Betrugsfälle

Was Verbraucher bei unrechtmäßigen Kontoabbuchungen tun können | 07.11.2019

Unrechtmäßige Abbuchungen

Die Flugtickets sind doppelt abgebucht oder der Zahlungsempfänger ist unbekannt: Falsche Buchungen bringen Verbraucher oft ins Schwitzen – doch sie können sich wehren.
 
Automatische Abbuchungen vom Konto sind praktisch – schließlich will man nicht jeden Monat aufs Neue manuell die Stromrechnung oder die Kosten fürs Internet an den Provider überweisen. Die Zahlungsverkehrsstatistik der Deutschen Bundesbank zeigt, dass das viele Deutsche so sehen: Pro Sekunde wurden 2018 in Deutschland mehr als 300 Lastschriften ausgeführt. Doch was, wenn Abbuchungen unberechtigt sind?

Wie Verbraucher bei falschen Abbuchungen vorgehen sollten

Entdeckt ein Verbraucher eine falsche Buchung, sollte er nicht zu lange warten. Es gilt: Bei einer SEPA-Lastschrift können Kunden verlangen, dass die Bank den Betrag zurückbucht. Das geht laut Bundesverband deutscher Banken innerhalb von acht Wochen ohne Angaben von Gründen. Wenn die Abbuchung gar nicht genehmigt wurde, ist die Rückerstattung sogar bis zu 13 Monate möglich. So sollten Verbraucher vorgehen:

  • Wer sich sicher ist, dass der Buchung keine gültige Einzugsermächtigung zugrunde liegt, sollte sich direkt an die eigene Bank wenden und eine Rückbuchung fordern.
  • Zweifelt der Kontoinhaber an der Rechtmäßigkeit einer Abbuchung, ist es ratsam erst mit dem abbuchenden Unternehmen zu sprechen. Beispiel: Bucht etwa ein Stromanbieter eine Nachzahlung ab, die aber rechtmäßig ist, läuft man keine Gefahr, am Ende ohne Strom dazustehen.

Gut zu wissen: Für unsere Kunden gilt unser ING-Sicherheitsversprechen. Das bedeutet: Missbrauchen Dritte Ihre Zugangsdaten zum Internetbanking + Brokerage oder zur Banking to go App, ersetzen wir Ihnen den finanziellen Schaden – ohne Wenn und Aber.

Was bei verlorenen Bankkarten zu beachten ist

Verlieren Verbraucher ihre Bankkarte, haften sie mit höchstens 50 Euro bis zum Sperren der Karte, erklärt Thomas Mai von der Verbraucherzentrale Bremen. Allerdings gilt: Betroffene, die nicht unverzüglich handeln „müssen mit dem Vorwurf rechnen, grob fahrlässig die Sperrung der Karte hinausgezögert zu haben“, warnt Mai. Fahrlässig handle auch, wer seine PIN zusammen mit der Karte aufbewahre oder die Karte im Handschuhfach des Autos zurücklasse. So sollten Betroffene vorgehen:

  • Wer seine Bank-Karte verloren hat, sollte sich sofort an seine Bank wenden und die Karte sperren lassen. Das geht entweder telefonisch oder per App und Internetbanking.
  • Außerdem sollten Kunden den Verlust der Polizei melden.
  • Anschließend sollte der Kunde regelmäßig seine Kontoumsätze prüfen, ob und welche unrechtmäßigen Abbuchungen gegebenenfalls auftauchen.

Wie Sie bei falschen Abbuchungen den Kartenumsatz beanstanden

Doch nicht nur durch gestohlene oder verlorene Bankkarten sowie missbrauchte Bankdaten, kann es zu unrechtmäßigen Abbuchungen kommen. Es kann ebenso passieren, dass Unternehmen Buchungsfehler unterlaufen. So beanstanden Sie die falschen Kartenabbuchungen:

