In der Krise Geld sparen

Auto-Schnäppchen ergattern, Kfz-Versicherungsbeitrag senken | 10.07.2020

Geld, das von Himmel fällt?

Satte Rabatte - davon profitieren Verbraucher, wenn sie sich in diesen Corona-Krisentagen ein neues Fahrzeug zulegen. Autofahrer können aber sogar noch anderweitig sparen: bei ihrer Kfz-Versicherung.

Ein neues Fahrzeug kaufen? In den ersten Wochen der Corona-Krise hat hierfür kaum jemand Geld ausgegeben. Der Automarkt kam im April EU-weit fast zum Erliegen. Gerade einmal rund 271.000 Neuwagen wurden zugelassen, 76 % weniger als im Vergleichsmonat 2019. Diese Zahlen des europäischen Herstellerverbands ACEA alarmierten die Autoindustrie. Schnell wurden in Deutschland Rufe nach staatlichen Kaufprämien für Neufahrzeuge laut.

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Zuschüsse für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben

Letztendlich einigte sich die große Koalition in Berlin nach langwierigen Verhandlungen auf ein Programm zur Stützung der gesamten Wirtschaft in der Corona-Krise. Es umfasst 130 Milliarden Euro, wobei die Unterstützung der Autobranche nur eine Maßnahme ist. Staatliche Kaufprämien für Diesel-Fahrzeuge und Benziner gibt es allerdings nicht. Gewährt werden deutlich erweiterte Kaufzuschüsse für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben:

  • Für E-Autos mit einem Nettolistenpreis von bis zu 40.000 Euro steigt die bestehende „Umweltprämie“ des Bundes bis Ende 2021 von 3.000 auf 6.000 Euro. Zusätzlich winken Rabatte der Hersteller.
  • Zuschüsse gibt es weiter auch für Plug-in-Hybride.
  • In den Ausbau des E-Ladenetzes sowie in Forschung und Entwicklung etwa bei der Batteriezellfertigung fließen weitere 2,5 Milliarden Euro.

Rabatt-Schlacht bei Autos

Seit Juli gilt nun bis Ende dieses Jahres eine niedrigere Mehrwertsteuer von 16 statt 19 %. Diesen Preisvorteil wollen Deutschlands Autohersteller unterschiedlich an ihre Kunden weitergeben. In einigen Fällen müssen Käufer sogar gar keine Mehrwertsteuer zahlen. Das kann eine Ersparnis von mehreren tausend Euro bringen. Ein paar Beispiele:

  • VW: Wer bis zum 30. September einen Neuwagen bestellt, spart die komplette Mehrwertsteuer. Dieses Privatkunden-Angebot gilt allerdings nicht für alle Modelle. Zu den Ausnahmen gehören die Elektroautos e-Up und ID.3.
  • BMW: Der Münchner Autobauer gibt den Preisvorteil durch die Mehrwertsteuersenkung komplett an den Kunden weiter. Die Bruttolistenpreise sind für alle angebotenen Modelle entsprechend angepasst worden.
  • Renault: Der Hersteller hat die Mehrwertsteuer seit Juli auf Null gesenkt. Das gilt bis zum 31. Oktober für viele, aber nicht für alle Modelle. Keine Mehrwertsteuer fällt etwa auf die Modelle Twingo, Clio, Captur, Mégane, Kadjar, Master Combi, Scénic oder Koleos an.
  • Toyota: 16 % Mehrwertsteuer geschenkt – mit diesem Angebot lockt auch Toyota.
  • Seat: Bei fast allen Neuwagen und sofort verfügbaren Modellen, die bis zum 30. September bestellt werden, übernimmt der Hersteller die Mehrwertsteuer von 16 %.
  • Nissan: Sie kaufen oder finanzieren einen Qashqai, Juke, X-Trail oder Micra? Dann sparen Sie die komplette Mehrwertsteuer.
  • Opel: Der Autobauer schenkt Kunden, die bis zum 30. September bestimmte Modelle erwerben, den Mehrwertsteueranteil. Das Angebot gilt nicht für den Corsa-e.
  • Kia: Wer dort bis zum 30. September einen Neuwagen bestellt, zahlt ebenfalls keine Mehrwertsteuer – mit Ausnahme von Elektro- und Plug-in-Hybrid, allen Attract Versionen, Stinger und dem Sorento Modelljahr 2021.
  • Subaru: Einen Preisnachlass von 16 % bekommen Kunden bei bestimmten Modellen.

