Klimaschutz fürs Depot

So lässt sich CO2-freundlich investieren | 04.07.2019

Nachhaltig investieren

© Jordan Siemens - gettyimages.de

Ende 2015 wurde das Pariser Klimaabkommen als Durchbruch in Sachen Klimaschutz gefeiert. 197 Staaten verpflichteten sich, ihren Beitrag dazu zu leisten, die menschengemachte globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber den vorindustriellen Werten zu begrenzen. Dazu muss in erster Linie der weltweite Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) reduziert werden, der für den sogenannten Treibhauseffekt verantwortlich gemacht wird.

Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 treibhausgasneutral zu werden. Die wöchentlichen „Fridays for Future“-Proteste und nicht zuletzt die jüngste Europawahl haben die Wahrnehmung der Gesellschaft dafür geschärft, dass die bisherigen Anstrengungen zur CO2-Reduktion nicht ausreichen werden, um die definierten Etappenziele der Bundesregierung – eine CO2-Minderung um 40 % bis 2020 und um 55 % bis 2030 – zu erreichen.

Auch an den Finanzmärkten gewinnt der Klimaschutz zunehmend an Bedeutung. Grüne und nachhaltige Investmentformen verzeichnen eine kräftig wachsende Nachfrage. Verschiedene institutionelle Investoren und Investmentgesellschaften wollen ihr Geld verstärkt klimafreundlich anlegen. Immer mehr professionelle Anleger, Banken, Versicherungen und Fonds verzichten deshalb beispielsweise schon auf Investments in Unternehmen, die ihre Erlöse zu einem großen Teil in der Kohleförderung erzielen.

Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen

Nach dem gleichen Prinzip können auch Privatanleger ihr Depot in Sachen Klimaschutz auf den Prüfstand stellen und die größten Klimasünder aus dem Portfolio kegeln. Eine besonders schlechte CO2-Bilanz weisen etwa Unternehmen aus dem Kohlesektor, der Öl- und Gasindustrie, der Energiewirtschaft oder Gesellschaften aus der Schwerindustrie, dem Verkehrs- und Luftfahrtsektor aus. Auf der anderen Seite rücken unter ökologischen Aspekten Unternehmen aus den Bereichen Solar- und Windenergie oder der Elektromobilität in den Fokus. Doch nicht immer ist die CO2-Bilanz eines Unternehmens auf den ersten Blick ersichtlich. Zwar gehört unter den großen Konzernen ein Nachhaltigkeitsbericht inzwischen fast schon zum guten Ton, gerade für Privatanleger ist die Auswahl klimafreundlicher Unternehmen aber dennoch oftmals schwierig und kompliziert.

Breites Angebot zum Thema Klimaschutz

Unterstützung bei der Auswahl von Investmentmöglichkeiten bietet das wachsende Angebot an Indizes, Fonds und ETFs, die oftmals schon im Namen erkennen lassen, dass ihr Schwerpunkt im Bereich Klimaschutz liegt. Allerdings sind nicht überall, wo „Low Carbon“ (wenig Kohlenstoff) draufsteht, auch tatsächlich klimafreundliche Unternehmen drin. Weil einheitliche Richtlinien fehlen, unterscheiden sich die jeweiligen Investmentansätze zum Teil ganz erheblich. Bei einer Fondsausrichtung nach Kriterien, die klar für den Klimaschutz sprechen, kommen beispielsweise in erster Linie Unternehmen aus dem Bereich regenerative Energien in Frage. Andere Anlagekonzepte schließen anhand von Negativkriterien einige Branchen aus, die als besonders große Klimasünder gelten. Zu den möglichen Strategien gehört auch ein Best-in-Class-Ansatz auf Unternehmen, die im Branchenvergleich eine überdurchschnittlich gute CO2-Bilanz haben, was das Anlagespektrum deutlich erweitert.

Mit der Ausrichtung ihres Depots können Investoren einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Bei allen ethisch-ökologischen Überlegungen sollte jedoch keinesfalls das Risiko sowie die Rentabilität des Investments außer Acht gelassen werden.

Autor: ING-DiBa AG


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Kommentare (6)


Kommentare

Jürgen Wiedermann

22.07.2019

Die Bank sollte sich nicht mit nebulösen, völlig unkonkrten, unbewiesenen Klimaprognosen befassen. Diese Propagandaergüsse gehören nicht in ein Geldinsitut, das sich mit der konkreten Welt der Zahlen befaßt. Die Welt des Geldes ist schon nur großzügig in Trends zu bewerten. Und das auf der Basis von Zahlen. Und nun das Klima erst.


ING

05.07.2019

Hallo zusammen, einen kleinen Tipp haben wir auf jeden Fall für Sie: In unserer Fonds- und ETF-Suche können Sie direkt nach Produkten aus der Kategorie "Ökologie/Nachhaltigkeit" suchen. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


ben klock

05.07.2019

Alles schwammig und wenig hilfreich.
Nennen und verlinken Sie bitte Produkte, wie in anderen Beiträgen auch.


ING

05.07.2019

Hallo S.Fischer, schauen Sie doch gern einmal hier: www.ing.de/ueber-uns/fairantwortung/bankgeschaeft/ Viele Grüße, Ihr Social Media Team


DiesDas

05.07.2019

Und welche ETFs eignen sich nun? So ist das wischiwaschi und bietet kaum mehrwert.


S. Fischer

05.07.2019

Klimaschutz fürs Depot - bei dieser Fragestellung kommt natürlich auch die Frage auf, welche Maßnahmen/Ziele die ING hinsichtlich Klimaschutz verfolgt (Energiebezug ING, Investment Entscheidungen/Ausschlüsse bestimmter Branchen, ... )?
Besten Gruß,
S. Fischer