Sie bauen ein Haus?

Sieben Tipps zum Kostensparen | 18.04.2019

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© Ridofranz - istock.com

Der Bau eines Hauses verschlingt viel Geld, und nicht selten wird es im Endeffekt teurer als ursprünglich geplant. Dabei geht es oft sogar günstiger – und zwar ohne Abstriche in puncto Qualität und Komfort.

Raus aus der Mietwohnung, rein ins Eigenheim: Viele träumen von einem Leben in einer Immobilie, die ihnen selbst gehört und die nach ihren persönlichen Wünschen errichtet wurde. Nur: Der Bau eines solchen Hauses ist alles andere als billig. Und wer nicht aufpasst, wird im Laufe der Bauphase mehr Geld los als ursprünglich geplant. Doch das lässt sich in vielen Fällen vermeiden. Sieben Tipps, wie Sie Kostenfallen vermeiden.

Tipp 1: Lage des Grundstücks mit Bedacht auswählen

„Der größte Kostenfaktor beim Hausbau ist das Grundstück“, sagt Florian Becker vom Bauherren-Schutzbund. Entscheidend für den Preis ist die Lage. Wer auf eine bestimmte Gegend fixiert ist, die obendrein auch noch allgemein begehrt ist, muss mehr Geld investieren als bei einem Grundstück, das etwas abseits liegt. „Im Schnitt verschlingt das Grundstück 25% der Baukosten und mehr“, erklärt Becker. Nach seinen Angaben kann ein Grundstück, das etwa 10 bis 15 Kilometer von einer Top-Gegend entfernt ist, bis zu 30% günstiger sein.

Tipp 2: Klaren Fahrplan haben

Schon beim ersten Pläneschmieden sollten sich Häuslebauer in spe genau überlegen, was sie im künftigen Eigenheim wirklich brauchen. Ist es tatsächlich nötig, von vornherein den Dachboden auszubauen oder kann dieses Projekt auch noch ein paar Jahre warten? Muss es unbedingt von Anfang an ein Hobbyraum im Keller sein oder kann der Kellerausbau auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden?
 
Erst wenn Bauherren wissen, was in ihrem Haus nicht fehlen darf, sollten sie gezielt Angebote von mehreren Komplettanbietern für den Hausbau einholen und diese genau miteinander vergleichen. „Je besser man plant, desto günstiger wird es“, betont Becker. Alles, was Bauherren während der Bauphase ändern, erhöht massiv den Preis.

Tipp 3: Wohnfläche optimal ausnutzen

Angehende Bauherren sollten sich überlegen, ob sie tatsächlich eine Wohnfläche von beispielsweise 200 Quadratmetern benötigen. „30 Quadratmeter weniger Wohnfläche können die Kosten um 60.000 Euro und mehr reduzieren“, erklärt der Augsburger Architekturbuchautor Thomas Drexel. Wichtig ist vielmehr, dass der vorhandene Platz gut durchdacht und optimal genutzt ist. „Eine verhältnismäßig große Diele, die nicht auch als Wohnraum genutzt wird, macht beispielsweise wenig Sinn“, erklärt Becker.

Tipp 4: Standardausstattung des Hausanbieters prüfen

Außenputz, Haustür, Bodenbeläge – die meisten Haushersteller bieten eine Standardausstattung in ihren Bauleistungsbeschreibungen an. „Diese Papiere sollten angehende Bauherren genau prüfen“, rät Becker. Idealerweise besuchen die Häuslebauer das Ausstellungszentrum des Anbieters und nehmen die Standardausstattung in ihrem künftigen Eigenheim in Augenschein. Gefällt einem das Gesehene – wunderbar. Falls nicht, sollte man vor Baubeginn nach Alternativen suchen. Denn kommt es während der Bauphase zu sogenannten „Aufbemusterungen“ – etwa hochwertigere Fliesen oder Armaturen – kann es richtig teuer werden.

Tipp 5: Selbst mit Hand anlegen

Geht es um den Innenausbau, gehen die Arbeitskosten für Baufirmen und Handwerker richtig ins Geld. Häuslebauer können sparen, wenn sie das ein oder andere in Eigenarbeit erledigen. Das können etwa Maler- und Tapezierarbeiten sein – vorausgesetzt, man verfügt über das nötige Know-How. Gleiches gilt für das Verlegen von Fliesen. Aber längst nicht alles sollten Laien selbst erledigen. „Elektro- und Sanitärinstallationen beispielsweise gehören zwingend in die Hände von ausgewiesenen Profis“, betont Becker. Wenn der Bau finanziert wird, sollten Bauherren die Bank fragen, wie viel Eigenleistung sie akzeptiert.

