Ihr Geld im Juli 2020

Was ändert sich? – Was gibt es Neues? – Wo können Sie sparen? | 08.06.2020

Würden Sie Haustürbetrüger erkennen?

Steuer, Geld & Co – was wichtig ist und wo Sie sparen können. Nichts verpassen, gut informiert sein, los geht’s!

Mehr Geld für Deutschlands Rentner

Die rund 21 Millionen Rentner in Deutschland bekommen vom 1. Juli an spürbar mehr Geld. Die Rente steigt nach einem Beschluss des Bundeskabinetts in Westdeutschland um 3,45 % und in den neuen Bundesländern um 4,20 %. Der Bundesrat stimmte der Verordnung von Sozialminister Hubertus Heil (SPD) zu. Damit nähern sich die Ost-Renten weiter den West-Bezügen an.
 
Ein Beispiel: Wer eine nur auf West-Beiträgen beruhende monatliche Rente von 1.000 Euro bezieht, soll ab Juli 34,50 Euro mehr bekommen. Eine Ost-Rente in gleicher Höhe steigt um 42 Euro.
 
Auch in den Vorjahren wurden die Renten erhöht:

  • 2019: um 3,18 % (West) und 3,91 % (Ost)
  • 2018: um 3,22 % (West) und 3,37 % (Ost)

Eine Folge der diesjährigen Anhebung: Mehr Rentner als bislang müssen künftig eine Steuererklärung abgeben. Viele Senioren, die bisher keine Steuern zu zahlen brauchten, überschreiten nun mit ihrer Rente eine Grenze und sind somit zu einer Abgabe verpflichtet. Das heißt, sie müssen von der ausgezahlten Rente einen kleinen Anteil ans Finanzamt zurückzahlen. Mehr dazu lesen Sie hier

Rentenversicherung berät zur Altersvorsorge

Apropos Rente: Die Deutsche Rentenversicherung berät Verbraucher bei der individuellen Planung ihrer Altersvorsorge – und zwar kostenlos. In den bundesweiten Auskunfts- und Beratungsstellen der Rentenversicherung loten Mitarbeiter im persönlichen Gespräch den Status quo in Sachen Altersvorsorge eines Ratsuchenden aus. Die Berater erläutern, wie etwa die Riester-Rente funktioniert, was beim Abschluss eines entsprechenden Vertrags wichtig ist und welche staatlichen Zulagen es bei der Förderung gibt. Informiert werden soll neutral und ohne Empfehlungen zu einzelnen Produkten oder Anbietern.

Kostenloses Servicetelefon der Deutschen Rentenversicherung: 0800 1000 4800

Achtung: Phishing per SMS und Brief

Der neue Monat ruft wieder Phisher auf den Plan: Seit kurzem hat eine Masche per SMS oder Brief wieder Saison. Dabei erhalten Sie eine SMS oder einen postalisch zugestellten Brief – angeblich von Ihrer Bank – mit der Aufforderung Ihre Daten einzugeben oder zu prüfen. Oftmals drohen die Versender mit Gebühren, wenn die Empfänger die Aktualisierung nicht durchführen. Dahinter stecken Betrüger, die an Ihre Zugangsdaten kommen wollen. Wir möchten Sie darauf hinweisen: Bitte geben Sie Ihre Zugangsdaten nur über ing.de ein und klicken Sie nicht auf die an Sie versendeten Links mit der Aufforderung zur Dateneingabe.

So eine SMS kann so aussehen: "[ING] Sehr geehrter ING-Kunde, In Ihrer Mobile Banking-App wurden verdächtige Aktivitäten durchgeführt. Sperren verhindern und aktivieren: bit.ly/Ing-Diba". Wie Sie solche falschen Links entlarven, erfahren Sie hier

Elterngeld soll flexibler gezahlt werden

Damit Mütter und Väter infolge der Corona-Krise keine Einbußen beim Elterngeld haben, hat der Gesetzgeber die Berechnungsgrundlage hierfür vorübergehend geändert. Im Normalfall ist das durchschnittliche Nettoeinkommen der zwölf Monate vor der Geburt des Kindes die Berechnungsgrundlage. Verdient nun jemand wegen der Pandemie weniger, werden die betreffenden Monate nicht mitgerechnet. Im Ergebnis fällt das Elterngeld dann nicht niedriger aus.
 
