Spartipp: Bahn statt Auto?

Immer mehr Deutsche verzichten auf ihr Auto | 20.09.2013

Auto statt Bahn | Fotalia


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Am 22. September ist "Autofreier Tag" in Europa. Doch nicht nur an diesem Aktionstag lassen viele ihr Auto stehen. Die Deutschen fahren auch sonst immer weniger Auto.

Laut einer Studie hat sich die Zahl der mit dem eigenen PKW gefahrenen Kilometer in den vergangenen zehn Jahren um 18% reduziert. Ganz konkret fährt also jeder Autobesitzer fast 2.500 Kilometer weniger pro Jahr. Das ist knapp dreieinhalb Mal so weit wie von München nach Hamburg und zurück.

ÖPNV – eine echte Alternative?

Ein Grund könnte der besser ausgebaute öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in den Großstädten sein. Denn ist eine Strecke gut mit dem ÖPNV oder auch dem Fahrrad zu bewältigen, bleibt der Wagen oft in der Garage. Besonders gern machen das die Berliner, Hamburger und Bremer so. Hier wird am wenigsten mit dem Auto gefahren. Die vergleichsweise schlecht ausgebauten Flächenstaaten Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hingegen führen die Liste der Vielfahrer an.

Die Fahrt mit der Bahn ist nicht immer günstiger

Liegt es vielleicht auch an den Kosten? Unser Selbsttest zeigt, dass die Fahrt mit der Bahn in etwa so viel wie die Fahrt mit dem Auto kostet, meist ist sie sogar ein wenig teurer. Verglichen wurden Strecken von etwa sechs Kilometer Länge in den fünf größten deutschen Städten zum Hauptbahnhof im Zentrum. Die Strecke wurde jeweils mit dem Auto und dem ÖPNV zurückgelegt. Die Fahrzeit war dabei fast gleich lang. In München, Hamburg und Frankfurt am Main war man mit dem ÖPNV fünf bis sieben Minuten schneller unterwegs, in Berlin und Köln vier bis sechs Minuten länger. Die Autofahrt kostet jeweils knapp 2,00 Euro, die Bahnfahrt um 2,60 Euro – nur in Hamburg ist die Strecke mit 1,90 Euro günstiger als andernorts.

Gut für die Umwelt und mehr Zeit für sich
Fahrtdauer und Kosten sind also nicht der Grund dafür, dass Bus und Bahn im Trend liegen. Denkbar ist auch das gewachsene Umweltbewusstsein. Bei der Fahrt mit dem Fahrrad oder auf dem Weg zur Haltestelle schont man die Umwelt und ist an der frischen Luft. Hinzu kommt, dass man beim Bahnfahren in Ruhe telefonieren oder die Zeitung lesen kann. Außerdem muss man sich nicht durch den stressigen Berufsverkehr quälen und kann den eigenen Gedanken nachhängen.

Auch wenn sich also zeitlicher und finanzieller Aufwand bei der Fahrt mit dem Auto und der Bahn in etwa gleichen, so scheint der Komfort beim Umstieg auf den ÖPNV zu wachsen.


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