Umweltschutz

Das bedeutet das Klimapaket für Verbraucher | 29.11.2019

Weinernte 2019

In trockenen Tüchern ist das vom Bundestag beschlossene Klimapaket noch nicht, der Bundesrat könnte noch einiges ändern. Doch die Konturen stehen. Was sich durch das Klimapaket für die Verbraucher ändert – ein Überblick.

Deutschland verfehlt seine Klimaziele für 2020, will aber wenigstens die Ziele für 2030 erreichen. Dafür schnürte die schwarz-rote Bundesregierung ein weitreichendes Klimapaket. Für wesentliche Teile dieses Vorhabens gab der Bundestag jetzt grünes Licht.
 
Ganz beschlossene Sache ist das Klimapaket zwar noch nicht. Sowohl der Bundesrat als auch die Länderkammer haben ein Mitspracherecht. Vor allem den Grünen geht das Klimapaket an manchen Stellen nicht weit genug. Die Grünen regieren in 9 von 16 Bundesländern mit. Beobachter schließen daher nicht aus, dass das Klimapaket im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat landet. Dennoch sind die Tendenzen bereits abzusehen. Was aber sind die zentralen Pläne der Bundesregierung? Die wichtigsten Änderungen des Klimapakets im Überblick.

Verteuertes Fliegen

Das Fliegen schädlich fürs Klima, weiß spätestens seit Greta Thunberg wohl wirklich jeder. Um Reisende dazu zu bewegen, auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel als das Flugzeug zu setzen, sollen ab dem 1. April 2020 die Steuern auf Flugtickets steigen. Die Fluggesellschaften schlagen diese Steuer wohl zumindest zum Teil auf die Flugpreise auf.
 
Die Luftverkehrssteuer für Flüge im Inland und in EU-Staaten verteuert sich um mehr als 5 Euro auf 13,03 Euro pro Ticket.
Für längere Flüge bis 6.000 Kilometer steigt die Luftverkehrssteuer um knapp 10 Euro auf 33,01 Euro.
Bei Flügen über 6.000 Kilometer hinaus beläuft sich die Abgabe auf 59,43 Euro – ein Plus von etwa 18 Euro.

Günstigeres Bahnfahren

Bahnfahren gilt als vergleichsweise umweltfreundlich. Daher sollen mehr Menschen von Autos und Flugzeugen auf Züge umsteigen. Hierfür setzt die Bundesregierung einen Anreiz: Bahntickets im Fernverkehr sollen ab 2020 günstiger werden. Die Mehrwertsteuer soll von 19% auf 7% sinken – die Bahn will diese Mehrwertsteuer-Senkung an ihre Kunden weitergeben.

Preis für CO2

Für den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 soll ab 2021 ein Preis erhoben werden. Die sogenannte CO2-Bepreisung gilt für

  • Benzin und Diesel sowie
  • Heizöl und Erdgas.

Die CO2-Bepreisung startet nach den derzeitigen Plänen im Jahr 2021 – mit einem Festpreis für Verschmutzungsrechte von zehn Euro pro Tonne CO2. Kritiker halten diesen Einstiegspreis für zu gering. Vorgesehen ist, dass der Preis bis 2025 schrittweise auf 35 Euro pro Tonne steigt. Danach soll sich der Preis der Verschmutzungsrechte über einen Handel bilden. Mit diesen Verschmutzungsrechten zu handeln soll Aufgabe von Unternehmen sein, die fossile Heiz- und Kraftstoffe in Verkehr bringen oder liefern. Für den Endkunden bedeutet das, dass es draußen an der Tankstelle und daheim beim Heizen teurer wird.
 
Dazu ein Rechen-Beispiel: 35 Euro pro Tonne CO2 hätte zur Folge, dass Verbraucher für Diesel und Heizöl rund 11 Cent pro Liter und für Benzin rund 10 Cent mehr zahlen müssen.

