Schöner Wohnen ist jetzt alles

Rückbesinnung auf Zuhause – Mehr Geld für Gemütlichkeit | 12.11.2020

Geld, das von Himmel fällt?

“Zuhause ist es eben doch am schönsten” – in der Corona-Pandemie gewinnt diese Redewendung eine neue Bedeutung. Viele Menschen bleiben daheim, verzichten freiwillig oder gezwungenermaßen auf Urlaubsreisen. Dafür nutzt so mancher die Gelegenheit, die eigenen vier Wände in eine Wohlfühloase zu verwandeln.

Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag verändert. Viele Menschen sorgen sich um die eigene Gesundheit und um die ihrer Familie, überall gelten Abstands- und Hygieneregeln, Reisebeschränkungen werfen Urlaubspläne über den Haufen. Umso wichtiger wird für viele das eigene Zuhause: Cocooning, also der Rückzug in den privaten Kokon beziehungsweise die eigenen vier Wände, spielt gerade mit Blick auf die kalte Jahreszeit und die Corona-Maßnahmen eine große Rolle.

Ein Jahrzehnt zu Hause?

„Je unkontrollierbarer sich das Leben außerhalb der eigenen vier Wände gestaltet, desto wichtiger wird der persönliche Ort des Rückzugs“, sagt Trendforscherin Oona Horx-Strathern vom Zukunftsinstitut. Die Unternehmensberatung Accenture spricht sogar von einem „Jahrzehnt des Zuhauses“, die Covid-19 eingeläutet habe. Das Unbehagen im öffentlichen Raum und beim Reisen sowie die wachsende finanzielle Unsicherheit würden die Menschen vor allem zu Hause halten, so das Fazit einer Umfrage unter 8.800 Menschen in 20 Ländern, darunter Deutschland, Frankreich und die USA.
 
Demnach gehen 69% der Befragten davon aus, dass ihr Sozialleben vor allem zu Hause, bei Freunden oder virtuell stattfinden werde. „Zuhause ist jetzt die neue Grenze – es ist zum Arbeitsplatz und Klassenzimmer geworden, zum Ort, an dem man neue Hobbys ausprobieren und an dem man unter Leuten sein kann, und ein Zufluchtsort – also müssen Unternehmen diese Realität berücksichtigen“, sagt Oliver Wright, Managing Director und Global Lead für Consumer Goods bei Accenture.

Komfort und Lifestyle – aber bitte virenfrei

Für viele Menschen ist die Pandemie Anlass, ihr Heim noch gemütlicher einzurichten. Nicht wenige haben das eingesparte Urlaubsgeld in die eigenen vier Wände investiert. „Die Menschen wollen Komfort, Lifestyle und Wellness in ihrem Zuhause haben, immer verfügbar und virenfrei“, sagt etwa Uwe Rengers, Marketingleiter von Riviera Pool, einem nach eigenen Angaben führenden deutschen Hersteller von Fertigschwimmbecken. Sein Unternehmen und andere Pool-Hersteller verzeichneten schon beim Ausbruch der Pandemie eine gestiegene Nachfrage bei Privatkunden. Diese kauften vorwiegend Kompaktpools in der Preiskategorie von 15.000 bis 20.000 Euro.

Aus der Krise eine Tugend machen

Die Kauflust kommt zum Teil auch bei Möbelherstellern an. „Durch die viele Zeit zu Hause haben die Verbraucher die Bedeutung einer guten Einrichtung erkannt”, sagt auch Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM). „Viele Menschen haben während des Lockdowns ihr Zuhause renoviert und in der Folge den Wunsch nach einer neuen Möblierung entwickelt.“ Die Verbraucher kauften gezielt, entschlossen und gut informiert neue Möbel. „Die Kaufabsichten für Möbel und Küche befinden sich trotz der Krise derzeit auf sehr hohem Niveau”, sagt Kurth.

Wer Ähnliches für die eigenen vier Wände plant, vielleicht auch im Hinblick auf das geplante Ende der Mehrwertsteuersenkung zum Jahresende, dem hilft der Wohnkredit der ING

Dabei geht es längst nicht nur um die Einrichtung des Homeoffice. Laut VDM rechnet etwa die Küchenmöbelindustrie in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von 3%. „Eine Folge von Corona ist auch der Umstand, dass zu Hause mehr gekocht wird als früher“, erklärt der Verband. „Nicht nur entfällt durch die Tätigkeit im Homeoffice der Besuch in der Betriebskantine. Auch Treffen mit Familie und Freunden finden seltener außerhalb, sondern vermehrt in den eigenen vier Wänden statt.“

Beliebtes Ziel bleiben Baumärkte

Statt ins Ausland zog es viele Deutsche in den vergangenen Monaten in den Baumarkt. Die Hornbach-Gruppe etwa habe „auch in den Sommermonaten von dem durch die Corona-Pandemie verstärkten Trend zum Rückzug ins eigene Zuhause“, profitiert, teilte das Unternehmen mit. „Die Konsumenten haben weiterhin deutlich mehr Bedarf an Baumarktprodukten und nutzen auch unsere Onlineshops häufiger als vor Corona.“ Ein abruptes Ende dieses Verbrauchertrends sei derzeit nicht absehbar, hieß es in der Mitteilung weiter. „Aber wir müssen weiterhin auf dem Schirm haben, dass das Konsumklima in solch unsicheren Zeiten auch einmal kippen kann“, sagte Vorstandsvorsitzender Albrecht Hornbach.

Autor: ING


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