Eigenleistungen beim Hausbau

Wo Häuslebauer sparen können │12.07.2019

Eigenleistung beim Hausbau

Wer beim Hausbau mit anpackt, spart unter Umständen Geld. Doch nicht alle selbst verrichteten Arbeiten rechnen sich unter dem Strich – und manche Gewerke gehören definitiv in die Hände von Profis.
 
Ein Hausbau verschlingt viel Geld, weshalb viele im Vorfeld Sparpotentiale ausloten. Oft erwägen Häuslebauer, auf ihrer Baustelle selbst Arbeiten zu verrichten und damit die Kosten zu senken.

Vorsicht: „Wenn Laien Baukosten kalkulieren, drohen schnell falsche Zahlen“, warnt Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbundes in Berlin. Er empfiehlt Häuslebauern, als erstes mit dem Bauunternehmen zu sprechen. Dabei lässt sich klären, welcher Rabatt auf den Gesamtpreis überhaupt möglich ist, wenn bestimmte Arbeiten in Eigenregie erfolgen. „Wer die Höhe des Rabatts kennt, kann erst beurteilen, ob es sich finanziell lohnt, beim Hausbau mit Hand anzulegen“, erklärt Becker. In vielen Fällen ist eine Ersparnis von mehreren zehntausend Euro möglich.
 
Wer beim Bau des eigenen Hauses mitarbeitet, benötigt:

  • Handwerkliches Geschick
  • Eine gute körperliche Kondition
  • Die Bereitschaft, auf Freizeit und Urlaub zu verzichten

Das ist die Muskelhypothek

Viele Banken werten Arbeiten, die ein Bauherr fürs eigene Haus tätigt, als Teil des Eigenkapitals. In vielen Fällen führt dies zu günstigeren Kreditkonditionen. Wie Banken den Geldwert der Eigenleistung ermitteln, ist im sogenannten Zweiten Wohnungsbaugesetz nachzulesen. Dort heißt es im Paragraph 36 Absatz 3: „Der Wert der Selbsthilfe ist mit dem Betrag als Eigenleistung anzuerkennen, der gegenüber den üblichen Kosten der Unternehmerleistung erspart wird.“
 
Das bedeutet, dass für jede Arbeit, die der Bauherr leistet, der Arbeitslohn anzurechnen ist, den ein Bauunternehmer veranschlagen würde. Der Zeitfaktor spielt keine Rolle. In der Regel erkennen Kreditinstitute maximal 15% der Bausumme als Eigenleistung an.

Wo Eigenleistung Sinn macht

Keinesfalls sollte der Bauherr alleine anfangen und sehen, wie weit er kommt. Becker rät Häuslebauern, Eigenleistungen mit dem Bauleiter zu planen. Beide Seiten sollten vertraglich regeln, in welchem Umfang der Bauherr Eigenleistungen erbringt, wie sich das auf den Bauablauf auswirkt und was sich sparen lässt. Unproblematisch ist, wenn der Laie einfache Arbeiten erledigt, die ohne Einfluss auf andere Gewerke sind.
 
Dazu gehören beispielsweise:

  • Hilfsarbeiten wie Abbrucharbeiten
  • Im Erdreich Schlitze für Zuleitungen graben
  • Dämmmaterial zwischen den Dachsparren stecken

Wer handwerklich versierter ist, kann außerdem:

  • Wände und Decken verputzen und spachteln
  • Maler- und Tapezierarbeiten verrichten
  • Laminat- oder Teppichböden verlegen
  • Innentüren einbauen
  • Außenanlagen gestalten – zum Beispiel: Beete einfassen, einen Gartenzaun befestigen, die Terrasse oder den Zufahrtsweg zum Haus pflastern

Diese Risiken drohen durch Eigenleistung

„Laien müssen einkalkulieren, dass für sie in der Regel die Arbeiten zeitintensivier sind als für erfahrene Bauarbeiter“, betont Becker. Brauchen sie zu lange, um den Laminat- oder Teppichboden zu verlegen, stören sie beispielsweise den Elektriker, der Steckdosen anschließen muss. „Unter Umständen gerät der gesamte Bauablauf ins Stocken“, warnt Becker. Weitere Risiken:

  • Viele Bauherren sind optimistisch, dass sie ihr Vorhaben schaffen. Doch springen fest eingeplante Freunde oder Nachbarn ab, sind Probleme vorprogrammiert. „Hinzu kommt, dass man die Zeit von privaten Helfern aus Eigennutz nicht übermäßig in Anspruch nehmen sollte“, sagt Becker.
  • Wer beim Hausbau mit anpackt und einen Fehler macht, bleibt auf den Schaden sitzen. Das gilt ebenfalls für Schäden, die sich später zeigen. „Der Bauherr haftet für die selbst erbrachte Leistung“, erklärt Becker.