Sparen bei der Kfz-Versicherung

Viele können oder wollen nicht in ein neues Auto investieren. Sparen rund ums Fahrzeug ist aber in jedem Fall möglich. Zum Beispiel bei der Kfz-Versicherung. Dort können Verbraucher ihre Versicherungsprämie anpassen, wenn sie coronabedingt weniger Auto fahren als üblich. Etwa, weil die Fahrten zum Arbeitsplatz aufgrund von Homeoffice wegfallen. Darauf weist die Verbraucherzentrale NRW hin.
 
Die jährliche Fahrleistung ist oftmals ein wichtiges Kriterium, wenn Autoversicherer die Prämie für einen Kunden festlegen. Die Verbraucherschützer raten Autofahrern, die in diesem Jahr weniger mit ihrem Fahrzeug unterwegs sind, ihren Versicherer zu kontaktieren und die Fahrleistung anpassen zu lassen. Je nach Tarif und gesparten Kilometern kann eine Ersparnis von 100 Euro und mehr möglich werden.

Weitere Sparmöglichkeiten bei der Kfz-Versicherung

Sie wollen ihren Beitrag in der Kfz-Versicherung reduzieren? Neben der Anpassung der jährlichen Fahrleistung gibt es noch weitere Möglichkeiten:

  • Von Voll- auf Teilkaskoversicherung wechseln: Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben, daran führt kein Weg vorbei. Keine Pflicht-Policen sind indes die Voll- oder Teilkasko-Versicherungen. Eine der beiden sollten Autobesitzer haben, schließlich zahlt die Haftpflichtversicherung im Fall eines Falles nur die Schäden des Unfallgegners. Die Vollkaskoversicherung bietet in der Regel einen Rundum-Schutz fürs Auto – bei entsprechend hohen Beiträgen. Ist das Fahrzeug in die Jahre gekommen, kann es sich rechnen, auf eine Teilkaskoversicherung mit einem entsprechend niedrigeren Tarif umzusteigen.
  • Saisonkennzeichen nutzen: Wer sein Auto nur zu einer bestimmten Jahreszeit – etwa ein Cabrio im Sommer – fährt, sollte ein Saisonkennzeichen verwenden. Denn nur sechs Monate fahren, heißt, dass Sie auch nur sechs Monate eine Prämie für ihre Kfz-Versicherung zahlen.
  • Einmal im Jahr den Tarif checken: Geld können Sie ebenfalls sparen, wenn Sie einmal im Jahr Ihre Kfz-Versicherung auf den Prüfstand stellen und die Police mit Angeboten anderer Anbieter vergleichen. Das geht über diverse Vergleichsportale im Internet. Ihre Kündigung muss übrigens bis zum 30. November eines Jahres ihrer bisherigen Versicherung vorliegen. Zum 1. Januar des darauffolgenden Jahres können Sie eine preisgünstigere Police bei einem neuen Anbieter abschließen.

Autor: ING


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Kommentare (1)


Kommentare

Shangri-La

17.07.2020

Unbequeme Wahrheit - Deutschland hat die e-Mobilität verschlafen, da nützen auch € 7'000,00 Prämie nichts. Moderne Autos sehen aus wie Arsch auf Eimer, das man eher Lust hat einen Youngtimer (4 + 2 Rad) zu restaurieren. Es lebe das H-Kennzeichen und in der Umweltzone kann der Mittelfinger auch schon mal hochspringen. Sieht so fortschritliche Umweltgestaltung aus oder kommt auch nochmal ein SUV fürs Gelände unter € 50 TSD aus DE ohne die Blagen 'nur' damit zur Schule fahren zu können ?