Außerdem gilt: Arbeitet jemand in sogenannten systemrelevanten Berufen und kann deswegen gerade keine Elternzeit nehmen, darf diese aufgeschoben werden.

Mehrwertsteuer-Senkung für die Gastronomie

Angesichts der Corona-Krise soll es ab 1. Juli steuerliche Erleichterungen für die Gastronomen im Land geben. Bundestag und Bundesrat haben beschlossen, die Mehrwertsteuer auf Speisen für ein Jahr von 19 % auf 7 % zu senken. Nachdem sich der Koalitionsausschuss inzwischen auf eine weitgehendere Steuersenkung geeinigt hat, ist eine weitere Reduzierung der Steuersätze in Sicht. Geplant sind danach: 5 % auf Speisen und 16 % auf Getränke vom 1. Juli bis 31. Dezember. Von Januar bis Juni 2021 sollen dann für Speisen 7 % und für Getränke 19 % anfallen.
 
Die Steuersenkung soll dazu beitragen, dass Restaurants, Bistros, Cafés und Kneipen sich nach der langen coronabedingten Schließung in absehbarer Zeit wieder erholen. Mit der niedrigeren Umsatzsteuer in der Gastronomie wird der Restaurantbesuch für Gäste aber nicht zwangsläufig billiger.
 
Vorstellbar sind zwei Szenarien:

  • Die Gastronomen senken tatsächlich die Preise, um damit mehr Gäste anzulocken. So kann es allein durch mehr Masse zu höheren Einnahmen kommen.
  • Wahrscheinlicher dürfte aber sein, dass die Preise gleich bleiben. Die Gastronomen führen weniger Umsatzsteuer ans Finanzamt ab. So bleibt mehr Geld im Betrieb. Das Ergebnis: Die Gewinnmarge steigt.

Ihre Meinung zählt!

Bahn fahren wird günstiger

Der Auslöser ist das Corona-Hilfspaket mit einer Mehrwertsteuersenkung auf 16 bzw. auf 5% ab Juli 2020. Die Deutsche Bahn will bereits von Beginn an die Ticketpreise um 1,9% senken. Davon betroffen sind Super-Sparpreis-, Sparpreis- und Flexpreis-Tickets, aber auch Zeitkarten und Bahncards im Fernverkehr. Im Nahverkehr soll ebenfalls eine Preissenkung stattfinden. Diese Entscheidung müsse jedoch noch mit regionalen Verkehrsbünden und weiteren Betreibern des Nahverkehrs in Deutschland verhandelt werden.

Mehr Transparenz im Online-Handel

Online-Plattformen wie Amazon oder Check24 müssen künftig ihre Ranking-Kriterien offenlegen. Das sieht die europäische Platform-to-Business-Verordnung (P2B-Verordnung) vor, die ab dem 12. Juli 2020 in Kraft tritt. Die Plattformen stehen also in der Pflicht zu erläutern, warum Produkte und Dienstleistungen weiter oben oder unten in der Ergebnisliste erscheinen.

  • Ist eine bezahlte Einflussnahme auf das Ranking möglich, müssen die Plattformen ebenfalls darüber informieren.
  • Die Plattformen sind zudem verpflichtet, klare und verständliche Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) vorweisen zu können. Aus ihnen muss beispielsweise hervorgehen, wann und warum der Zugang für Händler gesperrt werden kann.

Gutschein oder Geld?

Verbraucher können im Zuge der Corona-Krise zahlreiche Angebote nicht nutzen – und nun? Wer kommt dafür auf, wenn die Anbieter nicht die vertraglich zugesicherten Leistungen erbringen können? Und in welchen Fällen müssen Kunden sich damit abfinden, dass sie Gutscheine bekommen? Die Rechtslage ist komplex, in diesen Zeiten ändert sich häufig etwas. Wer sich auf dem Laufenden halten möchte, kann das interaktive Tool Corona-Vertrags-Check der Verbraucherzentralen nutzen. Ob nun abgesagte Veranstaltungen, Kurse oder andere Dienstleistungen – das Tool bietet Antworten auf die häufigsten Fragen.

