Corona-Krise

Wie Sie sich gegen Betrüger und Falschmeldungen wappnen können | 20.03.2020

Würden Sie Haustürbetrüger erkennen?

Das Coronavirus ruft auch Betrüger auf den Plan. Mit Fake News (engl. für Falschmeldungen) in sozialen Medien und in privaten Chatrooms schüren sie Angst und Verunsicherung. Auch gefälschte Mails sind im Umlauf.

Nicht in Panik verfallen, wachsam sein. Und eine gesunde Skepsis an den Tag legen. Das ist wichtig angesichts all der Falschnachrichten, die derzeit in Bezug auf das Coronavirus im Netz kursieren und sich in Windeseile verbreiten. Zwar bemühen sich seriöse Quellen, eine Lüge schnell zu widerlegen und aus der Welt zu räumen. Doch kaum ist das geschehen, gibt es auch schon die nächste Falschnachricht.
 
Ein paar Beispiele:

  • „Arbeiten verboten“: Zuletzt kam die Nachricht in den Umlauf, dass ab sofort in allen deutschen Unternehmen untersagt sei, in irgendeiner Form tätig zu sein. Die meisten dürften nach kurzer Zeit gemerkt haben, dass das völliger Blödsinn ist. Aber zunächst einmal sorgte diese Meldung für Aufruhr.
  • „Chlordioxid trinken“: Teilweise wird es sogar richtig gefährlich. So wabert der Tipp durchs Netz, man solle Chlordioxid trinken, um dem Virus den Garaus zu machen. Auch das werten Experten als groben Unfug. Denn Chlordioxid ist eine ätzende Bleich-Chemikalie, die beim Trinken den Körper schädigt.
  • „Zwiebel aufschneiden“: Im Vergleich dazu hört sich diese vermeintliche Empfehlung, die im Internet die Runde macht, eher harmlos an – und trotzdem ist sie absoluter Humbug: Man solle eine aufgeschnittene Zwiebel in die Wohnung legen. Sie ziehe den Erreger wie ein Magnet aus der Luft.

Auch vor Phishing schrecken Betrüger nicht zurück

Betrüger gehen in Corona-Krisenzeiten mitunter auch noch einen Schritt weiter – und wollen mehr als Angst schüren. In den USA wurden folgende Fälle bekannt:

  • Da gibt es Mails, deren Absender vermeintlich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sein soll. Die Empfänger werden aufgefordert, für weitere Informationen einen Link anzuklicken oder einen Dateianhang zu öffnen. Wer dem folgt, lädt sich Viren herunter, mit denen die Unbekannten sensible private Daten ausspähen.
  • Auch Fake Shops (engl. für betrügerische Onlinehändler) haben Hochkonjunktur. In Zeiten, in denen Desinfektionsmittel und Atemschutzmasken für Privatpersonen vielerorts ausverkauft sind, nutzen Betrüger die Lage schamlos aus und bieten diese Produkte online an. Nach der Bezahlung erhält der User aber keine Ware.
  • In anderen Fällen stellt die WHO als angeblicher E-Mail-Absender Empfängern eine „aktualisierte Liste mit neuen Corona-Fällen rund um Ihre Stadt“ in Aussicht – falls sie beigefügten Link anklicken. Auf der Seite, die sich dann öffnet, zeigt sich eine täuschend echt aussehende Microsoft-Outlook-Seite, auf der User ihren E-Mail-Login und ihr Passwort preisgeben sollen. Diese Seite ist ein Fake und verfolgt ausschließlich das Ziel, an Nutzer-Daten zu gelangen.
  • Ebenfalls per Mail trudeln Nachrichten ein, die auf Anleger auf den ersten Blick sehr vielversprechend wirken. Satte Renditen in kurzer Zeit sollen drin sein, wenn man jetzt nur möglichst schnell Aktien von Unternehmen kauft, die mit Medikamenten zur Behandlung des Coronavirus kurz vor dem Durchbruch stehen. Bei dieser Masche „raten“ die Betrüger zu Billigaktien unter einem Euro (Pennystocks), die sie zuvor massenweise eingekauft haben. Gutgläubige sollen die Aktien kaufen und damit den Kurs hochtreiben. Die Betrüger machen Kasse, dann platzt die Mini-Blase. Die Folge: Die Geschädigten bleiben mit Verlusten auf wertlosen Aktien sitzen.
  • Gleiches gilt auch für vermeintlich verlockende Kreditangebote. Menschen, denen durch die aktuelle Ausnahmesituation ihr Einkommen wegbricht, werden mit billigsten Krediten geködert, die es in der Realität nicht gibt. Ziel der Betrüger ist nur, ihre persönlichen Daten zu sammeln.
  • Bekannt sind auch Fälle von angeblichen Wohltätigkeitsorganisationen, die per Mail vorgeben, Spenden zu sammeln – für Projekte im Kampf gegen das Coronavirus. In der Mail ist auch gleich ein Bankkonto angegeben, auf das der Empfänger Beträge überweisen soll. Aber die Mail ist ein Fake, das Geld landet nicht bei einer Wohltätigkeitsorganisation, sondern bei Betrügern.

Wie Sie sich vor Fake News und Betrügern schützen

Keine Frage, die Lage ist ernst. Auch wenn rund um COVID-19 derzeit noch vieles unklar ist: Bleiben Sie kritisch und misstrauisch, wenn Sie etwas im Zusammenhang mit dem Coronavirus von inoffizieller Seite hören oder lesen.

