Telefon und Internet

Neuer Festnetzanbieter gesucht? Was beim Wechsel wichtig ist | 05.06.2020

Würden Sie Haustürbetrüger erkennen?

Sie sind unzufrieden mit Ihrer Telefon- und Internetverbindung? Die Lösung kann ein anderer Festnetzanbieter sein. Komplikationen müssen Sie dabei nicht befürchten – nur ein paar Dinge im Blick behalten. Wie der Wechsel gelingt.

In der Telefonleitung knackt und rauscht es ständig, die Verbindung ins Internet ist langsam und obendrein sind die Tarife auch noch recht teuer. Wenn Sie sich nicht länger ärgern, sondern lieber handeln wollen: Es ist einfacher als gedacht, den Festnetzanbieter zu wechseln.

Ihre Meinung zählt!

Das Wichtigste: Fristgerecht kündigen

Aus der Rechnung, die Sie Monat für Monat erhalten, gehen Vertragsdauer und Zeitpunkt hervor, bis wann Sie spätestens kündigen können. „Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel drei Monate vor dem Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit“, erklärt Rainer Schuldt von der Zeitschrift „Computer Bild“.

Optionen von Anbietern prüfen und vergleichen

Wer den Anbieter wechseln will, sollte sich also rechtzeitig informieren. Daneben ist auch eine gute Recherche wichtig. Prüfen Sie die Optionen der DSL- und Kabel-Anbieter, die sowohl den Internet- als auch den Telefon-Festnetzanschluss bereitstellen. „Nicht jeder Provider liefert dieselben Features am Wohnort des Kunden“, stellt Schuldt klar.

Tipps:

  • Sie wissen nicht, mit welchen Leistungen Sie rechnen können? Kein Problem, das lässt sich leicht feststellen. Bei den meisten Telekommunikationsunternehmen können Sie auf deren Webseite über eine Adresseingabe herausfinden, welche maximalen Geschwindigkeiten für das Internet an Ihrem Wohnort anliegen.
  • Sollten sich die Versprechen der Unternehmen als leere Worthülsen erweisen – zum Beispiel, weil die Leistung noch gar nicht bereitsteht – steht Ihnen als Kunde ein außerordentliches Kündigungsrecht zu.

Der neue Anbieter kümmert sich um alles

„In der Praxis ist es üblich, den neuen Anbieter mit der Kündigung des bisherigen Vertrags zu beauftragen“, sagt Michael Reifenberg, Sprecher der Bundesnetzagentur. Sie können auch Ihre bisherige Rufnummer mitnehmen und Ihren neuen Anbieter bitten, dass er sich um die Rufnummernmitnahme, die sogenannte Portierung, kümmert. „Die Mitnahme einer Rufnummer zu einem anderen Anbieter verursacht grundsätzlich Kosten“, erklärt Reifenberg. Die Anbieter dürften Verbrauchern aber nur die Beträge berechnen, die einmalig beim Wechsel entstehen.

Wichtig zu wissen:

  • Wer seinen neuen Anbieter nicht mit der Portierung beauftragt, bekommt eine neue Festnetznummer. Dann heißt es: Verwandte, Freunde, Bekannte sowie Geschäftspartner über den Wechsel in Kenntnis setzen.
  • Ihre bisherige Festnetznummer können Sie mitnehmen, wenn die Kundendaten beim alten wie beim neuen Anbieter komplett identisch sind. Ist dies nicht der Fall, kann es zu Verzögerungen kommen.
  • Ratsam ist es, im Vorfeld sämtliche Daten des alten und neuen Vertrags miteinander zu vergleichen und gegebenenfalls rechtzeitig zu aktualisieren. Dazu gehört beispielsweise zu prüfen, ob das Stockwerk des Hauses, in dem Sie wohnen, korrekt angegeben ist oder ob Sie mit einem oder Ihren beiden Vornamen aufgeführt sind.
  • Die Information, dass der Kunde seine Rufnummer mitnehmen möchte, sollte der neue Anbieter dem bisherigen möglichst zehn Arbeitstage vor Vertragsende zukommen lassen.

Wenn der Wechsel danebengeht

Was immer wieder vorkommt: Mit dem Wechsel klappt es nicht – und der Kunde hat nun weder Telefon noch Internet. Und jetzt? „Der bisherige Anbieter darf nicht einfach seine Leistung einstellen“, heißt es bei der Bundesnetzagentur. Vielmehr stehe er in der Pflicht, den Anschluss grundsätzlich solange aufrechtzuerhalten, bis der Wechsel zum neuen Anbieter erfolgt ist.
 
Probleme rund um den Anbieterwechsel? Betroffene können sich an den Verbraucherservice der Bundesnetzagentur wenden.

Neue Hardware? Nicht nötig!

Nicht selten passiert es, dass der neue Anbieter dem Kunden neue Hardware verkaufen möchte, zum Beispiel Router oder Telefon. Laut Experten können Verbraucher auf solche Käufe getrost verzichten. Vorsicht, wenn ein Provider damit wirbt, dass nur mit seiner Hardware die beste Leistung erzielt werden kann. Der bisherige Router und/oder das Festnetztelefon reichen – neue Geräte müssen nicht her.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (4)


Kommentare

Robert 1&1

23.06.2020

Alle üblichen Anbieter ziehen einen über den Tisch. Versprechen (höhere) Leistung mit neuen Geräten. Teilweise wird die Performance ferngesteuert runtergeschraubt oder Router als defekt analysiert um dann Eineni neuen zu verkaufen. Als ich Neuen (zum Vorzugspreis :-) bekam, ging der alte Router dann plötzlich wieder. Also zurückgeschickt und seitdem geht alles wieder...so machen die das. Unseriös. Das war bei 1&1. Nochmal und ich bin weg!!


Markus

20.06.2020

Mittlerweile war ich schon Kunde bei den 3 Monopolisten in der Branche. Fazit; es gibt bei allen was zu bemängeln! Zum Schluss ist man doch auf die 3 großen Konzerne angewiesen. Es fehlt an Alternativen.


TK

19.06.2020

Anbieter die Leitungen bei der Telekom mieten, können manchmal nicht die gewünschte Bandbreite liefern, weil die Telekom ihnen keine freien Ports gibt. Umweg: erst Anschluß bei der Telekom buchen, plötzlich können neue Ports geschaltet werden, dann nach zwei Jahren wieder wechseln.


Realist

05.06.2020

Was man hat, dass weis man. Und man könnte ganz schnell vom Regen in Traufe kommen. Wobei der Wechsel zum TV-Kabelanbieter langfristig in vielen Fällen beim Sparen hilft - wenn man denn einen Kabelanschluss hat. Beachten sollte man dort auch die mögliche starke Schwankung der nutzbaren Bandbreite im Tagesverlauf. Wobei man dabei aber auch die Kopplung von Verträgen beachten sollte. So könnten z.B. die mobilen Anrufe auf das heimische Festnetztelefon am TV-Kabel plötzlich Kosten verursachen oder richtig teuer werden. Und bei kleinen Kabelanbietern kann, wegen der notwendigen Bestellung von teurer Netzwerktechnik im Störungsfall, dann schon mal das Telefon und das Internet eine Woche Tod bleiben.