  • Als erstes sollten sich Verbraucher an das abbuchende Unternehmen wenden. „Machen Sie das am besten schriftlich", rät Josefine Lietzau, Expertin für Kreditkarten beim Verbraucher-Ratgeber Finanztip.
  • Weigert sich die Firma, das Geld wieder aufs Konto zu buchen, heißt es schnell zu sein und die eigene Bank zu kontaktieren. Wie lang oder kurz die Fristen für eine solche Reklamation sind, kann von Institut zu Institut variieren. Gut zu wissen: Bei der ING haben Sie zwischen 42 und 70 Tagen Zeit und Sie können Umsatzbeanstandungen per Internetbanking anmelden.
  • Aber aufgepasst: Die Reklamationsformulare samt Unterlagen sind genauestens auszufüllen. „Denn jede Transaktion können Sie nur einmal reklamieren“, sagt Lietzau.

So schützen sich Verbraucher vorbeugend vor falschen Abbuchungen

Betrügern hilflos ausgeliefert sind Verbraucher also nicht. Sie können sogar vorbeugend handeln. Was Mobile Banking betrifft, empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) u.a. die PIN nie als getarnte Telefonnummer oder Geburtsdatum im Handy einzuspeichern. Auch öffentliche Netzwerke sollten nicht fürs Mobile Banking genutzt werden. Tipp: Alle Sicherheitshinweise zum Thema Mobile Banking hat das BSI auf seiner Seite zusammengetragen.
 
Außerdem rät das Präventionsportal "Polizei – Dein Partner“ dazu:

  • Kontoauszüge regelmäßig zu kontrollieren,
  • mit den eigenen Bankdaten beim Online-Shopping sparsam umzugehen,
  • nach einem Betrug das Konto besonders gut im Auge zu behalten,
  • und bei wiederholten unrechtmäßigen Abbuchungen das Unternehmen oder den Dienstleister auf eine schwarze Liste (Black List) setzen zu lassen.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (23)


Kommentare

ING

30.03.2020

Hallo Kristin, haben Sie den Betrag selbst überwiesen, dann können Sie diesen nicht einfach zurückbuchen lassen. Wurde der Betrag per Lastschrift eingezogen, dann können Sie die Rückbuchung direkt im Internetbanking veranlassen - bis zu 8 Wochen nach der Abbuchung. Haben Sie den Flug mit Ihrer VISA Card bezahlt, können Sie wie oben beschrieben, den Umsatz auch direkt im Internetbanking beanstanden. Sollte das nicht funktionieren oder Sie haben weitere Fragen, rufen Sie bitte die Kollegen unter 069 / 34 22 24 an, sie klären das gern für Sie. Haben Sie dafür bitte Ihre Zugangsnummer und Telebanking PIN zur Hand. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Kristin

29.03.2020

Guten Morgen, was ist mit Überweisungen für einen Flug, der in Zeiten von Corona nicht durchgeführt wurde. Kann man hier eine Überweisung auch noch zurück holen? Flug ist nachweislich gecancelt, Brooker will uns nichts erstatten. Und... Sind die 70 Tage eine maximal Grenze oder geht darüber hinaus auch noch eine Rückbuchung?
Viele Grüße


ING

24.03.2020

Hallo norobatix, nach einer Umsatzbeanstandung sollte vom jeweiligen Unternehmen eigentlich nichts mehr abgebucht werden. Ist das nicht der Fall, melden Sie sich bitte mal kurz unter 069 / 34 22 24 bei uns. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


norobatix

21.03.2020

Wie kann ich nach betrügerischen Abbuchungen die betreffenden "Firmen" auf eine schwarze Liste setzen lassen? Wo gibt es diese Listen, wer ist dafür zuständig, wie wirksam ist das? Hatte zweimal nach Einkäufen in den USA angebliche Abos abgeschlossen. Wurde mir zwar alles erstattet, ist aber jeweils nervig.


bankster

29.11.2019

Empfehlenswert ist m. E. die "Finanzschutz-Versicherung" der Cosmosdirekt Versicherung. Der Jahresbeitrag beträgt 7,90 € und sichert Betrugsfälle u.a. bis zu 10.000 € ab (auch bei grober Fahrlässigkeit z.B. bei notierter PIN).
https://www.cosmosdirekt.de/finanz-schutz/#produktuebersicht


