Kostencheck Fahrerlaubnis

Der teure Weg zum Führerschein│07.11.2016

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Nicht mehr auf Papa angewiesen sein, endlich allein mit dem Auto zur Schule oder in den Urlaub fahren – für viele junge Menschen in Deutschland ist das ein Traum, der mit dem Führerschein in Erfüllung geht. Sie sparen jahrelang darauf hin oder hoffen auf „Sponsoren“ aus der Familie. Das Schwierigste: Die genauen Kosten kennen Sie erst im Nachhinein – Sie wissen im Vorfeld nicht, wie viele Fahrstunden nötig sind – oder ob es mit der Prüfung auf Anhieb klappt.

Kosten für Führerscheine variieren stark

Laut der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände schwanken die Preise zwischen 1.400 und 2.300 Euro. Rainer Zeltwanger, Vorstand des Bundesverbandes deutscher Fahrschulunternehmen, meint: „Realistisch sind inzwischen 2.500 bis 3.000 Euro.“ Manche Fahrschulen hätten günstigere Angebote, die sich aber oft als unseriös herausstellten. Jede Fahrschule dürfe ihre Preise selbst bestimmen. „Im Schnitt braucht ein Fahrschüler 35 bis 40 Übungsstunden plus Sonderfahrten“, sagt Zeltwanger. Einige Kunden benötigten über 100 Stunden.

Beim Führerschein fallen Grundbetrag und Gebühren an

Vor den eigentlichen Fahrstunden kommt der Grundbetrag, der die Verwaltung und den theoretischen Unterricht abdeckt. Für diesen Posten existieren für die Fahrschulen keine Vorgaben. Der Verkehrsclub ADAC rät:

  • Zahlen Sie bei der Gebühr nicht mehr als das Zehnfache einer normalen Fahrstunde.
  • Legen Sie nicht mehr als das Fünffache einer solchen Stunde auf den Tisch, wenn Sie sich zur theoretischen und praktischen Prüfung anmelden.
  • Zahlen Sie für eine Sonderfahrt nicht mehr als 1,5-fache einer normalen Stunde.

Weitere Kostenpunkte, wenn Sie den Führerschein machen: Sehtest, Erste-Hilfe-Kurs, Führerscheinantrag und Passbilder.

Preissteigerung bei Prüfungen für den Führerschein möglich

In Deutschland legen Sie die Prüfungen für den Führerschein bei unabhängigen Institutionen ab, der Dekra und dem TÜV Nord oder Süd. Diese Institutionen verlangen ebenfalls eine Gebühr von den Prüflingen – und genau die wird nun teurer.

Laut einer Verordnung des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) zahlen Fahrschüler für die theoretische Prüfung beim Führerschein künftig 22,49 Euro statt bisher 20,83 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Die Gebühr der praktischen Prüfungen zum Führerschein für Pkw steigt von 84,97 Euro auf 91,75 Euro, für Motorräder von 112,81 Euro auf 121,38 Euro. Acht Jahre lang waren diese Gebühren stabil. Das Verkehrsministerium rechnet damit, dass dieser Anstieg allein bei praktischen Pkw-Prüfungen insgesamt zu jährlichen Mehrkosten von 6,9 Millionen Euro netto für Fahrschüler führt. Grundlage der Kalkulation sind 1,2 Millionen Fälle pro Jahr.

Wiederholer beim Führerschein zahlen drauf

Wer durch die Prüfung beim Führerschein rasselt, zahlt die Tüv- oder Dekra-Gebühr beim nächsten Versuch ein weiteres Mal. Außerdem kommen noch einmal neue Fahrten hinzu. „Einige Fahrschulen berechnen die Fahrstunden nach dem Durchfallen als teurere Nachschulungsstunden“, warnt der ADAC. Teils seien erneute Teilzahlungen des Grundbetrages fällig. Vergleichen Sie als angehender Fahrschüler die Preise genau, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Umtausch des alten Führerscheins ist möglich

Seit dem 19. Januar 2013 stellen die Behörden nur noch den EU-Führerschein im Scheckkartenformat aus. Die Dokumente gelten seitdem nicht mehr lebenslang, sondern haben eine Gültigkeitsdauer von 15 Jahren. Damit gehen die Behörden auf Nummer sicher, dass Betrüger die Dokumente nicht fälschen. „Befristet ist das Führerscheindokument, nicht die Fahrerlaubnis“, betont das Bundesverkehrsministerium. Die Plastikkarte ist bis zum Jahr 2033 das einzige gültige Format in Deutschland – die grauen oder rosa „Lappen“ sind dann endgültig Vergangenheit. Ein solcher Umtausch kostet rund 20 Euro Gebühr, ein aktuelles Passfoto müssen Sie ebenfalls vorlegen. 

Autor: ING-DiBa



Ihre Meinung

Kommentare (6)


Kommentare

Alfgo

09.12.2016

Der Umtausch des alten grauen oder rosa "Lappen" Kl. 3 kostet genau 24.- EUR.


Bürger Oberbayern

26.11.2016

Das ist doch alles nur noch reine Abzocke.Wenn du keinen Sponsor(Oma,Opa,Arbeitgeber etc.)hast dann hast du die Arschkarte.


Shmuel Grenda

22.11.2016

das ist allmaehlich (fast) alles nur noch BUSINESS. Ich habe den 3er Schein 1986 gemacht mit 18 Stunden und einer Pruefung und habe ca. 1.000,00 DM bezahlt!


Klaus Nary

18.11.2016

Ich habe meinen Führerschein in 4 Wochen gehabt und mit Prüfung ca. 200 DM bezahlt.


Thomas

18.11.2016

Das ist in Deutschland nur noch Abzocke, ich habe einen PKW und LKW Führerschein und mache in Spanien einen Motorradführerschein zusätzlich, die Kosten dafür liegen unter 500,- Euro wenn ich die Prüfungen beim ersten Mal bestehe. (bin noch nicht fertig) Man muss aber einen Wohnsitz in Spanien haben....


jochen schulz

18.11.2016

aus aktueller Erfahrung kann ich bestätigen . dass bis zur 1.führerscheinprüfung 2.500€ angefallen sind . jede weitere Prüfung kostete 500€ . mit 3.500€ vielen nerven + tränen waren wir dabei!!