Hackerangriffe, Viren, Malware

Zahlen und Fakten zur Cyberkriminalität 2019 | 26.02.2020

Würden Sie Haustürbetrüger erkennen?

Datendiebstahl, Identitätsklau und Anfeindungen: Cyberkriminalität traf 2019 unzählige Internetnutzer. Ein Rückblick auf die Betrugsmaschen – und deren Folgen.

Je digitaler unsere Welt, desto mehr Möglichkeiten haben wir – und Kriminelle. Betrug im Internet kann vom Smartphone-Nutzer bis zum Großunternehmen jeden treffen. So schätzen einer Umfrage des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)  zufolge etwa ein Drittel der Befragten (29%) ihre persönliche Gefahr, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, als hoch oder sehr hoch ein.
 
Dass an diesen Befürchtungen durchaus etwas dran ist, zeigen die Zahlen von 2019: Cyberkriminalität war vergangenes Jahr in Deutschland allgegenwärtig.

Cyberkriminalität 2019: Jeder zweite Internetnutzer betroffen

So ist jeder zweite User laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom 2019 Opfer von Cyberkriminellen geworden: 55% der Befragten waren von illegalen Vorfällen im Netz betroffen. Das macht einen Anstieg um 5%. „Das Internet ist hochattraktiv für Kriminelle. Mit vergleichsweise geringem Aufwand lassen sich andere Nutzer zum eigenen Vorteil schädigen“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder in einer Pressemitteilung.
 
Am häufigsten betroffen waren Internetnutzer von Schadprogrammen auf Smartphones oder Computern. Diese Folgen teilten sich wie folgt auf:

  • Jeder Vierte wurde Opfer einer illegalen Weitergabe persönlicher Daten an Dritte.
  • 19% wurden beim Online-Shopping oder bei Verkaufsgeschäften im Internet betrogen.
  • Von 15% der Befragten wurden die Zugangsdaten zu einem Onlinedienst ausspioniert.
  • Jeder Achte der Befragten gab an, beim Onlinebanking betrogen worden zu sein, in dem die Betrüger mithilfe von sogenannten Phishing-Mails die Kontodaten erbeutet hatten.
  • 2% der Nutzer wurden Opfer von Ransomware: Die Daten werden verschlüsselt und nur bei Zahlung eines Lösegelds wieder entschlüsselt.
  • Bei 5% der Befragten wurden E-Mails im eigenen Namen von Fremden versendet.

Einige Internetnutzer gaben an, beleidigt oder verbal angegriffen worden zu sein (9%), und 8% klagten über sexuelle Belästigung.

Auch Cyberangriffe auf Unternehmen sind eine Gefahr

Dem sogenannten Doxing-Vorfall, bei dem persönlichen Daten zusammengetragen und veröffentlicht wurden, sind soziale Netzwerke, Kunden einer großen Hotelkette, hunderte Prominente und Politiker im Januar 2019 aus Deutschland zum Opfer gefallen.

Ransomware bedroht die Wirtschaft

Während private Internetnutzer häufig Opfer von Schadprogrammen auf Smartphones oder Computern sind, ist es in der Wirtschaft vor allem Ransomware: „Ransomware, wie zum Beispiel Emotet, ist eine der großen Bedrohungen für die Wirtschaft in unserem Land“, glaubt Arne Schönbohm, Präsident des BSI. Es werde nie eine hundertprozentige Sicherheit vor Cyberangriffen geben, aber man könne sich schützen, so Schönbohm.
 
Andere Cyberangriffe auf Unternehmen waren 2019 laut einer Umfrage von Bitkom in den letzten zwei Jahren: Schäden durch Phishing-Mails (23%) sowie Malware (23%) und 25% der Angriffe zielten auf Passwörter ab. 21% der befragten Firmen wurden durch die Ausnutzung von Schwachstellen in der Software angegriffen.

Finanzielle Schäden: Die Auswirkungen von Cyberkriminalität 2019

Wie hoch der Schaden durch Cybercrime 2019 war, ist noch nicht bekannt. Der Schaden von Cyberkriminalität für 2018 betrug laut Bundeskriminalamt (BKA) rund 61 Millionen Euro.
Bitkom hat in einer Studie den finanziellen Schaden für die deutsche Wirtschaft durch
Delikte von Cyberkriminellen für 2017 und 2018 sogar auf 43,4 Milliarden Euro bemessen. Grundlage dieser Zahl sollen Angaben von betroffenen Unternehmen sein, die im Rahmen der Studie erhoben wurden. Um welche konkreten Kostenarten es sich handelte, ist allerdings nicht bekannt. Die tatsächliche Summe dürfte deutlich darüber liegen. Denn die Zahl bezieht sich nur auf die Taten, die der Polizei bekannt sind.
 
Fazit:
Vor Cyberkriminalität gibt es derzeit keinen verlässlichen und hundertprozentigen Schutz. Doch sind Internetnutzer sensibilisiert für die Gefahren, ist das ein sehr guter Anfang. Wie Sie sich beispielsweise gegen Betrug beim Onlineshopping schützen können, erklärt Ihnen dieser WissensWert-Beitrag.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (9)


Kommentare

Franck

06.03.2020

@Realist
Nein, ich glaube nicht alles, was man mir erzählt und das geht auch keinesfalls aus meinem Text hevor. Genauso gut könnte ich behaupten, dass Sie wohl kein Freund von Selbstbestimmung sind, wenn Sie die Wahlfreiheit "NFC oder nicht" nicht unterstützen. Aber das wäre jenseits einer guten Diskussionskultur.

