Augen auf im Urlaub!

Die beliebtesten Betrugsmaschen I 02.01.2018

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© Jacob Lund – Fotolia.com

Endlich angekommen!

Sie sind nach einem langen Flug oder einer Bahnfahrt am Zielort angekommen. Jetzt so schnell wie möglich ins Hotel. Da kommt das nette Angebot des Taxifahrers, Sie für einen Festpreis ins Hotel zu bringen, genau richtig. Aber Vorsicht! Im Zweifel ist der vermeintlich günstige Festpreis deutlich teurer als der Fahrpreis nach Taxameter. Am besten informieren Sie sich vor der Abfahrt über die offiziellen Taxi-Unternehmen vor Ort – oder registrieren sich bei Fahrdiensten wie Uber.

Aber auch wenn Sie statt eines Taxis die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, ist Aufmerksamkeit geboten. Manchmal werden Ihnen bereits am Eingang zur U-Bahn ganz besonders günstige Fahrscheine angeboten. Hier sollten Sie besser dankend ablehnen, denn Sie können davon ausgehen, dass Ihnen so ein Fahrschein bei einer Fahrkartenkontrolle nicht weiterhilft.

In Paris z.B. ist es ein beliebter Trick, Touristen am Fahrkartenautomaten anzusprechen. Angeblich würde der Automat die ausländische Karte nicht akzeptieren. Ganz freundlich bietet Ihnen Ihr „Helfer“ an, das Ticket mit seiner Karte für Sie zu kaufen – Sie sollen ihm dann einfach das Bargeld geben. Doch wenn Sie nicht genau hinschauen, was auf dem Display passiert, haben Sie Pech und bekommen einen Einzelfahrschein zum Preis eines Tagestickets. In Paris stehen Preis und Fahrscheinart nämlich nicht auf dem Ticket.

Unterkunft

Sie haben vor Ihrem Urlaub ein wunderschönes Ferienhaus gemietet – der Preis war wirklich fair und die Anzahlung ist auch bereits geleistet. Vor Ort kommt dann der große Schreck – die Ferienwohnung ist unbewohnbar oder existiert gar nicht erst. Davor können Sie sich schützen, indem Sie sich die Bewertungen der Unterkunft im Buchungsportal oder in einem Forum anschauen. Finden Sie nichts, kann auch ein kurzer Anruf bei der örtlichen Tourismus-Organisation sehr beruhigen. Auch ein Blick auf die Immobilie in einer Satellitenkarte im Internet schadet nicht.

Und fragen Sie sich grundsätzlich: Klingt das Angebot zu schön, um wahr zu sein? Dann ist vermutlich tatsächlich ein Haken dran.

Auch wenn Sie im Hotel ankommen, kann noch eine böse Überraschung auf Sie warten. Das Hotel ist überbucht und Sie müssen in ein Ersatzhotel – aber das gleicht eher einer Absteige als einem Wohlfühlort. Keine Frage: Dafür können Sie einen Teil Ihres Reisepreises zurückverlangen.

Aber eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs spricht Ihnen nun noch mehr zu: Seit November 2017 können Sie nun auch eine Entschädigung für die ruinierten Urlaubstage fordern.
(Az. X ZR 111/16) Was Sie dafür tun müssen? Ihren Unmut direkt kundtun und sich schriftlich beschweren. Außerdem müssen Sie nach Ihrer Rückkehr innerhalb eines Monats das Geld zurückfordern. In manchen Fällen bekommen Sie sogar Ihren gesamten Reisepreis erstattet.

Sicher surfen im Urlaub

Kostenloses WLAN gehört heutzutage zu fast jeder Unterkunft. Doch auch dabei sollten Sie vorsichtig sein. Das scheinbar seriöse WLAN könnte ein sogenannter „Evil Twin“ sein: ein geklontes WLAN-Netzwerk, das es Betrügern ermöglicht, Ihre eingegebenen Daten einfach mitzulesen. Als Nutzer haben Sie kaum Möglichkeiten, Original und Kopie auseinanderzuhalten.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, buchen Sie bei Urlauben außerhalb der EU von zu Hause ein mobiles Datenpaket – innerhalb der EU ist das Datenroaming seit dem 15.06.2017 ohnehin kostenlos.

