E-Book statt Buch

Kann man mit E-Readern Geld sparen? | 24.02.2020

Kann man mit E-Readern Geld sparen?

Digitale Bücher haben sich längst auf dem Buchmarkt etabliert. Aber ist die elektronische Lesevariante günstiger als die gedruckte? Und welche Vorteile bieten E-Reader?

Wenn es darum geht, ein Buch zu lesen, haben wir heute die Wahl zwischen der klassischen Print-Version und einem E-Book. Letzteres besteht aus einzelnen HTML-Webseiten, die zusammengefügt werden und in einem bestimmten Format gespeichert sind.
 
Eine Umfrage des Portals Statista.com von 2017 ermittelte, dass die Deutschen am liebsten auf die Papiervariante zurückgreifen. So gaben 35% der Personen an, nur gedruckte Bücher zu lesen, 3% greifen zu digitalen Büchern.
Aber: Ein Viertel der Befragten benutzt beides gleich oft. Nicht zuletzt, weil E-Reader eine Menge Vorteile bieten.

Die Vorteile von E-Book-Readern

Ob im Urlaub oder in der Bahn: Statt eines dicken Schinkens können Hunderte Bücher im E-Reader transportiert werden. Sie sind nur wenige Millimeter dünn, wiegen meistens nicht mehr als 200 Gramm und passen in jede Tasche, weshalb sie für Nutzer eine platzsparende Alternative zum Printbuch sind.
 
Das finden auch 72% der Befragten einer 2019 durchgeführten Erhebung des Digitalverbandes Bitkom. Die Mehrheit (85%) der befragten Personen gab als Grund für das Lesen eines E-Readers an, diesen jederzeit zur Verfügung zu haben.
 
Doch es lassen sich noch mehr Vorteile festmachen: „Einzelne E-Books nehmen in der Regel nur wenige Kilobyte Speicher ein und verbrauchen weder Papier noch Druckfarbe. Der Vertrieb erfolgt online, sodass kein Versand erforderlich ist“, erklärt Rainer Schuldt von der Computer Bild. „Die Schrift in E-Readern lässt sich beliebig vergrößern oder verkleinern. Das hilft vor allem Menschen mit Sehschwäche. Darüber hinaus sind Wörterbücher häufig auf den E-Book-Readern installiert.“ Die Verbindung zu externen Quellen wie Wikipedia erfolge über WLAN oder Mobilfunk. Außerdem könne der Leser Markierungen vornehmen oder Lesezeichen als digitale Eselsohren anlegen.

Viele E-Reader sind augenschonend

Das Blaulicht, das von einem Smartphone ausgestrahlt wird, kann für unsere Augen auf Dauer schädlich sein. Dies verleitet zu der Annahme, auf Papier zu lesen, wäre gesünder als auf einem Bildschirm. Auf Tablets, Smartphones und Computer mag das zutreffen – und auf E-Reader?
 
Die meisten E-Reader verfügen über einen Bildschirm mit elektronischer Tinte, weshalb sie nicht leuchten, sondern das Licht reflektieren. Das ist bei einem gedruckten Buch ebenso der Fall und ist nicht unbedingt schädlich. Doch nicht alle E-Reader bieten ein spezielles, augenschonendes Display. Zudem bestimmen Schriftgröße, Bildschirmgröße und Abstand zu den Augen, ob das Lesen anstrengend für uns wird. Die Qualität und das eigene Leseverhalten können also einen großen Unterschied ausmachen.

So viel kostet ein E-Reader

Für digitale Bücher zahlen Kunden offensichtlich weniger als für die Printversion. Um den Roman oder das Sachbuch überhaupt lesen zu können, muss man sich jedoch einmalig einen E-Reader anschaffen. Die Preise starten meistens bei etwa 80 Euro. „Bereits für unter 100 Euro erhält man E-Reader, die für einen Einstieg ins digitale Lesen bestens geeignet sind“, bestätigt Julia Weber vom E-Reader-Hersteller Tolino.
 
Einige Modelle haben einen Wasserschutz und eine integrierte Beleuchtung. Somit können E-Books problemlos in der Badewanne oder am Strand verwendet werden, ohne dass sie Schaden nehmen. Preislich liegen diese Modelle bei etwa 130 Euro.
 