Zunächst bestimmt nicht die Bank, sondern ich, auf welchem Wege ich zahlen möchte und es kann nicht angehen, dass sich die ING entgegen anderer Banken darüber hinweg setzt. Alleine wenn man die Karte verliert und es nicht sofort bemerkt, kann es schon zu spät sein.

Und tatsächlich kenne ich eine Personen, die durch das kontaktlose Bezahlen knapp 120,- Euro verloren hat und es gern deaktiviert hätte, aber aufgrund Ihres hohen Alters die ganze Fragwürdigkeit gar nicht mitbekommen hat.
Und da soll man gutheißen, was die Bank da im Hintergrund über die Kundenköpfe hinweg bestimmt!?


Malcolmix

04.03.2020

Aha - wenn es eventuell eine falsche Nachricht in irgendeinem Sender gibt, lügen alle Medien. So kann man das auch sehen. DWN, Tichy, RT & Co. sind ja recht erfolgreich darin, diese Märchen zu verbreiten.

Ansonsten mal gefragt: Woher glauben Sie zu wissen, woher ich die Infos bezüglich Kartenmissbrauch per Pay Wave habe? Beantworten Sie mir doch die Frage. Kleine Hilfestellung: Die unten genannte Info habe ich nicht der Presse entnommen...


@Malcolmmix

03.03.2020

Auch wenn es Ihr Weltbild zertrümmert, es war z.B. gleich eine ganze Reisegruppe dank deutschem TV die frechen Lügen sehen durfte. Diese Reisegruppe wurde von Taschendieben bestohlen, die die dortige Polizei sofort gestellt hat: genau das wurde im TV auch gezeigt. Aber laut DWTV machte die dortige Polizei Jagd auf Bürgerrechtler.


Malcolmix

03.03.2020

@Realist - inhaltlich stimme ich Ihnen zu, die Formulierung "deutschen Lügen- und Verblödungsmedien" nehme ich als Realsatire hin. Da ich mir sicher bin, Sie sind kein größerer Experte als deutsche Journalisten, auch wenn Sie das selbst von sich glauben.

Zum ersten Punkt. Es ist richtig. Viele Täter sitzen in Ländern, mit denen Deutschland kein Auslieferungsabkommen abgeschlossen haben. Russland sei hier exemplarisch genannt.

Zum zweiten Punkt: Die Entfernung, auf die Pay Wave funktioniert, ist extrem kurz. Der Betrag ist limitiert. Mögliche Betrüger müssten also schon sehr viele Rucksäcke abscannen. Abgesehen davon - wer steckt sein Portemonnaie übrigens in den Rucksack so rein, dass man den mit dem Scanner von außen ablesen kann? Es sind also eher Versuche unter Laborbedingungen, die meines Wissens aber in der Realität noch nicht vorgekommen sind. Wer Bedenken hat: Alufolie um die Karte reicht. Da kommt kein Scanner durch.


Realist

03.03.2020

@Andreas: 90% der Täter werden nie ermittelt oder sind für die deutsche Justiz nicht erreichbar - deshalb sind die angedrohten Strafen irrelevant. Zumal deutsche Richter meist extrem milde urteilen.
@Franck: glauben Sie wirklich den deutschen Lügen- und Verblödungs-medien jeden Mist und jede Lüge? Leider wurden Sie ein Opfer der NFC-Panikmacher. Oder kaufen Sie doch einfach eine real überflüssige "Polentasche" für Ihre Debit- und Kreditkarte.


Andreas

02.03.2020

Danke für die Infos. Warum schreibt denn nicht mal jemand darüber, das es dabei um Straftaten handelt mit langen Haftstrafen belegt werden und das die Täter früher oder später gefasst werden.
Die Täter sollen nicht immer nur Informationen über die Opfer erhalten und das damit "Geld" verdient werden kann.


Franck

02.03.2020

In Zeiten zunehmender "digitaler Kriminalität" ist es umso schlimmer, dass die ING das deaktivieren des 'kontaktlosen Zahlens' nicht gestattet und hier vielfach geäußerten Kundenwunsch einfach übergeht.
Es bracht nur jemand unbemerkt ein Gerät zum Abbuchen an Portemonnaie/Rucksack halten, siehe entsprechende Aufklärung in div. Verbrauchermagazinen.


Dieter Schultz

27.02.2020

Leider bereiten mir augenblickliche, technische Schwierigkeiten die größten Probleme, so dass vieles nicht so ausgeführt wird, wie ich es eigentlich möchte.


Realist

26.02.2020

95% aller privater Nutzer eines PC mit Windows surfen immer mit administrativen Rechten im Internet. Damit steht der Manipulation und dem Datenklau Tür und Tor ständig offen - und wer nun behauptet davor schützen Virenscanner und Firewall, der ist ein Dummkopf oder Lügner. Aber es ist ja bekannt: 95% aller Computerprobleme sitzen immer und überall vor der Tastatur. Und 90% aller Probleme für Firmennetze entstehen immer durch falsches Handeln innerhalb des Firmennetzes. Das ist so auch bei Emotet.