Unterwegs vor Ort

Mieten Sie sich im Urlaub ein Auto, schauen Sie sich den Wagen vorher genau an – und dokumentieren Sie eventuelle Schäden. Beachten Sie auch, dass die Verträge im Ausland ggf. nur in der Landessprache vorliegen – Ihre Unterschrift darauf ist aber trotzdem bindend. Entspannter und sicherer buchen Sie von zu Hause aus: Die Verträge sind auf Deutsch und auch bei der Versicherung kann man in Ruhe entscheiden, was die beste Variante ist. Geben Sie den Wagen immer vollgetankt zurück, wenn Sie nicht die von der Autovermietung festgelegten Spritpreise zahlen möchten – die liegen nämlich deutlich über dem, was Sie an der Tankstelle zahlen.

Sie erkunden den Urlaubsort lieber in Taxi, Rikscha oder mit einem einheimischen Reiseführer? Buchen Sie diese Touren am besten bei offiziellen Stellen oder bitten Sie im Hotel um Unterstützung. Denn das scheinbar günstige Angebot, das Ihnen ein Unbekannter auf der Straße macht, könnte nach der Tour im Geschäft eines guten Bekannten des Fahrers enden. Dort sollen Sie zu völlig überhöhten Preisen einkaufen. Lehnen Sie das ab, kann Ihr Fahrer plötzlich recht unfreundlich werden. Trotzdem: Lassen Sie sich nicht nötigen, etwas zu kaufen, was Sie nicht haben wollen.

Vielen Dank für die Blumen?

Das gilt übrigens auch für die Blumenverkäufer, die Ihnen mittlerweile fast überall begegnen. Wer schon mal in Rom war, kennt das: Auf der Spanischen Treppe oder auch im Restaurant kommt jemand und „schenkt“ Ihnen eine Rose. Aber natürlich hat er ja auch Unkosten und bittet Sie um ein „kleines Gegengeschenk“ von z.B. 5 Euro. Am besten nehmen Sie die Blume erst gar nicht an.

Das liebe Geld

Ohne Bargeld kommt man mittlerweile auch an entlegensten Orten dank Kreditkarten gut klar. Der Einsatz hat viele Vorteile: Sie schleppen nicht unnötig viel Bargeld mit sich herum, können ggf. betrügerische Umsätze nach Ihrem Urlaub reklamieren und bei einem Verlust die Karte sofort sperren lassen. Passen Sie beim Bezahlen aber auf, dass der Verkäufer Ihre Karte nicht mit in einen Nebenraum nimmt.

Beim Bargeldabheben achten Sie darauf, dass der Geldautomat nicht manipuliert wurde. Bevor Sie Ihre Karte einstecken, schauen Sie kurz nach Kameras oder ob das Tastaturfeld für die PIN-Eingabe ggf. aufgesetzt wurde.

Teure Urlaubsfotos

Ein Fotoalbum vom Paris-Urlaub ohne Eiffelturm bei Nacht oder die Glaspyramide des Louvre? Das Fotobuch vom verlängerten Wochenende in Moskau ohne die Zwiebeltürme des Kreml? Darüber sollten Sie tatsächlich nachdenken, denn sonst könnte es teuer werden. In Russland droht eine Geldstrafe für das Fotografieren öffentlicher Gebäude – so auch auf dem Roten Platz in Moskau. In Paris wiederum geht es um die Urheberrechte am fotografierten Objekt. Der inzwischen 100-jährige Architekt der Glaspyramide am Louvre hat die Urheberrechte daran und verdient an jedem Foto mit. Das ist übrigens auch der Grund dafür, dass das Selfie mit dem Eiffelturm bei Tag kein Problem ist: Weder Gustave Eiffel noch der Architekt Sauvestre können ihr Urheberrecht geltend machen. Der Künstler der Lichtkonstruktion wiederum lebt noch – und somit sind Fotos des erleuchteten Wahrzeichens strengstens verboten. Trotzdem hat aber nicht jeder recht, der Sie beim Fotografieren eines berühmten Gebäudes abkassieren will. Informieren Sie sich also am besten vorher, ob es beim Fotografieren im Urlaubsland irgendwelche Einschränkungen gibt.

Zum Schluss ein paar generelle Tipps:

  • Informieren Sie sich vor dem Urlaub über die Gepflogenheiten und Verbote vor Ort.
  • Vorsicht vor Taschendiebstählen: Verstauen Sie Ihre Wertsachen sicher und nicht im obersten Fach des Rucksacks. Nehmen Sie nur so viel Bargeld mit, wie sie heute brauchen, und stecken Sie Ihre Karten in verschiedene Taschen – oder lassen Sie gleich eine Karte im Hotelsafe. Auch für Ihr Handy ist die Hosentasche nicht der sicherste Ort. Und falls Sie jemand Unbekanntes anspricht, seien Sie einfach aufmerksam.
  • Beugen Sie für den Notfall vor: Kopieren Sie Ihre Ausweispapiere und nehmen Sie wichtige Telefonnummern mit. Sollte irgendetwas mit Ihren Karten sein, rufen Sie jederzeit unsere 069 / 34 22 24 069 / 34 22 24 an.