Armin Reiner

21.11.2019

Hallo und guten Abend,
so 'leicht und sicher' wie hier beschrieben ist das auch bei der Ing nicht!
Von meinem Konto 'verschwanden' rund 200,-- €. Trotz sofortiger Meldung und Anzeige bei der Polizei erhielt ich kein Geld zurück: Ing behauptete einfach meine EC-Karte sei, wenn nicht von mir, halt von einem Familienmitglied benutz worden. Der Staatsanwaltschaft war der Betrag zu gering und das Verfahren wurde ohne weitere Aktionen eingestellt. Feststellung des Geldempfängers über die Kontonummer
wurde von Ing verweigert (Datenschutz) und von der Staatsanwaltschft s. o. Eigene Recherchen ergaben, dass es die im Empfängername angegebene Galerie, bei der ich angeblich für € 200,-- eingekauft hätte überhaupt nicht gibt oder gab - das hat aber weder bei Ing noch bei der Staatsanwaltschaft interessiert


ING

19.11.2019

Hallo Frau Forster, Ihre Beschreibung des Falls wundert uns ein klein wenig. Vielleicht wenden Sie sich noch einmal an unsere Kundenbetreuung unter der 069 / 34 22 24, damit wir das gemeinsam klären können. Danke und viele Grüße, Ihr Social Media Team


Petra Forster

19.11.2019

Habe die ING informiert, dass Amazon Prime bei mir mtl. was abbucht, obwohl nichts bestellt wurde. Wollte es rückbuchen lassen, Antwort ING geht nicht, da es sich um ein ABO handelt und es kann erst rückgebucht werden, wenn ich Kündigung des ABOs vorlege. Da ich aber kein ABO bei Amazon habe, Amazon mir das auch bestätigt hat, hab ich mein Geld bis heute weder von Amazon noch von der ING erhalten. Da hat jemand Amazon Namen mißbraucht und mein Konto. Hab dann Karte gesperrt, obwohl diese ja nicht verloren gegangen war, seitdem wurde nichts mehr abgebucht.
Zur Info, von wegen ING ersetzt Schaden!!!


Kreditkarte ungern

18.11.2019

Bei mir war der Betrag aus einer Abo-Falle erst nur vorgemerkt. Ich bat die IngDiba die eigentliche Buchung zu sperren. Die Antwort darauf: Erst nach der Buchung kann beanstandet werden. "Gerne setzen wir uns für die Erstattung des Betrags mit VISA in Verbindung. Damit das so schnell wie möglich geschieht, brauchen wir Ihre Mithilfe.
Bitte reklamieren Sie den Kartenumsatz baldmöglichst, auf jeden Fall aber innerhalb von 6 Wochen nach Eingang des Kontoauszugs. Im Internetbanking können Sie Umsätze mit Ihrer VISA Card beanstanden – kostenlos, einfach und bequem."
Diese Antwort war allerdings eine Lüge, sie nehmen die Beanstandung entgegen, sie teilen jedoch mit, dass eine Rückbuchung nach Kreditkarten buchung nicht geht.
Das einzige Mittel ist auch dabei nur eine sofortige Kreditkartensperre!


ING

18.11.2019

Hallo Vater, ja, Sie können im Fall der Fälle sowohl Zahlungen mit der girocard als auch mit der VISA Card beanstanden. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Nutzer

17.11.2019

Es ist alles interessant, jedoch nur die eine Hälfte der Medaille.
Die zweite Seite ist , wenn mir eine falsche IBAN.Nr. mitgeteilt wird und dann eine Überweisung erfolgt. ist das Geld weg. Oder einfach mal zwei Zahlen verdreht werden ebenso alle Geld weg. Ich weiß, mit der Zahlung gehen in einen Vertrag mit ein. Jedoch ist jeder Vertrag ist innerhalb von 7 Tagen kündbar. Ein Rückruf einer Überweisung müsste auch wenigstens innerhalb von 1 bis 4 Stunden revidierbar sein.
Oder gibt es andere Möglichkeiten ohne bei der Zielbank zu betteln.


