Von Flugschein bis Versicherung

Wissenswertes rund um Drohnen | 03.04.2019

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© Serejkakovalev - fotolia.com

Sie sind Besitzer einer Drohne? Dann sind Sie nicht allein. Knapp eine Million Drohnen existieren schätzungsweise in Deutschland.

Was sind überhaupt Drohnen?

Drohnen sind unbemannte Fluggeräte. Ursprünglich setzte sie vor allem das Militär für Aufklärungszwecke ein. Der Pilot einer Drohne bleibt am Boden. Er steuert das Gerät aus der Ferne über verschiedene Signale. Streitkräfte verfolgen mit größeren Drohnen das Ziel, militärische Ziele anzugreifen oder Terroristen gezielt aus der Luft zu töten. Zunehmend nutzen neben dem Militär andere Personenkreise Drohnen. In den vergangenen Jahren sind besonders kleine Drohnen günstig und simpel per Tablet-Computer zu bedienen. Die Polizei beispielsweise sucht damit Vermisste, für Privatleute ist das Drohnenfliegen ein Hobby und Fotografen machen atemberaubende Foto- und Video-Aufnahmen.

Was macht Drohnen für Privatleute reizvoll?

Ein Modellflugzeug in der Luft halten, das ist für Anfänger oft schwierig. Geht etwas schief, ist die teure Technik schnell kaputt. Zum Vergleich: Multicopter stehen in der Luft und sind daher von Laien gut zu beherrschen. Sie sind extrem wendig und haben oft eingebaute Kameras. Von Luftaufnahmen bis zum Hindernisparcours in großer Höhe lassen sie sich vielfältig einsetzen.

Was kosten Drohnen?

Einsteigermodelle kosten ungefähr 50 bis 165 Euro. Einem Test der Zeitschrift „Computerbild“ zufolge sind die meisten leicht und damit windempfindlich. Leichte Böen reichen, um die Billig-Drohnen aus der Bahn zu werfen. Auch fällt bei günstigen Drohnen die Bildqualität oft schlechter aus. Kostspieligere Geräte wie Profi-Multicopter kosten ab rund 600 Euro und machen deutlich bessere Fotos und Videos.

Existieren Verbotszonen für Drohnen?

Drohnenpiloten haben die Pflicht, sich an Regeln zu halten. Eine App der Deutschen Flugsicherung (DFS) hilft Drohnenpiloten bei der Frage, ob und wo sie ihr Fluggerät aufsteigen lassen dürfen. Nutzer geben einmal die Daten ihrer Drohne in die App ein – dann zeigt sie künftig auf detaillierten Karten an, ob der Einsatz der Drohne am gewünschten Ort erlaubt ist. Im Umkreis von Flughäfen beispielsweise dürfen keine Drohnen fliegen. Gleiches gilt zum Beispiel über Polizei- und Feuerwehrstationen, Krankenhäusern, Gefängnissen, Militär- und Industrieanlagen. Die App zeigt Drohnenpiloten detailliert an, welche Bestimmungen der Drohnen-Verordnung erfüllt oder nicht erfüllt sind. Drohnenpiloten können die App für Android und iOS erwerben.
 
Drohnen dürfen nicht über Wohngrundstücken in die Luft steigen, wenn das Gerät über 250 Gramm wiegt oder seine Ausrüstung in der Lage ist, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen. Ausnahme: Der durch den Betrieb über dem jeweiligen Wohngrundstück in seinen Rechten Betroffene stimmt dem Überflug ausdrücklich zu.

Bis zu welcher Höhe sind Drohnen in der Luft okay?

In der Regel ist bei 100 Metern Schluss – höher aufsteigen dürfen Multicopter und vergleichbare Geräte laut Bundesverkehrsministerium auf einem Modellflugplatz. Für die Distanz zum Piloten existiert keine feste Grenze – Hauptsache, die Drohne bleibt in Sichtweite des Piloten. Manche Drohnenpiloten setzen beim Modellflug eine Videobrille auf, um die Manöver ihres Multicopters hautnah zu erleben. Das setzt voraus, dass eine zweite Person aufpasst. Soloflüge per Videobrille sind ausschließlich mit leichten Drohnen bis 250 Gramm und bis zu einer Höhe von 30 Metern erlaubt.

Benötige ich eine Art Drohnen-Führerschein?