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr: Abbiegeassistent für Lang-Lkw wird Pflicht

Sie haben eine Länge von 18,75 bis 25,25 Metern – und heißen daher Lang-Lkw. Sind solche Fahrzeuge neu, müssen sie ab dem 1. Juli auf deutschen Straßen mit einem Abbiegeassistenten und mitblinkenden Seitenmarkierungsleuchten ausgerüstet sein. So sollen schwere Unfälle an Kreuzungen mit Radfahrern verhindert werden. Bestandsfahrzeuge müssen nachgerüstet werden, dafür haben aber deren Besitzer noch etwas Zeit – und zwar bis 1. Juli 2022.

Neue Funktionen in unserer App

Mit diesem Update stehen ab sofort gleich mehrere neue Features zur Verfügung. Mit einem Klick auf „Börsen & Märkte“ wird jetzt das aktuelle Marktgeschehen präsentiert, um schnell und einfach einen Überblick zu erhalten. Wer Interesse an einer Baufinanzierung hat, kann den Prozess nun auch direkt in der App anstoßen. Was zunächst nur für Android möglich war, funktioniert jetzt auch für Apple-Nutzer: Kleingeld-Sparen. Mit diesem Feature können Beträge aufgerundet und auf einem Extra-Konto gespart werden. Auch der Login mit iOS-Geräten ins Internetbanking wird einfacher. Das Bestätigen mit der mobilen PIN fällt weg und dennoch werden die gesetzlichen Vorgaben der starken Kundenauthentifizierung eingehalten.

Corona und die Erwartungen an 2021

Unsere Rückschau auf Wirtschafts- und Finanzkrisen der Geschichte ist im 20. Jahrhundert angekommen. Carsten Brzeski und Sebastian Franke sprechen in Folge 64 unseres Podcasts über die „Great Depression“, leere Autobahnen und Tiger, die plötzlich ihren Biss verlieren.

Der Blick auf die Finanzmärkte

Carsten Brzeski berichtet im Rahmen seiner monatlichen YouTube-Beiträge unter dem Motto „Neues über die Märkte, Neues aus der Wirtschaft“ über aktuelle volkswirtschaftliche Ereignisse und Entwicklungen, Entscheidungen der EZB sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten. In der aktuellen Folge spricht er über den Zustand der deutschen Wirtschaft, den bisherigen Umgang mit der Corona-Krise und Gründe für vorsichtigen Optimismus.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (23)


Kommentare

Realist

30.06.2020

Laut einer öffentlichen (!) Info der deutschen Finanzämter, müssen im Jahr 2020 infolge der Rentenerhöhung im Jahr 2019 (gezahlt 6 Monate) sogar ca. 43 000 der sogenannten "Altrentner" erstmalig Steuern zahlen! Als "Altrentner" bezeichnet man in dem Fall steuerrechtlich jene, die vor dem Jahr 2005 in Rente gegangen sind. Viele davon dürften inzwischen so etwa 78 Jahre alt sein - und damit doch ziemlich überrascht werden. Leider finde ich keine Möglichkeit diese Info hier zu verlinken, weil dann bei mir eine irre Warnmeldung der ING erscheint.


so mancher macht sich hier lächerlich

29.06.2020

Also 75 Euro Rentenerhöhung (gezahlt 6 Monate) macht im Berechnungsjahr der Steuer 900 Euro - nun ja - Kopfrechnen ist nun wirklich nicht mehr die Stärke der Generation X und Z. Aber dafür sind viele Angehörige dieser Generation total von sich selbst überzeugt. Und das sieht man hier in jedem Ihrer Beiträge. Die sind ja auch die Besten beim Anlegen in der Börse und als Laie tausendmal klüger als z.B. Nick Leeson oder gar Alan Greenspan.


Richard Kaiser

27.06.2020

Viele Rentner wissen ja gar nicht, wie man eine Steuererklärung macht oder dass man überhaupt eine machen muss, weil z.B. der verstorbene Lebenspartner dies erledigt hatte und sie sich mit dem Papierkram nicht beschäftigt haben. Bürokratie, die die Menschen wieder nur gängelt und auspresst.