Pendler entlasten

Als Ausgleich, dass Benzin und Diesel über den CO2-Preis mehr kosten, soll ab 2021 die Pendlerpauschale für längere Strecken steigen – für zunächst fünf Jahre. Ab dem 21. Kilometer können Pendler 35 Cent pro Kilometer und Arbeitstag von der Steuer absetzen, bislang sind es 30 Cent.

Mehr Ladestationen für E-Autos

Bis zum Jahr 2030 soll es in Deutschland eine Million öffentliche Ladepunkte für Elektroautos geben – derzeit existieren erst 21.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte. Ohne ein flächendeckendes Ladenetz steht der Erfolg der E-Mobilität in Frage.

Mehr Geld für den ÖPNV geplant

Ob Bus oder Bahn – die Bundesregierung will den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) weiter unterstützen. Derzeit fördert der Bund den ÖPNV mit einer jährlichen Finanzspritze von rund 330 Millionen Euro. 2020 sollen die Mittel auf 665 Millionen Euro und ab 2021 auf eine Milliarde Euro steigen – das war schon länger beschlossene Sache. In dem Klimapaket stellt die Bundesregierung in Aussicht, die Mittel ab 2025 auf jährlich zwei Milliarden Euro zu erhöhen. Auch will der Bund Modellprojekte fördern, zum Beispiel geht es um die Einführung eines Jahres-Tickets für insgesamt 365 Euro, also nur einen Euro pro Tag. Derzeit sind die Pläne im ÖPNV-Bereich allerdings noch vage.

Gebäude sanieren

Wer seine Eigentumswohnung oder sein Haus klimafreundlich saniert, kann ab 2020 über drei Jahre mit steuerlichen Anreizen rechnen. Konkret sollen 20 Prozent der Kosten und maximal insgesamt 40.000 Euro je Haus oder Wohnung über drei Jahre verteilt von der Steuer abziehbar sein. Voraussetzung: Die Immobilie muss älter als zehn Jahre sein. Gefördert werden:

  • Das Dämmen von Wänden, Decken oder Dach
  • Das Erneuern von Fenster, Türen und Lüftungen oder der Heizanlage
  • Das Einbauen von digitalen Anlagen zum Energiesparen

Das steht noch aus

Nach den Vorstellungen der Bundesregierung soll es ab 2026 verboten sein, neue Ölheizungen in Häusern einzubauen. Dabei gibt es Ausnahmen, etwa, wenn ein Gebäude weder mit Gas noch mit Fernwärme versorgt und die Heizung auch nicht aus erneuerbaren Energien betrieben werden kann. Für den Austausch alter Ölheizungen soll es einen Zuschuss geben. Für dieses Vorhaben hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf vorgelegt. Er muss noch die parlamentarischen Hürden nehmen. Auch die Gesetze zum Kohleausstieg und zur Windkraft stehen noch aus.

Autor: ING


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Kommentare (19)


Kommentare

RWC

04.12.2019

Man kann ja auf alles draufhauen und trifft sicherlich auch die Richtigen. Doch sollte man bei sich selbst anfangen. Ich verzichte soweit wie möglich aufs Auto, wandere ca. 2.000 km im Jahr, lege ca. 3.000 km mit dem Fahrrad zurück und esse gesund, viel Obst und Gemüse, weniger Fleisch, vor allem aber Qualität und nicht billig!!!
Dann fliege ich einmal im Jahr nach Kanada für 5 Monate und mehr nicht. Da wundert es mich schon, warum die Co2 Bilanz nicht besser wird. Was machen denn die Anderen fürs Klima? Schaut Euch Trump an. Er leugnet den Klimawandel und verlangt mehr Geld für die Rüstung. Das ist doch der echte Wahnsinn.


ING

03.12.2019

Hallo V8, gern können Sie Ihre Meinung zur Thematik im Artikel an dieser Stelle kundtun - aber bitte in einem angemessenen Ton. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


steffen

03.12.2019

DIe Fragestellung "Was sagen Sie zu teureren Flugpreisen?" zwingt einen schon innerhalb eines kreierten KlimaMärchen zu denken ohne dieses Thema selber überhaupt in Frage zu stellen.

