Firmen im Corona-Modus

Mit kreativen Lösungen aus der Krise | 10.09.2020

Geld, das von Himmel fällt?

Traurig und missmutig im Krisenmodus verharren oder fröhlich und mutig aufbrechen zu neuen Zielen? Viele Unternehmen entscheiden sich für Letzteres. Dabei zeigen sie mitunter viel Kreativität.

Mit kreativen Lösungen raus aus der Krise: Unternehmen stellen Produktion um
 
Die Lage ist ernst, sehr ernst. Denn das Coronavirus hat es in sich. Es stellt vieles im Leben auf den Kopf, es ist hochansteckend und es bedroht Existenzen. Ist lachen in diesen Tagen also verboten? Nein. Mit einer Prise Humor geht alles ein bisschen leichter. Lustig sein allein reicht derzeit aber nicht: Auch Flexibilität und Kreativität helfen, die Krise zu meistern. Das gilt vor allem für Unternehmen. Viele schlugen neue Wege ein und stellten infolge der Pandemie ihre Produktion um: Auf Desinfektionsmittel statt Schnaps (zum Beispiel der Spirituosenhersteller MBG) oder Atemschutzmasken „mit lässigen Prints und coolen Mustern“ statt Dessous und Boxershorts (Mey). Eine Auswahl mit weiteren Beispielen:

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Einen Hygienehaken bitte!

Her mit dem Hygienehaken: Mit ihm lassen sich Türklinken benutzen, Lichtschalter drücken und Halteknöpfe in Bussen und Bahnen betätigen. Anbieter dieses Produkts ist der Kunststoffverarbeiter Böhm Plast-Technology aus Neuenrade im Sauerland. Der Haken lässt sich übrigens nach Unternehmensangaben auch an der Stange eines Einkaufswagens fixieren – womit der Wagen ohne direkten Kontakt durch den Supermarkt geschoben werden kann.

Handfrei-Türöffner „Clean 4 Health“

Oder wie wär’s mit dem Handfrei-Türöffner „Clean 4 Health“? Mit dem lassen sich Türen zum Beispiel auf öffentlichen Toiletten mühelos mit dem Unterarm oder Ellenbogen öffnen. Die Weitergabe von Viren über die Hände wird so eingedämmt, das Risiko, sich mit Corona-, Grippe- oder Magen-Darm-Viren zu infizieren, sinkt. Entwickelt hat das Produkt das Unternehmen Jäger Direkt, das übrigens auch transparente Trennscheiben namens „Tröpfchenschutz“ anbietet.

„Desi-Gin“ – zum Trinken und zum Desinfizieren

Angesichts der Corona-Pandemie nach wie vor sehr gefragt sind Desinfektionsmittel. Hergestellt wird es von vielen Anbietern – unter ihnen ist einer, der ein ganz spezielles offeriert: „Desi-Gin“ ist ein Desinfektionsmittel, das man auch trinken kann. 71,7 Prozent Alkoholgehalt hat das Produkt der ReichsPost Bitter Manufaktur in Bad Homburg. Nicht nur, dass er nach Herstellerangaben Deutschlands stärkster Gin ist. „Desi-Gin“ ist auch ein „nachweislich wirksames antibakterielles und viruzides Desinfektionsmittel zur Hand- und Flächenbehandlung“. Und eben „zur aromatischen Mund- und Rachenspülung“.

Schutzmasken in Form von Kaffeefiltern

Auch der Kaffeefilter-Hersteller Melitta zeigt sich in der Not erfinderisch. Das Unternehmen im westfälischen Minden produziert nicht mehr ausschließlich Kaffeefilter, sondern auch medizinische Schutzmasken. Natürlich in Form seiner Filtertüten. Damit will die Melitta Group einen Beitrag zur Versorgung mit dringend benötigten Atemmasken leisten.

Corona-Test im eigenen Auto

Für den Corona-Test zum Arzt? Das muss nicht sein. Es geht auch im eigenen Auto. Diese Idee hatte der Industrie-Dienstleister BoKa Automatisierung aus Unterfranken. Das Unternehmen entwickelte eine vollautomatische Anlage, bei der der Autofahrer vorfährt. Und so funktioniert es: Der Autofahrer greift durch das Seitenfenster seines Fahrzeugs und weist sich über ein Tablet an der Anlage aus. Dann bekommt er von einem Roboterarm ein Teströhrchen überreicht. Per Video wird der Autofahrer darin eingewiesen, wie er die Probe bei sich selbst zu entnehmen hat. Anschließend gibt er das Teströhrchen automatisiert zurück. Später erhält jeder Teilnehmer telefonisch das Ergebnis. Der Clou: Es wird kein medizinisches Fachpersonal zur Probeentnahme benötigt – ein Roboter kümmert sich!

Ein Roboter zum Desinfizieren

Apropos Roboter: In chinesischen Krankenhäusern ist er schon im Einsatz, bald könnte das auch in deutschen Kliniken der Fall sein: Ein Desinfektionsroboter. Die Firma Siemens hat ihn in China entwickelt. Das Gerät ist mit einer Lithiumbatterie sowie Doppel-Zerstäubungspistolen ausgestattet. Der Roboter kann in 60 Minuten eine Fläche von bis zu 36.000 Quadratmetern desinfizieren. Und zwar selbstständig.

Per App ein leeres Wartezimmer suchen

Besucheraufkommen intelligent steuern. Das ist die Mission des Flensburger Start-ups Atodo. Regulär hat sich das Unternehmen dem Ziel verschrieben dafür zu sorgen, dass Restaurants optimal ausgelastet sind. Jetzt gibt es eine neue Software des Hauses. Sie heißt Doctodo – und will den Zustrom von Patienten in Wartezimmern regeln. So werden Andrang und Ansteckungsgefahr reduziert.

Autor: ING


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