Mietwagen oder eigenes Auto?

Wie fährt man im Urlaub besser? | 06.06.2013

Auto im Urlaub


© iStockphoto.com/MariaPavlova

Mobilität ist Trumpf. Das gilt für viele gerade im Urlaub. Muss man aber die Urlaubsreise zwangsläufig im eigenen Pkw antreten? Oder ist ein Mietwagen vor Ort die klügere Alternative?

Anreise im eigenen Pkw lohnt nicht immer

Deutschland packt die Koffer. Berge, Strände, fremde Städte wollen jetzt von den Erholungssuchenden erkundet werden. Viele Urlauber nehmen das eigene Auto und scheuen selbst kilometerlange Staus nicht. Denn mit dem eigenen Pkw ist der Fahrer in Gefahrensituationen besonders vertraut. Das Fahrzeug ist etwa mit Kindersitzen, Dach- oder Fahrradgepäckträgern optimal ausgerüstet, und man vermeidet Zusatzkosten für einen Mietwagen vor Ort.

Aber nicht immer lohnt eine strapaziöse Anreise im eigenen Pkw. Für die kurze Fahrt zu einem nahegelegenen Strand, ins Restaurant oder für die etwas längere Fahrt zu einer Sehenswürdigkeit kann ein Mietwagen eine attraktive Alternative sein. Kostenbewusste Urlauber fahren meist besonders günstig, wenn sie das Auto für den Zielort vorab in Deutschland buchen. "Wer Verdruss vermeiden will, sollte sich bei Buchungen für Zielorte im Ausland mit den örtlichen Vertragsbestimmungen vertraut machen", rät Katrin Müllenbach-Schlimme vom ADAC. Denn selbst wer ein Fahrzeug bei einem deutschen Vermieter mit Niederlassungen in Ausland bucht, unterliegt dem dortigen Vertragsrecht. Das kann besonders bei Nachweispflichten im Schadenfall und Regulierungs-Abläufen wichtig werden.

Vorsicht bei Brokern

Schwierig könnte es laut der Zeitschrift Finanztest (6/2013) bei Buchungen über sogenannte Broker werden. So werden Mietwagenvermittler (etwa Auto Europe, Cardelmar) genannt, die über keine eigene Flotte verfügen. Sie mieten die Fahrzeuge bei örtlichen Vermietern für die Urlauber an. Manchmal mit ärgerlichen Folgen: So muss der Mieter im Schadenfall unter Umständen auch dann mit der Zahlung einer Selbstbeteiligung in Vorleistung treten, wenn diese im Rahmen einer Vollkaskoversicherung ausdrücklich ausgeschlossen ist: "Hier gelten dann nicht die Geschäftsbedingungen des Brokers, sondern des örtliche Vermieters", sagt Heike van Laak, Pressesprecherin von Stiftung Warentest.

Die günstige Alternative: Vergleichsportale

Vergleichsportale wie Billiger-Mietwagen.de, Mietwagen-Check.de, Check24.de oder Ihrmietwagen.de helfen laut Finanztest bei der richtigen Auswahl. Laut den Experten von Finanztest sollte der Mieter insbesondere bei folgenden Vertragsbestandteilen genau hinsehen:

  • Kilometerleistung – werden Extrakilometer teuer abgerechnet? Einige Anbieter verzichten auf eine Kilometerbegrenzung.
  • Vollkasko – im Ausland empfiehlt sich immer ein Tarif ohne Selbstbeteiligung. Dabei sind Tarife vorzuziehen, die diese im Schadensfall gar nicht erst in Rechnung stellen und damit auf den umständlichen Umweg über eine Erstattung verzichten.
  • Glas und Reifen – auch bei Vollkasko sind nicht zwangsläufig alle Bestandteile des Wagens mitversichert. Für Glas und Reifen lohnt sich eine Zusatzversicherung.
  • Achtung, Extrakosten – Tipp: Auto vollgetankt abholen und abgeben, Kindersitze am besten selbst mitbringen und auf eine Abgabe außerhalb der Öffnungszeiten verzichten.

Es zeigt sich: Wer die Mietbedingungen vorab gründlich liest, hat mehr Freude mit dem Mietwagen.

Wer sich so vorbereitet, wird im Urlaub gerne einmal auf das eigene Fahrzeug verzichten. Denn auch hier fallen Kosten an. Neben den allfälligen Benzinkosten müssen auch Wertverlust und Verschleiß berücksichtigt werden. Die Kosten dafür können sich laut ADAC je nach Fahrzeug-Typ auf 0,30 bis zu 0,50 Euro pro Kilometer belaufen.


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