Schutz vor Fake-Immobilien

Das Geschäft mit den gefälschten Anzeigen | 24.02.2017

Schutz vor Fake-Immobilien

© jklugiewicz– pixabay.com

Auf Onlineportalen bewerben Betrüger billige Traumwohnungen, die es gar nicht gibt. Viele unvorsichtige Schnäppchenjäger beißen an und überweisen die Kaution – das Geld ist weg. Dabei gibt es ein ultimatives Warnsignal.

Das Angebot ist zu verlockend

Eine Traumwohnung in Toplage, und das auch noch zum Schnäppchenpreis. Zu schön, um wahr zu sein! Wer eine solche Wohnungsanzeige findet, sollte besser skeptisch sein. Denn: Häufig stecken Betrüger dahinter. Auf der Suche nach leichtgläubigen Opfern auf Immobilienportalen locken vermeintliche Wohnungsbesitzer mit der immer gleichen Masche.

Wie die Betrüger vorgehen

Oft meldet sich nach der Kontaktaufnahme durch den Mietinteressenten via E-Mail eine Dame aus dem Ausland. Sie entschuldigt sich für ihr schlechtes Deutsch oder schreibt gleich auf Englisch. Dem folgen eine wortreiche Geschichte über kranke Familienmitglieder, charmante Ausflüchte sowie das Versprechen eines gerade eben sanierten Apartments, das warm inklusive aller Nebenkosten sowie Strom und Wasser wirklich nur jene läppische Monatsmiete kostet, die in der Anzeige beschrieben wurde. Und dann kommt der Haken.

Die Dame hat überhaupt keine Zeit und möchte deswegen alles per Post oder besser noch via Internet erledigen. Mietvertrag, Schlüssel, Kaution – das sei alles kein Problem. Und für die Unpässlichkeiten der Dame gibt es immer eine logische Erklärung. Kein Wunder: Je mehr Kontakt man zu den vermeintlichen Vermietern hat, desto plausibler erscheint die Geschichte. Und wer Dokumente und Nachweise verlangt, erhält sie. Selbst einen – natürlich gefälschten – Personalausweis bekommen Interessenten präsentiert. Das Vertrauen ist aufgebaut, nun folgt der nächste Schritt.

Gegen eine Sicherheit von zwei Monatsmieten, zu zahlen über den Geldtransferdienst Western Union, werde die Dame den Schlüssel per Post schicken. Interessenten haben dann 3 Tage Zeit, die Wohnung zu besichtigen. Gefalle sie nicht, bekomme der Mietinteressent seine Kaution wieder. Oder auch nicht. Denn genau das ist die – extrem erfolgreiche – Masche. Deshalb sollten bei der Vorausbezahlung von Wohnungen eigentlich sofort alle Alarmglocken schrillen. Leider ist das aber häufig nicht der Fall.

Kein Einzelfall – „Scamming“ im großen Stil

Immobilienscout24, Immonet, Kalaydo und viele andere: Kaum ein Immobilienportal ist vor Fake-Anzeigen sicher. Bei Recherchen der „ARD-Servicezeit“ fanden sich sogar identische Anzeigen in bis zu 15 Städten gleichzeitig. In München, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und Köln sind die Betrüger besonders aktiv. Dort, wo Wohnraum knapp ist, lässt sich der beste Schnitt machen. Und die Betrogenen haben keine Chance, ihr Geld zurückzubekommen. Die deutsche Polizei hat kaum Handlungsspielraum, da die Summen von ein- bis zweitausend Euro oft nicht groß genug sind, um Ermittlungen im Ausland aufnehmen zu können.

Das Geld ist in der Regel weg. Die beste Vorsichtsmaßnahme lautet deswegen: Niemals in Vorkasse gehen! Und schon gar nicht über Geldtransferdienste! Das Phänomen, Anzeigen zu erfinden und Menschen mit unwahren Versprechen Geld abzunehmen, heißt Scamming. Und das gibt es übrigens nicht nur bei Immobilien, sondern auch bei Jobangeboten und Liebesversprechen. Deswegen ist immer Vorsicht geboten, wenn etwas einfach zu gut klingt, um wahr zu sein.

Autor: ING-DiBa

Artikel aktualisiert am: 24.02.2017


Ihre Meinung

Kommentare (17)


Kommentare

Paul

06.03.2017

Vor 3 Jahren suchte ich eine Wohnung in Barcelona, Spanien. Dabei stieß ich auch auf solche Anzeigen, wie sie von Ihnen beschrieben werden. Spanische Freunde sprachen sofort von " Estafa - Fake - Betrug ". Ich war aber neugierig, wieweit die "angeblichen Vermieter" gehen würden. Es entwickelte sich genauso wie sie es erwähnt haben. Es meldete sich der Vermieter aus Paris und letztlich wollte er eine Vorauszahlung, ehe er Adresse der Wohnung nennen wollte und schließlich nach Barcelona kommen wollte um mir die Schlüssel zu übergeben.
Ich zahlte nicht und stellte auch das Schreiben per E-Mail ein. Nichts hörte ich dann weiter.
Ich finde es sehr schlimm, dass jetzt solches auch in Deutschland passiert. Ich kann nur raten, dass sich niemand auf eine bewusst gewollte Vertrauensbasis einlässt.


