Flaschen sammeln mal anders

Wein als Kapitalanlage – lohnt sich das? | 22.11.2017

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Hochprozentiges in der Niedrigzinsphase

Wer 2016 auf den richtigen Rebensaft gesetzt hat, kann die Korken knallen lassen: Laut dem Luxury Investment Index von Knight Frank sind die Preise für ausgesuchte Spitzenweine zwölf Monate später um durchschnittlich 25% gestiegen. Aber Vorsicht: Genau wie bei Aktien sagen Renditen der Vergangenheit nichts über die Zukunft aus.

Top-Weine aus dem Bordelais

Auf der Welt gibt es zwar zahlreiche Weingüter, die exzellente Weine produzieren. Nur die wenigsten Weine eignen sich jedoch als Kapitalanlage. Will man in Wein investieren, kommt es auf ganz bestimmte, besonders erlesene Lagen an – allen voran auf die hochklassifizierten Weingüter in der Region rund um die südwestfranzösische Stadt Bordeaux. Die Tropfen, die hier produziert werden, sind weltberühmt und haben durch ihre natürliche Begrenzung einen besonderen Seltenheitswert. Auch wenn einige Spitzenweine beachtliche Preissteigerungen vorweisen können – eine Garantie für künftige Wertentwicklungen gibt es auch bei Bordeaux-Weinen nicht.

Auswahl, Beschaffung und Lagerung

Wie bei jeder Investition sind auch bei der Anlage in Wein einige Punkte zu beachten: Um nicht auf Fälscher hereinzufallen, sollten Investoren den Wein nur über spezialisierte Luxusweinhändler oder anerkannte Auktionshäuser beziehen. Außerdem spielt der Jahrgang eine entscheidende Rolle: Vor dem Kauf sollte man sich unbedingt über „Top- und Flop-Jahrgänge“ informieren. Hilfreich ist das 100-Punkte-System des weltbekannten Weinkritikers Robert Parker. Ebenfalls maßgeblich ist die fachgerechte Lagerung: Der Wein sollte bei konstanten 10 bis 12 °C, einer Luftfeuchtigkeit von 65 bis 85%, wenig Licht und möglichst ohne Erschütterungen gelagert werden. Der einwandfreie Zustand der Flaschen (Etikett, Korken, Originalholzkisten) ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Weiterverkauf.

Nichts für Laien

Wer Wein als Anlageform nutzen möchte, sollte sich sehr gut auskennen. Denn die Einstiegspreise unterscheiden sich mit oft mehreren Tausend Euro deutlich von den gewohnten Ladenpreisen im Supermarkt um die Ecke. Einen ersten Überblick bieten zum Beispiel die Liv-Ex Fine Wine Investables Indizes der London International Vintners Exchange. Die Indizes bilden monatlich die Preisentwicklung der Weine mit der höchsten Nachfrage ab.

Geduld und Zeit sind außerdem unabdingbar – die Mindestlagerdauer bei Kultweinen liegt bei fünf bis zehn Jahren. Denn mit jeder getrunkenen Flasche wird das Angebot kleiner und der Wein seltener. Wenn im Idealfall die Nachfrage nach solchen Weinen steigt, dann wahrscheinlich auch der Preis.

Fazit: Ob Wein als alternative Kapitalanlage infrage kommt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Allen, die sich einen edlen Tropfen in den Keller legen, wünschen wir ein gutes Händchen. Und falls es mit der gewünschten Wertentwicklung doch nicht klappt: Ein netter Abend mit Freunden bei einem süffigen Glas Wein ist ja eigentlich auch bares Geld wert, oder?

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (7)


Kommentare

Hardy

06.04.2018

Wer in Alkohol investieren möchte, der kann das ziemlich ohne Risiko, wenn er sich eine Aktie z.B. Hawesko kauft. Die handeln mit Champagner, Sekt, etc.


AS

27.11.2017

Meinem Vorredner kann ich nur zustimmen. Man sollte sich ein eigenes Bild machen, nicht den "Empfehlungen" der Sachverständigen folgen. Dazu gehört eine Menge Weinwissen. Dieses sich anzueignen macht aber auch Spass.
Dann in Subskriptionen investiert, ordentlich gelagert und zum günstigen Zeitpunkt in der richtigen Auktion verkauft, kann schon Gewinn bringen.
Ein unschätzbarer Vorteil den die Investition in Wein birgt, ist, dass Sie den Wein immer noch selbst trinken können.


RWC

27.11.2017

Es ist wie mit allem, mal eben in Wein investieren, 10 Jahre warten und dann den großen Profit machen - Forget it. Da gehört schon eine Portion Wissen dazu und Robert Parker ist auch nicht das Maß aller Dinge. Man muss den Weinmarkt über lange Zeit studieren und kommt in der Regel nur über Subskriptionen an die guten hochwertigen Weine zu einigermaßen akzeptablen Einstiegspreisen. Und Vorsicht: nicht jeden Hype mitmachen, da haben sich einige schon blutige Nasen geholt (Bordeaux-Jahrgänge 2009 bis 2012). So habe ich schon einige gute Renditen eingefahren und keine blutige Nase, weil ich von gewissen Dingen die Finger weg gelassen habe.


Dan

25.11.2017

Zitat: "Aber Vorsicht: Genau wie bei Aktien sagen Renditen der Vergangenheit nichts über die Zukunft aus. "

Das ist aber kein guter Vergleich. Ein Unternehmen macht immerhin Umsatz, während ein Wein einfach nur vor sich hingammelt. Bei einem diversifizierten Aktienportfolio ist es ziemlich schwierig, langfristig keine angemessene Rendite zu machen, während Wein nach Kosten/Aufwand für "Auswahl, Beschaffung und Lagerung" und Verkauf ganz sicher ein schlechtes Geschäft ist, vor allem wenn man sich einmal die anderen "Anlageklassen" in dem Index ansieht.

Nur Autos hatten auf 10 Jahre eine höhere Wertsteigerung (15% p.a.) als Wein (10% p.a.) und alles andere wie Uhren, Geld, oder Briefmarken schnitt wesentlich schlechter ab. Vor Kosten, wohlgemerkt.


ING-DiBa

24.11.2017

Hallo Sam, ups, den Artikel hat wohl ein Comic-Fan geschrieben ;-) Herzlichen Dank für Ihren Tipp, wir haben es korrigiert! Viele Grüße, Ihr Social Media Team


SAm

22.11.2017

Peter Parker, auch bekannt als Spiderman, hat vermutlich keine Ahnung von Wein und hat auch kein 100 Punkte System entwickelt. Ich nehme an hier ist die Rede vom amerikanischen Weinkritiker Robert Parker, oder?


Christoph

22.11.2017

Interessanter Artikel, aber meiner Meinung nach lässt sich mit dem richtigen Know-How einfacher in Sachwerte investieren, z.B. Uhren o.Ä.