Tipp 6: Außenanlagen später fertigstellen

Das Grundstück muss eingezäunt, der Garten angelegt, die Einfahrt zur Garage bepflastert werden. „Das sind Arbeiten, die nicht zwingend mit Fertigstellung des Hauses erledigt sein müssen“, so Becker. Sie können ohne Weiteres zu einem späteren Zeitpunkt angegangen werden. Wichtig: Die Zugänge zum Haus sollten für Bewohner und Besucher trotzdem sicher sein.

Tipp 7: An die Zukunft denken

Wer vorausschauend denkt, spart nicht beim Hausbau selbst, kann aber vorbeugen. Bedacht werden sollte beispielsweise, dass das Treppensteigen eines Tages äußerst mühselig werden kann. Statt auf eine schmale Wendeltreppe zu setzen, ist eine Treppe sinnvoll, an die irgendwann ein Treppenlift installiert werden kann.
 
Ebenfalls sinnvoll: Im Erdgeschoss ein Badezimmer einzurichten. Das kann einem dann zum Nutzen sein, wenn das Haus eines Tages altersgerecht umgebaut werden muss. „Damit zu diesem Zeitpunkt die Kosten nicht in die Höhe schnellen, ist es gut, wenn man von vornherein die richtigen Weichen gestellt hat“, sagt Becker.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (12)


Kommentare

dr.ichter

02.05.2019

was für ein schwacher Artikel!
- warum zwingend mit einem Hausanbieter bauen und nicht mit einem Architekten?
- selbst Handanlagen kostet meist genau so viel oder mehr, da Firmen günstigere Konditionen im Einkauf haben
- Thema gesund und ökologisch Bauen - dies sind auch Werte!


Gabriele Richter

02.05.2019

Ich schließe mich des Kommentars von Heidrun Hampel an.
Planen mit Architekten spart Geld, denn der Schlüsselfertiganbieter/Bauträger ist a nicht Treuhänder des Bauherrn, und er ist damit nicht unabhängig. Er wird die Produkte einsetzen, wo er die größte Marge hat. Außerdem läßt sich der Schlüsselfertiganbieter/Bauträger seine Arbeit sehr gut bezahlen, und das ist nicht transparent.
Für Architekten gibt es eine Honorarordnung, und das Honorar wird voher festgelegt.
Ibformieren Sie sich doch einfach mal bei der Architektenkammer Ihres Landes.


XY

25.04.2019

Grüß Gott miteinander,
meiner Meinung nach spart der am meisten, der jetzt warten kann.
Lasst die doch die Anderen Kaufen und/oder bauen.
Die Preise gehen auch mal wieder zurück und dann stimmt nicht nur der Preis sondern auch die Qualität wieder. Die Zeit des Wartens kann man z. B. dafür nutzen Eigenkapital zu schaffen, das reduziert nachher die Kreditkosten.


XXX

24.04.2019

Ich würde den Ausbau gleich durchführen.
1.) Jedes Jahr werden die Produkte teuer + Arbeitslohn
Ich würde nur in den Hochbauphasen in dem die Firmen volle bücher haben drauf verzichten. Die Firmen schlagen extrem viel drauf um wenn der Kunde zusagt auch richtig abzusahnen.
2.) Man will mit dem Bau auch mal fertig werden. Der Schmutz und die Baumassnahmen lassen sich nicht immer spähter durchführen z. B. Materialtransport ist einfacher Der Kran steht ja schon später muss man selbt das Material hochtragen und beschädigt noch etwas Renovierung ist dann gleich wieder angesagt.
Ich würde auch eine Sachverständigen, der von der Firma unabhängig ist, beauftragen.