Joe

26.06.2020

@Dieter 2/Pessimist:
Ich bin kein Lügner und kein Scharlatan. Ich bin ein Nichtkaufmann und kümmere mich des Öfteren um Geldanlagen und meine Steuern. Und als solcher schreibe ich hier meine Privatmeinung.
Wir Foristen werden Ihre Behauptungen nie nachprüfen können, weil wir nur einen Bruchteil der Fakten kennen. Wenn Sie 2019 75 Euro Rentenerhöhung bekamen, hatten Sie eine Bruttorente bei 3,2% Erhöhung (West) von ca 2340€, oder bei 3,9% Erhöhung (Ost) von ca 1920€. Das liegt schon über dem Grundfreibetrag, auch für Verheiratete. Da mussten Sie wohl auch vorher schon Steuern zahlen. Eine NV-Bescheinigung gibt's dafür wohl nicht mehr und hätte es auch vorher nicht geben sollen.
Ich bleibe bei meiner Meinung: Sie reden hier mit verschiedenen Zahlen, einmal geben Sie die Rentenerhöhung pro Monat an (macht im Jahr bereits 900€), und zählen zum anderen die Steuern für 2 Jahre zusammen, nämlich einmal die Nachzahlung und dann gleich die Vorauszahlung. Diese fröhliche Mischung führt zu den absurden Steuersätzen.


Dieter 2

25.06.2020

Hier gibt es die Aussage "es wäre gefährlich was einige schreiben". Tatsache ist, solche Leute sind in meinen Augen Lügner, selbst ernannte Experten und Scharlatane. Denn die Aussagen zu den möglichen steuerlichen Folgen von der letzten Rentenerhöhung um bei mir 75 Euro Brutto habe ich heute als Schock vom Finanzamt schriftlich bekommen. Da meine Steuernachzahlung infolge der letzten Rentenerhöhung die Grenze von 400 Euro geringfügig (um 7 Euro) überschreitet, werde ich zu gewaltigen Steuervorauszahlungen im September und Dezember verdonnert. Damit sorgte die 2019er Rentenerhöhung in Höhe von 75 Euro Brutto (gezahlt 6 Monate) bei mir für satte 1300 Euro Steuern in diesem Jahr! Und für 2021 wurde ich auch bereits zu 4 mal Steuervorauszahlungen verdonnert. Wünsche daher allen die künftig in Rente gehen viel Vergnügen - denn bei Euch wird noch mehr versteuert und dann wird vielleicht künftig die Pflicht zur Steuervorauszahlung kurz nach den beiden Rentenbescheiden (Rente + Betriebsrente) übermittelt. Damit die Freude an der tollen Rente nicht zu lange währt.


Sibylle

25.06.2020

Finde es eine Frechheit das man wegen Kurzarbeitergeld als Arbeitnehmer nächstes Jahr lohnsteuer machen muss.
Haben jetzt schon weniger Geld und sollen dann nächstes jahr noch Steuern zahlen.


Thomas

25.06.2020

Und wieder eine Verschlechterung (AGB-Änderung gestern in Postbox).
Der Kunde wird einfach nur noch gierig ausgepresst!

Nach fast 14 Jahren habt ihr es seit Sept. 2019 von meiner Hausbank zur Schubladenbank (Karten sind dauerhaft im Schubfach) geschafft. Herzlichen Glückwunsch!

Zukünftig wird das Konto nur noch mit zwei Buchungen am Leben gehalten.


Schirmer

24.06.2020

Ja einiges ist ok aber...mehr Rente weniger Wohngeld und vieles ist teuer geworden im Endeffekt bleibt wenig !


Theo S.

21.06.2020

Es ist falsch, nur die Besteuerung bei Rentenauszahlung zu berücksichtigen. Schließlich waren die Arbeitnehmerbeiträge schon immer steuerpflichtig und werden erst ab 2025 steuerfrei sein. Diese bereits versteuerten Beiträge erhalten die Renter/innen mit ihrer Rente ausbezahlt. Sie machen bis zu 50 % der Rente aus und müssen z.B. von Neurentnern in diesem Jahr mit einem Anteil von 80 % bei der Rente versteuert werden. Wenn diese ihre Rente 17 Jahre erhalten, werden sie damit einen Teil zwangsläufig doppelt versteuert haben. Das Bundesfinanzministerium ignoriert diese verfassungswidrige Doppelbesteuerung von ein- und demselben Einkommen aber konsequent. Im Übrigen: Bei Pensionen gibt es einen Steuerfreibetrag. Sie sind erst ab 2040 voll steuerpflichtig, obwohl es sich hier im Gegensatz zur Rente um Erwerbseinkommen handelt, wie z.B. Lohn und Gehalt, das ja auch voll der Besteuerung unterliegt. Warum auf der einen Seite dieses Privileg für Pensionäre und auf der anderen die Doppelbesteuerung von Renten?


