Erfolgreich zur Gehaltserhöhung

Tipps für Ihre Gehaltsverhandlungen zum Jahresende

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Viele Arbeitnehmer nutzen das Jahresende und die anstehenden Jahresgespräche, um eine Gehaltserhöhung anzusprechen. Was Sie beachten sollten, damit Ihre Forderungen Gehör finden, und was Sie besser vermeiden sollten.

Gute Vorbereitung zahlt sich aus

Auch wenn es zunächst banal klingt: Sie sollten als Arbeitnehmer stets die Initiative ergreifen und Ihren Vorgesetzten um ein Gespräch bitten. Auch das Jahres- oder Mitarbeitergespräch eignet sich gut, um Gehaltsforderungen zu besprechen. Keinesfalls sollten Sie Ihren Vorgesetzten "zwischen Tür und Angel" um mehr Geld bitten. Auch das richtige Timing ist wichtig. In einer schwierigen Unternehmenslage wird der Vorgesetzte bestimmt keine Gehaltserhöhung mit sich verhandeln lassen, ebenso wenig, wenn er schlecht gestimmt ist. Auch sollte man nicht zu oft sein Gehalt verhandeln. Alle ein bis zwei Jahre sind die Faustregel. Bereiten Sie sich auf das Gespräch mit Ihrem Chef vor, machen Sie sich klare Vorstellungen über Ihr gewünschtes Gehalt und legen Sie sich eine Strategie zurecht. Was haben Sie bisher für das Unternehmen geleistet? Machen Sie sich Ihren Mehrwert bewusst. Was können Sie Ihrem Arbeitgeber noch anbieten, welche Erfolge können mit Ihnen erzielt werden? Zeigen Sie Ihrem Chef, dass er von Ihren Leistungen profitiert. Mit guten Argumenten können Sie Ihre Forderungen gezielt untermauern. Ihre Erfolge können Sie auch in einer Liste dokumentieren.

Selbstbewusst sein und die Konfrontation annehmen

Versuchen Sie Ihre Forderungen durchzusetzen, indem Sie beharrlich bleiben und immer wieder auf Ihre Stärken und Leistungen verweisen. Wichtig: Machen Sie deutlich, dass Sie um das Wohl der Firma bedacht sind und nicht primär um Ihr eigenes. Seien Sie nicht defensiv – verhandeln Sie aktiv! Machen Sie das erste Angebot – und akzeptieren Sie nie das erste Gegenangebot des Chefs. Es empfiehlt sich auch, seine Forderungen nach oben auszureizen. Wenn sich der Vorgesetzte allerdings vehement weigert, sollten Sie ihm entgegenkommen, indem Sie Kompromissbereitschaft signalisieren und zum Beispiel andere Vergünstigungen nennen. Ein guter Draht zum Chef und ein großes Netzwerk im Unternehmen sind bei der Gehaltsverhandlung natürlich ebenfalls von Vorteil. Rhetorische Tricks, die Sie zu mehr Gehalt führen können, finden Sie z.B. in der Karrierebibel.

Das können Sie fordern

Der Verhandlungsspielraum variiert je nach Position, Branche und Unternehmensgröße zwischen 2 und 10%. Bei einem Unternehmenswechsel sind sogar bis zu 20% mehr Gehalt möglich, vor allem, wenn man abgeworben wird. Studien haben ergeben, dass erst eine Gehaltserhöhung von 7% den Arbeitnehmer zufriedenstellt. Alternativ zum Gehalt können Sie auch nichtmonetäre Zusatzleistungen verhandeln wie etwa Diensthandy, einen eigenen Laptop, Firmenwagen, Mitarbeiterrabatte, Altersvorsorge und Ähnliches.

Tipps für Absolventen vor der ersten Gehaltsverhandlung

Die Vorbereitung auf die erste Gehaltsverhandlung beginnt bereits mit der Bewerbung, denn in einer Stellenausschreibung wird normalerweise um die Angabe der Gehaltsvorstellung gebeten – als Basis für das spätere Gespräch. Gehaltsreporte dienen sicherlich als gute Orientierung, um sein späteres Gehalt einstufen zu können, genauso sollten Sie sich aber auch Argumente überlegen, die Ihre Forderungen untermauern. Auch wenn Absolventen ihren Marktwert schwer einschätzen können, spielen relevante Kenntnisse, Berufserfahrung, Ziele und mögliche Beiträge zum Unternehmenserfolg eine große Rolle. Signalisieren Sie Ihre Leistungsbereitschaft!

Sie sollten für sich eine Gehaltsgrenze festlegen, die Sie nicht unterschreiten wollen, im Gehaltsgespräch dann mit höheren und selbstbewussten, aber nicht übertriebenen Vorstellungen beginnen, um genügend Verhandlungsspielraum zu haben. Auch wenn Sie letztendlich vielleicht nicht ganz zufrieden mit Ihrem Einstiegsgehalt sind: Mit längerer Berufserfahrung und steigenden Qualifikationen entwickelt sich auch Ihr Gehalt. Eventuell können Absolventen auch versuchen, ihr Gehalt nach der Probezeit nachzuverhandeln, wenn sie sich schon im Unternehmen bewiesen haben und dem Arbeitgeber vermitteln können, welchen Mehrwert sie darstellen. Erkundigen Sie sich daher schon beim Einstieg über Gehaltsentwicklungen!

Wichtig: Verhandeln Sie Ihr Bruttojahresgehalt, da es sonst zu Missverständnissen kommen kann. Nicht jedes Unternehmen zahlt ein 13. Gehalt.



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