ING

23.04.2019

Hallo Herr Kohl, Sie haben mit Ihrer Anmerkung natürlich vollkommen Recht! Wir gehen aber davon aus, dass der Sinn der Formulierung dennoch für unsere Leser verständlich ist. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Heidrun Hampel

22.04.2019

Seltsam, dass heute noch immer das Bauen mit dem Schlüsselfertiganbieter so sehr promoted wird, während vom Planen und Bauen mit dem Architekt fast nie die Rede ist. Der Bauträger/Schlüsselfertiganbieter ist nicht der Sachwalter/Partner des Bauherrn, da er eigene Interessen verfolgt. Insbesondere Gewinmaximierung. Beim kleinsten Konflikt kann er vom Vertragspartner zum GEGNER werden. Das ist beim Architekt nicht so.
Ein weiterer Punkt, der mir immer wieder (so auch hier) auffällt ist, dass über die Nebenkosten (insbesondere über die Energiekosten), die im Laufe eines Lebens zu den Baukosten hinzukommen, fast nie gesprochen wird. Bei einem gut geplanten Haus spielt die Energievermeidung von vorne herein eine große Rolle. Mag sein, dass ein Passivhaus oder Plus-Energie-Haus 5% teurer ist als ein "normales" Haus (also nach gültiger EnEV geplantes); über die nächsten 10-12 Jahre haben sich diese Mehrkosten aber amortisiert, und das Haus benötigt auch noch die kommenden 30 Jahre wenig Energie bzw. erzeugt diese sogar!


Kohl, Thomas

19.04.2019

Bitte erklären Sie, wie 'KOSTENSPAREN' funktionieren soll. Kosten kann man senken, beeinflussen usw., aber diese auch sparen?
GEHT NICHT!


Karl-Heinz Raab

18.04.2019

Es ist unbedingt zu empfehlen, die Standardausstattung zu nehmen. Will man z.B andere Fliesen als angeboten,stellt sich plötzlich heraus,dass diese so günstig kalkuliert sind , unschlagbar günstig.Gilt auch für den Fussboden ,Sanitäreinrichtungen ect.Besser später austauschen.Änderungen vom Standard sind das grosse Geschäft der Bauträger.


Joe

18.04.2019

Das Verschieben von Kosten ist dann gut, wenn die Zinsen höher sind. Wenn man wie ich vor vielen Jahren 5 oder noch mehr Prozent Zinsen zahlt, tut jede Erhöhung der Kosten umso mehr weh. Die Tilgungskurve ist dann ganz flach und fällt erst stärker, wenn ein gewisser Anteil der Schulden getilgt ist. Wenn die Schulden dann geringer sind und man weniger Zinsen zahlt, kann man immer noch Ausbauten nachholen.
Insofern hat es mir noch nie eingeleuchtet, wie einige Bekannte so nebenbei noch ein neues Auto in den Hauskredit aufgenommen hatten, da die Summe nicht mehr groß auffiel. Dabei zahlt man aber 10 Jahre 1000 oder 2000 Euro für den Kredit und hat dann gerade mal das Auto getilgt. Ich bin dagegen so lange mit einer alten Kiste herumgefahren, bis die Hausschulden überschaubar waren.


DF

18.04.2019

Entschuldigung, aber diesen Schwachsinn sollten Sie Ihren Kunden nicht antun:
- Lage des Grundstücks: Na klar kann man weit weg auf dem platten Land bauen, aber die täglichen Fahrkosten, der ewige Zwang, zwei PKW zu unterhalten.. Vor allem aber: Wenn Sie das Haus wieder verkaufen wollen (oder müssen) wird sich die Empfehlung bitter rächen.
- Keller oder Dachboden ausbauen: Zuerst muss sich der Bauherr fragen, ob er nicht grundsätzlich auf den teuren Keller verzichten kann, insbesondere bei ungünstigen Gründungsverhältnissen (Grundwasser).
- Bad im EG: Dann muss aber auch noch das Schlafzimmer im EG liegen und dieses ebenengleich (eben behindertengerecht) erschlossen sein.

Zusammenfassend: Lassen Sie sich von einem Architekten oder Bauingenieur beraten und nicht vom Bauherrenschutzbund.


Christian C.

18.04.2019

Aber Peter, warum so bissig? Die meinten es sicher nur gut. Aber vielleicht hast du ja ein paar Tipps, sie ökonomisch von Relevanz sind?


Peter L

18.04.2019

Ehrlich gesagt hatte ich bei der Überschrift auf konkretere Tipps gehofft.
Mit gesundem Menschenverstand kommt auch jeder selbst auf die Idee, dass ein günstigeres Grundstück Geld spart oder wenn man Teile des Innenausbaus in Eigenleistung übernimmt.
Erstmal den ohnehin geplanten Ausbau von Spitzboden oder Keller zu verschieben oder den Garten später anlegen geht bei mir nicht als Sparen durch. Man gibt das Geld nur später aus...