ING-Studie: Corona und Nachhaltigkeit

Mehr Bewusstsein für Klima und Umwelt durch Corona? | 10.08.2020

Geld, das von Himmel fällt?

Nachhaltigkeit liegt im Trend – auch oder gerade in Corona-Zeiten. Vielen Menschen ist das Thema wichtiger geworden. Das berichten auch Teilnehmer einer ING-Umfrage.

Bahn fahren statt fliegen, plastikfrei einkaufen, Lebensmittel mit einem Öko-Siegel essen, weniger Fleisch auf den Teller packen, insektenfreundlich gärtnern: Eine nachhaltige Lebensweise lässt sich in vielen Bereichen umsetzen. Für immer mehr Verbraucher wird Nachhaltigkeit ein relevantes Thema, nicht zuletzt die Proteste der Fridays-for-Future-Bewegung haben sie aufgescheucht.

Dank der Krise mehr Zeit zum Nachdenken

Zwar hat die Corona-Pandemie die wöchentlichen Demos auf den Straßen und Plätzen vorerst zum Stillstand gebracht, wie auch zeitweise das öffentliche Leben im Allgemeinen. Doch viele Leute kamen dadurch mehr oder weniger zwangsläufig zur Ruhe – und auch zum Nachdenken über mehr Nachhaltigkeit? Die ING befragte 1.005 Menschen ab 18 Jahren und erfuhr unter anderem:

  • „Ich denke ernsthaft über die gesundheitlichen Auswirkungen meiner Einkaufs- und Konsumentscheidungen nach“ – von 27,8% der Befragten, die dieser Aussage zustimmten, erklärten 8,8%, dass dies für sie aktuell noch relevanter sei als vor der Corona-Pandemie.
  • „Ich treffe Entscheidungen für Reisen und Transport, die für die Umwelt nachhaltiger sind“ – diese Aussage konnten 22,5% der Befragten voll unterschreiben; darunter 7,9% Frauen und Männer, die angaben: „Mehr als vor Corona“.
  • „Ich konzentriere mich mehr auf den Kauf von Bio-Produkten von lokalen Bauern oder Geschäften“ – rund jeder fünfte Befragte (18,6%) fand dies für sich zutreffend; 7,6% signalisierten ebenfalls Zustimmung, mit dem Zusatz: „Mehr als vor Corona“.

Beim Geldanlegen Klima und Umwelt im Blick

Übrigens: Auch beim Geldanlegen kann man etwas in Sachen Nachhaltigkeit tun. Solche Anlageprodukte stoßen offenbar zunehmend auf Interesse. Auch das ist ein Ergebnis der aktuellen ING-Umfrage:

  • „Ich interessiere mich für Bankprodukte, die eine grünere und nachhaltigere Zukunft unterstützen“ – das gaben 17,9% der Befragten an; unter ihnen war ein Anteil von 6,1%, die die Aussage „Mehr als vor Corona“ machten.

Siegel bieten Orientierung

Gesa Vögele vom Corporate Responsibility Inferface Center (CRIC), einem Verein zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit bei Geldanlagen, ist überzeugt: „Die Anzeichen sind günstig, dass auch immer mehr private Anleger auf nachhaltige Finanzprodukte setzen.“ Das können zum Beispiel entsprechende Investmentfonds sein. Manche Produkte sind mit Siegeln ausgezeichnet. Sie bieten Interessierten eine Orientierung, welche nachhaltigen Kriterien das jeweilige Produkt konkret erfüllt.
 
Zu den Siegeln, die es bei nachhaltigen Geldanlagen gibt, gehören etwa

Wer sich für nachhaltige Finanzprodukte interessiert, kann sich über die Datenbank nachhaltiges-investment.org informieren. „Man kann sie nach vielen Ausschlusskriterien filtern“, sagt Vögele. So können Interessierte herausfinden, ob das jeweilige Finanzprodukt den eigenen Nachhaltigkeitsanforderungen genügt. Weitere Informationen zum Thema nachhaltige Geldanlagen finden Sie auch hier.

