Fonds im Jahresrückblick

Wie entwickelte sich die Fondsbrache in 2018? | 04.04.2019

Paar beim Onlineshopping

© Jo Jankowski

Auch die längste Serie findet einmal ihr Ende. Nach sechs aufeinander folgenden Jahren mit positiver Rendite konnte sich die Fondsbranche dem schwachen Marktumfeld in 2018 nicht entziehen. Schwächere Konjunkturindikatoren rund um den Globus, Sorgen um die weitere Gewinnentwicklung der Unternehmen sowie der andauernde Zollstreit zwischen den USA und China machten den Finanzmärkten im vergangenen Jahr einen Strich durch die Rechnung. Auch die Unsicherheiten in Zusammenhang mit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union machten Privatanlegern wie Fondsmanagern das Leben schwer. Der Blick auf die 2018er-Performance von Branchenvergleichsgruppen, die mindestens 20 bewertete Fonds enthalten, liefert bei Aktienfonds daher ein eindeutiges Bild: Das abgelaufene Jahr bedeutete für 37 der 38 relevantesten Aktienfonds-Vergleichsgruppen Verluste. Einzige Ausnahme bildeten Fonds mit dem Schwerpunkt Gesundheitswesen, während am anderen Ende des Spektrums Fonds aus der Kategorie „Aktien Deutschland“ lagen.

Trotz des schwierigen Börsenjahres und der damit verbundenen meist negativen Performance von Aktienfonds konnte die Fondsbranche insgesamt aber ein positives Fazit für 2018 ziehen. Mit einem Minus von 6,3 Prozent über alle erhältlichen Fondsprodukte hinweg schnitt die Branche unter dem Strich besser ab als der deutsche Aktienindex, der 2018 einen Verlust von 18 Prozent hinnehmen musste. Zuvor hatte die Fondsbranche eine Serie mit sechs aufeinander folgenden Jahren hingelegt, in denen die Fonds im Durchschnitt jährlich Zugewinne zwischen fünf und zehn Prozent erwirtschaftet hatten. Auch 2018 ist es vielen Fondsmanagern gelungen, eine bessere Entwicklung zu erreichen als der Aktienmarkt. Dies ist bereits dann erfüllt, wenn das Minus des Fonds geringer ausfällt als das der Benchmark (Vergleichsindex). 18 Prozent aller Fonds wiesen über das Jahr hinweg sogar einen positiven Ertrag aus.

Zahl der Fondsbesitzer in Deutschland steigt

Mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt knapp drei Billionen Euro, das sich seit 2008 nahezu verdoppelt hat, liegt die Branche auf Rekordniveau. Die Altersvorsorge ist weiterhin einer der wichtigsten Faktor für Neuanlagen in Fondsprodukte, die 2018 Mittelzuflüsse in Höhe von 119 Milliarden Euro verbuchten. Dabei verzeichneten Spezialfonds, die speziell für institutionelle Investoren und besondere Anlegergruppen konzipiert sind, mit knapp 95 Milliarden Euro die größten Zuflüsse. Bei den Privatanlegern standen Mischfonds, die ihr Portfolio zu gleichen Teilen mit Aktien und Anleihen ausrichten, hoch im Kurs. Auch offene Immobilienfonds, bei denen sich Anleger schon mit kleineren Beträgen an einem Immobilienportfolio beteiligen können, verzeichneten hohe Mittelzuflüsse von 6,4 Milliarden Euro.

Nicht nur die Mittelzuflüsse sprechen für anhaltendes Interesse an Fondsprodukten, auch die Zahl der deutschen Aktionäre und Fondsbesitzer im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Laut Statistik des Deutschen Aktieninstituts kletterte die Zahl der Besitzer von Aktien 2018 um 250.000 auf mehr als zehn Millionen, was gleichbedeutend mit dem höchsten Wert seit 2007 ist. Die Zahl der Aktienfondsbesitzer konnte im Vorjahr sogar überproportional um 617.000 zulegen, womit zum Jahreswechsel rund 12 Prozent aller Deutschen Teile ihres Vermögens in einem oder mehreren Aktienfonds angelegt hatten.

Autor: ING-DiBa AG


Ihre Bewertung

War dieser Artikel hilfreich für Sie? Vielen Dank! Vielen Dank! Vielen Dank!

Ihre Meinung

Kommentare (4)


Kommentare

@Hoffmann

17.05.2019

Lieber von viel Erträgen viel Steuern zahlen als von keinen Erträgen nichts ;-)


Hoffmann

04.04.2019

Alles zu unsicher um was zu Investieren man muss immer wieder Steuer zahlen.


ING

04.04.2019

Hallo HhT, herzlichen Dank für Ihren Hinweis. Natürlich haben Sie Recht - es sind tatsächlich 3 Billionen. Den Text haben wir inzwischen angepasst. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


HhT

03.04.2019

Im Text steht "Mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt knapp drei Milliarden (sic!) Euro...". Ich vermute mal, es geht um 3 Billionen Euro?
Ein Volumen von 3 Mrd. € erreichen ja schon einige große Fonds allein - der DWS Top Dividende als IMHO größter deutscher Aktienfonds hat bspw. ein Fondsvolumen von ~18 Mrd. EUR.