So versichern Sie Ihr Fahrrad richtig

Diebstahlschutz für Drahtesel | 23.10.2017

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© Drobot Dean – fotolia.com

Es geschieht hundertfach jeden Tag in Deutschland: Ein Fahrrad wird geklaut. Mehr als 332.000 Drahtesel werden nach Angaben des Bundesinnenministeriums pro Jahr gestohlen. Das Problem: Die Aufklärungsquote liegt zurzeit knapp unter 9%. Immerhin: Seit dem Höchststand 1994 mit knapp 530.000 verschwundenen Rädern ist dies seitdem ein Rückgang um fast 200.000 Fälle.

Vor dem Hintergrund dieser hohen Fallzahlen fragen sich viele Radfahrer, welcher Versicherungsschutz ist der richtige und wann lohnt sich eine Fahrradversicherung? Klare Antwort: Letztere kann sich bei teuren Zweirädern und E-Bikes auf jeden Fall auszahlen.

Die Kosten für die Zusatzprämie variieren jedoch sehr. Nicht nur die Wahl des Anbieters ist entscheidend, sondern auch der Wohnort. Wo besonders viele Zweiräder gestohlen werden, ist es entsprechend teuer. "In einer 90 Quadratmeter großen Wohnung kostet Radschutz für ein 2.500 Euro teures E-Bike in Münster je nach Versicherer zwischen 20 und 350 Euro, in Wuppertal dagegen nur zwischen 14 und 146 Euro", schreibt das Magazin Finanztest. Der Vorteil solcher Verträge: Mit dem Aufschlag sind alle Fahrräder im Haushalt bis zur vereinbarten Obergrenze abgesichert.

Gut zu wissen: Die Zusatzprämie lohnt sich nur, wenn das Fahrrad häufiger draußen abgestellt wird. Verschwindet es nach jeder Benutzung im Keller, der Wohnung oder der Garage und wird von dort geklaut, handelt es sich um Einbruchdiebstahl. Dann wäre es über die Hausratversicherung ohnehin versichert.

Spezielle Fahrradversicherung

Je teurer das Rad oder E-Bike ist, desto eher können sich spezielle Fahrradpolicen lohnen. Für E-Bikes im Wert von 2.500 oder 4.000 Euro gibt es beispielsweise günstige Tarife, die 66 oder 100 Euro im Jahr kosten. Der Schutz gilt dabei jedoch jeweils nur für ein Rad. Bei der Entscheidung für oder gegen den Abschluss einer Police muss jeder Radfahrer für sich das Diebstahlrisiko und die Versicherungskosten gegeneinander abwägen.

Kleingedrucktes studieren

Die Stiftung Warentest rät, sich auf jeden Fall die Versicherungsbedingungen genau anzuschauen. Manche Anbieter verlangen etwa ein separates Schloss einer bestimmten Schutzklasse, die wiederum variieren kann. Ein Rahmenschloss wird selten anerkannt.

Tipp: Einer Untersuchung der Stiftung Warentest zufolge sind Bügelschlösser die sicherste Variante – aber auch etwas unhandlich. Die Lösung: Ein Bügelschloss, etwa den Testsieger „Trelock BS 650“ für um die 70 Euro, mit einem zweiten Schloss anderer Bauart kombinieren.

Gerade Bügelschlösser erschweren es mitunter, das Fahrrad an einem Gegenstand wie einer Laterne oder einem Zaun zu befestigen. Das allerdings machen einige Assekuranzen zur Bedingung. Auch deshalb empfiehlt sich die doppelte Absicherung. Außerdem raten Verbraucherschützer, die Fahrradrechnung sowie den Schlüssel des Fahrradschlosses stets aufzuheben und das Fahrrad zu fotografieren.

Eine Registrierung bei der Polizei kann das Wiederfinden eines gestohlenen Rades erleichtern. Auf jeden Fall sollte der Diebstahl zur Anzeige gebracht werden. Wer im Diebstahlsfall solche Beweise vorlegen kann, wird von seinem Versicherer in der Regel schneller sein Geld bekommen. 2016 wurden die Schäden immerhin in 200.000 von 332.000 Fällen ersetzt.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (3)


Kommentare

Dorothee

25.10.2017

Ganz groß seinen Namen mit Oelfarbe drauf schreiben und ein bissel hässlich machen.Nur schöne Räder sind wieder verkäuflich


Eckhard

23.10.2017

Hallo, Zitat "Verschwindet es nach jeder Benutzung im Keller, ..." Das ist nicht ganz eindeutig. Wenn von meinem eigenen Keller die Rede ist, ist es korrekt. Keller kann aber auch ein Gemeinschaftsraum in einem Mietshaus sein. Dann stimmt es schon nicht mehr. Dazu brauche ich den Zusatzbaustein als ob es in Nutzung wäre. Gruß!


Mr. Money

23.10.2017

Fahrradversicherung ist rausgeworfenes Geld, ein bis zwei richtige Stahlbügelschlösser bzw. Ketten sichern absolut ab.