ING-DiBa

06.03.2017

Hallo Herr Koeth, aufgrund der Nennung persönlicher Daten haben wir Ihren Kommentar gelöscht. Bitte haben Sie dafür Verständnis. Zur Klärung Ihrer Frage rufen Sie uns doch einfach unter 069 / 34 22 24 an. Die Kollegen sind immer gerne für Sie da. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Horst Hanke

04.03.2017

Das ist ja schrecklich mit dem Mietbetrügern, habe ich noch nicht so gesehen,danke


ING-DiBa

27.02.2017

Hallo dedoelker, so extrem würden wir den Missbrauch bei Western Union-Zahlungen nicht beschreiben. Generell schadet es aber nicht, sich bei jeder Zahlung vorher über den Dienstleister zu informieren. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Maria

26.02.2017

Mir wurde anboten, den Schlüssel bei einer speziellen Vermietungsagentur abzuholen und dort das Geld zu hinterlegen, dass dann erst von der Agentur an den Vermieter überwiesen würde, nach Unterschreiben des Vertrages. Allerdings war an der angegebenen Adresse kein Haus zu finden. Die Fotos schienen auch aus Airbnb zu kommen. Auf mein Nachfragen, wo denn das Haus mit der Wohnung zu finden sein sollte, kam keine Antwort mehr....


dedoelker

25.02.2017

Western Union = ALLERGRÖSSTE VORSICHT ! ! !
Es ist auffällig, dass bei Scamming immer wieder der Name dieses Zahlungsdienstes auftaucht!
Einfache Regel: Wenn Geschäftspartner Zahlung über WU verlang, IMMER Finger weg!


peter9

23.09.2016

Man kann die Kaution oder anderes Geld auch an eine hübsche Notarin im Ausland schicken. Ihr Bild ist verführerisch.

Aber mit Google kann ich in der Straße kein Notarschild finden. Wer an diese hübsche Notarin glaubt ist selbst schuld.


Thomas

23.09.2016

Die Fake Angebote kann man am niedrigen "Lockpreis" erkennen, ich hatte mal eine günstige Wohnung in Berlin gesehen, die Anschrift gehörte zur Rumänischen Botschaft. Ich hatte das Angebot dem Portal gemeldet und es wurde gelöscht. Eine lustige Geschichte, die mich allerdings gut eine Stunde Lebenszeit gekostet hat.


Torsten

22.09.2016

Sorry, aber WIE BLÖD kann man eigentlich sein. um auf sowas reinzufallen ??!! Ist natürlich unschön für die, die Lehrgeld bezahlen mußten, aber mein "Mitleid" für diese Menschen hält sich in überschaubaren Grenzen. Geiz ist Geil - und DAS ist dann die Strafe :-)


Eva

22.09.2016

Es ist wie mit fast allen Betrügereien: es gibt einen, der betrügt und es gibt einen, der sich betrügen lässt. Es ist mir unerklärlich, wie man so dumm sein kann und mit gesundem Menschenverstand auch nur auf die Idee kommen kann, man erhielte einen sanierten 80 qm- Altbau- Traum mit Balkon in bester City- Lage für 400 Euro Warmmiete. Ich habe bereits mehrere solcher Betrüger- Mails wie im Artikel erhalten und diese ohne weitere Reaktion meinerseits an die Polizei weitergeleitet. Eine kostenlose Mail an einen "Anbieter" zu senden ist eine Sache, Geld ins Blaue hinein zu überweisen, eine andere... Wenn man sein Gehirn einschalten würde, würde DAS überhaupt nicht funktionieren.


Klaus Köberlein

22.09.2016

Ich hatte vor ca. zwei Jahren Kontakt mit einem solchen Betrüger, wobei mir zum Glück sofort klar war, dass es sich um versuchten Betrug handelt. Bemerkenswert ist, dass die "Kaution" nicht per Western Union, sondern auf ein Konto in Barcelona überwiesen werden sollte. Um mich in Sicherheit zu wiegen, hat mir der Gauner eine gefäkte Email von AirBnB geschickt. Er hat identische Wohnung in München (Lehel) und in vielen anderen deutschen Städten angeboten.
Ein besonderes Lob an ImmobilienScout, die bereits nach einem Tag gewarnt haben.


Friedrich Blaul

10.09.2016

Geiz ist geil!
Wenn Schnäppchen winken, wird bei vielen das Gehirn abgeschaltet!


WeldertC

09.09.2016

Ich kann mich den Vorredner nur anschließen; "anonym" Bargeld zu verschicken; würde ein seriöser Anbieter kaum verlangen.


Stephan Hofmann

08.09.2016

Ich kannmir nicht erklären warum es immer noch Menschen gibt, die auf solche Maschen hereinfallen. Allein bei dem Wort “Western Union“ müssen alle Alarmglocken klingeln. Die Abzocker machen sich eines zu Nutze: Die Gier der Menschen. Wenn die Gier erst einmal zugeschlagen hat, lassen viele Menschen leider jede Vorsicht fallen.


Karin

08.09.2016

Auf diese Masche ist mein Sohn beinahe hereingefallen. Danke für den Artikel.


Georg

02.09.2016

Eine gute Portion Mißtrauen hat noch nie geschadet. Schon viele sogenannte Schnäppchen sind nur Abzocke.


Jan

24.08.2016

Klar... Western Union. Spätestens da muss der Groschen fallen. Der Dienst ist für solche Geschäfte ein No-Go. Es gibt sicherlich auch seriöse Einsatzmöglichkeiten für WU, aber keine davon ist in diesem Fall plausibel.