Zur Studie

Die repräsentativ Befragung wurde durch das Institut Ipsos im Zeitraum 16. bis 24. Juni 2020 durchgeführt. In Deutschland wurden 1.005 Teilnehmer befragt.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (15)


Kommentare

Hermjard

01.09.2020

@Rene: Dass Öl produziert wird, ist neu für mich - bislang dachte ich, dass das Öl aus der Erde gefördert und verarbeitet wird. Aber vielleicht bin ich da einfach nur einer Lobby-Information der Verbrenner Industrie auf den Leim gegangen.

Was man jedoch mittlerweile tatsächlich produzieren (besser: synthetisieren) kann, ist konventioneller Motortreibstoff aus Sonnenenergie, CO2 und Wasser (rein chemisch, ohne den energieverschwenderischen Zwischenschritt "Strom"). Vielleicht sollten Sie sich tatsächlich mal auf den Seiten der E-Mobilitätsskeptiker herumtreiben, anstatt nur anderen diese Empfehlung zu geben. Und bevor Sie einwenden, dass dann ja wieder der "Dreck" aus dem Auspuff kommt, nein: Dieser Treibstoff ist im Gegensatz zum verarbeiteten Öl absolut rein und verbrennt somit zu den Bestandteilen, aus denen er gemacht wurde.

Aber dann könnte man ja keine neuen E-Motoren und neuen E-Autos verkaufen und bräuchte keine Abwrackprämien mehr - wer redet hier der Autoindustrie das Wort?

Wenn Sie das nächste Mal zufrieden mit ihrem E-Auto 100 km weit fahren, bevor Sie wieder stundenlang "tanken" müssen (im Winter häufiger), überlegen Sie doch mal kurz, wo Ihr Strom herkommt, wieviel Energie beim Wechsel der Energieform verlorengeht, und wie sehr die Automobilhersteller die Stromverbrauchanzeigen ihrer E-Autos manipulieren (s. entsprechende ADAC-Studie mit 15 E-Modellen), so wie sie zuvor die Abgasausstöße manipuliert haben.

In einem haben Sie Recht: H2-Brennstoffzellen brauchen wir genauso wenig, wie E-Autos.


Siggi Sorglos

30.08.2020

Hahaha, Deutschland hat mehr als 1000 „Siegel“ auf allem und für jedes und die meisten sind BULLSHIT! Aber die ING hat bestimmt das einzig wahre, aufrichtige, geprüfte und von Greta und Luisa gesegnete für ihre Produkte. Danke, aber nein danke.


Regine

29.08.2020

Wir haben schon Jahre vor der Coronapandemie unseren Garten insektenfreundlich bepflanzt, wenig Fleisch gegessen und uns so natürlich wie nur möglich ernährt. Klasse fand ich dass aufgrund von Homeoffice weniger Autos unterwegs waren. Vor 3 Jahren hatte ich die Grünen (Partei) diesbezüglich auch schon mal angefragt inwieweit man aus Umweltschutzgründen denn Homeoffice in die Agenda mal mit aufnimmt, aber einen negativen Bescheid erhalten. Da muss dann tatsächlich mal ein schlimmer Virus kommen und dann ist es die SPD die Homeoffice installieren möchte.


Joe

27.08.2020

@Monika: Super formuliert!


Monika

26.08.2020

@ Herr Schütze, ja, wir sind abhängig von Essen - und Trinken (das hatten Sie vergessen). Seit es uns gibt. Und das sind für Sie Drogen, mit anderen Worten Suchtmittel.
Also sollen wir jetzt nichts mehr kochen, backen usw., weil unsere Nahrung sonst nicht mehr „urkosttauglich“ ist und der hinreichende Abgleich mit der Natur fehlt.
Das verstehe, wer kann. Ich verstehe es nicht. Es tut mir leid, dass ich Sie mit meiner ansonsten recht überlegten Nahrungsaufnahme weiterhin gefährde. Auch, wenn ich nicht weiß wodurch.


Erhard Schütze

24.08.2020

Wir melden: keine "aufgrund der Corona-Pandemie nachhaltigeren Konsumentscheidungen". Entscheidend für die Heilung der Erde und den perfekten Schutz vor Infektionen aller Art ist die Urkosttauglichkeit. Also der hinreichende Abgleich mit der Natur. Wer seine Nahrung kocht, backt, brät, ist essdrogenabhängig und gefährdet sich und alle.