Tipp: Damit keine gravierenden Mängel auftreten und die Qualität stimmt, sollte es Zwischenabnahmen im Beisein von Experten wie Bauingenieuren oder ein Architekten geben.

Bei diesen Arbeiten müssen Profis ran

Von Fliesenleger-Arbeiten rät Becker Laien ab. Probleme drohen beispielsweise, wenn im Bad eine Fußbodenheizung existiert. Bei nicht fachgerecht verlegten Fliesen kann es zu Rissen kommen. „Auch drohen Schäden durch eindringendes Wasser im Fußboden und den Wänden“, warnt Becker. Selbst wenn ein Bad leicht zu fliesen ist, rechnet es sich für den Laien nicht, die Arbeit in Eigenregie zu erledigen. „Eine Fachfirma bekommt vom Händler einen Preisnachlass für die Fliesen, der Laie erhält diesen Rabatt in der Regel nicht“, sagt Becker.

Einige Arbeiten dürfen private Bauherren nicht selbst verrichten

Elektrik, Wasser, Gas, Heizung – solche Anschlüsse dürfen Bauherren aus Sicherheitsgründen nicht legen, selbst wenn sie es wollten. Der Einbau des Schornsteins ist ebenfalls Sache von Fachleuten. Diese Arbeiten nehmen Fachbetriebe am Ende ab. Die Firma, die die Arbeit ausführte, haftet letztendlich im Fall eines Schadens.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (15)


Kommentare

Christel

28.07.2019

Wir haben auch ein Einfamilienhaus vor nunmehr 7 Jahren mit einem Fertighausbauer aus Rheinland Pfalz erworben. Probleme hinsichtlich der Finanzierung hatten wir keine, aber leider entsprachen die Innenausbauten nicht dem Quadratmeterpreis welcher dem Kaufpreis zugrunde lag. Schlussendlich investieren wir nun lieber in Eigenleistung anstatt sich von Handwerkern (auch Meisterbetriebe wohlgemerkt) zum Narren halten zu lassen. Weil: Renovieren will keiner gern, nur neu machen (pfuschen)!


Anne

26.07.2019

Ich habe mir vor 2 Jahren ein ca. 180-200 Jahre altes Lehmhaus fuer wenig Geld gekauft. Einen Teil der Arbeiten mit Freunden vorbereitet (Tapeten runterholen, alten Putz abschlagen, Erdreich rausbringen). Gluecklicherweise einen Lehmbauer gefunden, der das betreut. Da es aber, da oekologisch, keine Foerderung gibt, muss ich das durch aktuell teurere Kredite finanzieren. Der Vorteil ist aber, dass ich nun das Dach, Putz, Bodendaemmung habe, die sicherlich nochmal 100-200 Jahre halten werden. Auch die Daemmung mit Hanf und Stroh wird mir und spaeter der Natur keine Spaetkosten verursachen, was bei der Entsorgung der Styropordaemmung leider nicht der Fall sein wird. Da kostet eine Tonne mindestens 7000 Euro. Und bei der Hitze gibt es nichts besseres, als ein schoen kuehles Haus, in das man sich zurueckziehen kann. Was mich aber doch wurmt ist die Tatsache, dass jeder Investor (die meist als Konsortium auftreten) keine Steuern zahlt, da sie die Share deals machen, die MwSt und Auslagen voll steuerlich absetzen koennen, derweil dies bei Privaten nicht moeglich ist. Und auch nochmal hier zum Thema Kevin: die Aussage zur Enteignung bezog sich auf nicht selbst genutztes Wohneigentum...


Jan

25.07.2019

Lt. N-TV Bericht kann man in einigen Ländern, darunter Deutschland mit dem 5 bis 6 fachen Jahresgehalt eine 70qm Wohnung kaufen. Leider haben die Autoren die Daten von 1998 verwendet.
Denn 1998 habe ich mir eine 70qm Wohnung für umgerechnet 200.000 Euro gekauft. Nach heutigen Gehalt wäre das 6 fache 217tsd. Euro rum. Also könnte ich kaufen, allerdings ist der heutige Preis einer 70qm Wohnung heute zwischen du kannst bekommen 392.000tsd. auf dem Markt anbieten für 420tsd. und real verkaufen kannst es in der Knappheit heute und der Lage für 500tsd.
Der Wahnsinn nimmt kein Ende......