Ich bin für Umweltschutz auf unseren Äckern Böden Städten und Wäldern, allein die vorstellung ein Klima zu retten vorallem mit E-autos Bus und bahn ist absurd und das ganze nur von diesen winzigen kleinen Land aus Deutschland. Für mich nicht nachvollziehbar wie ein klardenkenden Mensch der sich für Natur einsetzt auch nur ansatzweise dieser doktrin verfallen kann welche nachweislich den Menschen vorallem in Deutschland noch weiter Geld und autarkie entzieht. Sehr entlarvend das man hier die Jugend einspannt und misbraucht.

co2 ist leben, ein schönen tag noch


Funken

03.12.2019

Betr.: Alle Umfragen
Bei allen Umfragen können nur vorgefertigte Antworten angeklickt werden. Unter "Sonstiges" kann man keine Meinung loswerden. Schade eigentlich. Da mach ich nicht mehr mit beim sozialistischen Vordenken.


Machdadrausnix

02.12.2019

Hallo Kurt, jeder kann ohne Heizöl heizen. Ganz einfach elektrisch. Wenn man blos mit einem "glühenden Nagel" heizt, ist das immer noch efizenter als ein Elektroauto. Mit Wärmepumpe wirds noch efizenter. Aber die Grünen haben ja vor 30 Jahren die Elektroheizung verteufelt, wegen dem Atomstrom. Auch beim Elektroauto muss man 100% Kohlestrom anstzen und nicht den deutschen Strommix. Gegringe Ökostrom Versorgung, heist jedes Kwh mehr ist Kohlestrom.
Mehrere Zentner schwere Akkus durch die Gegend schleppen ist beider Heizung nicht notwendig. Als Speicher genügt ein Wasserfass (Pufferspeicher). Ökologisch eher unproblematisch im gegensatz zum Akku. Verdienst für die Wirtschaft bischen Weniger. Also doch wieder schlecht. Wie heist es bei den Grünen "wenn des Groschen im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegfeuer springt".


Ende im Gelände, Schicht im Schacht

02.12.2019

Leider ist einiges da nicht aktuell. Weil der Bundesrat mal eben zu einigem "Nein" gesagt hat. Zumindest vorerst.

Keine Pendlerpauschale, keine Förderung der Bahn.

Leider denken die Menschen immernoch mit dem Geldbeutel. Daher meine Empfehlung:

Geht, schaut euch Städte wie Hamburg, Rostock, Amsterdam und Venedig noch einmal an. Macht Fotos - zeigt euren Enkeln, was die nur noch im Tauchgang sehen werden. Wobei - dann seid ihr ja nicht mehr da - kann euch also egal sein. Auch wieder wahr.

Leider gibt es viele Menschen die glauben, die Märchen von einer schwächelnden Wirtschaft. Menschen, die glauben man müsse die Sache langsam angehen. Und Menschen die wissenschaftliche Tatsachen leugnen und irgendwelche Hinterhofsdoktoren herbeikehren, die es angeblich besser wissen als der Wissenschaftliche Konsens


Banking to go App der echte Wahnsinn

02.12.2019

Hallo Social Media Team,
Nein hat leider nicht funktioniert aber vielen Dank .
App ist deinstalliert .Geht auch so ohne To Go.
Schöne Arbeitswoche noch.


