Kettenbriefe und Gewinnspiel-SMS

Nicht nur nervig, auch gefährlich – Kettenbriefe sofort löschen | 12.02.2021

Geld, das von Himmel fällt?

Einige sind nur lästige Werbung, andere können Schaden anrichten. Warum und wie Sie bei einem Kettenbrief die Kette abreißen lassen sollten. Egal, in welcher Form er Sie erreicht.

Früher kamen Kettenbriefe per Post - mit der ausdrücklichen Aufforderung, sie zu kopieren und an andere Personen weiterzuschicken. Versehen mit teils abenteuerlichen Drohungen und den Warnungen, die jeweilige Kette bloß nicht abreißen lassen. Heutzutage landen sie im Maileingang, treffen als SMS ein, werden über Messenger zugestellt oder über soziale Netzwerke verschickt.
 
„Hinter den Kettenbriefen stecken in aller Regel keine seriösen Anbieter“, sagt Karolina Wojtal, Sprecherin beim Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland. „Entweder sind die Geschichten komplett frei erfunden oder aber sie verdrehen die Wahrheit komplett.”

Warum werden Kettenbriefe verschickt?

„Oft dienen diese Kettenbriefe dazu, die Nutzer auf bestimmte Internetseiten zu locken oder in anderer Weise ihre Daten preiszugeben”, erklärt Wojtal. Die Daten werden dann im Internet gehandelt und gegebenenfalls missbraucht. „Dies reicht von ungewünscht zugesendeter Werbung bis hin zu Abofallen oder sogar Identitätsdiebstahl.” Typisch sei auch, dass in diesen Briefen zeitlicher Druck aufgebaut werde.

Kettenbriefe umgehend löschen

„Nachrichten mit Kettenbriefen sollten nach dem Erhalt umgehend gelöscht und nicht weitergeleitet werden”, rät Anne Schilling, Pressereferentin bei Deutschland sicher im Netz. Der Verein unter der Schirmherrschaft des Bundesinnenministeriums will Verbraucher und Unternehmen im sicheren und souveränen Umgang mit der digitalen Welt unterstützen.
 
Keinesfalls empfiehlt es sich, diese Fake-Briefe weiterzuleiten - denn Absicht der Versender ist es, möglichst vielen Menschen zu schaden. „Anhänge sollten auf keinen Fall geöffnet oder Links geklickt werden”, warnt Schilling. Und: Niemals sollten Sie Daten weitergeben – das gilt natürlich besonders für Kontodaten. Denn schlimmstenfalls könnte Ihr Konto gehackt werden.

Mit Gewinnen locken und mit Emotionen spielen

„Letztlich ist es wie bei E-Mails und Spam: Einige sind einfach nur lästige Werbung”, sagt Schilling. Andere wollten aber wirklich auch einen Schaden anrichten und seien gefährlich.

Verbraucherschützerin Wojtal warnt ebenfalls: „Oft werden auch Gewinne oder Gutscheine in Aussicht gestellt oder aber es wird mit Konsequenzen gedroht – etwa mit der Sperrung des Accounts.” Doch Verbrauchter sollten sich davon nicht einschüchtern oder erweichen lassen – selbst wenn ihnen zum Beispiel eingeredet werde, „Kindern in Not” helfen zu müssen.

„Kettenbriefe spielen, wie beim Phishing üblich, mit unseren Emotionen”, sagt Schilling. Sie sprechen unsere Ängste an, unsere Neugier oder auch unsere Gier, weil sie eben Gewinne versprechen. „Wir handeln dann emotional und nicht mehr rational - und das macht sie so gefährlich.”

Kettenbriefe haben nie seriöse Absender

Eins sollte klar sein: Versender von Kettenbriefen können keine seriösen Anbieter sein. Auch Freundschaftsanfragen oder Kontaktanbahnungen von dubiosen Fremden über soziale Netzwerke sollten ignoriert und blockiert werden, rät Schilling.
 
Wojtal erklärt: „Bei einem seriösen Händler/Anbieter muss ich mich vorher einverstanden erklärt haben, dass er mich auf diesem Wege zum Beispiel für Gewinnspiele kontaktieren darf. Dieser Einwilligung kann ich auch jederzeit widersprechen.” Verbraucher sollten diese Briefe deshalb auf keinen Fall weiterleiten, weil sie sich sonst an der Verbreitung solcher Falschmeldungen beteiligen.
 
Wenn Sie einen Kettenbrief empfangen, raten Ihnen Experten:

  • Überweisen Sie keinesfalls Geld irgendwohin!
  • Öffnen Sie keine Anhänge!
  • Und: Löschen Sie die Inhalte von Ihrem Gerät.

Autor: ING


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