Gerold Scchwegler Ulm

17.11.2019

Ein Beispiel fehlt völlig! Mir wurde "per Überweisung" Geld vom Girokonto abgebucht. Ohne PIN, ohne Unterschrift ohne mündl. Erlaubnis. Alle Rechtsmittel dagegen wurden eingelegt jedoch ohne Erfolg. Das Geld ist weg!
Was kann man dagegen unternehmen? Bankenwechsel ist erfolgt.
Gruß GS


Vater

16.11.2019

Frage: Sie schreiben allgemein von "Kartenabbuchungen". Sind damit auch Kreditkarten gemeint?


M.K.

16.11.2019

Die ING bucht keinesfalls 'ohne wenn und aber' jede Abbuchung vom Girokonto auf Wunsch des Kontoinhabers wieder zurück. Das musste ich leider selbst erfahren.

Ich hatte die fragliche Abbuchung mit einer meiner TANs autorisiert und der Bankberater der ING erklärte mir am Telefon, damit hätte ich ja schließlich mein Einverständnis erteilt. Diese Bankist nicht der kompromisslos 'gute Freund' ihrer Kunden, was sie immer wieder behauptet!


ich

16.11.2019

@ich bin da pedantisch
das war bestimmt damals in der DDR als noch alles in Ordnung war


femme

16.11.2019

Ich schließe mich der Meinung von Kritiker vollständig an. Sehr nervig und umständlich die Prozedur! Statt mehr Sicherheit - höheres Risiko.


Klaus Berthold

15.11.2019

Die Informationen sind aussagekräftig und mit wichtigen Details versehen.


Dirk Nehrdich

15.11.2019

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihr Sicherheitsversprechen ist nichts Wert!
Nach einem Diebstahl der Visa Card und folgende Geldabbuchungen von meinem Konto wird mir von Ihnen unterstellt das die PIN von mir notiert wurde.
Was nicht der Fall war und aus Ihrer Falschannahme bleibe ich auf dem Schaden von 1000 € sitzen.


Guido Becker

15.11.2019

Schön wäre es gewesen, wenn die ING genauso verfahren hätte in meinem Fall


Susanne Weber

15.11.2019

Sehr gute Informationen! Detailliert, trotzdem kurz und prägnant und praktisch anwendbar! Danke!


ich prüfe

12.11.2019

Meine Kontoabbuchungen prüfe ich ganz genau. Ich vermisse die Rückbuchung der falschen oder eigenmächtigen Abbuchung. Ich warte da nicht lange und tue es.


ich bin da pedantisch

08.11.2019

und nur durch die Kopie einer Kreditkarte im Ausland vor fast 20 Jahren hatte ich ein mal Probleme. Die Ganoven haben damals auch noch 6 Monate mit dem Einsatz der Kopie gewartet und ich war genau zu dem Zeitpunkt wieder im Ausland. Daher vermutete der Kreditkartenprozessor zuerst, dass ich öfters mit meinem Privatjet hin und her pendle. Das lies sich aber glaubhaft klären. Und da ich sogar mitteilen konnte wo die Karte vermutlich wie kopiert wurde, konnte die dortige Polizei auch alles nachvollziehen und die Täter ermitteln. Sie hatten in rund 8 Jahren insgesamt fast 250 Karten kopiert und genutzt. Der Gesamtschaden lag bei rund 1 Million US-Dollar. Entsprechend den Gesetzen des Landes mit gültiger Scharia für sunnitische Moslems wurden alle 5 zum Tode verurteilt und gehenkt. Und bei mir hat sich das Wohnland der Ganoven (geduldete Asylanten) schriftlich für die Unannehmlichkeiten entschuldigt. Das ist in der BRD unvorstellbar.


Kritiker

07.11.2019

Bei der Umfrage fehlt die Option: "Früher habe ich mein Konto täglich kontrolliert, aber heute ist mir das zu stressig (aka PSD-II). Die Falschabbucher können sich gern bedienen."