Männer, Frauen und Meinungen über Geld

Europas Frauen sehen den männlichen Umgang mit Geld kritisch | 20.11.2017

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© deagreez – fotolia.com

Eine andere Form von Gender Gap

Verbraucher in ganz Europa meinen, dass Frauen besser mit Geld umgehen können als Männer. Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage der ING-DiBa in 12 europäischen Ländern, in deren Rahmen Konsumenten zu ihrer finanziellen Bildung und verschiedenen finanzbezogenen Verhaltensweisen befragt wurden. Dabei fand sich kein einziges Land, in dem die Befragten den Männern größere Fähigkeiten im Umgang mit Geld zugetraut hätten – auch wenn sich in den meisten Ländern eine Mehrheit der Befragten gar nicht festlegen wollte.

Einen interessanten Zusammenhang offenbart dabei der Blick auf die Frage, ob Männer und Frauen dem eigenen oder dem anderen Geschlecht in der Verwaltung von Geld mehr zutrauen. Dabei sind beide Geschlechter der Meinung, jeweils selbst besser mit Geld umgehen zu können – aber der Unterschied in der Selbst- und Fremdeinschätzung ist dennoch frappierend, wie der folgende Chart zeigt: Während Männer sich selbst nur mit wenigen Prozentpunkten Vorsprung für die besseren Geldverwalter halten, fällt das Urteil der weiblichen Umfrageteilnehmer über den männlichen Umgang mit Geld vernichtend aus.

Sind "verfügbare" Beispiele der Grund?

Europaweit halten gerade einmal sechs Prozent der Frauen Männer für die besseren Geldverwalter – aber 42 Prozent sind der Meinung, selbst besser mit Geld umgehen zu können. Umgekehrt trauen im europäischen Durchschnitt immerhin 21 Prozent der Männer den Frauen mehr zu als ihren eigenen Geschlechtsgenossen und weniger als ein Viertel ist der Meinung, selbst besser im Umgang mit Geld zu sein. Auch in Deutschland gehen die Männer in ihrer Meinung zu Geldangelegenheiten pfleglicher mit den Frauen um als umgekehrt.

Die Gründe für dieses bemerkenswerte Ergebnis liefert uns die Umfrage leider nicht. Vielleicht spielt hier die sogenannte „Verfügbarkeitsheuristik“ eine Rolle – wir beurteilen Dinge danach, wie leicht es uns fällt, uns an passende Beispiele zu erinnern. So sind trotz aller Gleichstellungsbemühungen die Entscheider in Politik und Wirtschaft noch immer überwiegend männlich, so dass in der Berichterstattung zu Firmenpleiten und öffentlichen Haushaltslöchern nur selten Frauen auftauchen. Möglicherweise ist die Wahrnehmung auch beeinflusst durch prominente Beispiele von Verschwendung, die fast immer männlich sind – wie der Fußballer George Best mit seinem Bonmot: „Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst.“

Dieser Artikel erschien ursprünglich im Blog unseres Chefvolkswirts Carsten Brzeski.


Ihre Meinung

Kommentare (10)


Kommentare

Mike

01.12.2017

...und wen interessiert`s wirklich???


Sarah Viviane Mühlhausen

30.11.2017

Hallo,

ich habe viel von dieser Tencent Aktie hier gelesen und in den Nachrichten.
Was brauche ich um mir diese Aktien kaufen zu können?
Gehen ja mit ab und an Rückschlägen gut hoch...?!?!

Danke.


Bernd

30.11.2017

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Die andauernden Vergleiche zwischen den Geschlechtern hängt mir so langsam zum Hals heraus. Meist schneiden die Frauen eh besser ab und warum? Weil man genau das so als Ergebnis haben will. Unsere Gesellschaft verblödet immer mehr mit solch einem Unsinn und die Leute hinterfragen nichts mehr. Besser wäre es, solchen Umfrage Quatsch garnicht erst zu veröffentlichen.


notting

25.11.2017

Ich habe allg. die Erfahrung gemacht, dass sich Frauen tendenziell mit div. Themen besser auskennen, wenn der Mann sich nicht drum kümmert (auch z. B. in der Generation meiner Eltern, also tendenziell Rentner bzw. nicht mehr weit davon entfernt). Damit meine ich z. B.:
- Er kümmert sich nicht um den Computer-Kram -> Frau hat mehr Ahnung.
- Bei meinen Eltern hat mein Vater z. B. quasi 0 Ahnung von Versicherungen und Geldanlagen (wobei mit letzterem sichere Anlageformen wie Tages-/Festgeld gemeint sind).
- Kenne auch div. Frauen die beim Autokauf einfach "Haben will!" rufen weil das Auto z. B. die bevorzugte Farbe hat und sich dann auch nicht auf ihren Partner hören, der aus gutem Grund ein anderes Fahrzeug empfiehlt, also z. B. weil selbst sie bei einer Probefahrt mit dem gleichen Modell/Motor aber anderer Farbe meinte, dass sie das und das nicht mag oder das Auto z. B. für die Anforderungen zu klein ist etc. - geschweige denn dass sich solche Frauen nicht mit den techn. Unterschieden der Fahrzeuge in der engeren Auswahl befassen wollen um halbwegs zu verstehen, wo die Unterschiede im Alltag liegen.

notting


Joe

24.11.2017

@Tony: Nein, 50% wissen nicht, ob Frauen oder Männer besser mit Geld umgehen können.


Tony

23.11.2017

Die eklatante Aussage dieser Umfrage ist: ca. 50% haben keine Ahnung über ihr Ausgabeverhalten, deswegen die vielen "Weiß nicht" Antworten.
Was mir wiederum beweist: Vermögensaufbau hat nichts, aber absolut gar nichts, mit akademischer Intelligenz zu tun :-)


Jana

22.11.2017

Mit Check24 soll man sparen können, was zum besser umgehen mit Geld gehört.
Allerdings ist Check24 sehr in der Kritik, die DiBa sollte sich von so Portalen distanzieren.
Diese Portale, es gab auch schon Fernsehberichte darüber, sind wirtschaftlich auf Gewinn ausgerichtet, d.h. die Gewinner / ganz oben in der Liste stehen: Banken, Versicherungen etc. sind nicht immer die Besten.
Sind für den Kunden / Konsumenten oft schlechter als andere Angebote, die gar nicht erwähnt werden.

Also DIBA - nehmt doch von CHECK24 und dergleichen Abstand, sonst verliere ich und sicher auch viele andere das vertrauen in Euch.


Dan

21.11.2017

Es gibt auch Studien dazu, dass Frauen angeblich höhere Rendite erzielen. Leider werden dazu nur die "Gewinner-Frauen" rausgepickt - also die wenigen, die trotz Erziehung "Finanzen sind für Männer" alles selbst in die Hand nehmen, und dabei auch noch Gewinn erzielen. Außerdem investierten Frauen mehr in Anleihen, was nur aufgrund der sinkenden Zinsen aktienähnliche Rendite brachte. Das ist heute aber mathematisch unmöglich.

Noch schlimmer: Es wird manchmal die risikoadjustierte Rendite betrachtet. Dabei ist Risiko je nach Zeitraum irrelevant - wer 40 Jahre Zeit hat, wäre schön blöd nicht alles in Aktien zu investieren.

Wichtig ist der Durchschnitt aller Frauen und Männer. Frauen verdienen weniger und halten weniger Aktien als Männer. Wir brauchen also Gehaltstransparenz und gleiche Erziehung für alle - möglicherweise in einem System, das Investitionen für die Rente steuerlich begünstigt, oder erzwingt, ähnlich der "superannuation" in Australien, bei der der Arbeitgeber ca. 10% des Gehalts in ein Depot einzahlt, welches bis zur Rente nicht angerührt werden darf.


Jerry

20.11.2017

es ist eine UMFRAGE, könnte also ebenso bedeuten, dass Frauen einfach mehr selbstverliebt sind während Männer realistischer schätzen. Kurz: sowas sagt nichts Brauchbares über den wirklichen Umgang mit Geld aus! Fragt man Frauen, wer besser Multitasking macht, glauben sie auch, Frauen könnten das besser, aber reale Studien messen das Gegenteil. Nur die Selbstüberschätzung ist höher bei diesen Damen.


Henry

20.11.2017

Blöder Vergleich!
Da kann man auch fragen:
- Können Frauen / Männer besser Kinder erziehen?
- Können Frauen / Männer besser einparken?
- Können Frauen / Männer besser mit Geld umgehen?
- Können Frauen / Männer höher springen?
- Können Frauen / Männer besser mit der Umwelt umgehen?
- Können Frauen / Männer besser jagen?
usw. usw. usw.

Also, wir sehen, das ist alles relativ und PILLE PALLE!!!!