Rene

20.08.2020

@Andy
es ehrt Sie natürlich, wenn Sie bei der Gartengestaltung und der Ernährung nachhaltig handeln. Ob aus Überzeugung oder Gewohnheit, gut informiert sein gehört mit dazu.
Ihre Ausführungen zum Thema "sauberer" Diesel , E-Auto, CO2 Bilanz, Ladestationen sind mittlerweile als Lobby-Informationen der Verbrenner Industrie zu betrachten und halten keiner aktuellen Studie/Einschätzung mehr Stand. Wenn Sie sich die Mühe machen aktuelle Informationen zu suchen, werden Sie - auch auf Seiten der E-Mobilitätsskeptiker - fündig werden und Ihre Meinung vielleicht überdenken. Gerade eine Betrachtung der "Well to Wheel", die alle Produktionsschritte des Öls und den Energieaufwand dafür betrachtet lässt Zweifel an der bisherigen Darstellung der "modernen, sauberen Verbrenner" aufkommen. Auch H2 ist keine Alternative für den Individualverkehr. Vielleicht begegnen wir uns mal an einer Ladestation, egal mit welchem BEV, es ist sinnvoller als jeder Verbrenner. Einen schönen Tag noch und Gruß an die Bienen.


Malcolmix

18.08.2020

@Stefan - da fragt man sich manchmal schon, was "dümmlich" ist, um Ihre Wortwahl mal zu übernehmen. Ein Gaspipelineprojekt, welches Russland mit aller Macht durchsetzen will und welches so ziemlich alle europäischen Staaten ablehnen. Ökonomisch und ökologisch komplett sinnlos, aber wenn Schröder, Warneck & Co. profitieren. Da paßt Ihr Kommentar "dümmliche Eigenliebe" auch sehr schön.

Worum gehts noch mal bei North Stream 2? Polen und die Ukraine isolieren? Also ein politisches Ziel. Welches man in Deutschland nicht sehen will.


Joe

18.08.2020

Nur noch wenige Prozent der Wissenschaftler zweifeln, dass der Klimawandel zumindest zum Teil menschengemacht ist. Georg Köhler, ihre Ansicht steht so ziemlich alleine da, neben Donald Trump, der das auch behauptet.
Und lieber Benedikt, was ist daran egoistisch, wenn man eine CO2-Steuer fordert, die unmäßigen Energieverbrauch etwas teurer macht und dadurch lenkt? Vielleicht kann man dann keinen großen SUV mehr fahren, das ist richtig. Aber lieber gebe ich mein Geld zur Vorbeugung aus als zur Reparatur (Wohngebäudeversicherung wird immer teurer wegen Stürmen, Gesundheitskosten werden teurer, mein kleines Waldstück geht kaputt, meine Bäume verdorren etc).
Die großen Energiekonzerne haben von ca 1995 bis nach 2010 auch alles torpediert, was irgendwie erneuerbar klang. Die Realität hat sie eingeholt, sie haben große Verluste gemacht und mussten sich radikal umbauen. Der Autoindustrie wird genau dasselbe blühen, sie haben auch viel zu lange blockiert und die Politik/das Umweltministerium/das KBA eingelullt und wollten so weitermachen wie bisher. Sie werden noch Probleme bekommen.
Deutschland stellt vielleicht nur 1% der Weltbevölkerung, aber mehr als 2% des Energieverbrauchs und stellt ca 15% der Autos der Welt her (Wikipedia: ca 100 Mio Neuzulassungen, VW alleine baut ca 10 Mio weltweit). Bei Lkws wird es ähnlich sein, în allen westlichen Kontinenten kommen deutsche Hersteller mit ihren Beteiligungen auf ca 20%. Wir sind also nicht ganz unbeteiligt.


Stefan

17.08.2020

Nicht kluge Umwelt(sichtige) Politiker regieren diese Welt. Nach wie vor ist die Profilierungssucht Ratgeber der täglichen politischen Entscheidungen. Die transatlantischen Ungereimtheiten (z.B. die Erpressung der Stadt Sassnitz) ein Ausdruck dümmlicher Eigenliebe. Ein Beweis mehr welches die Studie nicht erfasst und auch nur im Kaffeesatz fischt. Die Umweltfraktionen dieser Welt sollten weniger hysterisch auftreten statt dessen mehr Einfluss auf die Auswahl der Kandidaten nehmen, die als Präsidenten ihre Länder regieren wollen. Wenn diesbezüglich sich nicht's ändert gehen wir Alle den Bach runter.
Fridays for Future hat bis heute noch nicht bewiesen wie sie demnächst 9 Milliarden Menschen auf diesen Planten Ernähren und eine zielbewusste bezahlbare Tätigkeit gewähren. Die Straße ist keine Lösung und das glit für alle politischen Strömungen.


