Pandemie auf die Weltwirtschaft klarer werden. Wer lieber Schritt für Schritt an den Aktienmarkt zurückzukehren möchte, kann über die Einrichtung eines Wertpapier-Sparplans nachdenken, mit dem in überschaubaren monatlichen Raten investiert wird.

Autor: ING-DiBa AG


Ihre Bewertung

War dieser Artikel hilfreich für Sie? Vielen Dank! Vielen Dank! Vielen Dank!

Ihre Meinung

Kommentare (4)


Kommentare

ING

15.04.2020

Hallo Güni, danke für Ihren Hinweis, wir haben eine Korrektur beauftragt. Viele Grüße und alles Gute für Sie, Ihr Social Media Team


Ronald

11.04.2020

Die ganze Börsen-Psychologie ist eigentlich irre! Und viele Anleger folgen dem Wahnsinn, den gerissene Finanzmanager produzieren.
Ich nicht. In Kriesenzeiten verkaufe ich keine Wertpapiere!


Güni

11.04.2020

Güni 11.04.20
Ihr Dividendenangaben in Ihrer Fundamentalanalyse zu diesem Papier:
CN Minsheng Bk -H-
Aktie |A0YE04|CNE100000HF9 Kurs 0,67 €
Hier wird eine Dividendenrendite von sage und schreibe ca. 60 % versprochen das macht in € 0,41 €!!!!
Auch hier befürchte ich einen Kommastellenfehler???
Ich Frage mich ob Sie für diese Dividendenversprechen oder Angaben Haften?
Auf Grund dieser Angaben habe ich eine Größere Summen Investiert??
Angeblich beschäftigen Sie einen Service Leister für diese Dienste?
Ich möchte Sie Auffordern diese Angaben zu überprüfen und Stellung zu beziehen.
Hier der Link zu Ihren Angaben:
https://wertpapiere.ing.de/Investieren/Aktie/Analyse/CNE100000HF9
Ich bin mir sicher, wenn ich weitersuchen würde, würde ich weitere solcher groben Schnitzer finden?
Ich bin der Meinung: Sowas geht überhaupt nicht!!! Ich sehe Ihren guten Ruf Beschädigt!
Bleiben oder werden Sie Gesund
Güni


Pfeifer

09.04.2020

Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen …..