Im Urlaub die Preise herunterhandeln

Mit diesen Tipps klappt es mit dem Feilschen │15.06.2018

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Um den Preis wird regelrecht gerungen - mit Worten, aber auch mit Gesten. In vielen Ländern ist das beim Einkaufen so üblich. Wer als Tourist nicht mitspielt, muss damit rechnen, überteuerte Preise zu zahlen. Dabei ist Feilschen recht einfach. Oft ist ein Nachlass von bis zu 50 Prozent drin.
 
Eine gute Basis für einen guten Preis verschafft man sich, wenn man…

… andere Menschen beobachtet.

Urlauber sollten sich beim Einkaufen umsehen. Was zahlen andere für ein Produkt, das man selbst gerade kaufen möchte? „Dafür muss man noch nicht einmal die Sprache des jeweiligen Landes beherrschen“, sagt der Freiburger Kommunikationspsychologe Udo Kreggenfeld. Ein Blick auf Geldscheine oder Münzen, die gerade den Besitzer wechseln, genügt. Dieses genaue Beobachten kann Anhaltspunkte liefern, was üblicherweise für das jeweilige Produkt im Land gezahlt wird.

… über die Preise informiert ist.

Urlauber können auch Reiseleiter, im Hotel oder andere Ortskundige fragen, was ein bestimmtes Produkt im jeweiligen Gastland kostet. Eine weitere Möglichkeit: Fragen wie teuer ein bestimmtes Produkt anderswo ist – etwa am Markstand gegenüber. Wer gut informiert ist, muss keine Angst haben, einen viel zu hohen Preis zu zahlen. Und: Wer den Preis kennt, kann den Händler selbstbewusst fragen: „Können Sie mir noch ein besseres Angebot machen?“

… immer freundlich bleibt.

Mit einem Lächeln auf den Lippen verschafft sich der Einkaufende beim Händler Sympathien. Wer dagegen verbissen und genervt wirkt, hat schlechte Karten. Einkaufende sollten selbstsicher und überzeugend auftreten. „Beim Feilschen wegrennen oder unfreundlich werden, bringt nach allen Erfahrungen nur selten etwas“, betont Kreggenfeld. Auch ein zu forsches Auftreten ist nicht unbedingt zielführend. Alles in allem sollte einem das Feilschen Spaß machen.

… die mögliche Vorgehensweise kennt.

Wichtig ist vor allem aber eines: Schon von vorneherein für sich selbst abklären, was einem das Objekt der Begierde wert ist. Beim Feilschen empfiehlt es sich, unter dem Preis einzusteigen, den man bereit ist zu zahlen. Reagiert der Händler mit einem Nein, könnte man laut Kreggenfeld sagen: „Schade. Ich wäre gerne mit Ihnen ins Geschäft gekommen. Soll es denn am Preis scheitern?“ Oft zeigt sich dann der Händler gesprächsbereit. Anzeichen für ein gutes Ergebnis ist, wenn er sich auf ein Drittel bis die Hälfte des erstgenannten Preises einlässt.

Aufgepasst: In einigen Ländern wird in Geschäften oder etwa an Taxiständen auf feste Preise hingewiesen – in solchen Fällen ist Feilschen ausdrücklich unerwünscht.

Und in Deutschland?

Hierzulande tun sich die meisten mit Feilschen schwer. Dabei könnte es in einigen Branchen mit einem Rabatt durchaus klappen. Es spricht nichts dagegen, sich mit dem Händler freundlich über den Preis einer Ware auszutauschen oder ihn sachlich darauf hinzuweisen, dass diese anderswo günstiger ist. „Oft geht dann der Preis nach unten“, sagt Kreggenfeld.
 
In manchen Branchen ist Feilschen aber unmöglich – wie etwa im Supermarkt oder wegen der Buchpreisbindung im Buchhandel. Doch selbst dort kann sich ein Gespräch über den Preis lohnen. Statt eines Preisnachlasses lässt sich der Händler vielleicht darauf ein, dem Kunden ein kleines Extra zu bieten. Beim Kauf einer neuen Geschirrspülmaschine etwa wird das alte Gerät kostenlos abgeholt und entsorgt. Oder der Buchhändler schenkt eine Freikarte für die nächste Lesung in seinem Laden. „Auch in Deutschland kann es sich beim Einkaufen lohnen zu fragen, ob etwas am Preis zu machen ist“, so Kreggenfeld.

Autor: ING-DiBa


Ihre Meinung

Kommentare (3)


Kommentare

Ri Ja

27.06.2018

Ich bin gegen die Abschaffung von 1 und 2 Ct Münzen; es gibt eine alte Redewendung: "Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert"
Bei uns kommen am Wochenende alle 1 und 2 Ct-Stücke in die Spardose; einmal jährlich machen wir uns von dem gesammelten Geld einen schönen Familienabend, denn es läppert sich...


Norbert Wendt

27.06.2018

Wenn ich im Supermarkt einkaufe lasse ich mir nur noch Geld auf 10 Cent rausgeben. Die meisten Märkte haben dafür eine spezielle "Spardose" und helfen mit diesen übrigen Centbeträgen oft Käufern denen mal ein par Cent zum einkaufen fehlen. (Bei uns öfters da wir viele Käufer aus Behunderten und sozialen Einrichtungen haben)gncfx


>Harald Brandt

17.06.2018

Auch stimme der Abschaffung der Ein und Zweimünzen zu. Gute
Erfahrung in den Niederlanden gemacht.