Benedikt

17.08.2020

Das sind suggestive Fragen.
Fridays for Future will alles teurer machen (CO2 Steuer). Das ist nicht nachhaltig. Das ist egoistisch und zerstört unsere Lebensgrundlage


Andy

16.08.2020

Das ist alles richtig, ich investiere auch nachhaltig das habe ich schon vor 20 Jahren gemacht. Mein Garten habe ich so gestaltete das die Insekten Reichhaltig ernähren können.
Obst und Gemüse, Fleisch habe ich aus Bio bezogen, hat mich oft nicht überzeugt.
Aber realistisch wird die Zukunft so aussehen. Ich fahre kein Zug überfühlt und unpünktlich.
Habe mir ein fast Neuwagen (Diesel ) gekauft, weil die Umweltbelastung wesentlich geringer ist, als bei einem E-Auto durch eine sehr große Umweltbelastung bei der Herstellung der Batterien.
So gut wie keine Infrastruktur Lade -Säulen und mit deinem Hausstrom kannst du Kleinwagen laden mehr nicht. Der Ladestrom für größere kostet wesentlich mehr. Wo kommt heute noch der Strom her. Atom, Kohle, Wind, Solar.
Wir brauchen ein neues Stromnetz von Norden - Süden wird mind. 10 Jahre die Rechtsstreitigkeiten dauern.
Politisch steht die Erde Kopf und ist krank und was kostet schon Geld.
Meine Meinung, ich gehöre nicht zu den ausgebeuteten Bürgern ich halte mich an die Gesetzte kann sehr realistisch denken, Arbeite und verdiene Geld an der Börse für meine Altersvorsorge.
In 5 Jahren hoffe ich nicht das wir wieder da sind wie vor Corona, aber so wird es kommen.


Georg Köhler

14.08.2020

1. Gibt es keine Klimakrise - Es sind natürliche klimatische veränderungen - die auch nicht vom menschen verursacht sind - es gibt bis heute keinen Wissenschaftlichen Beleg das irgend etwas beweist das CO2 ein Klimakiller ist. Das ist CO2 kann kein Mensch der welt sparen. CO2 ist natürlicher Bestandteil der Natur und kann nicht weggespart werden. Diesen Unsinn muss ich mir jetzt schon 30 Jahr anhören - Seit 30 Jahren haben wir in Deutschland und nur innerhalb Deutsschland dies Klima-Krisen Propaganda. Ist ihnen noch nicht aufgefalllen das wir schon seit 30 Jahren überall katastrophen haben. Aber zur Arbeit gehen müssen wir nachwievor- uns alles funktioniert wie gehabt ausser das alles überproportional teuerer wird und wir immer mehr einschränkungen in unserem Leben habe.


Lars

14.08.2020

Wenn jemand auf die Frage "Treffen Sie aufgrund der Corona-Pandemie nachhaltigere Konsumentscheidungen?" mit "[x] Nein, das mache ich nicht" antwortet, heißt dass dann, dass der Person der Planet egal ist und sie keine nachhaltigen Konsumentscheidungen trifft? ... vielleicht hat sie auch schon immer auf Nachhaltigkeit geachtet.


johansson

14.08.2020

Ihre Frage ist möglicherweise nicht "optimal" formuliert. Als Konsument versuche ich schon lange, mich möglichst "nachhaltig" zu verhalten. Aber "aufgrund der C-Pandemie" ändere ich nichts zusätzlich. Das eine hat mit dem andern bei Licht betrachtet nichts zu tun. Sonst sind wir bald in der Nähe der s. g. "neue Normalität", die uns fragwürdige Obrigkeiten gerne einreden möchten. Die jetzigen Zustände möchte ich als Bürger und Wähler nicht zur Normalität haben.