eBay und der Fiskus

Was Sie beim Ein- und Verkauf beachten sollten, damit keine Gewerbesteuer fällig wird

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Schnell und einfach verkaufen? Mit eBay kein Problem! Doch der Übergang vom einmaligen Verkauf zum gewerblichen Handel ist fließend. Für letzteres erhebt der Staat Gewerbesteuer. Hier erfahren Sie, was Sie beachten sollten, wenn Sie sich als Kaufmann betätigen.

Nachhaltigkeit und aktive Teilnahme am Markt sind ausschlaggebend

Einmalverkäufe sind bei eBay schnell und einfach erledigt und stellen kein Problem dar. Wer ständig Sachen über eBay verkauft, muss aufpassen, dass er vom Staat nicht wegen gewerblichen Handels zur Kasse gebeten wird. Ausschlaggebend ist hierbei die Nachhaltigkeit der Tätigkeit, die mit einer aktiven Teilnahme am Markt verbunden ist. Das heißt, es besteht eine Wiederholungsabsicht der Tätigkeit. Ein gelegentlicher Verkauf von Dingen aus dem Privatbesitz wie z. B. auf einem Flohmarkt erfüllt diesen Tatbestand aber nicht, auch wenn ein Gewinn damit erzielt werden sollte.

Trennung zwischen privatem und geschäftlichem Bereich ist wichtig

Als Gewerbetreibender vom Finanzamt angesehen wird in jedem Fall, wer größere Mengen eines neuen Artikels ein- oder verkauft, der nicht dem Eigenbedarf dient, sondern weiterverkauft werden soll. Wenn Sie als Gewerbetreibender beim Finanzamt erfasst sind, sollten Sie besonders auf eine klare Trennung zwischen geschäftlichem und privatem Bereich achten. Hier kann sonst der private Internethandel als Teil des Gewerbebetriebs gewertet werden. Ein Gewerbebetrieb setzt nicht voraus, dass die Tätigkeit ununterbrochen ausgeübt wird. So sind auch beispielsweise saisonale Verkaufsstände nachhaltig und damit gewerblich tätig. Wichtig zu wissen ist, dass nicht nur ein unbegrenzter Käuferkreis, sondern auch einzelne Personen, an die verkauft wird, eine gewerbliche Tätigkeit des Verkäufers begründen können.

Steuerlast bei Gewerbebetrieben und Privatgeschäften

Die erzielten Gewinne unterliegen der Einkommensteuer, soweit ein Gewerbebetrieb vorliegt. Gewerbesteuer fällt zusätzlich an, allerdings nur, sofern ein Freibetrag von 24.500 Euro überschritten wird. Zudem ermäßigt die Gewerbesteuer die Einkommensteuerlast nach einem bestimmten Verrechnungsmaßstab. Nicht zu vergessen ist die Umsatzsteuer, auf deren Erhebung nur verzichtet werden kann, wenn sich der Jahresumsatz im Gründungsjahr auf nicht mehr als 17.500 Euro beläuft und im Folgejahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird.

Sogenannte "private Veräußerungsgeschäfte" sind nicht gewerbe- und umsatzsteuerpflichtig. Einkommensteuer kann jedoch auch hier anfallen, wenn der An- und Verkauf innerhalb eines Jahres erfolgte und der Gewinn im Kalenderjahr mehr als 600 Euro beträgt.


Ihre Meinung

Kommentare (4)


Kommentare

Till

04.11.2016

Jepp! Apple und Co sind ganz arme Unternehmen!
Während die jede erdenkliche Lücke ergründen und nutzen, um Steuern zu sparen und sich wehren können,
ist der kleine Bürger, oder der Kerl vom Kiosk nebenan leichte Beute ohne Möglichkeit zur Gegenwehr für den Fiskus.


Christine

11.10.2016

Der Artikel hat mir gut gefallen und mir wichtige Mitteilungen gebracht.


Meyer

06.10.2016

Wie ermittelt das Finanzamt?


Renate Fißl

02.05.2016

Kleinvieh macht auch Mist - damit die ganz Großen Steuerfrei bleiben können.