Sanda

20.06.2020

Ich finde eine Unverschämtheit, die kleinen Renten zu besteuern! Menschen die ihr Leben lang gearbeitet haben, würden schon die Gehälter gewaltig besteuert und als Rentner wieder Abgaben zu leisten, ist unsozial!!! Kein Wunder, dass soviel Rentner arm sind Und nicht mehr ihre Miete bezahlen können. Andererseits bekommen Menschen die nie in die Rentenkassen eingezahlt haben, eine Grundrente, die teilweise höher ist als eine schwerverdiente Rente! Da muss der Staat dringend was ändern!!!!


KLaus

18.06.2020

"Aber die Steuer beträgt nie über 100%." - So ist es.
Eine Rentenerhöhung um 70 € mit Anschließender Steuererhöhung um 1200 € ist völliger Unsinn. Gefährlich wer so einen Unfug verzapft.


Joe

15.06.2020

@Anatol Bakunin: Die Jahrgänge, die bis 2005 in Rente gingen, müssen maximal 50% ihrer Rente besteuern. Da müssten Sie schon eine gute Rente haben, um über den Grundfreibetrag zu kommen (oder Single sein). Für die Jahrgänge, die nach 2005 in Rente gehen, wird der Prozentanteil, der besteuert wird, jedes Jahr 2% höher gesetzt. Dafür können Sie auch einen Teil ihrer Rentenbeiträge von der Steuer abziehen, und dieser Teil steigt jedes Jahr ebenso um 2%.
Nur hat das Finanzamt dabei seine Tricks: Letztes Jahr waren z.B. 86% der Rentenbeiträge absetzbar. Dabei werden jedoch die Arbeitgeberbeiträge zu 100% abgezogen, die eigenen nur zu 72%, macht im Durchschnitt wieder 86%. Das finde ich auch nicht in Ordnung. Zumindest teilweise ist Ihre Kritik schon gerechtfertigt.


Anatol Bakunin

13.06.2020

Die Besteuerung der Rente ist für mich unsozial, weil der Rentenbetrag ja vom Bruttolohn/-Gehalt genommen wurde,also schon mal versteuert wurde.Der Ruheständler/-in der dann rente bezahlt, wird durch die Besteuerung bestraft; er zahlt dann doppelt


Joe

12.06.2020

@Pessimist: Eine Nichtveranlagungsbescheinigung bekommt der, der angibt, dass sein Einkommen plus seine Kapitalerträge unter dem Grundfreibetrag liegen werden. Damit bekommt er seine ganzen Kapitalerträge steuerfrei. Wenn er diese nicht nutzt, kann er trotzdem über die Steuererklärung die zuviel gezahlten Kapitalertragsteuern zurückholen.
Wenn sie jetzt durch die Rentenerhöhung über den Grundfreibetrag kommen und die Nichtveranlagungsbescheinigung nicht mehr bekommen, und sie dermaßen viel nachzahlen müssen, heißt das im Klartext, dass Sie bisher mit Einkommen und Kapitalerträgen auch schon über dem Freibetrag lagen und diese damit zu Unrecht genutzt haben. Ansonsten würden Sie das Meiste über die Steuererklärung wieder zurückbekommen.


Joe

12.06.2020

@Pessimist:
Und woran liegt es denn in der Praxis? Was war bei Ihnen der Grund, dass die Steuer für die paar Euro Erhöhung so massiv war?
@@Oli (vermutlich = Pessimist): Sie werfen anderen Naivität vor, können sie aber nicht belegen.
Ich lege seit 22 Jahren Geld in Aktien an, kann vermutlich sagen, dass ich einige Erfahrung habe. Und wenn sich Bekannte beschwerten, dass sie durch eine Lohnerhöhung in eine höhere Steuerklasse kamen und dadurch am Ende weniger hatten, ließ sich dies immer durch andere Faktoren klären: Die Sozialversicherung hatten ihre Beitragssätze erhöht, die Nachtzuschläge waren anders etc. Es kann auch sein, dass man über bestimmte Grenzen rutscht, z.B. bei Kindergeld oder Arbeitnehmersparzulage. Aber die Steuer beträgt nie über 100%. Einfach mal nachsehen, was den Unterschied gemacht hat.