Und jetzt heißt es: Eine gute Reise und genießen Sie Ihren Urlaub!

Autor: Kerstin Strube & Sandra Fischbach

Aktualisiert am 02.01.2018


Ihre Meinung

Kommentare (7)


Kommentare

Gartenzwerg

22.08.2017

"In Paris stehen Preis und Fahrscheinart nämlich nicht auf dem Ticket." Das ist schlichtweg falsch: Auf den Tickets des Pariser ÖPNV das durchaus drauf – wohl auch, um eben dieser Gefahr zu begegnen. Beste Grüße von dort!


Andreas

20.07.2017

Bezahlen mit der Kreditkarte und Geldabheben mit der Kreditkarte immer in lokaler Währung. Hier damit rechnen dass Verkäufer und Bankautomaten stark Druck machen in Heimatwährung zu zahlen. Die Aufschläge können 10 % ausmachen.


ING-DiBa

05.07.2017

Hallo Stefan, aktuell ist das bei uns nicht geplant. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Stefan

30.06.2017

A propos Urlaub. Z.B. Frankreich und das Vereinigte Königreich nutzen das Offline-PIN-Verfahren, das die DiBa-VISA (wie einige andere Karten aus DE) leider nicht unterstützt. Daher verwende ich dort eine der deutschen Karten, die auch das Offline-PIN-Verfahren unterstützen, denn Belege unterschreiben ist zeitintensiv und irgendwie "90er" ;)
Wird die DiBa das Offline-PIN-Verfahren irgendwann einführen?


Kurt

27.06.2017

"Sollte irgendetwas mit Ihren Karten sein, rufen Sie jederzeit unsere 069 / 34 22 24 an."
Und aus dem Ausland " +49 ohne die 0 in der Vorwahl "

Kurt


Wolfgang Oehmichen

25.06.2017

Ich kann das nur bestätigen - wir sind vor kurzem in Mallorca auf einem Parkplatz am Strand ausgeraubt worden - Geld, Schmuck, Handys, Geldkarten, Ausweise, Führerschein, alles weg. Gestohlen aus dem verschlossenen Mietauto - ohne Einbruchsspuren. Sofort im Hotel gemeldet, Protokoll ausgefüllt (macht Hotel), danach zur Polizei, dieses Protokoll unterschrieben - das wars (für die Polizei ganz locker). Mit diesem Protokoll konnten wir ohne Probleme nach Hause fliegen - auch am Flughafen war so etwas "nichts Besonderes". Normalerweise haben wir nicht alles mit, aber wir waren auf einem Tagesausflug und das Baden war nur der kühlende Abschluß. Ganz sicher sind wir beobachtet worden. Trotzdem - Mallorca ist wunderschön und sieht uns wieder!


notting

24.06.2017

"Sicher surfen im Urlaub"
- Doof, wenn man dann einem Funkloch sitzt bzw. der Empfang im Gebäude zu schlecht.
- Man kann sich auch absichern, in dem man ein VPN-Dienst nutzt (geht ggf. sogar über den heimischen Router, nur ist dann der Upstream der Flaschenhals) _und_ den Verbindungsaufbau abbricht wenn eine Man-in-the-middle-Warnung bekommt.
- Viele Leute haben noch so alte Handy-Tarife, dass es keine brauchbaren Datentarife gibt (von den teuren Minutenpreisen mal ganz zu schweigen) -> eine Umstellung auf einen neuen Tarif kann etwas dauern, also auch wenn der Urlaub erst in ein paar Wochen ist, _jetzt_ drum kümmern dass man dann recht einfach kurzfristig die eigentl. Daten-Tarifoption buchen kann.

"Ohne Bargeld kommt man mittlerweile auch an entlegensten Orten dank Kreditkarten gut klar. Der Einsatz hat viele Vorteile: Sie schleppen nicht unnötig viel Bargeld mit sich herum, können ggf. betrügerische Umsätze nach Ihrem Urlaub reklamieren und bei einem Verlust die Karte sofort sperren lassen."
Wieso steht dann in meinem IngDiba-Girokonto, dass alle Kartenzahlungen mit PIN nicht zurückgegeben werden können?!

"Sollte irgendetwas mit Ihren Karten sein, rufen Sie jederzeit unsere 069 / 34 22 24 an."
Bisschen mitdenken schadet nicht -> im Ausland geht die Nr. nicht, i.d.R. auch mit einer dt. SIM-Karte...

notting