Chris

02.12.2019

Die Klimaziele 2020 verfehlen wegen schwächlichem Umgang mit den Auto- und Energiekonzernen, aber dem Bürger kräftig in die Tasche greifen. Anstatt mit den Kraftstoff- und Kraftfahrzeugsteuern die nötige Infrastruktur für Elektro und Wasserstoffautos zu erstellen und zeitgleich zu erklären woher die ganzen Elektroautos und Batterien kommen sollen, wie sie recycelt werden sollen, wie und wo mit Ökostrom Wasserstoff produziert werden könnte und wie er verlustsicher gespeichert werden kann, fabuliert diese lächerliche Bundesregierung weiter über unrealistische Klimaziele, melkt die arbeitende Bevölkerung und segnet die ohnehin schon Privilegierten. Parlamentarische Hürden, bürokratische Hürden, Deutschland ist dabei sich abzuschaffen. Das restliche Europa lacht, und die schlauen Briten flüchten gerade noch rechtzeitig.


RWC

02.12.2019

Ich schwimm dann schon mal los, damit ich im nächsten Jahr in Kanada bin. Krieg ich dafür eine CO2 Prämie?


Kurt

02.12.2019

Habe KEINE Möglichkeit außer mit Heizöl zu heizen. Auch 2026 nicht.!!!


ING

02.12.2019

Hallo "Banking to go App der echte Wahnsinn", den Log-in Prozess zum Internetbanking schauen sich die Kollegen gerade an und prüfen, ob und wie sich dies vereinfachen lässt. Unabhängig davon sollte aber natürlich Ihre Überweisung sofort ausgeführt werden. Hat dies mittlerweile funktioniert? Viele Grüße, Ihr Social Media Team


ING

02.12.2019

Hallo Ka, haben Sie vielen Dank für Ihr tolles Lob! Auch Ihnen (und natürlich allen anderen hier) eine schöne Adventszeit! Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Elisa

01.12.2019

Wo ist der nächste Bahnhof um mit der Deutschen Bahn in die USA zu fahren???
Alles eine einzige Abzocke die der deutsche Michel demütig und mit wohliger Selbstzufriedenheit schluckt.


Simon Sellner

01.12.2019

Großartig daß auch die Ing-Diba der allgemein propagierten Mainstreammeinung hinterherläuft.
Allein die Fragen zur Flugverteuerung beinhalten schon die Antwort da man natürlich erst gar nicht fragt ob jemand den ganzen Klimaschwindel für absoluten Blödsinn hält. Man kann lediglich mehr oder weniger dafür sein. Wer macht eigendlich solche Umfragen und in welchem Interesse?


Joe

30.11.2019

10 Euro pro Tonne hätte die Folge, dass Benzin um 2,34 und Diesel um 2,64 Cent pro Liter teurer wird. Das ist lächerlich. Da beträgt ja die tägliche Schwankung mindestens das Dreifache.


Banking to Go App der echte Wahnsinn

30.11.2019

Hallo, Die Banking to Go App ist wirklich sehr schlecht.
Heute Geld vom Giro auf das Sparkonto Überwiesen als Test .
Leider wird das nicht Angezeigt und selbst nach mehr als 4 Stunden nicht.
Login ist auch schlecht.
Erst die Kontodaten dann das Internetpass,dann die Pin und zu guter Letzt zweimal die Mobile Pin für die App um auf das Konto zuzugreifen. Demnächst muss ich vielleicht noch ein Superschweres 8Stündiges Rätsel lösen um mich einzuloggen oder ich muss eine DNA Probe einrreichen inklusive Blut und Urinprobe.
Die App habe ich übrigens wieder Deinstalliert und die Olle Tan Liste aktiviert ein anders Verfahren haben Sie wohl nicht.


Ka

30.11.2019

Die WissensWert Themen sind immer sehr gut ,vielen Dank dafür .
Besten Dank auch das man hier Kommentieren darf und das Sie auch Antworten.
Sie machen das wirklich sehr gut.
Euch allen eine schöne Adventszeit


andy

29.11.2019

Alles Schwachsinn. Damit wird kein Gramm CO2 eingespart. Unfähige Politik von fremdfinanzierten NGOs getrieben. Abzocke und Reglementierung, Freiheit adé. Der grüne Faschismus auf gutem Wege.


r11144

29.11.2019

warten wir wie sich die EU-Abgeordneten verhalten werden