Frauen und Immobilien? Unbedingt!

Wie die Wohnung zur Frauensache wird | 12.06.2018

Frau in Sonnenstuhl im Garten vor ihrer eigenen Wohnung

© ING-DiBa

Als Frau eine Wohnung alleine kaufen? Eine Freundin unseres Redaktionsteams, Andrea (52 Jahre) hat diesen Schritt gewagt. Und verrät, worauf man achten sollte.

Okay, als ich das erste Mal über den Kauf der eigenen Immobilie nachgedacht habe, musste ich (knapp über 50 und fest im Job) mich erst einmal selbst überzeugen. Natürlich hatte ich immer wieder mal darüber nachgedacht, ob ich mir nicht eine eigene Wohnung kaufen soll. Im Studium hatte ich kein Geld. Im Job wollte ich mich örtlich nicht festlegen. Nein, dann kamen nicht die Kinder. Aber ohne Kinder rückt der Erwerb von Wohneigentum auch nicht näher – für wen denn auch?

Meine Motivation: Vorsorgen fürs Alter

Vor kurzem habe ich dann etwas Geld geerbt – da war die Idee von der eigenen Immobilie zum Greifen nah. Jetzt aber. Für mich in meiner Situation und meinem Alter bedeutete das: Wenn ich in Immobilien investiere, dann weniger, um selbst einzuziehen (ich lebe im Moment zum Dumpingpreis zur Miete). Schnell war klar: Zwei kleine Eigentumswohnungen sollten es sein. Diese Wohnungen wollte ich mir kaufen, um sie später zu vermieten und um die Mieteinnahmen im Alter als zusätzliche „Rente“ zu haben. Ein weiterer Vorteil dieses Modells: Sollte ich später doch mal Geld brauchen, kann ich eine Wohnung verkaufen – und hätte die Mieteinnahmen der anderen immer noch. Und ok – wenn es sein muss, dann wäre ja immer auch noch die zweite Immobilie zum Verkaufen da. Wer weiß: Und wenn ich meine bestehende Wohnung mal verlassen muss, dann ziehe ich einfach in diese Wohnung ein. Auch das spricht ganz klar für einen Kauf.

Wer macht mich schlau?

Was ich mir auch noch überlegt habe: Ich wollte die beiden Wohnungen nicht bar bezahlen, sondern lieber einen Teil davon über eine Baufinanzierung einbringen. Mein Ziel dabei: Beide Wohnungen müssen bis zum Eintritt in die Rente (also in rund 10 Jahren) über die bis dato eingehenden Mieteinnahmen komplett abbezahlt sein. Gesagt – getan? Nicht ganz. Spätestens jetzt fing bei mir die Unsicherheit an.
Wie mache ich mich schlau? Über eine Kollegin hatte ich zwar eine Wohnung zum Kaufen gefunden. Was ich nicht wusste: Ist die Wohnung den Kaufpreis auch wert? Wie finanziere ich das Ganze und lohnt sich das Investment in diese Immobilie auch wirklich? Was schon mal wichtig war: Die Wohnung gefiel mir richtig gut – und sie lag nicht sehr weit von meinem Wohnort entfernt.

Darauf solltet ihr achten

Ich glaube, das ist eine wichtige Voraussetzung für den Kauf. Das Objekt muss dir gefallen und du musst dir vorstellen können, selbst darin zu wohnen. Auch solltest du immer wieder mal schauen können, dass alles läuft oder wie sich das Wohngebiet entwickelt. Deshalb ist die Nähe wichtig. Auch habe ich darauf geachtet, dass das Umfeld passt. Kindergarten, Einkaufszentrum, Bushaltestelle und vielleicht auch ein Aufzug sind Standortvorteile, die sich dann bezahlt machen, wenn du die Wohnung später mal wieder verkaufen möchtest. Ich denke, hier macht es Sinn, sich in seinem Freundeskreis umzuschauen. Ein Architekt, ein Handwerker oder einfach jemand, der vielleicht schon einmal selbst gebaut hat, können gute Tipps und Sicherheit geben.

Erste Erfahrung mit der Baufinanzierungsberatung

Anders sieht das bei der Baufinanzierung aus. Da habe ich mich bei der ersten Finanzierung lieber auf den Rat von Profis verlassen und einen Baufinanzierungsberater konsultiert. Auch hier half mir der Zufall – eine Bekannte kannte eine Beraterin. Die habe ich dann genommen. Kleiner Tipp: Es gibt auch Plattformen wie z. B. mein- baufinanzierungsberater.de, auf der sich ausgewählte Berater präsentieren. Einfach mal die eigene Postleitzahl eingeben und schauen, ob man fündig wird. Apropos Internet: Bei vielen Banken gibt es Baufinanzierungsrechner, auf denen man sein Investment einfach mal grob durchrechnen kann. Das hilft sehr, wenn du grob wissen willst, ob sich das Objekt der Begierde auch wirklich wie geplant finanzieren lässt. Zurück zu mir und meiner Beraterin. Extrem super fand ich, dass sie mir vorgerechnet hat, wie die Rendite bei dieser Form der Kapitalanlage ist. Sie hat mir auch gesagt, dass die von mir ins Auge gefasste Wohnung nicht gerade ein Schnäppchen ist. Ich habe sie trotzdem gekauft. Was mir auch gut gefallen hat: Ich habe klare Aufträge bekommen, was ich bis wann zu organisieren hatte. Schufa-Auskunft, Einkommensnachweise oder Eigentumsprotokolle zur neuen Wohnung, ich hatte immer ganz genaue To-Dos.

So habe ich Zeit und Geld gespart

Den Kontakt zur Bank hat meine Beraterin übrigens komplett übernommen und mir am Ende mehrere Finanzierungsangebote unterbreitet – ich musste dann nur noch die Finanzierung meiner Wahl unterschreiben und den Notartermin ausmachen. Kostenpunkt für die Immobilienfinanzierungsberatung? Keinen Cent – denn die Berater werden von der Bank bezahlt. Eine super Sache, wie ich finde. Vor allem dann, wenn man mit den Kaufnebenkosten wie Notar, Grunderwerbssteuer und gegebenenfalls Makler eh um die 10 % zusätzlich zum Kaufpreis selbst bezahlen muss – diese Kosten werden übrigens, auch das ist gut zu wissen, von keiner Bank mitfinanziert. Am besten man rechnet sich gleich selbst zum Eigenkapitalanteil hinzu.

Fazit: Traut euch!

Meine Erfahrung mit meiner ersten Immobilienfinanzierung? Das Ganze ist kein Hexenwerk. Wenn rund 30 % Eigenkapital vorhanden sind, wenn man sich bei der Wahl der Immobilie idealerweise von Fachleuten aber auch vom eigenen, gesunden Menschenverstand leiten lässt und wenn man bei der Finanzierung auf den Rat von Experten vertraut, ist das schon eine sehr gute Basis. Für mich gibt es keinen Grund, warum man sich als Frau nicht an dieses Thema heranwagen sollte. Ganz zu schweigen von den aktuell niedrigen Zinsen, die die Beschäftigung mit der eigenen Wohnung aktuell noch einmal attraktiver, weil besonders günstig machen. Übrigens: Die zweite Wohnung habe ich gerade auch noch gekauft. Diesmal ohne Finanzierungsberater – was, mit der Erfahrung aus dem Kauf Nummer Eins, auch sehr gut geklappt hat.

Autor: Gastautorin Andrea für ING-DiBa


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