@All

23.07.2019

Zur Zeit sollte keiner ein Haus oder Immobilie erwerben. Die "Blase" wird bald platzen.
Es wird wieder zu viel Geld in eine Ecke verschoben. Das ist nie gut.
Man müsste alles wieder ins Lot bringen durch eine Internationale Regelung.
Das gefährlichste was gemacht wird, sind auch die Cyberwährungen und Digitalbanken wie N26, Fidor, etc.
Wir sollten beim ganz normalen Bankgeschäft bleiben. Filialbanken und Internetbanken wie ING und Sparkassen / Genossenschaftsbanken.
Allerdings müssten die auch nur noch die normalen Geschäfte betreiben: Gehaltskonten, Sparkonten, Depot, Beratung, kleines Investment.
Auslagern: Bausparen, Versicherungen, etc. - dafür gibt es die jeweiligen Institute selber.


@Dein Johann Baumeister

23.07.2019

Vollkommen richtig.
Wenn der Kevin die Arisierung auf breiter Front tatsächlich durchzieht, sind ALLE Fondssparer und Pensionskassen bzw. deren Mitglieder betroffen.

Warum will der Kevin der Sozialisten ein gescheitertes Projekt der National-Sozialisten um jeden Preis neu versuchen?
Wir haben aus der Geschichte offenbar noch nicht genug gelernt. Schade.
Am Ende wird es wieder weniger Wohnraum - auch für die noch kommenden Migranten aus aller Welt - geben, als VOR diesem Experiment.
Die Mittelschicht und vor allem die Kleinverdiener werden wieder einmal die Verlierer sein.
Aber: warum nicht wieder einmal NS-Ideologie praktizieren? Ein Versuch auf Kosten der Kleinen ist es tatsächlich wert?
Ich glaube kaum.
Diese Ideologie ist schon vor über 80 Jahren gescheitert. Anschließend waren in Mitteldeutschland die SED, StaSi und GeStaPo mit der NVA am Werk.
Freiheit, Demokratie und Menschenwürde gab es dort genau so wenig wie in der heutigen Türkei.
Symbolische Entschädigungen der tatsächlichen Eigentümer gab es erst (teilweise) nach 1989.

Warum sollen heutige Pensionskassen, Rentenfonds bzw. deren Eigentümer wieder enteignet werden?

Wer profitiert denn davon, die Zusatzrenten und -pensionen künstlich zu schmälern?

Der DGB hatte mit der "Neuen Heimat" bereits Erfahrungen gesammelt. Der marode Schrotthaufen der Sozen wurde für 1,00DM symbolisch an einen Bäcker verkauft - inklusive sämtlicher Belastungen, die mit übernommen werden mußten.
Und? Was ist daraus geworden?
Wenn Sozen, National-Sozen oder Grünisten Geld anderer Leute in die Finger kriegen, läuft es stets nach dem selben Muster ab.
Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung bleibt auf der Strecke. Es ist so schade um unser schönes Land.
Und: NEIN! heute würde ich kein Doppelhaus/Mehrfamilienhaus mehr bauen und der Gesellschaft zur Verfügung stellen.
Wer Mietnomaden oder Nafris im Haus hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.
Diese Erfahrung muss aber jeder selber machen.


Andy

22.07.2019

Moin
Viele jammern, daran kann man klar sehen das keiner sich ernsthaft mit dem Hauskauf auseinander gesetzt hat, macht doch mal Nägel mit Köpfe und holt euch doch mal Angebote. Später sagt ihr, hätte ich das Thema schon längst in Angriff genommen.
Es gibt auch Grundstücke von der Stadt oder Gemeinde.
Es gibt eine Regel max 40-50% vom Nettoeinkommen und meidet Banken, die wollen nur euer Bestes.
Es gibt Verbraucherzentralen die exzellent beraten sowie Internet- Banken die günstige Hypotheken anbieten.
Es gibt viele Förderungen vom Staat.
Nur wer sich gut vorreitet kann die Lage überblicken und beurteilen, andere laufen dann eben ins offene Messer.
Viel erfolg für die Zukunft.


@lohnt sich Wohneigentum noch?

22.07.2019

Die Enteignung ist nur für die gedacht gewesen -> Investmentfonds, Wohnungsgesellschaften -> auch nur wenn die Mieten nicht runter gehen und ständig Luxussaniert wird etc.
Oder sollte für die gelten, welche mehr als eine Immobilie haben und keine gerechtfertigte Miete zahlen.
Gilt bzw. sollte bestimmt nicht für einen gelten, der eine selbst genutzte Immobilie hat.
Auf der anderen Seite, deine Frage...nein, lohnt sich nicht mehr, da nur Banken, Versicherungen und Baufirmen kräftig verdienen bei derzeit miserablen Bauweise -> wird zu schnell gebaut und dass dann auch mit Drittanbietern die vom Ausland kommen.

Dein Johann Baumeister


lohnt sich Wohneigentum noch?