Für alle Drohnen ab zwei Kilogramm Gewicht benötigen Piloten einen Kenntnisnachweis, beispielsweise als gültige Pilotenlizenz. Alternativ können Sie sich von einem Luftsportverein in der Nähe einweisen lassen – das lassen Sie sich bitte schriftlich bestätigen. Dieses Papier reicht als Kenntnisnachweis aus. Und: Alle Drohnen ab 250 Gramm Gewicht brauchen eine Plakette, auf der Name und Adresse der Besitzer stehen. Eine Erlaubnis ihrer Landesluftfahrtbehörde benötigen Drohnenpiloten, wenn das Gerät mehr als fünf Kilogramm wiegt oder wenn sie bei Nacht in die Höhe steigt.

Mit der Kamera in meiner Drohne fotografieren – was geht, was geht nicht?

Das hängt vom Motiv ab. Wohngebiete und Privatgrundstücke sind als Flugzone ausschließlich mit der Erlaubnis der Bewohner gestattet – das gilt ebenfalls für Aufnahmen und deren Veröffentlichung. Wer öffentliche Gebäude aus der Luft fotografiert oder filmt, wendet sich vorher besser an die zuständigen Behörden, rät die Anwaltskanzlei Hoesmann. Der Veranstalter von öffentlichen Events ist berechtigt, Filmaufnahmen zu erlauben oder zu verbieten. Aufnahmen von Menschen sind ebenfalls oft kritisch. Generell gilt: Holen Sie sich immer eine schriftliche Erlaubnis ein.

Welche Strafen drohen?

Wer gegen Flugverbote und andere Auflagen wie beispielsweise den Kenntnisnachweis verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Dem Betroffenen droht ein Bußgeld. Die Landesluftfahrtbehörden sind nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums dafür zuständig, die Ordnungswidrigkeiten zu ahnden. Seit Anfang 2016 verschicken die Behörden vermehrt derartige Bescheide, berichtet das Online-Portal heise.de.
 
Fällig werden meist 300 bis 450 Euro – möglich sind Beträge bis zu 50.000 Euro. Besonders gemein: Piloten von Drohnen droht ein Bußgeld, selbst wenn sie sich nicht auf frischer Tat ertappen lassen. Es kam vor, dass Behörden Bußgeldbescheide aufgrund von YouTube-Videos verschickten, die verbotene Manöver zeigen. Wer unerlaubt fotografiert oder filmt und die Bilder veröffentlicht, dem drohen zusätzlich Schadenersatzklagen der Betroffenen.

Wie sichere ich mich für den Schadensfall ab?

Bei Drohnen besteht die Gefahr, dass sie abstürzen und Schäden anrichten. Die reguläre Haftpflicht zahlt in solchen Fällen häufig nicht, warnt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Schließen Sie daher als Drohnenpilot eine Luftfahrt-Haftpflicht ab oder fragen Sie Ihren Versicherer, ob die reguläre Haftpflicht Drohnen einschließt.

Ist es erlaubt, sich gegen Drohnen zu wehren, die über meinem Grundstück schweben?

Gewalt, zum Beispiel ein Steinwurf, ist natürlich kein probates Mittel, um sich gegen Drohnen zu wehren. Suchen Sie stattdessen das Gespräch mit dem Piloten oder rufen Sie im Notfall die Polizei.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (11)


Kommentare

Verbote sind gut!

17.04.2019

(!Achtung kann Sarkasmus enthalten!)
Da sich einige in Ihrer Privatsphäre stark verletzt fühlen, würde ich vorschlagen bitte auch alle Handys ("Smartphones") mit Kamera zu verbieten.
Mit diesen kann man noch unauffälliger Bilder und Videos machen.
Drohnen sind in der Regel immer gut hörbar und sichtbar, aber mit einem Handy kann man ganz schnell und an fast jedem Ort ohne dass irgendjemand etwas bemerkt ein "Privatsphäre"-verletzendes-Bild erstellen.

@Nicolas: Eine Ordnungswidrigkeiten/Straftat rechtfertigt nicht das Begehen einer weiteren Straftat (Sachbeschädigung)

@ING: Bitte senden Sie die IP von "Nicolas" an eine Polizeibehörde damit diese die vermeintliche Straftat verfolgen kann

Ich bin der Meinung, solange sich die Drohnenpiloten an die gesetzlichen Vorschriften halten, das Drohnenfliegen als Hobby völlig in Ordnung ist.
Jeder sollte doch selbst entscheiden dürfen, was er mit seiner Freizeit anfängt.