  • Bewahren Sie einen kühlen Kopf, wenn Sie in Chatrooms, Foren, sozialen Medien oder Blogbeiträgen etwas Neues zum Coronavirus mitbekommen. Nehmen Sie sich die Zeit und setzen Sie sich ein paar Minuten in Ruhe hin. Überlegen Sie – vielleicht gemeinsam mit Ihrem Partner oder Kollegen –, wie plausibel das sein kann, was gerade verbreitet wurde. Seien Sie nicht leichtgläubig, sondern checken Sie das, was Sie mitbekommen haben, bei seriösen Quellen. Das können beispielsweise die Webseiten des Robert Koch-Instituts (RKI) oder des Bundesgesundheitsministeriums sein.
  • Sollten Sie eine E-Mail erhalten, deren Absender sich etwa als WHO oder als eine Behörde in Deutschland ausgibt, beachten Sie folgende Hinweise:
  • Schauen Sie sich die Absender-Adressen genau an. Konkret können Sie dies mithilfe des Mail-Headers einer Mail tun. Je nach Programm geht das über das Menü „Ansicht“ oder „Optionen“. Findet sich im Header eine kryptische E-Mail-Adresse, ist das in aller Regel ein Warnhinweis.
  • Was früher als eindeutiges Indiz galt, ist heute oft nicht mehr der Fall: Phishing Mails lassen sich nicht mehr immer durch offensichtliche Rechtschreibfehler identifizieren.
  • Klicken Sie nie vorschnell auf Dateianhänge oder Links.
  • Seriöse Absender einer Mail fordern niemals persönliche Daten an.
  • Phishing Mails sofort löschen
  • Gehen Sie nicht auf E-Mails ein, in denen Ihnen Absender Aktien anbieten, mit denen Sie angeblich in kurzer Zeit viel Geld verdienen. Vertrauen Sie bei Ihrer Geldanlage seriösen Anbietern und lassen Sie sich im Zweifelsfall von Fachleuten beraten.
  • Wenn eine – womöglich vermeintliche – Wohltätigkeitsorganisation Sie per Mail um eine Spende bittet, dann nehmen Sie bitte erst mit dieser Organisation Kontakt auf und fragen nach, ob tatsächlich ein Spendenkonto zu dem angegebenen Zweck existiert. So gehen Sie auf Nummer sicher, dass Sie kein Geld an Betrüger überweisen.

Ruhe bewahren und Fakten prüfen

Manche in Chatrooms oder sozialen Medien verbreiteten Fake News wollen glauben machen, dass die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung die Entwicklung von SARS-CoV-2 finanziert haben soll. Oder etwa, dass das Virus in einem Labor im chinesischen Wuhan gezüchtet und anschließend freigesetzt wurde. Auf solche und andere Lügengeschichten fallen viele User zumindest zeitweise herein und nehmen sie für bare Münze. Was wohl daran liegt, dass aktuell in puncto Coronavirus so vieles ungewiss ist. Wir empfehlen Ihnen: Lassen Sie sich nicht von den unzähligen Falschmeldungen aufs Glatteis führen und prüfen Sie auffällige Infos lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Bleiben Sie gesund.

Ihre Meinung zählt!

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (9)


Kommentare

ING

29.04.2020

Hallo Russel, danke für Ihren Hinweis. Tatsächlich ist das aber keine Phishing Mail, sondern eine Aktion, die wir heute gestartet haben. Schauen Sie gern einmal hier: www.ing.engagementportal.de/ Viele Grüße und bleiben Sie gesund, Ihr Social Media Team


Russel

29.04.2020

Guten Tag,
ich hab grad eine (Pishing?) Mail gelöscht. Ist schon sehr dreist. Fast wär ich darauf reingefallen.
Mail von: norply@info.ing.de
Betreff: Sie wollen helfen? Wir verdoppeln Ihre Corona-Spende
Link zu: ing.betterplace.org.


ING

27.04.2020

Hallo Flo, vermutlich wundern Sie sich, wo Ihr Kommentar bleibt. Den haben wir gelöscht, um zu vermeiden, dass dies jemand falsch versteht und dadurch gesundheitliche Schäden entstehen könnten. Danke für Ihr Verständnis. Viele Grüße und bleiben Sie gesund, Ihr Social Media Team


ING

23.04.2020

Guten Morgen Horn, bitte löschen Sie die E-Mail direkt aus Ihrem Postfach. Es handelt sich um definitiv um Phishing. Viele Grüße und einen schönen Tag, Ihr Social Media Team


Horn

22.04.2020

Habe heute eine Email zur Aktualisierung meiner Online- Daten erhalten. Dies muß innerhalb 24 Stunden erfolgen, sonst wird Konto deaktiviert. Ist das eine Pishing Mail?


Malcolmix

30.03.2020

@Ansgar - Überteuerte und nutzlose Produkte, mit denen der Kopp-Verlag verunsicherten Menschen das Geld aus der Tasche zieht. Dazu noch Bücher, die Verschwörungstheorien verbreiten. Nur 32,95 Euro für Scharlatanerie.


ING

27.03.2020

Hallo Herr Dr. Jung, sicherlich wundern Sie sich, wo Ihr Kommentar geblieben ist. Wir haben uns entschieden, ihn nicht zu veröffentlichen. Warum: Alles, was wir und unsere WissensWert-Leser hier veröffentlichen, wird inhaltlich geprüft. Wir stellen Ihre Erfahrung nicht in Abrede, möchten aber vermeiden, dass andere Leser verleitet werden, etwas ohne vorherige medizinische Beratung auszutesten. Wir hoffen auf Ihr Verständnis. Viele Grüße und alles Gute für Sie, Ihr Social Media Team


Die Ganoven klopfen längst an die Türen

24.03.2020

und bitte um Spenden für Hilfsorganisationen.


Schmidt

24.03.2020

#WirBleibenZuhause