19.07.2019

Dann kommt der Kevin von den Jungsozialisten und alle Haus- und Wohnungseigentümer werden enteignet. Arisierungen auf breiter Front gab es schon einmal in unserer Geschichte.
Die Willkommenskultur gibt es nicht zum Nulltarif, wie der derzeitige Wohnungsmarkt zeigt.

Vielleicht kommt es aber doch nicht so schlimm wie angekündigt.


Saskia

19.07.2019

Heut zu Tage kann man nur noch auf dem Campingplatz. Oder an den "Ar*** der Welt".
Oder aber man findet einige, kauft sich zusammen ein Haus und teilt es auf - WG.


Hoppla

19.07.2019

Sollte "Immobillionär" heißen, habe das zweite "l" vergessen.
;-)
Aber jetzt ist wirklich alles zu teuer....
Die Preise müssen je nach Immobilie 50.000 bis 200.000 Euro gesenkt werden. Auf Normalstand!!!


Immobilionär

18.07.2019

Jetzt noch kaufen oder bauen gleicht dem Gleichnis "Ins offene Messer laufen".


Janosch

17.07.2019

Wer jetzt noch kauft ist xxx!
Die Banken haben auch schon angefangen weniger Kreditvolumen in den "aufgeblasenen" Immobilienmarkt zu pumpen.
Jetzt wird es auch Ihnen zu heiß - Preise sind zu hoch.


Andy

15.07.2019

Mein Konzept ging auf. 2 Jahre meine eigene Planung, Infos über Bücher, Seminare, Bauausstellungen, Verbraucherzentrale,unabhängige habe ich Baustellen besucht usw. Mein neues Haus hat alles was sinnvoll ist Behindertengerecht innen und außen. Das Haus wurde verklinkter (kein Farbanstrich für die Zukunft). Tondachziegel halten 100 Jahre. Das ganze Haus ist lichtdurchflutet das spart Strom. In jeder Ecke bin ich vernetzt. Rollläden aus Alu usw. Meine Eigenleistung waren 40.000 Euro das wurde von mir durchgeführt nachdem der Bau abgenommen war.
So diese Tipps sind Goldwert: Lasst den Bau zusätzlich von einen unabhängigen Ingenieur überwachen nach Bauabschnitt. Mutet euch nicht zuviel zu, wenn ich in meinen Hauptjob mehr Geld verdienen als das ausübende Handwerk lasse ich die Arbeiten ausführen. Ganz wichtig bleibt einige Monate länger in der Mietwohnung um das Haus in Ruhe auszubauen. Zum Schluss wurde ich ausgezeichnet für die Zukunftsorientierte Planung, Gestaltung meines Hauses. Der Preis war 21.000€ für die Heizungsanlage 2 Wärmepumpen mit spezialer Wärmerückgewinnung. So kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Viel erfolg.


Schmu

12.07.2019

@Kerstin: Die meisten die heutzutage bauen haben entweder das Geld durch Erbschaften oder bauen ein 2. Mal und haben das Geld durch den Verkauf des 1. Hauses. Außerdem sind Verschuldungen von 500.000€ - 750.000€ häufiger, als sie glauben mögen. Die Banken machen das locker mit. Auch 100% Finanzierung sind drin. Ob das klug ist sei mal dahin gestellt.

Schlussendlich kommt es drauf an WO sie bauen. Bayern / München ist 10-20x teurer als ein Kuhdorf in Schleswig Holstein oder der Osten. Letzteres liegt der Grundstückspreis bei 60.000 - 80.000€ für 650m².

Die o.g. Eigenleistungen dämpfen den Preis aber nicht wirklich. Spachteln, Malen, Boden kommt je nach Hausgröße vlt um die 15.000€ Ersparnis zusammen. Bei Preisen von 400.000€ Aufwärts macht das den Kohl nicht fett. Was im Artikel fehlt sind Erdarbeiten. Mit Erfahrung und einem Bagger kann das alleine schon 10.000€ sparen. Wenn das Haus einen Keller haben soll sind sogar locker 20.000€ drin die eingespart werden.


Kerstin

12.07.2019

Wie kann man bei etwas Geld sparen, wenn man sich etwas gar nicht leisten kann?

Die Preise für Grundstücke, (fast) Fertighäuser oder beim selbst mitbauen sind doch schon so hoch, dass mind. 2 bis 4 Generationen abzahlen müssen und die ein oder andere nebenbei dies und das schon wieder renovieren muss oder nach gesetzlichen Vorgaben etwas abändern muss was viel Geld kostet.
Um ein Objekt haben zu können, dass renoviert (neuester Stand) und abgezahlt ist, da freut sich sicherlich die 6., 7. oder 8. Generation darauf. Wenn nicht eine Generation sich das nicht leisten kann oder lieber das Geld verpulvert (Verkauf des Objektes).