Megatrend künstliche Intelligenz

Beherrschen Maschinen bald unser Leben? | 07.11.2019

Rezession vor der Tür?

© GaudiLab - Fotolia

Als einer der Megatrends unserer Zeit hat sich die künstliche Intelligenz (KI) etabliert. Immer mehr Bereiche der Wirtschaft entdecken die Möglichkeiten der modernen Technologie, Experten sprechen im Zusammenhang mit KI bereits von der nächsten industriellen Revolution. Folgt man den Diskussionen und Berichten rund um das Thema, entsteht schnell der Eindruck, dass es sich um eine homogene, neue Technologie handelt. Doch die eine künstliche Intelligenz gibt es nicht, vielmehr verstecken sich hinter der Bezeichnung eine ganze Reihe verschiedener Methoden, Verfahren und technischen Möglichkeiten. In der Forschung wird häufig zwischen starker und schwacher KI unterschieden. Während die starke KI versucht, die menschliche Intelligenz zu erreichen, und bislang technisch noch nicht darstellbar ist, geht es bei der schwachen KI um intelligente Entscheidungen für klar definierte Teilbereiche.

Die Anfänge der künstlichen Intelligenz reichen bis in die Fünfzigerjahre zurück. Durch den technologischen Fortschritt, größere Datenvolumen und günstigere Speicherkapazitäten gewinnt der Megatrend seit einigen Jahren aber erst so richtig an Fahrt. Der Entwicklungssprung der vergangenen fünf Jahre ist größer als in den vorangegangenen fünf Jahrzehnten. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz identifizieren Bilderkennungssysteme im Auto heute bereits Straßenschilder oder sortieren Smartphones und Tablets unsere Urlaubsbilder nach bestimmten Motiven und Personen. KI-Algorithmen analysieren unsere Einkaufsgewohnheiten und schlagen passende Produkte vor, während Sprachassistenten unsere Befehle umsetzen. Auch in die Medizin ist künstliche Intelligenz schon weit vorgedrungen: Als Bestandteil neuer medizinischer Geräte unterstützt sie den Arzt beispielsweise dabei, Krankheiten richtig zu diagnostizieren und geeignete Therapien zu finden.

KI als Turbo für die Wirtschaft

Das McKinsey Global Institute geht davon aus, dass heute bereits die Hälfte aller Tätigkeiten durch künstliche Intelligenz automatisiert werden könnten. Das bringt auch spürbare Veränderungen der Arbeitswelt mit sich. Tätigkeitsfelder werden sich verschieben, monotone und gefährliche Arbeiten immer häufiger von Maschinen übernommen. Das Marktforschungsinstitut Gartner geht dabei jedoch davon aus, dass ab dem kommenden Jahr mehr Arbeitsplätze durch KI geschaffen werden als wegfallen. Auch ob der wirtschaftlichen Potenziale sind sich die Forschungsinstitute einig. PWC rechnet damit, dass KI das weltweite Bruttoinlandsprodukt bis ins Jahr 2030 um 14 % erhöhen und dazu 15,7 Billionen US-Dollar beitragen wird. Allein für Deutschland kalkulieren Experten per 2030 mit einem KI-bedingten Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt von 4 % bzw. 160 Milliarden Euro.

Die Zahl der Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell mithilfe der künstlichen Intelligenz optimieren, steigt. Zudem partizipieren viele Firmen mit ihrem Geschäft an dem Megatrend. Dazu zählen beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Robotik, Informationstechnologie oder dem Halbleitersektor.

Autor: ING-DiBa AG


Ihre Bewertung

War dieser Artikel hilfreich für Sie? Vielen Dank! Vielen Dank! Vielen Dank!


Ihre Meinung

Kommentare (2)


Kommentare

Shangri-La

09.11.2019

Wir stehen am Scheideweg. Wollen wir mit 'der Kunst' durch Aktienwertsteigerung reich werden oder besinnen wir uns auf die Vernunft auf uns selber zu vertrauen - noch ist da potential (bei manchen)..


Konfuzius

07.11.2019

Konfuzius sagt: Je mehr wir uns um künstliche Intelligenz bemühen, desto weiter entfernen wir uns von natürlicher.