Jahresausblick 2020

Diese Themen sollten Anleger 2020 im Auge behalten! | 10.01.2020

Rezession vor der Tür?

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Er wird ganz sicher regelmäßig zu den weltpolitischen Schlagzeilen des kommenden Jahres gehören: der US-Präsidentschaftswahlkampf. Im kommenden November wird sich Donald Trump zur Wiederwahl stellen und geht es nach dem historischen Verlaufsmuster der US-Börsen, dürfen sich Anleger auf ein unter dem Strich gutes Börsenjahr freuen. Jahre, in denen ein neuer US-Präsident gewählt wird, waren in der Vergangenheit oft von einer freundlichen Markttendenz gekennzeichnet. Auch wenn aus der historischen Entwicklung keine verlässliche Prognose für die Entwicklung in der Zukunft abgeleitet werden kann, ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf den typischen Verlauf der US-Börsen in den zurückliegenden 116 Jahren durchaus interessant: So setzten die Indizes in einem Wahljahr nach einem traditionell eher durchwachsenen Start mit Beginn des dritten Quartals zu einer Aufwärtsbewegung an, die bis zum Jahresende beibehalten wurde. Einer der Gründe für dieses saisonale Muster könnte in einer wirtschaftsfreundlichen Politik liegen, mit der der amtierende US-Präsident die Chancen auf seine Wiederwahl zu steigern versucht.

Wirtschaft von der Politik ausgebremst

So gesehen steigt der Druck auf Donald Trump, eine tragfähige Vereinbarung im Handelskonflikt mit China zu erreichen. Der Zollstreit lastete 2019 auf der US-Wirtschaft und hinterließ auch in der Eurozone sowie in Deutschland deutliche Bremsspuren – nicht zuletzt aufgrund der Befürchtung, die US-Regierung könnte mit der Europäischen Union ebenfalls einen handfesten Handelsstreit provozieren. Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognosen sowohl für die Eurozone als auch für die deutsche Wirtschaft in 2020 auf 1,2 Prozent zurückgenommen. Doch es sind längst nicht die einzigen politischen Sorgen, die Europa mit in das neue Jahr nimmt. In Deutschland scheint die Regierungskoalition permanent auf der Kippe zu stehen, die französische Regierung sieht sich anhaltenden Protesten gegenüber und der EU-Austritt Großbritanniens zieht sich weiter wie Kaugummi. Dieses Mal soll es der 31. Januar sein, zu dem ein geregelter Brexit vollzogen wird.

Am Tropf der Notenbanken

Die Notenbanken versuchen unterdessen, mit einer weiterhin ultralockeren Geldpolitik die Finanzmärkte bei Laune zu halten und auf die jeweiligen Konjunkturdaten zu reagieren. Während die amerikanische Notenbank vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen kaum mit einer Anhebung der Leitzinsen für Unruhe sorgen wird, dürfte die neue EZB-Chefin Christine Lagarde die expansive Geldpolitik ihres Vorgängers Mario Draghi fortsetzen. Sparer sollten sich deshalb auch in 2020 auf ein historisch niedriges Zinsniveau einstellen, auf dem selbst Bundesanleihen keine Rendite mehr abwerfen.

Aktienmärkte zeigen sich optimistisch

Noch zeigt sich die Weltkonjunktur trotz einer weiter nachlassenden Dynamik vergleichsweise robust. Für einen neuen Wachstumsimpuls braucht es nun aber unbedingt echte Lösungen in den wichtigen politischen Themen. Davon dürfte die Entwicklung der Börsen im neuen Jahr maßgeblich abhängen. An den Aktienmärkten herrschte zuletzt Zuversicht, dass dies gelingen wird. In diesem Fall könnte sich auch 2020 in die Liste der erfolgreichen Präsidentschaftswahljahre einreihen und die historischen Muster bestätigen.

Autor: ING-DiBa AG


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Kommentare (1)


Kommentare

erika friese

12.02.2020

die Hauptsache keine
--- ZINSEN für 2020 ,
Danke