@Oli

11.06.2020

Die Naivität einiger Forenuser ist regelrecht umwerfend. Aber das bestätigt wieder mal die Ansicht, dass 80% der Bundesbürger mit Geld nicht umgehen können und und sogar 90% von Finanz- und Steuerfragen absolut keine Ahnung haben. Deshalb werden in diesem Jahr auch viele "Spieler" an den Börsen wohl total überrascht und sehr unsanft aus allen Wolken fallen.


Oli

11.06.2020

Soweit ich weiß wird bei der Rente (und auch bei Gehältern) immer nur der Teil besteuert, der über der Steuerfreigrenze (2020 9.408 €) liegt. Dabei werden noch Krankenkassenbeiträge abgezogen. Bei Rentnern, die also dieses Jahr das erste Mal eine Steuererklärung wegen der Rentenerhöhung abgeben müssen, kann es sich dann nur um wenige Euro Steuern im Jahr handeln.


@Joe

10.06.2020

Laut dem Inhalt Ihres Textes gehören Sie zu den totalen Ignoranten des realen Lebens und pochen stur auf die absolute Gültigkeit der Theorie.
Begriffe wie "Nichtveranlagungsbescheinigung" können in Ihrer Gedankenwelt daher niemals vorkommen und die Entscheidungsbefugnis der örtlichen Finanzämter negieren absolute Theoretiker wie Sie ebenfalls


wagner

10.06.2020

Kurze Ergänzung: Die Rentenbesteuerung wurde eingeführt, weil ein pensionierter Beamter gegen die Besteuerung seiner Pension geklagt hatte, weil er darin eine Ungleichbehandlung sah, da Renten nicht besteuert wurden. Vom Bundesverfassungsgericht bekam er Recht, und die Regierung wurde aufgefordert, die Gleichbehandlung herzustellen. Wo kämen wir denn hin, wenn Gerichtsurteile ignoriert werden könnten. Kalkül des Klägers dürfte gewesen sein, dass auch die Pensionen nicht besteuert werden. Der Gesetzgeber hat sich aber anders entschieden. Bemerkenswerterweise rührt da keine Partei dran.


Trollinger

10.06.2020

Die Rentenerhöhung ist für die schon Steuerpflichtigen Rentnerinnen und Rentner ein Plagiat, denn von dieser Erhöhung bleibt am Ende nach der Steuererklärung effektiv nichts mehr übrig. Bei vielen wird es sogar zu weniger Jahres-Gesamt-Rente kommen.

Für mich stellt diese Rentenbesteuerung die seit der Einführung im Jahre 2005 durch die damalige SPD-Bündnis 90 -Die Grünen unter Schröder und die vom Bundesverfassungsgericht angemahnt wurde die größte politische Fehlentscheidung im Sozial-Bereich die jemals von einer Bundesregierung beschlossen wurde. Auch die richterlichen Entscheidungsträger des Bundesverfassungsgerichts haben maßgeblich diese politischen Fehlentscheidung angestoßen. Jede Rentenerhöhung führt zu mehr Steuermittel-Generierung und damit zu faktischer Rentenkürzung.


Joe

09.06.2020

@Pessimist: Wenn die letzte Rentenerhöhung 70 Euro netto betragen hat, bei 3 oder 3,5% Erhöhung, dann hatten Sie vorher schon grob geschätzt 2000€ netto und hätten Steuern bezahlen müssen. Die knapp 1200€ Steuern kommen nicht von der Erhöhung, sondern das Finanzamt hat nun endlich gemerkt, dass Sie zahlen müssen oder eigentlich schon längst hätten zahlen sollen.
Der Eingangssteuersatz liegt bei 14%, von jedem Euro werden 14 Cent abgezogen. Es ist einfach nicht wahr, dass es diese angeblich harten Grenzen gibt, bei deren Überschreitung auf einmal viel mehr Steuern verlangt werden, als die Erhöhung betrug.


Narr, Gudrun

09.06.2020

Meine halbe Rente wird schon seid Jahren versteuert.xbnw8


Pessimist

09.06.2020

In meinem Umfeld haben auch in diesem Jahr jede Menge Rentner erstmalig die Aufforderung erhalten eine Steuererklärung einzureichen. Bei mir führte die letzte Rentenerhöhung um monatlich Netto 70 Euro dazu, dass ich nun knapp 1200 Euro an das Finanzamt überweisen darf.