Wer noch mehr Komfort wolle, könne einen E-Reader mit hochwertigerem Alu-Gehäuse, größerem Bildschirm und stärkerem Akku wählen, sagt Computer-Bild-Journalist Schuldt. „Die Preise für derartige Modelle beginnen bei 200 Euro.“

Digital lesen ist praktisch – und günstiger?

Betrachtet man die Vorteile von E-Books und E-Readern, schneidet das gute, alte Printbuch eher schlecht ab. Auch bei der Ersparnis im Geldbeutel gewinnt das E-Book: Der Preis für ein elektronisches Buch ist seit 2010 sukzessive gesunken. Während er laut Statista.com damals noch durchschnittlich 10,71 Euro betrug, zahlten Kunden 2018 etwa 6,19 Euro.
Zum Vergleich: Im Dezember 2019 kostete ein gedrucktes Buch durchschnittlich 14,43 Euro, wie das Online-Statistikportal schreibt.
 
„E-Books sind in der Regel zwischen 10 und 20% günstiger als die gedruckten Ausgaben“, bestätigt Schuldt von der Computer Bild. Zwar unterliegen E-Books wie gedruckte Bücher der Preisbindung. Die Senkung der Mehrwertsteuer für E-Books von 19 auf 7% habe zudem laut Schuldt keinen Einfluss auf den Endpreis, sondern komme vor allem den Verlagen zugute.

E-Books tauschen – geht das?

Printbücher können beliebig verliehen, getauscht oder verkauft werden. Mit E-Books ist das nicht möglich. „Mit ihnen verhält es sich ähnlich wie mit Software. Die Weitergabe ist nicht üblich“, erläutert Julia Weber von Tolino. Der Grund seien die Lizenzen. Jedoch könne man E-Books innerhalb eines Accounts auf mehreren Endgeräten öffnen. „So können Kunden ein E-Book auf ihrem E-Reader und in einer Smartphone-App abwechselnd weiterlesen.“
 
Fazit: E-Reader bieten eine Menge Vorteile und können – natürlich je nach Buchverbrauch – eine Ersparnis zur gedruckten Variante bieten. Eines werden sie den Printfans jedoch nie bieten können: das haptische Erlebnis.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (10)


Kommentare

Heidrun

09.03.2020

Seit einigen Jahren lese ich - fast ausschließlich - meine Romane nur noch digital. Gerade habe ich mir einen neuen eReader zugelegt. Der Grund ist vor allem, dass ich in beiden Daumengrundgelenken Arthrose habe, was ab und zu äußerst schmerzhaft ist. Ein Buch kann ich wegen des höheren Gewichtes nicht mehr lange halten, zumal ich am liebsten vor dem Einschlafen lese. Da kommt noch ein weiterer Vorteil des eReaders hinzu: Er ist beleuchtet und ich kann gern auf die Kommentare meines Mannes bezüglich der "Geständnislampe" über dem Bett verzichten. Am tollsten ist aber, dass ich nicht mehr einen halben Koffer für Bücher im Urlaub verschwenden muss. Da ich bereits seit ich lesen kann eine ausgesprochene Leseratte bin, kann ich im digitalen Angebot nur Vorteile sehen.


Karla

03.03.2020

Ich habe mir einen e-Reader geleistet, weil ich damit auch aus der Bibliothek ausgeliehene Bücher lesen kann. Man kann damit auch gut in der Sonne lesen. Aber zum Strand will ich das Teil nicht mitnehmen, dazu ist es doch zu teuer. Die Preise für e-books finde ich viel zu hoch,
meistens kosten sie nur 1 EUR weniger als das Papierbuch und ich kann sie nicht verleihen/verschenken/verkaufen. Bei Papierbüchern kann man sich mit Bekannten austauschen.
Ich finde es eine Frechheit von den Verlagen, die verringerte Mwst nicht an die Kunden weiterzugeben, zumal bei den e-books viel geringerer Aufwand bei Herstellung und Vertrieb anfällt.


jetzt kommt hier die Werbung auf Touren

02.03.2020

für die E-Book-Reader und für die e-Book-Abo-Verträge. Damit niemand fragt, worum auch dieses mal gehypte und längst Tod gerittene Pferd noch weiter gefüttert wird. Wo doch die Absatzzahlen für die E-Book-Reader im Keller sind und es weltweit im Mai 2019 einen ganz großen Aufschrei gab.