Nicolas

16.04.2019

Drohnen für Privatpersonen sollten verboten werden.
Habe erst gestern eine über meinem Grundstück abgeschossen.
Hat meine Privatsphäre verletzt.


NIC

14.04.2019

Drohnen sollten für Privatpersonen verboten werden.Man hat dadurch keine Privatsphäre mehr.


Harald

11.04.2019

Die Flugzeit zwischen 10 bis 30 Min. ist viel zu kurz.
Wird erst sinnvoll bei so einer Stunde.


Karl

08.04.2019

Drohnen / Copter, wie auch immer sind für Privatpersonen absolut unnötig. Eine Gefahr für die Privatsphäre.

Eher wichtig für Einsatzkräfte (Polizei, Feuerwehr, Sanitäter, etc.) oder auch Filmemacher bzw. Fotografen.


@InnoPilot

08.04.2019

Ich muss dich korrigieren.
Der Name bzw. die Bezeichnung Drohne ist absolut korrekt.
Auch die Handels Läden bezeichnen diese Fluggeräte als Drohne, Mulitcopter, Quadrocopter - der gängiste Name bzw. die Bezeichnung ist und bleibt einfach Drohne.

Wikipedia: Unbemanntes Fahrzeug
"Ein unbemanntes Fahrzeug (auch Drohne) ist im Allgemeinen ein Fahrzeug ohne Personenbesatzung, das entweder eigenständig operiert oder ferngesteuert wird."

Es geht hier also nicht ums Militär, sondern um die Unbesetztheit eines Fahrzeuges (zu Wasser, zu Lande und in der Luft).

Natürlich könnte man nun ein/en (Spielzeug-) Helicopter, -flugzeug etc. auch einfach nur Drohne nennen. Daher die vielen Namen um es auseinander halten zu können.

Wenn du in den Urlaub fliegst sagst du auch, du fliegst mit dem Flugzeug, wobei du auch einen Helicopter, ein Luftschiff, einen Ballon verwenden könntest.
Und andererseits sagt man diese Gefährte "fahren" auf der Luftstraße, dem Luftweg.

Du siehst, es gibt viele Bezeichnungen in einer Sprache.


ING

05.04.2019

Hallo InnoPilot, danke für das aufmerksame Lesen unseres Artikels sowie Ihre Hinweise. Wir haben uns für die Begrifflichkeit 'Drohne' entschieden, da sowohl das Bundesverkehrsministerium als auch die Deutsche Flugsicherung diesen Begriff nutzen - vermutlich ist 'Drohne' daher auch den meisten Lesern geläufiger als 'Kopter'.
Wie im Text erwähnt, sollte die Drohne sowie die Flüge damit entweder über die Haftpflicht oder eine zusätzliche Versicherung abgesichert sein.
Wir sprechen in der Überschrift bewusst von einer "Art Drohnenführerschein" um dieses Bild der Vergleichbarkeit für den Leser zu schaffen.
Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende, Ihr Social Media Team


Hexa

05.04.2019

Wie InnoPilot richtig bemerkt, handelt es sich um Quad-, Hexa- oder auch Oktocopter und nicht um Drohnen, auch wenn sich das umgangssprachlich (leider mit den negativen militärischen Konnotationen) einzubürgern scheint.

Eine Versicherung (und ggf. den Kenntnisnachweis) erhält man z.B. beim Deutschen Modellflieger Verband e.V (www.dmfv.aero), in dessen Mitlgiederzeitschrift dann auch über Änderungen bei Regelungen berichtet wird.


@ING

05.04.2019

Was Interessant geschrieben hat, habe ich zuletzt auch geschrieben und das wurde nicht gepostet.


Interessant

05.04.2019

Hallo IonnoPilot, Ihre Schreibweise müsste auch noch überarbeitet werden.


InnoPilot

04.04.2019

Hallo,

bitte berichtigen Kopter (nutzung als flugmodell) statt drohne (militärische nutzung)

dann besteht die pflicht einer versicherung für luftfahrzeuge z.b. DMO oder DMFV (die ist nicht optional !!!)

eine drohenführeschein gibt es auch nicht !! aber es gibt einen kenntnissnachweis https://www.kenntnisnachweis-modellflug.de/Home

wohngebiete ist auch flasch :-( richtig wäre wohngrunstücke ;-)

evt. last ihr das noch mal komplett überarbeiten