Gabriele

02.03.2020

Da ich sehr viel lese,möchte ich -auch aus Kostengründen- nicht mehr auf mein Ebook verzichten. Besonders schätze ich die Möglichkeit, sich mit den örtlichen Bibliotheken über die Onleihe-App zu verbinden.
Dies gilt überwiegend für Unterhaltungsliteratur (Krimi, Romane).
Mit dem ersparten Geld, gönne ich mir dann auch mal ein "richtiges"Buch, das ich sicher auch öfters in die Hand nehme.


Andreas

01.03.2020

Ein E-Book-Reader ist vor allem in Kombination mit Onleihe (digitale Bücherei) eine tolle Sache für Berufstätige, die es sonst kaum in eine Stadtbücherei schaffen, man muss Bücher ja nicht immer kaufen. Lese seit 6 Jahren elektrisch und nur noch selten ein "echtes" Buch. Vorteile sind die Beleuchtung (u.a. in Bussen mit nachblinden Busfahrern), die Einstellbarkeit der Schriftgröße (wenn man müde wird) und das geringe Gewicht bei "dicken" oder vielen Büchern (auf Reisen). Auch ist ein E-Reader deutlich strandtauglicher als ein normales Buch. Nachteilig ist, dass der Akku zwar selten aber immer dann leer ist, wenn keine Steckdose in der Nähe ist und dass Fachbücher mit Abbildungen meist unlesbar sind.


Herbert

28.02.2020

Leider eignet sich der E-Book-Reader nicht für Reiseführer, die meistens im PDF-Format (wegen der Bilder) zur Verfügung stehen. Es ist einfach kein schnelles Blättern möglich. Um Romane etc. zu lesen ist eine E-Book-Reader allerdings einfach genial.


Jürgen

27.02.2020

Grundsätzlich brauche ich zur Nutzung keine spezielles Gerät. Ich kaufe nur Bücher und Zeitschriften, die es als PDF gibt. Das kann ich dann auf dem Handy, dem Tablett und dem PC lesen. Vorteil: Kein zusätzliches Gerät (keine Kosten, keine Wartung), keine Abhängigkeit von Anbietern.
Belletristik kaufe ich am liebsten doch noch als Papierbuch, ich empfinde es als angenehmer. Aber für Fachliteratur zum Nachschlagen und für Zeitschriften reicht das PDF. Wichtige Texte kann ich dann auch selbst archivieren.


Joachim

26.02.2020

Lieber das Buch. Da habe ich alle Rechte und kann es nach dem Lesen weiterverkaufen.


Malcolmix

24.02.2020

Der eigentliche Vorteil, den die Digitalisierung bieten könnte, ist nahezu verpufft. Das war schon bei der Musik so. Schallplatten oder CDs, die es längst nicht mehr gab, hätten kostengünstig wieder erhältlich sein können. Hätten. Auf der Suche nach alten Schallplatten oder CDs bin ich gelegentlich sogar auf die Musiker zugegangen. Die sagten: Ja. Wir würden gerne die CDs selbst erneut herausbringen. Der Rechteinhaber bietet den Verkauf der Rechte an. Für eine Band, die maximal 1000 CDs verkaufen könnte, wurde schon mal eine halbe Mio. Euro aufgerufen. Die Plattenindustrie bewegte sich keinen Millimeter, um alte Aufnahmen verfügbar zu machen.

Bei eBooks verhält es sich zum Teil ähnlich. Werke verfügbar zu machen ist das Gebot der Stunde. Einen größten vorstellbaren betrug vermag ich jedoch nicht zu erkennen. Und das im Artikel genannte haptische Erlebnis kann ich auch nachvollziehen.

Den großen Vorteil von eBooks sehe ich im Urlaub oder auf Reisen. Bei längeren Zugreisen lese ich mir Bücher gerne auf dem Tablet durch. Dafür gibt es aber im Netz oder auf Internetseiten alte historische Bücher, die auch interessant sind.


der größte vorstellbare Betrug

24.02.2020

Microsoft hat neulich seinen Dienst dazu eingestellt. Alles dort gekaufte ist damit nicht mehr nutzbar. Und andere Anbieter werden folgen.
Aber von den Werbung und den Verblödungsmedien denkbefreit gesteuert, werden weiterhin Millionen der Hype ohne gründlich nachzudenken folgen.